CUPRA Ateca VZ im Fahrbericht

Im Herbst 2018 ging der erste CUPRA Ateca mit kraftvollen 300 PS an den Start. Bis heute verbaut der spanische Autobauer diese Maschine im Fahrzeug und so auch in unserem Testwagen. Das Angebot an Motoren baut Cupra um zwei weitere Antriebe aus. Seit Sommer 2023 können Interessenten alternativ zum Topmodell den 1.5 TSI mit 150 PS und den 2.0 TSI mit 190 PS ordern. Zwei Jahre zuvor erhält das Modell eine Überarbeitung das Außen- und Innendesign sowie die Sicherheits- und Komfortausstattung betreffend. Die spanische Marke erweitert im vergangen Jahr sowohl die Auswahl an Motoren sowie das Ausstattungsangebot.

Spendiert CUPRA dem Ateca von Haus aus Schalensitze, 19-Zoll-Leichtmetallräder sowie ein DCC-Fahrwerk mit progressiver Lenkung, komme ich bei meinem Testwagen ergänzend in den Genuss der Akrapovič-Auspuffanlage. Sehen wir uns den CUPRA Ateca VZ 2.0 TSI 4Drive 221 kW 7-Gang-DSG im Test mal ganz genau an.

Das Ambiente

Die weit aufschwingenden Türen geben einen guten Zugang zum Fahrzeug frei. Der CUPRA Ateca setzt nicht nur beim Entriegeln des Fahrzeugs auf ein Begrüßungslicht, beim Öffnen der Türen stechen mir die beleuchteten Einstiegsleisten mit dem CUPRA Schriftzug ins Auge. Von dort aus, wandert mein Blick direkt auf ein Highlight: Das Gestühl. Die serienmäßigen Schalensitze sind der gelungene Ausdruck für die Sportlichkeit, die der CUPRA Ateca im Vergleich zum SEAT Ateca in den Vordergrund rückt.

Im Vergleich zu einem klassischen Schalensitz beweist diese Ausführung jedoch eine höhere Alltagstauglichkeit. Ist der Sitz zwar mit wunderbar ausgeprägten Seitenwangen versehen, aber bei weitem nicht so knackig geschnitten, wie es die Bezeichnung Schalensitz vermuten lässt. Hier könnten wir viel mehr von einem guten Sportsitz mit integrierten Kopfstützen sprechen. Angenehm straff gepolstert, wartet der Sitz dennoch mit einem tollen Komfort auf. Vielfach verstellbar, bis hin zur Lendenwirbelstütze, finde ich rasch die optimale Sitzposition.

In Händen halte ich das tolle CUPRA Lenkrad, als Multifunktionslenkrad ausgelegt inklusive einer Heizfunktion. Welches eine perfekte Griffigkeit zu bieten hat. Die großen Schaltwippen erlauben zudem von dort aus manuelle Gangwechsel. Wer wie ich im VZ Platz nehmen darf, erhält im Rahmen der höchsten Ausstattung eine spezielle CUPRA-Ausführung. Charakterisierend sind hier, die im Lenkrad platzierte Motor-Start-Stopp-Taste sowie das Bedienelement für den Fahrmodusschalter.

Über die CUPRA Taste wechsele ich zwischen den Programmen Normal, Sport, CUPRA und Individual. Mittels eines längeren Tastendrucks aktiviere ich ohne Umwege direkt den CUPRA Modus. Ein weiteres Highlight.

Ebenfalls für die Marke kennzeichnend, kupferfarbene und dunkle Aluminium-Elemente, die im Innenraum Akzente setzen. Unter anderem an den Luftausströmern oder der Klima- und Audioeinheit. Ergänzt um Kontrastnähte. Aluminium-Sport-Pedale runden das serienmäßige Paket ab.

Infotainment und always online

Die Topausstattung rüstet CUPRA mit dem BeatsAudio Soundsystem aus. Dieses beschallt mich im Test mit neun Lautsprechern, einem Subwoofer und einer 340 Watt Gesamtleistung.

Unabhängig der Version, findet sich im Ateca das Virtual Cockpit. Gekoppelt an einen hochauflösenden Display mit 10,25 Zoll lassen sich die Anzeigen individuell im Stil und Umfang konfigurieren. Vom Tachometer und Drehzahlmesser, bis hin zu den Navigationskarten, alles liegt gut im Blick.

Stets online und gut vernetzt, setzt der CUPRA Ateca auf ein Infotainmentsystem mit SEAT Full Link. Der 9,2 Zoll Touchscreen dient als Schnittstelle, während sich die Geräte über Apple CarPlay und Android Auto kabellos mit dem SUV verbinden lassen. Alternativ zur Bedienung über den Touchscreen oder das Multifunktionslenkrad, steht mir im Test die Sprachsteuerung zur Seite. Diese lässt sich über die Worte „Hola hola“ aktivieren und durch einfache Sprachbefehle steuern.

In Verbindung mit der integrierten eSIM-Karte und der Online Connectivity Unit bleibt man im CUPRA Ateca stets online. Mit dem Internet verbunden, stehen mir im Test unzählige Funktionen und Applikationen zur Verfügung. Der Umfang an online verfügbaren Services wächst regelmäßig und lässt sich im Nu aktualisieren.

Dank der eSIM realisiert CUPRA den eCall-Service und stellt den Insassen im Notfall direkt den Kontakt zu den Rettungsdiensten her. Notrufe werden automatisch oder bei Bedarf manuell abgesetzt und zugleich die wichtigen Informationen übermittelt.

Die Connect-App ermöglicht den Fernzugriff und somit bleibt man mit dem Fahrzeug auch von unterwegs aus verbunden. Daten können abgerufen und Türen via Smartphone ver- oder entriegelt werden. Auf der Suche nach dem geparkten Ateca, lässt sich die Hupe und Blinker von außerhalb betätigen.

Echtzeitdaten aus der Cloud füttern das Navigationssystem mit Online-Verkehrsinformationen, Parkmöglichkeiten und Tankstellen. Inklusive Preise und Öffnungszeiten.

Das Platzangebot

Das großzügige Raumgefühl auf den Vordersitzen, kann das spanische SUV zwar nicht vollständig bis in den Fond transportieren, doch Großgewachsene reisen auch hier bequem. Ist der Fahrersitz auf meine 1.80 Meter eingestellt, reisen Insassen mit 1.90 Meter problemlos hinter mir. Die Kopffreiheit hält zudem noch mehr Luft nach oben bereit.

Wer die Rücksitzbank als zusätzlichen Stauraum nutzen möchte, erweitert das Fassungsvermögen spielerisch durch umklappen der Fondsitzlehnen. Dies gelingt asymmetrisch und geteilt im praktischen Verhältnis. Der Mittelsitz hält eine Durchladereiche bereit.

Die Kofferraumklappe öffnet im Falle meines Testwagens elektrisch und bei Bedarf kontaktlos per Fußwisch. Sie schwingt weit auf und die Öffnung ist großzügig geschnitten. Die Ladekante liegt SUV typisch etwas höher, aber im Vergleich nicht unangenehm hoch. Verschmerzen muss man lediglich die darauf folgende Stufe von fünf Zentimetern. Diese kleine Hürde ausgenommen, ist der Gepäckraum gut nutzbar.

Hält der CUPRA Ateca in der Standardkonfiguration 485 Liter bereit, lässt sich der Laderaum auf bis zu 1.579 Liter vergrößern. Das Entriegeln der Rückenlehnen gelingt mir im Test von der Rücksitzbank oder dem Gepäckraum aus.

Auswahl an Motoren

Der Turbobenziner mit 2,0 Liter Hubraum und 221 kW/300 PS verspricht im CUPRA Ateca VZ Fahrspaß. Gekoppelt an das 7-Gang-DSG, das 4Drive-Allradsystem und die Adaptive Fahrwerksregelung DCC setzt CUPRA auf eine tolle Kombination.

Mit 400 Newtonmetern präsentiert sich das SUV drehmomentstark. Zwischen 2.000 und 5.200 Umdrehungen pro Minute steht dieses an und beschleunigt das SUV in 4,9 Sekunden von Null auf Tempo 100. Das es sich bei diesem Ateca um eine Performance-Variante handelt, wird auch beim Blick auf die Topspeed deutlich. Die Höchstgeschwindigkeit ist erst bei 249 km/h erreicht.

Der Turbobenziner spricht gut an, eine kleine Verzögerung bleibt aber in den unteren Regionen nicht aus. Lasse ich diese hinter mir, zieht das SUV souverän von dannen. Diese kraftvollen Vortrieb wünschte ich mir bereits von unten heraus. Bei all den Elektroautos die ich mittlerweile fahre, lege ich die Messlatte aber vielleicht auch etwas zu hoch.

Für die emotionale Untermalung sorgt die in meinem Testwagen optional verbaute Akrapovič-Auspuffanlage. Für diese notiert CUPRA einen Aufpreis von 4.380 Euro.

Die Schaltcharakteristik der Doppelkupplung gefällt und wem es nicht sportlich genug von statten geht, kann über die Schaltwippen am Lenkrad manuell eingreifen. Mit Blick auf den Kraftstoffverbrauch, legt CUPRA die höheren Gänge aus.

Mit Einführung des Facelifts senkt CUPRA den CO2-Ausstoß. Die Emissionen belaufen sich für das im Test erfahrene Modell auf 198–214 Gramm pro Kilometer. Bei zurückhaltendem Gasfuß erziele ich einen Kraftstoffverbrauch um die neun Liter im Durchschnitt. Damit bewege ich mich auf Höhe der Herstellerangaben, diese notieren 8,9 bis 9,5 Liter. Leider von dem teuren Superbenzin Plus. Der CUPRA Ateca ist mit seiner 300 PS Maschine ein Spaßmaschine, ein Spritsparer aber wahrlich nicht.

Ein sportliches Statement setzen

Das 4Drive-Allradsystem in Kombination mit der Adaptiven Fahrwerksregelung DCC und der Progressivlenkung stellen wahrlich ein gelungenes Zusammenspiel dar.

Vom ausgewogenen Fahrkomfort bis hin zum rassigen Sportler, CUPRA stellt eine deutliche Spreizung bereit, die auf allen Ebenen Freude bereitet. Sechs Fahrmodi stellt mir der CUPRA Ateca zur Wahl. Vom Alltagsmodus Normal, über Snow, Off-Road sowie Individual bis hin zu den Programmen, die den Performance-Ateca zum Leben erwecken: Sport und CUPRA. Wobei gerade der CUPRA-Modus zu meinen Favoriten zählt.

Das Allradsystem leistet optimale Arbeit und garantiert eine optimale Traktion. Bei rasanter Kurvenhatz unterstützt zusätzlich das ESP, ohne bevormundend in Erscheinung zu treten. Schön präzise lässt sich das SUV zielsicher einlenken und bietet eine gute Rückmeldung.

Der CUPRA Ateca VZ packt noch die Brembo Bremsanlage obendrauf. Während die Edition VZ darüber hinaus 20 Zoll große Leichtmetallräder erhält. In Kombination mit Breitreifen der Dimension 245/35 R 20.

Fahrer die mit dem SUV Anhänger nutzen und ziehen möchten, können vom Trailer-Assist profitieren. Die Funktion unterstützt beim Rückwärtsfahren oder beim Rangieren beziehungsweise Einparken mit einem Anhänger. Rückwärtsgang einlegen und die entsprechende Taste gedrückt, nun über den Spiegelverstellschalter die Richtung vorgeben, in die der Anhänger einschlagen soll und Gas und Bremse betätigen. Der Trailer-Assist übernimmt den Rest.

Optischer Auftritt

Werfen wir noch einen konkreten Blick auf die äußere Hülle. Das Blechkleid drückt im Vergleich zum SEAT Ateca spürbar die Emotion und Performance in den Fokus.

Mit der jüngsten Modifizierung erhält der CUPRA Ateca einen überarbeiteten Heckdiffusor der den Look des Fahrzeugs schärft.

Vier Auspuff-Endrohre gehören für den CUPRA Ateca VZ zur Selbstverständlichkeit. Die Akrapovič-Auspuffanlage findet sich unter den Extras und macht sich nicht nur akustisch gut, auch optisch sticht das Feature hervor.

Mit dem Facelift gewinnt das Fahrzeug einen Zentimeter an Länge, geschuldet dem neuen Stoßfänger an der Front. Die Voll-LED-Scheinwerfer zählen zu den weiteren Veränderung im Vergleich zum Vorgänger. Die Lichtsignatur sticht ins Auge und sorgt an Front und Heck für gute Sichtbarkeit.

Die Voll-LED-Scheinwerfer leuchten in Verbindung mit dem Fernlichtassistenten die Straße stets optimal aus, ohne entgegenkommende Verkehrsteilnehmer zu blenden.

Stolz prangt mittig im oberen Teil des Kühlergrills das CUPRA Logo. Der Grill erhält einen Rahmen in dunklem Chrom, während der Splitter im unteren Kühlergrill aus dunklem Aluminium gefertigt ist. Diesem Look schließen sich die Zierleisten an den Seiten und die Dachreling sowie die Außenspiegel an. Aus letzteren heraus projiziert der Ateca das Markenlogo in Form eines Begrüßungslichts auf den Boden.

Zur Wahl stellt CUPRA 19-Zoll-Leichtmetallräder in sechs verschiedenen Designs, ausgenommen den CUPRA Ateca VZ TRIBE Edition. Diesem bleiben die 20 Zoll Leichtmetallräder „Supreme“ 8J x 20″ auf 245/35 R 20 Reifen vorbehalten. Der erhält diese ausschließlich und serienmäßig.

Von Haus aus mit schwarzen CUPRA Bremssätteln versehen, erhält mein Testwagen die 18-Zoll-Performance-Brembo-Bremsen in Kupfer. Der Farbton Kupfer zählt bei der Marke CUPRA zu dem charakteristischen Erkennungsmerkmal. An Außenfarben stehen insgesamt sechs Farben zur Auswahl. Neben dem Magic Schwarz meines CUPRA Ateca können alternativ die Metallic-Lackierungen Nevada Weiß und Graphite Grau – allesamt 740 Euro gewählt werden. Während das Bila Weiß keinen Aufpreis verlangt, veranschlagt exklusive Farbton Dark Forest Grün bei der TRIBE Edition 380 Euro beziehungsweise 1.120 Euro bei der anderen Ausstattung.

Die Sicherheitsfaktoren

Mit dem Fahrassistenz-Paket an Bord (Serie bei der Edition VZ), unterstützt mich das Testfahrzeug mit der automatischen Distanzregelung ACC bis 210 Stundenkilometer und verfügt über die vorausschauende Geschwindigkeitsregelung.

Die Funktionen arbeiten radargesteuert und realisieren teilautonomes Fahren. Der CUPRA Ateca wahrt den Abstand zu den vorausfahrenden Verkehrsteilnehmern und verzögert entsprechend automatisch. Das System greift ergänzt auf die Routen- und GPS-Daten der Navigation zurück. Der Ateca berücksichtigt den Straßenverlauf, erkennt Kurven, Kreisverkehre und Kreuzungen.

Der CUPRA Ateca passt die Fahrgeschwindigkeit dem Verkehrsfluss sowie den geltenden Tempolimits an, verfügt das Modell über die Verkehrszeichenerkennung. Der Travel Assist eint die Funktionen der Distanzregelung ACC mit dem Spurhalteassistenten. Somit hält die Technik das SUV zudem mittig in der Fahrspur.

Der Fernlichtassistent, der Side, Emergency und PreCrash-Assist ergänzen das Paket. Die Ausstattung des CUPRA Ateca beinhaltet darüber hinaus folgende Sicherheitsmerkmale: Den Totwinkelassistent, den Notfallassistent und den Pre-Crash-Assistent. Steht ein Unfall bevor, spannt der Pre-Crash-Assistent die Sicherheitsgurte an und schließt die Fenster und das Schiebedach. In diesem Zuge aktiviert das System automatisch die Warnblinkanlage.

Der Side Assist erkennt von hinten heranfahrende Verkehrsteilnehmer aus bis zu 70 Meter Entfernung und warnt über aufleuchtende LED-Elemente im Seitenspiegel.

Den Überblick verschaffe ich mir zudem über Top View. Über das Display erhalte ich das Bild des Fahrzeugs aus der Vogelperspektive. Mithilfe dieses Features lässt sich das Modell auch in enge Parklücken mit Leichtigkeit manövrieren. Geht es wieder aus der Lücke heraus, tritt der Ausparkassistent in Erscheinung. Dieser warnt bei herannahenden Fahrzeugen, Radfahrern und Fußgänger sowohl akustisch als auch optisch. Bei drohender Gefahr tätigt das Modell eine automatische Bremsung.

Die Frage nach dem Preis

Im Falle des stärksten Pferdes im Stall muss man für den CUPRA Ateca VZ mindestens 53.290 Euro locker machen. Als CUPRA Ateca VZ TRIBE EDITION packt der Hersteller nochmals 7.090 Euro obendrauf. Für 60.380 Euro gibt es dann ergänzend die BREMBO 4-Kolben-High-Performance-Bremsanlage vorn, den elektrischen Fahrersitz mit Memory-Funktion, die beheizbaren Vordersitze, das BeatsAudio Soundsystem und die 20 Zoll Leichtmetallräder „Supreme“ 8J x 20″.

Wem das noch nicht reicht, kann die Tribe Edition optional um das Business-Paket CUPRA PLUS erweitern. Dieses umfasst die 230-V-Steckdose im Gepäckraum inkl. 12-V-Steckdose, das CUPRA Multifunktionslenkrad in Leder mit Motorstart- und CUPRA-Modus-Taste sowie das Fahrassistenz-Paket. Ergänzt um die Fernentriegelung zum Umklappen der Rücksitzbanklehne, die beheizbare und infrarot reflektierende Frontscheibe, das Gepäcktrennnetz und die Heckklappe elektrisch betätigt inklusiv sensorgesteuerter Öffnung & Schließung. Das Paket bringt einen Preisvorteil von 1.250 Euro mit sich und veranschlagt 2.010 Euro.

Neben weiteren einzelnen Extras hält die Aufpreisliste zudem das Fahrassistenz-Paket bereit.

Die 5 Jahre Herstellergarantie bis maximal 150.000 Kilometer erhalten Käufer ungeachtet der Motorisierung und Ausstattung.

Stand: Juli 2024; Test und Fotos: Lexi Lind

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