VW T-Cross Life 1.0 TSI

Das SUV-Programm von Volkswagen hat nahezu in jedem Segment ein Modell zu bieten, selbst ein Cabriolet-SUV haben die Wolfsburger jüngst auf den Markt gebracht. Während das T-Roc Cabriolet derzeit konkurrenzlos im Automobilsektor vertreten ist, wissen aber auch die Modelle T-Cross, der rund zwölf Zentimeter längere T-Roc, der Tiguan und Tiguan Allspace sowie der Touareg seit jeher erfolgreich vorne mitzumischen, der VW Tiguan knackte jüngst erst die Sechs-Millionen-Marke und ist ein absoluter Weltbestseller. Apropos, international hat Volkswagen noch weitere SUV-Modelle zu bieten, beispielsweise den Atlas oder den Teramont X. Aber auch hierzulande werden die Wolfsburger das Angebot an SUVs erweitern und so wird 2021 mit dem VW ID.4 auch ein vollelektrisches SUV-Modell folgen.

Der T-Cross rundet das wahrlich umfassende SUV-Portfolio derzeit nach unten hin ab und wird auch gerne als das Polo-SUV bezeichnet. Dieser Beiname kommt nicht von ungefähr, basiert der T-Cross wie auch schon der VW Polo auf dem modularen Querbaukasten MQB. Mit einer Außenlänge von 4,11 Meter übertrifft der T-Cross den Polo allerdings um 54 Millimeter.

VW setzt auf eine unverkennbare Familienzugehörigkeit, von mir auch oft bemängelt, ähneln sich die Fahrzeuge zu sehr, fehlt mir teils die Eigenständigkeit, der spezielle Charakter.

Der VW T-Cross sticht in diesem Punkt zweifelsohne am meisten hervor, während der neue VW Touareg zwar mit einem gigantischen Kühlergrill auf sich aufmerksam macht, so ist es letztlich aber doch der Kleinste im Bunde der mit einem besonderen Designelement am Heck für ein außergewöhnliches Erscheinungsbild sorgt, zumindest für ein VW-Modell.

Quer über die Heckklappe spannt sich ein Reflektorband, umrahmt von einer schwarzen Blende sorgt dieses Designelement für ein gelungenes Wiedererkennungszeichen.

Ich persönlich finde zudem großen Gefallen an dem Angebot an Designpaketen und der Auswahl an Felgen, darunter findest Du auch farbige Auswahlmöglichkeiten. R-Pakete stehen einem VW immer gut zu Gesicht und verfügen unter anderem über spezifische Front- und Heckstoßfänger.

Passend zum äußeren Look, kannst Du auch im Innenraum aus verschiedenen Farbvarianten wählen, so wären die Sitzbezüge beispielsweise auch in „Diag Neutral‘‘, „Diag Orange‘‘ oder „Diag Türkis‘‘ verfügbar. Entscheidest Du Dich auch hier für ein R-Paket, sind die Sitze nicht nur mit dem Stoff „Carbon Flag“ bezogen, auch ein geprägtes „R‘‘ ist in den Lehnen zu sehen.

Während mein Testwagen zwar auf die sehr schicke Außenlackierung setzte, so kam er im Innenraum leider sehr farblos daher. Gehen die großflächigen Dashpads in Grau doch sehr unter, dann noch meine grau gehaltenen Sitze… hier würde ich in jedem Fall die Individualisierungsmöglichkeiten ausschöpfen und den Aufpreis gerne investieren. Entscheidest Du Dich für Farbe, taucht diese nicht nur an den Dekorelementen im Armaturenbrett und/oder den Sitzen auf, auch am Lenkrad oder der Mittelkonsole setzt der VW T-Cross auf die gewählte Farbe.

Unabhängig von der Farbe, reicht der VW T-Cross mit seiner Materialanmutung leider nicht an den VW Polo heran. Das SUV präsentiert harten Kunststoff ganz ungeniert und so ist der gewohnte VW-Anspruch hier nicht zu erkennen.

Konnektivität, ein Punkt, in dem der VW T-Cross sich ebenfalls nicht behaupten kann, zwar gibt es Schnittstellen und auch die Möglichkeit, Android- wie auch Apple-Smartphones oder PC-Tablets mit dem Fahrzeug zu vernetzen und über spezielle Apps im T-Cross integrierten Touchscreen zu steuern, doch diese sind, wie auch der digitale Radioempfang DAB+, eine Sprachsteuerung oder selbst die Bluetooth-Freisprecheinrichtung, stets nur gegen Aufpreis verfügbar und das in allen Ausstattungsvarianten. Eine induktive Ladefunktion ist dann jedoch ebenso erhältlich, wie auch ein Active Info Display. Dieses ersetzt in den beiden höheren Ausstattungen auf Wunsch das klassische Kombiinstrument, doch auch davon kann ich leider nicht berichten, war dieses nicht in meinem Testwagen verbaut.

Ohnehin hält es der VW T-Cross gerne in altbekannter Manier, so finde ich noch einen klassischen Handbremshebel vor, der Zündschlüssel muss noch ins entsprechende Zündschloss gesteckt werden und die Bedienbarkeit ist einfach strukturiert. Auf zahlreiche Displays und eine Touchscreenbedienung verzichtet der T-Cross, setzt dagegen auf übersichtlich und griffgünstig angeordnete Schalterelemente. Die ich zugegeben bei manch modernem und mit Technik überladenen Fahrzeug vermisse.

Wie es sich für ein SUV gehört, setzt der VW T-Cross auf eine hohe Sitzposition, um nochmals die Brücke zum Schwestermodell VW Polo zu schlagen, hier sitzt Du 10 Zentimeter höher als im Polo.

Die verbauten Sitze gehen in Ordnung, können in der Höhe, Längs wie auch in der Lehnenneigung verstellt werden, ich als Rückengeschädigte würde mich über eine Lordosenstütze freuen, die aber zumindest gegen Aufpreis verfügbar ist.

Ist der Fahrersitz auf meine 1.80 Meter eingestellt, können selbst Sitzriesen über 1.90 Meter noch bequem hinter mir Platz nehmen. Respekt. Mit diesem Platzangebot habe ich ehrlich gesagt nicht gerechnet. Ist der T-Cross mit 4,11 Meter Außenlänge das kleinste SUV im VW-Portfolio, weiß aber gerade in diesem Punkt absolut zu überzeugen.

Dies haben alle T-Cross gemeinsam, doch wer auf Nutzen wert legt, kann die Einstiegsvariante bei der Kaufplanung im Grunde überspringen, wenn aber auch diese serienmäßig über die um 14 Zentimeter verschiebbare Rückbank verfügt. Doch die Flexibilität und Variabilität perfekt macht erst der Beifahrersitz mit umklappbarer Lehne, eine Schublade unter dem Beifahrersitz wie auch eine weitere Ablagebox zwischen den Vordersitzen oder aber der variable Ladeboden. Und all das packt Volkswagen erst ab dem Niveau Life in den T-Cross.

Mit der verschiebbaren Rücksitzbank kannst Du ganz nach Belieben und Einsatz den Fußraum für die Fondpassagiere vergrößern oder aber zusätzliches Stauvolumen im Kofferraum herausholen. Die Sitzbank ist zwar nur im gesamten verschiebbar, während die Rücksitzlehnen im Verhältnis 60:40 geteilt umgeklappt werden können, dennoch schafft dieses serienmäßige Feature eine Flexibilität, die dem T-Cross in diesem Bereich einen Vorsprung verschafft.

Ebenso positiv hervorzuheben, die Beifahrersitzlehne, die sich ab dem Niveau Life ebenfalls umklappen lässt und den Transport von langen Gegenständen bis zu 2,40 Meter möglich macht. Auf eine klassische Durchreiche in der mittleren Rücksitzlehne muss wiederum verzichtet werden. Aber das ist wahrlich zu verschmerzen, eine Abdeckung für den entstehenden großen Spalt bei nach vorne geschobener Rücksitzbank vermisse ich dagegen schon.

Je nach Konfiguration der hinteren Sitze variiert das Kofferraumvolumen zwischen 385 und 455 Liter. Sind die Rücksitzlehnen zudem umgelegt, die Kopfstützen müssen hierzu nicht entfernt werden, fasst der Gepäckraum maximal 1.281 Liter. Mittels variablen Einlegeboden kann der Raum nochmals unterteilt werden oder aber die Kofferraumabdeckung darunter verstaut werden.

Die Kofferraumklappe schwingt schön weit auf, allerdings nur manuell und ist auch gegen Aufpreis nicht in elektrischer Ausführung erhältlich.

Im Großstadtdschungel ist das SUV leicht zu Rangieren und auf der kurvigen Landstraße angenehm zu dirigieren. Die Lenkung des T-Cross ist angenehm präzise und direkt.

Wer nochmal den Vergleich zum Polo ziehen möchte, muss sich natürlich bewusst sein, die zusätzliche Höhe von fast 14 Zentimeter macht sich bei der Kurvenhatz bemerkbar, wankt das Fahrzeug hier spürbar. Letztlich weckt das Fahrwerk wie aber auch die Motorisierung solch ein dynamischen Fahrstil von vorne herein nicht.

Stattdessen war man bei VW eher auf den Fahrkomfort bedacht und erreicht in diesem Punkt gute Werte, besonders hervorstechen kann der T-Cross allerdings nicht und so schlägt mir die ein oder andere Straßenunebenheit überraschend stark ins Innere durch. Das gängige Straßenbild meistert er aber zufriedenstellend und stößt mir nicht negativ auf.

Die Fahrprofilauswahl zur Einstellung verschiedener Fahrzeugabstimmungen gibt es im VW T-Cross, allerdings nicht in dem von mir gefahrenen 70 kW TSI, so kann ich hier auch nicht gegen Aufpreis – und dieser ist in den anderen Versionen in Höhe von 135 Euro fällig – Motor, Lenkung, Start-Stopp-System, Kurvenlicht, automatische Distanzregelung und Klimaanlage individuell abstimmen, oder aber auf die vorkonfigurierten Programme Comfort, Normal, Style und Eco zugreifen.

Allradantrieb gibt es beim VW T-Cross nicht, ist in diesem Segment aber keine Seltenheit und vom Kunden auch kaum gewünscht.

So habe ich es bereits vorweggenommen, mein Testwagen war mit dem Dreizylinder 1.0 TSI ausgerüstet, der in seiner kleinsten Leistungsstufe auf 95 PS kommt, alternativ aber auch mit 115 PS erhältlich wäre.

Der kleinste Dreizylinder schlägt sich mit seinem maximalen Drehmoment von 175 Nm bei 2.000 bis 3.500 Touren noch ganz gut und halte ich den T-Cross bei Drehzahlen geht es doch ausreichend flott voran. Zuviel darf man natürlich nicht erwarten, dennoch kommen einem die 11,5 Sekunden für den Sprint von 0 auf 100 km/h gar nicht allzu träge vor und die Höchstgeschwindigkeit ist mit möglichen 180 Stundenkilometer deutlich höher als erwartet. Für den Weg bis dorthin ist aber Gelassenheit angesagt.

Liegen entsprechend höhere Drehzahlen an, finden nur sehr empfindliche Ohren Anlass zu meckern, wird er auch dann nicht störend laut und bleibt für einen Dreizylinder angenehm kultiviert. Dennoch wird das Aggregat oben rum etwas brummig, hier fehlt einfach der sechste Gang.

Ja, das Aggregat mit 95 PS muss sich leider mit einem Fünf-Gang-Schaltgetriebe begnügen, das zwar leichtgängig zu schalten und zudem präzise geführt ist und über durchschnittlich lange Schaltwege verfügt.

Die 20 PS stärkere Variante bekommt einen sechsten Gang spendiert und ist auf Wunsch auch mit dem 7-Gang-DSG Getriebe erhältlich. Der 1,5 Liter große Benziner ist übrigens von Haus aus an das DSG-Getriebe gekoppelt. Der Dieselmotor 1.6 TDI ist wahlweise mit 5-Gang-Handschaltung oder optional mit 7-Gang-DSG verfügbar.

Zum Spritsparen kommt aber auch bei meinem Testwagen unterstützend eine Schaltempfehlungsanzeige zum Einsatz. Ebenso ein Start-Stopp-System, welches sehr zuverlässig seine Arbeit verrichtete.

Im alltäglichen Fahrbetrieb kann ich dem Einstiegsmotor gute sechs Liter attestieren. Bei bewusst sparsamer Fahrweise drücke ich den Verbrauch um einen weiteren Liter oder sogar mehr.

Das Notrufsystem eCall, der Speed Limiter und der Spurwechselassistent Blind Spot „Plus“ inklusive Ausparkassistent ist stets ohne Aufpreis an Bord, ebenso das Umfeldbeobachtungssystem Front Assist mit Fußgängererkennung und City-Notbremsfunktion oder aber der Spurhalteassistent Lane Assist, der Berganfahrassistent oder aber auch das Proaktive Insassenschutzsystem, das in einer potenziellen Unfallsituation Fenster und Schiebedach schließt, die Gurte strafft sowie zusätzlichen Bremsdruck aufbaut.

Wer die Gefahr einer Kollision von vornherein weiter reduzieren möchte, kann optional auch eine Müdigkeitserkennung, die automatische Abstandsregelung ACC und den Parklenkassistent gegen Aufpreis ordern. Die Fernlichtregulierung „Light Assist“ und die Rückfahrkamera stehen den Varianten Life und Style zudem optional zur Wahl.

Das serienmäßige Sicherheitsniveau ist somit tadellos und vorbildlich. VW selbst erwähnt außerdem „Elektrisch betriebene Fensterheber an allen vier Türen sind ebenso serienmäßig wie ein höhenverstellbarer Fahrersitz“, schön und gut, aber eine Klimaanlage oder ein Multifunktionslenkrad sind im Grundpreis von 19.250 Euro leider nicht enthalten und somit ist die von VW getroffene Aussage „mit umfangreicher Serienausstattung versehen“ wirklich nicht zutreffend, sollte es eher „mit spartanischer Serienausstattung versehen“ heißen.

Darüber hinaus schreibt VW tatsächlich, in der Basisversion wäre das Fahrzeug „mit vier Türen ausgestattet“, diese Äußerung lasse ich jetzt besser unkommentiert. Fakt ist, diverse Alternativ-Modelle und davon gibt es zahlreiche, fahren schon in den preisgünstigen Varianten einen Ausstattungsumfang auf, der findet sich beim T-Cross nicht mal im höchsten Niveau. Der VW T-Cross ist aber nicht nur teurer als Importfahrzeuge, auch im Bereich Herstellergarantien kann Volkswagen nur mit serienmäßigen zwei Jahren aufwarten. Anschlussgarantien müssen extra bezahlt werden.

Ich durfte in einem Fahrzeug der Ausstattungslinie Life Platz nehmen, muss aber zugeben, während meiner Testfahrt hatte ich eher den Eindruck in einem Basismodell zu sitzen.

Während die Einstiegsvariante zumindest noch einen Bordcomputer, das Radio Composition Color mit 6,5-Zoll-Farbdisplay, elektrische Außenspiegel und LED Rückleuchten aufführen kann sowie die wiederum sehr vorbildliche und variable Rücksitzbank enthält, sind erst in der nächsthöheren Ausstattungsvariante Life ab 21.375 Euro die praktischen und bereits im Text erwähnten Features sowie ein Multifunktionslenkrad, die Park Distance Control rundum, eine manuelle Klimaanlage und die 16 Zoll Leichtmetallfelgen an Bord.

Die Ausstattungslinie Style beinhaltet dann auch LED-Scheinwerfer, Nebelscheinwerfer, ein Multifunktions-Lederlenkrad, Sport-Komfortsitze vorn, eine Ambientebeleuchtung, die Klimaautomatik und 17 Zoll große Leichtmetallfelgen. Allerdings ist diese nicht mit dem von mir gefahrenen Einstiegsbenziner kombinierbar. Warum sich aber auch dieses Niveau nicht wirklich Topmodell nennen kann, wird einem bewusst beim Blick in die Aufpreisliste.

Aktuell findet man im VW-Konfigurator auch das Sondermodell VW T-Cross UNITED, der ab 23.480 Euro erhältlich ist und weitere optische Anreize innen wie außen zu bieten hat und zusätzlich zur Ausstattung T-Cross Life eine Sitzheizung, App-Connect, die Climatronic oder beispielsweise einen Regensensor im Repertoire aufführt.

Stand: Mai 2020; Test und Fotos: CARWALK – Der Autoblog

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