Opel Mokka-e im Alltagstest

„Never change a running system“ – So heißt das Motto, nicht wahr? Aber ist es wirklich zeitgemäß? Oder viel mehr – war es das jemals? Innovation ist wichtig und Innovation benötigt Umdenken wie auch Mut, und das in allen Bereichen. So kommt der Opel „Mokka“ der zweiten Generation tatsächlich mutig, innovativ und umgedacht um die Ecke. Zeitgemäß, nun auch mit 100% elektrischer Motorisierung. Dieser als „Restwertriese 2025“ gekürte Opel Mokka-e und somit laut Analysen mit 57,5 Prozent des Neuwagenpreises eine der höchsten Restwertprognosen im Segment, stellt sich mit neuen Innovationen und Sicherheitsfeatures heute meinem Urteil.

Reden wir vom neuen Opel Mokka-e, so bringt dieser 100 kW/136 PS Leistung und 260 Newtonmeter maximales Drehmoment auf den Asphalt. Er vermittelt ein spritziges Fahrgefühl und spricht unmittelbar an, jedoch warte ich auf einen Elektrobooster vergebens und so benötige ich für einen Sprint von null auf 100 km/h neun Sekunden. Die 50 km/h habe ich nach 3,7 Sekunden erreicht.

Bei 100 km/h angelangt wird der Vortrieb peu á peu zäher und bei 150 Stundenkilometern angelangt, geht es nicht schneller. Hier verbaut Opel in seinem neuen Mokka-e einen Geschwindigkeitsbegrenzer um die gespeicherte Energie zu schonen und die angegebene Reichweite zu gewährleisten.

Natürlich nehmen Faktoren wie Fahrstil, Geschwindigkeit, Umgebungstemperatur und Klimaanlage auch Einfluss auf die Reichweite. Bei meiner ersten Testfahrt bei Minusgraden habe ich den Mokka-e dann auch gleich mal gefordert. Im Mix von Stadt-, Landstraße- und Autobahnfahrten konnte ich einen Durchschnittsverbrauch von 17 bis 22 kWh pro 100 Kilometer ermitteln.

Möchte ich die von Opel angegebenen 324 Kilometer Reichweite gemäß WLTP-Zyklus erreichen, so bedeutet dies die Rekuperation clever zu nutzen. Der Eco-Modus ist hier Grundvoraussetzung. Hier merke ich durch die gedrosselte Motorleistung wie auch Klimaanlage sofort den eingelegten Modus. Sollte bei sommerlichen Temperaturen auf eine Klimaanlage nicht verzichtet werden wollen, sollten Reichweiten zwischen 200 und 250 Kilometern berechnet werden. Für mehr Reichweite favorisiere ich den Fahrmodus B.

Ob ein elektrisches Fahrzeug bei deinen Fahrgewohnheiten wirklich das Richtige ist, kannst Du durch den Reichweitenrechner auf Opel.de erfahren. Das kann bei der Entscheidung tatsächlich hilfreich sein! Auch die Frage der Infrastruktur in puncto Laden sollte vorab geklärt werden, denn von einer flächendeckenden Möglichkeit kann leider noch nicht die Rede sein. Dies wird bei der Fahrt von München nach Landsberg am Lech sehr schnell deutlich:

Was der neue Mokka-e allerdings mitbringt ist eine Topauswahl an Ladeequipment!

Von einphasigen bis zum dreiphasigen Laden mit 11 kW, ob Wall Box, High-Speed-Charging oder Kabellösung für die Haushaltssteckdose. Serienmäßig kommt der Mokka-e mit der dreiphasigen 11 kW-On-Board-Charger um die Ecke.

Für Dein „Gefühl“ die folgende Aufzählung:

  • Zwölf Minuten für 100 Kilometer Reichweite = 100 kW-Gleichstrom-Säule
  • Einer halben Stunde für 80 Prozent Aufladung = 50 kWh Schnelllader
  • Fünf Stunden 15 Minuten = 11 kWh

Neben der von Opel gegebenen 8-Jahres-Garantie für die Batterie bei einer Laufleistung von 160.000 Kilometer, ist zudem ein Highlight ist die Nutzung von über über 220.000 Ladepunkten europaweit, inklusive Bezahlung dank OpelConnect, myOpel App und Free2Move. Diese Services helfen Dir Ladepunkte unter Berücksichtigung der Entfernung, der Ladegeschwindigkeit vor Ort sowie dem aktuellen Preis zu finden.

Beim Fahrwerk haben es die Verantwortlichen geschafft, eine Balance zwischen Fahrdynamik und Balance zu schaffen. Der spritzig daherkommende „Goldene Lenkrad 2021“-Gewinner Opel Mokka verfügt über ein angenehm straff abgestimmtes Fahrwerk und hat bei mir bereits nach den ersten Minuten einen sehr guten Eindruck hinterlassen.

Einziges Manko aktuell ist jedoch die fehlende Power, möchte ich das sportliche Potenzial voll ausschöpfen. Auch der Lenkung fehlt es etwas an einer direkten Rückmeldung in dieser sportlichen GS-Line.

Im Mokka-e kann per Tastendruck zwischen den Stufen Normal, Eco und Sport gewählt werden. Hier ändert sich spürbar die Gaspedalannahme und Lenkung. Im Sport-Modus agiert die Automatik zudem dynamischer. Passend zur Optik weiß der neue Mokka sich nun auch akustisch in Szene zu setzen – dem speziell abgestimmten Sound sei Dank!

Im Mokka-e fällt auf, dass eine gute Geräuschdämmung implementiert wurde. Denn es gelangen kaum Abroll- oder Windgeräusche ins Innere. Gerade durch die fehlenden Motorgeräusche würde dies stärker auffallen.

Für welche Motorisierung Du Dich auch entscheidest, den neuen Mokka gibt es ausschließlich mit Frontantrieb.

Durch die flexible Multi-Energy-Plattform CMP ist Opel in der Lage, einen konventionellen Verbrenner wie auch einen rein batterie-elektrischen Antrieb anzubieten. Was hinzukommt und mir besonders gut gefällt, Opel differenziert nicht zwischen den Antrieben. So bleibt die ausdrucksstarke Optik in allen Modellen gleich, ob nun vollelektrisch oder ob mit Benzin oder in der Variante mit Diesel. Für die einfache Bedienung und Handhabung gilt das gleiche.

Ganz unter diesem Motto steige ich im Test in den Opel Mokka-e, drücke die Start-/Stopp-Taste, lege die Fahrstufe D ein und fahre einfach los. Geräuschlos und emissionsfrei versteht sich im neuen Mokka-e!

Der neue Opel Mokka ist zudem bis zu 120 Kilogramm leichter und die Verwindungssteifigkeit konnte dank Air Curtains und aktiven Aero-Shutter nochmals erhöht werden. Diese innovativen Luftwiderstands-Optimierer ermöglichen dieses Ergebnis. Der Durchströmungswiderstand wird hier durch automatisches öffnen und schließen der Kühlerjalousie, abhängig von der Motortemperatur und Geschwindigkeit des Fahrzeugs, durch den Aero-Shutter reduziert. Der cW-Wert der zweiten Generation Opel Mokka konnte so auf 0,32 gesenkt werden.

In puncto Design und somit rein oberflächlich von außen betrachtet… Geiles Teil! So zumindest mein Fazit. Dieses neue SUV von Opel hat das Potenzial, das Image von Opel neu zu definieren! Sollte dies, by the way, durch den neuen Corsa oder den Insignia bereits geschehen sein.

Diese harten Kanten und der erstmals platzierte Modellschriftzug am Heck, verfolgen die neue Opel-Designphilosophie und so erinnert nichts mehr an das Vorgängermodell. Never change a running system? Yes, we can! Und so sagen wir dem eingestaubten Opel-Charme Adieu.

Der neue Opel Mokka wirkt avantgardistisch ohne sich aufzudrängen oder sich zu futuristisch zu präsentieren. Das neue Design des Marken-Blitzes – der neue Opel-Vizor – macht sich hervorragend an der Fahrzeugfront und verleiht durch seine horizontale Positionierung dem neuen Mokka eine stattliche Breite.

Darin eingebettet sind die IntelliLux LED-Matrix-Scheinwerfer, welche natürlich in dem charakteristischen LED-Tagfahrlicht von Opel, der Flügelform, erstrahlen.

Von hinten betrachtet prangt der Namenszug Mokka stolz, und das zu recht, auf der Heckklappe. In meinem Test mit einem zusätzlichen und am rechten Rand der Heckklappe platzierten „e“ für Elektro.

Ob Dein neuer Mokka nun sportlich oder elegant auftreten soll, bleibt Dir überlassen. Hierfür kannst Du aus zahlreichen Individualisierungsmöglichkeiten wählen. Beispielsweise aus mehreren Clips für die Felgen oder auch den unterschiedlichsten Varianten an Dachfarben. Einen ganz besonderen sportlichen Auftritt gewährt Dir die erstmals erhältliche GS Line des neuen Opel Mokka.

Hier setzt Opel auf eine rote Fenster- bzw. Dachsignaturlinie was dieses Modell unverkennbar macht. Hinzu kommen schwarze Zierelemente anstelle von Chrom-Dekor, Leichtmetallräder in TriColor-Schwarz und eine Hochglanzschwarz-Zweifarblackierung sorgen an Dach, Motorhaube und Außenspiegeln für einen Eyecatcher.

Mit 4,15 Metern Länge und den daraus resultierenden deutlich kürzeren Fahrzeugüberhängen misst der neue Mokka stolze 12,5 Zentimeter weniger als sein Vorgänger-Bruder. Was ihm allerdings sehr gut steht, denn die Designer haben es geschafft, ihm gestreckte Proportionen mit auf den Weg zu geben. In der Breite wiederum nimmt der neue Opel Mokka 10 Zentimeter zu, was zu dem sportlichen Image des Mokka beiträgt.

„Außen hui, innen …“? Weit gefehlt!

Auch hier zeigt sich die neue Design-Ausrichtung von Opel. Optisch wie technologisch fährt der neue Mokka mit moderner Digitalisierung vor. Das neue Pure Panel, ein volldigitales Cockpit bei Opel, ist das Herz des Cockpits und verleiht dem neuen Opel Mokka eine futuristische Anmutung. Es ist digitalisiert, modern, mit zwei hochwertigen Widescreen-Displays, und einem bis zu 12 Zoll großen Fahrerinfodisplay ausgestattet. Horizontal verlaufend, fügt sich die Instrumentenanzeige stimmig in das Gesamtbild ein. Reizüberflutung? Im Gegenteil. Durch den roten Faden und stimmige Design kommt Wohlfühlcharakter auf.

Auch wenn Hartplastikelemente im neuen Opel Mokka verbaut wurden, weißt er keine Schwächen in Sachen Anmutung und Verarbeitung auf. Und in dieser Preiskategorie sei ihm das installierte Material verziehen.

Wer mich kennt, weiß…. Das eine oder andere möchte ich gerne mit physischen Tasten bedienen. Und so begrüße ich die Entscheidung von Opel, nicht gänzlich darauf verzichtet zu haben.

So lassen sich im neuen Opel Mokka weiterhin wichtige Funktionen über eben diese ansteuern. Beispielsweise kann die Lautstärke über einen Drehregler reguliert, die Klimaanlage über ein Bedienfeld und der Spurhalteassistent oder die Sitzheizung kann per Tastendruck aktiviert werden. Und so bleibt mein Blick auf der Straße und muss nicht auf ein digitales Bedienerfeld schauen. Safety first!

Mit meinem Handy bin ich im Nu mit dem Auto vernetzt und es lässt sich durch die integrierte Sprachsteuerung mit einfacher Sprache steuern. Wenn Dein Handy dieses Feature hat, lässt es sich in der dafür vorgesehenen Ablage mit rutschfester Gummimatte kabellos per Wireless Charging aufladen. OpelConnect fügt dem noch den automatischen Notruf und die LIVE Navigation hinzu.

Neben der Vernetzung mit Deinem Handy bietet Dir die neue Mokka-Generation ein umfassendes Infotainment-Angebot. Hier findest Du ein Multimedia-Systeme mit 7- bis 10-Zoll großen Farb-Touchscreen-Displays. Bei der Multimedia Navi Pro Ausführung erstreckt sich das Fahrerinfodisplay über 12 statt 7 Zoll.

Und nun mein Lieblingsthema! Gerne auch mal „Dilemma“… #SITZKOMPFORT

Aber hier sollte ich mir bei Opel und seinen preisgekrönten Sitzen mit AGR-Gütesiegel keinerlei Sorgen machen, oder? Leider verzichtet Opel bei seinem neuen Mokka auf den Verbau dieses Gestühls, was mich zunächst doch sehr verwundert.

In meinem Testwagen Platz genommen stelle ich jedoch und glücklicherweise fest – Opel kann´s! Auch ohne prämierten Sitz fühle ich mich wohl und sicher. In der für den Mokka neu erhältlichen GS-Line nehmen mich die knackigen Sportsitze auf und der neue Mokka-e kann mit Alcantara und Leder glänzen. Immer Wählen kannst Du aus Sechs-Wege-Ergonomiesitzen oder beheizbaren Komfortsitzen mit Massagefunktion.

In der GS-Line, passend zu seinem äußeren Auftritt, heben sich die Sitze durch rote Ziernähte und Streifen in den Sitzbezügen ab. In dieser Ausstattung kommen Aluminium-Sportpedale, ein schwarzen Dachhimmel und speziellen Dekorelementen hinzu.

Der im wahrsten Sinne des Wortes „rote Faden“ wird auch in der Armatureneinheit weitergeführt. So sind hier rote Zierleisten großflächig integriert und mit schwarzen Klarlackelementen kombiniert. Meine Befürchtung, diese wären anfällig für Fingerabdrücke, wurde bereits bei der ersten Sitzprobe widerlegt. Würde ich diese permanent sehen und entfernen wollen, auch wenn ich sie nicht im Blick habe….

Hinten angenommen muss ich mir zwar keine Sorgen um Fingerabdrücke machen, jedoch bleibe ich mit meinen 1,80 Metern Größe und dem engen Fußraum gerade beim Ein- und Ausstieg hängen.

Im Kopfbereich habe ich jedoch ein luftiges Raumgefühl und trotz der „Bein-Enge“ reise ich komfortabel. Für diejenigen, welche doch mehr Beinfreiheit bevorzugen, empfehle ich den Opel Crossland, zumal der Nutzfaktor im Mokka wahrlich nicht im Vordergrund steht.

In diesem Sinne und am Kofferraum angelangt, muss ich eine breite ungeschützte Ladekante beim Be- und Entladen überwinden. Eine erhebliche Stufe entsteht zudem, ist der doppelte Ladeboden in der untersten Stellung. Pro ist die sich weit öffnende Heckklappe. Contra hier – eine elektrische Ausführung steht nicht zur Auswahl. Und nachdem immer wieder und aus eigener Erfahrung, gesucht wird – die Taste um den Kofferraum zu öffnen, befindet sich unten am Nummernschild.

Der neue Opel Mokka in der Standardkonfiguration hat ein Stauvolumen von 350 Litern und somit eine alltagstaugliche Ladekapazität.

Fast identisch mit 310 Litern fährt der Mokka-e vor, denn die Batterie ist vollständig in die Plattform integriert. Lege ich die Rücksitze um, so erhalte ich 1.060 Litern Stauvolumen im Mokka-e. Für die Ausstattungen mit Verbrenner beträgt das Volumen hier 1.105 Liter.

Wer nicht bereits überzeugt ist, wird es spätestens jetzt sein, denn der neue Opel Mokka-e begeistert auch in seiner Preisgestaltung. So sicherst Du Dir beispielsweise den Umweltbonus von 9.570 Euro und erzielst somit einen Einstiegspreis von sage und schreibe 23.510 Euro. Wenn Du nun noch die Steuerersparnis von 94 Euro pro Jahr oder ggf. der geviertelten Dienstwagen-Besteuerung + dem Energiekostenvorteil gegenüber dem Benziner ( +/- 1.000 Euro) und zu guter Letzt den vergünstigten E-Auto-Stromtarif einfährst, ergeben sich weitere Ersparnisse.

Im Einstiegsmodell des neuen Opel Mokka erhältst Du einen Spurhalte-Assistenten, die Müdigkeitserkennung, die elektrische Parkbremse und den intelligenten Geschwindigkeitsregler und –begrenzer. Entscheidest Du Dich für die Verkehrsschilderkennung, passt das System die Geschwindigkeit, wenn gewollt, automatisch an.

Ebenfalls in petto, fährt die zweite Generation mit einem Frontkollisionswarner mit automatischer City-Gefahrenbremsung und Fußgängererkennung vor. Die Fahrhilfe ist ab einer Geschwindigkeit fünf+ Stundenkilometer pro Stunde. Durch eine akustische Warnung und einer Anzeige in der Instrumentenanzeige wirst Du so auf das Fahrzeug oder den Fußgänger hingewiesen.

Im Falle bereitet das System zudem einen Bremseingriff vor, um eine drohende Kollision abzuschwächen. Mittels Notfallbremsung durch diesen Assistenten wird die Geschwindigkeit des Opel Mokka unter 30 Stundenkilometer bis zum Stillstand gebracht.

Für die Vielfahrer unter uns empfehle ich eine Ausstattung, bzw. das Extra des Geschwindigkeits-Assistenten ACC. Hier hält Dein Mokka automatisch den Abstand zum Vordermann und in der Ausführung mit Automatikgetriebe bekommst Du eine Stop & Go-Funktion on Top. In Kombination mit dem Spurhalteassistent und Toter-Winkel-Warner bist Du so für jeden Stau gewappnet, möge er auch noch so kurzweilig sein.

Zwar hat Opel seine prämierten Sitze nicht verbaut, doch auf die preisgekrönte Lichttechnologie verzichten die Rüsselsheimer auch im Mokka-e nicht. Hier erhältst du das adaptive und blendfreie IntelliLux LED-Matrix-Licht mit insgesamt 14 Elementen, welches Dir die Fahrt mit Dauerfernlicht ermöglicht ohne das Entgegenkommende oder vorausfahrende Fahrzeuge geblendet werden, da das System diese automatisch erkennt und abblendet. Und natürlich zieht sich die LED-Technik hin bis zu den Heckleuchten.

Stand: Dezember 2021; Test und Fotos: Die Linds

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