Volvo XC60 Modelljahr 2022

2008 startete Volvo mit der ersten Generation Volvo XC60 durch, 2013 folgte ein Facelift, 2017 legte der schwedische Autobauer mit der zweiten Generation nach. Nun spendieren die Schweden ihrem Bestseller Volvo XC60 zum Modelljahr 2022 ein Facelift. Neben den optischen Auffrischungen, beziehen sich die Neuigkeiten auf die technologischen Veränderungen. Mit dem Google Infotainment und der ADAS-Sensorplattform schlägt Volvo neue Wege ein. Im Vergleich zum Vorgängersystem, ist die neue Sensorplattform eine skalierbares System und erlaubt eine ständige Erweiterung der Funktionsvielfalt.

Volvo fährt weltweit eine Steigerungsrate von 31,7 Prozent ein. Die Nachfrage ist groß, Corona kann dem Erfolg nichts anhaben. Die Verfügbarkeit der Halbleiter schlägt allerdings mächtig zu – eine Folge von Covid-19, die allen Herstellern das Leben schwer macht. Da Autos mit „Kabel“ bei Volvo 42,8 Prozent ausmachen, bremst diese Tatsache den Schweden-Boom natürlich etwas ein. Der rein elektrische XC40 ist bereits ausverkauft. Diverse Features die ich im Volvo XC40 Pure Electric erleben durfte, finden sich künftig im neuen Modelljahr des XC60.

Im Modelljahr 2022 mit der neuen ADAS-Sensorplattform und dem Android-basierten Infotainment-System ausgestattet, setzt der Volvo XC60 auf eine hervorragende Vernetzung. Integriert Volvo verschiedene Google-Dienste vollumfänglich ins Auto. Darüber hinaus wird die neue Sensorplattform auf alle Baureihen ausgeweitet. Im SUV sowie dem Volvo V90 Cross Country konnte ich die Neuerungen im Detail erleben.

Volvo mit Google-Integration, eine Neuheit, die im Automobilbereich derzeit einzigartig hervorsticht. Die digitale Instrumentenanzeige ist nicht neu, präsentiert sich jedoch im Detail verbessert. Die Verantwortlichen konnte die Übersichtlichkeit und Ablesbarkeit verbessern.

Nachhaltig und vegan, bietet Volvo im neuen XC60 die Textilpolsterung City Weave in Anthrazit und neue lederfreie Stoffe und Materialien. Der Volvo XC60 Recharge T8 Polestar Engineered legt natürlich auch im Innenraum nochmal eine Schippe drauf, von der Sportpedalerie bis hin zum -Lenkrad. Nicht zu vergessen, das knackige Sportgestühl mit meinem persönlichen Highlight, den gelben Sicherheitsgurten, farblich passend auf die Bremsbeläge abgestimmt.

Aber komme ich nun zu dem überarbeiteten Center-Display und der Android-Basis aller Goodies die im elektrischen XC40 erstmals präsentiert wurden: Google Maps, Google Play und Google Assistent.

Alles, was Du in Deinem Smartphone oder in Deinem vernetzten Zuhause findest, hast Du ab sofort in Deinem Volvo. Einloggen und vollen Umfang im Auto nutzen. Für die Navigation ist kein Einloggen notwendig. Apropos Navi, Google Maps ersetzt alle bisher angebotenen Navigationslösungen.

Das neue Android Infotainmentsystem gehört in allen Volvo XC60 zum serienmäßigen Umfang. Google Maps, Google Assistant und der Zugang zu weiteren Apps im Google Play sind zusammen mit einem unbegrenzten Datenvolumen für vier Jahre und einer kabellosen Lademöglichkeit für Smartphones Teil ab dem Momentum Pro Serie und für das Basismodell im Rahmen des optionalen Digital-Pakets verfügbar.

Volvo sperrt Funktionen, die die Sicherheit während der Fahrt gefährden. Mitfahrende Personen können somit nicht via Sprachsteuerung (Hey Google) die Fenster öffnen, den Fahrersitz verstellen oder anderweitig eingreifen, die den Fahrer während der Fahrt erschrecken könnten.

Das neue Infotainmentsystem stammt aus einer Zusammenarbeit mit Google und basiert auf dem Betriebssystem Android. Dieses vernetzt Volvo mit allen gängigen Handy-Anbietern und schließt selbstverständlich Apple Kunden nicht aus. Diese können das System in vollem Umfang nutzen.

Die Funktionen Google Maps und Google Assistent möchte ich nach der Ausfahrt mit dem neuen Volvo XC60 nicht mehr missen. In meinen Augen reicht kein anderer Anbieter an Google heran. Die Spracherkennung setzt umgehend meine Befehle um und reagiert auf Dialekte und sehr einfache Formulierungen.

Das System des Volvo synchronisiert sich im Zwei-Wochen-Rhythmus mit Google Maps auf dem Smartphone oder anderen mobilen Geräten. Somit habe ich von allen Endgeräten Zugriff auf meine gewählten Ziele und Routen.

Die Konnektivität in den Volvo-Modellen der neuesten Generation ist extrem bedienfreundlich, schnell und vielfältig. Die Bedienung ist mir von meinem Smartphone und Tablet vertraut und so steuere ich die Funktionen im Fahrzeug über den zentral und hochkant platzierten Touchscreen.

Der Display des Infotaintmentsystems misst neun Zoll. Tasten und Drehregler hat Volvo deutlich reduziert, auf den großen Regler für die Lautstärke hat Volvo erfreulicherweise nicht verzichtet. Haptische Bedientasten finden sich darüber hinaus im Multifunktionslenkrad. Am unteren Rand des Touchscreen findet sich die Steuereinheit für die Klimaanlage und Sitzheizung.

Schnellen Zugriff auf häufig verwendete Funktionen erhältst Du über die Leiste am oberen Rand. Favorisierte Einstellungen speichert man über die Volvo-ID ab und kann für zusätzliche Fahrer weitere Profile anlegen. Dieses beinhaltet Fahrzeugeinstellungen bis hin zu den personalisierten Google-Funktionen.

Die Menüstruktur des Touchscreen mit den gewählten Kacheln kenne ich aus vergangenen Volvo Modellen und präsentierte sich mir im elektrischen Volvo XC40 erstmals in der überarbeiteten Menüführung. Die Unterteilung der Menüpunkte Navigation, Entertainment, Telefon und Fahrzeug bleibt bestehen, die einzelnen Bereiche sowie weitere Funktionen und Apps lassen sich ganz einfach durch wischen abrufen.

Das neue Nutzererlebnis begeisterte mich erstmals im Volvo XC40 Recharge P8 AWD, nun zieht Volvo sukzessive nach. Besitzer, die über Smart-Home-Geräte verfügen, die mit dem Google Assistant vernetzt sind, können diese nun bequem von ihrem Volvo aus bedienen.

Bindet der Hersteller basierend auf Android Funktionen von Google sowie Drittanbietern ins Fahrzeug ein. Durch die over the air Updates kann Volvo den Umfang an Service-Angebote und Apps regelmäßig ausbauen. Der Besuch beim Händler ist nicht nötig, neue Software und Optimierungen am Betriebssystem kannst Du ohne Aufwand zu einem späteren Zeitpunkt installieren.

Mit der neuen 12,3 Zoll Instrumenteneinheit geht Volvo den digitalen Weg und stellt Dir drei Anzeigemodi zur Wahl. Über die Taste am Lenkrad wechsle ich zwischen „Calm“, „Navi“ und „Car Centric“. Die Grafik ist in allen Versionen gestochen scharf.

Zunächst erstrahlt das digitale Instrument im Modus „Calm“, dieses Programm besteht aus zwei großen Rundinstrumenten. Links informiert mich das Auto über die Geschwindigkeit, Verkehrszeichen und Assistenzsysteme. Das rechte Rundinstrument blendet die gewählte Fahrstufe, den Regenerationsgrad und die Wirkung des Elektromotors ein. Informationen zur Navigation, den aktiven Fahrassistenten, der Batteriekapazität und Restreichweite finden sich zwischen den runden Elementen.

Ein induktives Smartphone-Ladesystem nach Qi-Standard sind im neuen Modell ebenfalls inbegriffen. Die Heckklappenautomatik verfügt im Modelljahr 2022 über einen breiter verlaufenden Sensor, der den Zugang zum Kofferraum zusätzlich erleichtert.

Auf das Raumangebot nimmt das kleine Facelift keinen Einfluss. Der Kofferraum fasst in der Standard-Konfiguration 483 Liter. Bei Nutzung dieser Staumöglichkeiten nehmen fünf Großgewachsene gerne im Volvo XC60 Platz. Bleibt die Rücksitzbank frei, vergrößere ich den Gepäckraum durch umlegen der Rücksitzlehnen auf bis zu 1.410 Liter.

Der Volvo XC60 fährt von der Basisversion Momentum aus die Sicherheitsfeatures betreffend groß auf. Das automatische Notbremssystem mit Fahrzeug-, Motorrad-, Fußgänger- und Fahrradfahrer-Erkennung, der Kreuzungs-Bremsassistent, die Run-off Road Protection, die Road Edge Detection, die Oncoming Lane Mitigation, die Cloud-basierten Connected Safety Systeme, eine Verkehrszeichen-Erkennung, das Driver Alert System, das Notrufsystem Volvo on Call…. Alles Serie. Das umfangreiche Paket an Airbags beinhaltet Kopf-Schulter-Airbags für alle Insassen, ein Knie-Airbag für den Fahrer und wird ergänzt um das Schleudertrauma-Schutzsystem WHIPS.

Zum Modelljahr 2022 zusätzlich im Serienumfang enthalten, eine Einparkhilfe hinten mit automatischem Bremseingriff.

Die im SUV verbauten und erhältlichen Fahrerassistenzsysteme basieren im Modelljahr 2022 technisch auf der neuen Sensorplattform ADAS. Die neue Basis in Form der ADAS-Sensorplattform, sprich dem „Advanced Driver Assist System“ nutzt eine neu entwickelte Software und vernetzt Kameras, Radar- und Ultraschallsensoren miteinander.

Die Radarsensoren sind wieder zurück in den Kühlergrill gewandert, hinter das Volvo Logo. Zuvor waren sie im Fahrzeug in dem oberen schwarzen Kasten an der Frontscheibe platziert.

Die kombinierte Kamera- und Radareinheit beinhaltet darüber hinaus eine Frontkamera im Innenspiegel. Hinzu kommen wie zuvor Ultraschallsensoren vorne und hinten und hintere seitliche Radarsensoren. Die Hochleistungs-Steuereinheit war bisher Teil der kombinierten Kamera-/Radareinheit, findet nun allerdings am Heck seinen Platz.

Die neue ADAS-Sensorplattform nutzt das aktuelle Kartenmaterial von Google Maps und optimiert entsprechend die Sicherheitsfunktionen. Vernetzte Sicherheit durch das Cloud-basierte Connected Safety System. Ist es Volvo nun möglich Informationen zwischen den Fahrzeugen auszutauschen und die Fahrer auf mögliche Gefahren hinzuweisen.

Bei Volvo gibt es kein neues Modelljahr ohne neue Assistenten. Wartet das Parksystem mit neuen Funktionen auf, agiert der Bremsassistent ab sofort auch beim Rückwärtsparken. Im Volvo XC40 Pure Electric erstmals eingeführt, findet sich der emergency stop assist künftig in den 60er und 90er Baureihen.

Der „Emergency Stop Assist“ bringt das SUV automatisch zum Stehen, bleibt eine Reaktion meinerseits aus. Die sogenannte „Ready to Drive Notification“ gibt mir im Stau oder an der Ampel den Hinweis, sobald ich die Fahrt fortsetzen kann.

Polestar ist bei den Schweden mittlerweile eine eigene Marke, aber mit Polestar Engineering steigert Volvo weiterhin den sportlichen Charakter der bestehenden Modelle. Setzt der Autobauer mit diesen Versionen den sportlichen Part fort. Wie gut das Volvo gelingt, zeigt mein gefahrener Volvo XC60 Recharge T8 in der Bildergalerie.

Der Polestar Engineered setzt auf sportliche Eigenständigkeit. 19 Zoll-Leichtmetallräder mit 5-Y-Speichendesign und der Frontgrill mit horizontalen Streben und Grilleinfassung heben den Auftritt ausdrucksstark hervor. Die gelben Bremssättel treffen auf das Polestar Engineered Fahrwerk mit einstellbaren Öhlins Stoßdämpfer.

Präsentieren sich der Polestar Engineered und der R-Design sportlich, setzt der Incription auf elegante Züge. Unabhängig von der gewählten Ausstattung, die optischen Modifizierungen beschränken sich im neuen Modelljahr auf Details.

Vergleichen wir die Modelljahre miteinander, fällt der modifizierte Kühlergrill und die Veränderungen an der Front- und Heckschürze ins Auge. Darüber hinaus finden sich im Angebot neue Farben und Felgen.

Das elektrifizierte Motorenprogramm ist vielfältig. Den Antrieb betreffend, kannst Du aus sieben Benzin- und Dieselaggregaten auswählen. Allesamt serienmäßig mit 48-Volt-Mild-Hybrid-Technologie ausgerüstet, deckt das Portfolio ein Leistungsspektrum von 145 kW / 197 PS bis 220 kW / 300 PS ab.

Ergänzend zu diesen Mild-Hybriden finden sich zwei Plug-in-Hybridvarianten und die im aktuellen Test erfahrene Polestar Engineered Version, die mit gewaltigen 405 PS auffährt. Die Kraftübertragung erfolgt in allen Volvo XC60 über eine Achtgang-Automatik, die im Detail weiterentwickelt wurde.

Der Volvo XC60 Recharge T8 stellte sich im vergangenen Modelljahr meinem ausführlichen Test und erzielte elektrische Reichweiten von 56 bis 53 Kilometer. Zum Modelljahr 2022 nahm Volvo keine Veränderungen am Motorenangebot vor.

Der Volvo XC60 ist abhängig von der gewählten Motorisierung mit Front- oder Allradantrieb ausgerüstet und erfüllt in allen Varianten die Abgasnorm Euro 6d.

Im Modelljahr 2021 eingeführt, wird die Höchstgeschwindigkeit bei Volvo Modellen seitdem bei 180 Stundenkilometer eingebremst. Während meiner Ausfahrt mit dem Volvo XC60 Recharge T8 Polestar Engineered wird deutlich, der enorm kraftvolle Vortrieb wird überraschend vehement eingebremst. Ist deutlich zu spüren, dem SUV geht die Power längst nicht aus und das SUV giert nach mehr.

Mit dem Care Key lässt sich die ohnehin auf 180 km/h beschränkte Topspeed nochmals reduzieren und beliebig festlegen. In Anbetracht dessen, ich würde den vor Kraft strotzenden Volvo XC60 Recharge einem Fahranfänger oder unerfahrenen Familienmitglieder sowie Freunde eine sehr begrüßenswerte Möglichkeit. Der orangefarbene Care Key ist im Preis aller Volvo XC60 enthalten.

Abschließend möchte ich den Kostenfaktor beleuchten. Im Modelljahr 2022 eröffnet der Volvo XC60 Momentum B4 Mild-Hybrid Benziner inklusive Achtgang-Automatik die Preisliste ab 46.800 Euro.

Darauf baut die Ausstattung Momentum Pro, die Linie R-Design und der Inscription auf. Der von mir getestete Teilzeitstromer Volvo XC60 Recharge schließt die Ausführungen Momentum und Momentum Pro aus und ergänzt das Angebot um den Polestar Engineered. Erhältlich ab 84.850 Euro, veranschlagt mein topausgestatteter Testwagen stolze 95.000 Euro. Der Inscription eröffnet das Plug-in-Hybrid-Portfolio zu Preisen ab 67.600 Euro.

Stand: Oktober 2021; Test und Fotos: Lexi Lind

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