Im Test: Ford Mustang Mach-E GT

Die Zukunft von Ford ist elektrisch, diese Aussage untermalt der Hersteller mit ambitionierten Zahlen. Ab 2030 sollen bereits 2/3 der Fahrzeuge mit Stecker unterwegs sein. Ab 2024 bietet Ford neun vollelektrische Modelle an, darunter fünf Nutzfahrzeuge und vier Pkw-Modelle. Mit dem Mustang Mach-E habe ich im vergangenen Jahr das erste Highlight erfahren. Nun weiß mich der Mustang Mach-E in der GT-Variante noch mehr zu begeistern.

Der Umbruch ist im vollen Gange. In wie weit die explodierenden Strompreise Einfluss auf das geplante Vorhaben haben, ist zum jetzigen Zeitpunkt ungewiss.

Im Nutzfahrzeug-Geschäft ist Ford unangefochten die Nummer 1. Im Pkw-Geschäft ist der Stand von Ford ein anderer. Ford möchte sich mehr von seinen Mitbewerbern abgrenzen und mit der Elektrifizierung neu positionieren. Der Hersteller möchte auf europäischen Boden mehr amerikanische Attribute wie Freiheit und Abenteuer vermitteln. Was heißt das? Global ist Ford sehr erfolgreich mit dem Bronco, der F-Serie und dem Mustang. Diese Produkte haben eines gemeinsam, sie sind breiter, gewaltiger und einfach geil. Ein F Pick-up wird sich hierzulande leider nicht wirklich wohlfühlen, geben unsere Straßen einfach nicht den nötigen Platz her. Ford möchte dennoch die amerikanische Ausrichtung mehr nach Europa bringen. Und dies zeigt der Mustang Mach-E eindrucksvoll auf. Während mich VW mit ihrer ID.Familie allein optisch nicht vom Hocker haut, ist es der Mustang der für Emotion und Aufsehen sorgt.

Laut Hersteller möchte man künftig mehr „Ford Adventurous Spirit“ transportieren. Die Range reicht von Wild Performance bis Ultimate Outdoor. Der erste Markenbotschafter dieser neuen Ausrichtung ist der Mustang Mach-E GT.

In Summe geht für Ford die Reise nur nach vorn. Ford geht „All-in“ bei der Elektrifizierung und strebt eine Neupositionierung im Pkw Markt an. Die Modernisierung des Vertriebsmodells verfolgt ein Agenturmodell für die Zukunft. Man möchte „Always on“ in der Kunden Interaktion sein. Das Agenturmodell beinhaltet drei Punkte. Der Hersteller verkauft unter dem Dach des Händlers – dieser ist künftig sozusagen der Vermittler und nicht mehr der Verkäufer. Kauft dieser nicht wie bisher beim Hersteller die Fahrzeuge und verkauft diese als Händler weiter an den Kunden. Zu weiteren Details ist derzeit noch nichts zu sagen. Baut Ford aktuell das Konzept auf und aus. Fest steht, Ford wird anders auftreten, als man das bisher kennt.

Zu zukünftigen Produkten äußert sich Ford ebenfalls nicht. Ob es einen rein elektrischen Fiesta oder Focus geben wird, kann ich Dir entsprechend nicht beantworten. Fakt ist, mit dem neuen Ford Mustang Mach-E GT macht Elektromobilität Spaß. Dieser hat allerdings auch seinen Preis.

Navigieren durch die Krise gilt derzeit für alle Hersteller. Geringe Verfügbarkeit, Kosten gehen durch die Decke, viele weitere Komponenten erschweren die Lage… vor diesem Hintergrund ist das Thema kein leichtes. Die Nachfrage ist größer als das Angebot. Die Preise steigen entsprechend. Eine Entspannung der Lage wird kommen, doch wie viele Monate bis dahin vergehen, kann keiner konkret sagen. Kleiner Wermutstropfen, die Kaufpreise steigen, mit ihnen allerdings auch die Restwerte.

Der Großteil der Bestellungen entfällt mit 70 Prozent auf den Mustang Mach-E mit großer Batterie. Der Kunde hat die Reichweitenangst weiter im Hinterkopf. Wobei diese beim Mach-E in keiner Variante notwendig ist.

Der Ford Mustang Mach-E steht in allen Varianten ausschließlich online zum Kauf. Startest Du den Bestellvorgang verzeichnet das Topmodell „GT“ einen Kaufpreis von 77.200 Euro. Elektroautos ab einem Kaufpreis von 65.000 Euro erhalten keinen staatlich geförderten Umweltbonus.

Wie lange noch die Stromkosten geringer ausfallen, als die Kosten für herkömmlichen Kraftstoff, bleibt abzuwarten. Fest steht, Dein Elektroauto ist zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit. Nach Ablauf der Steuerbefreiung ermäßigt sich diese um 50 Prozent. Diese Ersparnis ist Dir sicher. Ebenso der Vorteil, des E-Kennzeichen. Hiermit darfst Du Dein Fahrzeug im öffentlichen Parkraum oftmals gebührenfrei abstellen.

Die für einen Mustang seit jeher charakterisierenden Rückleuchten im dreigeteilten Look, präsentieren sich in der Mustang Mach-E leuchtstark und modern interpretiert. Ungeachtet ob im zivilen Mach-E oder im GT.

Bei der aktuellen Sommerhitze stellen die infrarot reflektierende Frontscheibe sowie das Panoramadach ihre Vorteile unter Beweis. Heizt sich der Innenraum von vorne herein weniger stark auf, muss die Klimaanlage weniger Energie an den Tag legen, um im Mustang Mach-E eine angenehme Temperatur zu erreichen.

Das extrovertierte Äußere des Mustang Mach-E hat mich sofort für sich eingenommen. Diese Begeisterung steigt in der Sportversion um ein weiteres. Der Mach-E GT erhält spezielle Erkennungsmerkmale. Konzentriert auf den Kühlergrill, fällt die Polycarbonat-Optik in matten Dunkelgrau mit 3D-Effekt ins Auge. Geschärfte Schweller und Spoiler sowie die Lufteinlässe dürfen nicht fehlen.

Ohne protzig zu wirken, stimmt Ford die 20-Zöller perfekt darauf ab. Die Leichtmetallräder im glanzgedrehten Design nehmen den farblichen Kontrast in Schwarz ebenso auf, wie das schwarz lackierte Dach und Außenspiegelkappen.

In knallrot gehalten, zählen die Bremssättel zu weiteren Eyecatcher. Im Grunde muss man zugeben, der Ford Mustang Mach-E ist rundum ein Hingucker. Der, wenn man genau hinsieht, raffinierte Details vorweisen kann.

Die klassischen Türgriffe weichen beispielsweise einem kleinen Griff. Um das Fahrzeug zu öffnen, setzt Ford auf die „Digitaler Schlüssel“-Technologie. Als digitaler Schlüssel fungiert das zuvor legitimierte Smartphone, welches Du über Bluetooth mit dem Auto verbindest. Die kontaktlose Lösung macht einen gewöhnlichen Fahrzeugschlüssel überflüssig. Nichts desto trotz verzichtet Ford nicht darauf.

Ob ich die Türen des Mustang Mach-E GT nun via Schlüssel oder Smartphone öffne, Ford hat noch eine raffinierte Alternative im Gepäck. Finde ich an der B-Säule ergänzend eine Reihe von Zahlentasten.

Diese leuchten rot auf und wecken mein Interesse. Was hat es damit auf sich? Kurz gesagt, sie bieten Dir den sicheren Zugang zum Auto. Solltest Du den Schlüssel vergessen haben oder mit leerem Handyakku vor Deinem Fahrzeug stehen, kommt diese „Phone as a key“-Funktion zum Tragen. Du gibst über das Ziffernfeld den im Vorfeld festgelegten siebenstelligen Code ein und die Tür öffnet sich.

Tja, im Auto wäre ich schon mal. Doch wie den Motor starten, mit leerem Akku und fehlendem Schlüssel? Ganz einfach, im Fahrzeug Platz genommen, gebe ich über den Touchscreen einen weiteren PIN ein. Die Elektromotoren des Mach-E starten und ich kann die Fahrt antreten.

Bevor ich dies tue, sehe ich mir für diesen Fahrbericht den Ford Mustang Mach-E GT zunächst im Detail an. Das Cockpit ist mir bereits von der zivilen Baureihe her bekannt. Ich fühle mich sofort wohl und erfreue mich am hohen Standard der Materialien und deren Verarbeitung.

Absoluter Eyecatcher, der im Hochformat verbaute Touchscreen. In HD-Qualität besticht der Display nicht nur mit seiner Darstellung. 15,5 Zoll groß, nimmt der Bildschirm seinen Raum für sich ein. Der HD-Touchscreen stellt die zentrale Schnittstelle dar und bietet mir eine einfach anzusteuernde Bedieneinheit. Die Menüführung zeichnet sich durch eine einfache Gestaltung aus. Übersichtlich strukturiert kommen im Test keinen Fragen auf. Ich finde mich sofort zurecht.

Die einzelnen Funktionen wähle ich mit einem Fingerwisch und Fingertipp aus. Die Menügestaltung ist übersichtlich und intuitiv. Man findet sich in kurzer Zeit gut zurecht. Über den Touchscreen steuere ich über 80 Funktionen. Diese umfassen selbst die Justierung für das Gestühl oder die Regelung der Klimaeinheit. In Verbindung mit dem neuesten Ford SYNC 4 System, weiß der Mustang Mach-E GT in den Tests zu glänzen. Ford verdoppelt die Rechenleistung und baut die Funktionsweisen aus. Ford SYNC 4 agiert in Deinem Sinne und berücksichtigt die von Dir bevorzugten Einstellungen. Diese Lernfähigkeit greift zudem auf die Steuerung per Sprache. Beinhaltet das System hinterlegte Erkennungsmuster und greift auf Deine Suchergebnisse im Internet zu. Die neue Generation Ford SYNC 4 versteht 15 europäische Sprachen.

Der Ford Mustang Mach-E verfolgt eine bewusste Rationalisierung der haptischen Bedienelemente. Das Cockpit wirkt clean und aufgeräumt. Der Touchscreen nimmt den Betrachter mit seiner Bildschirmdiagonale von 39 Zentimetern ein und verfügt über ein Bedienelement, welches mich staunen lässt. Im unteren Bereich des Display arbeitet Ford einen großen Drehregler ein. Ein haptisches Element inmitten des digitalen Touchscreen. Eindrucksvoll, optisch ein Hingucker und zudem sehr praktisch. Kann ich hierüber die Lautstärke direkt leiser und lauter stellen. Während Touchslider-Lösungen anderer Bewerber meinen Blick von der Straße abwenden, bleibt dieser im Mustang Mach-E fokussiert.

Keine Ablenkungen musst Du dank der Over-the-Air-Funktion in Kauf nehmen. Dein Ford Mustang Mach-E spielt Software-Updates kabellos und ohne Dein Zutun auf. Dein Fahrzeug ist stets auf dem neuesten Stand.

Modern und Digital, bis ins Detail. Wandert mein Blick zum Lenkrad, blicke ich dahinter auf eine Instrumenteneinheit mit einer Bildschirmdiagonale von 26 Zentimetern. Das Display in 10,2 Zoll bietet mir verschiedene Layouts und eine scharfe Darstellung.

Das Smartphone lässt sich kabellos über Apple CarPlay, Android Auto und AppLink mit dem Mach-E connecten. Geeignete Handys kannst Du ebenfalls ohne Kabel über die induktive Ladeschale laden.

Wer sich die Ford Pass-App kostenlos auf sein Telefon zieht, bleibt auch fern ab vom Fahrzeug mit diesem vernetzt.

„Ford Pass Remote“ bietet mir im Test die persönliche Konfiguration zahlreicher Faktoren. Favorisierte Einstellungen lege ich im Nutzerprofil fest. Diese sichere ich in der Cloud und steuere sie via App an.

Das dänische Unternehmen Bang & Olufsen zählt zu den Premiumanbietern. Diesen paart der Hersteller mit Bewusstsein für Design. Welches im neuen Ford Mustang Mach-E zum Tragen kommt. Gibt es mit zehn Lautsprechern an Bord, darunter ein 560 Watt starker nicht nur tadellosen Sound auf die Ohren. Das Soundsystem von Bang & Olufsen wurde speziell für den betont leisen Antrieb eines Elektroautos entwickelt.

Dabei rückt B&O nicht nur den Klanggenuss in den Fokus. Die Unternehmen integrieren die Lautsprecher auf eine optisch raffinierte Art und Weise in den Armaturenträger. Prämiert mit dem iF Design Award.

Nicht preisverdächtig, aber dennoch großzügig, ist das Platzangebot. Sowohl für fünf Großgewachsene als auch deren Gepäck. Die Baureihe unterscheidet dabei nicht zwischen den Leistungsstufen und Ausstattungen.

Mit den Ford Performance Sportsitzen weiß sich der GT jedoch von seinen zivilen Brüdern abzuheben. Das Gestühl bietet perfekten Sitzkomfort bei großartigem Seitenhalt. Der in Anbetracht der hervorragenden Kurvenperformance notwendig ist.

Zugegeben, der dynamisch nach hinten abfallende Dachverlauf lässt vermuten, hier besteht für große Passagiere beim Zutritt zur zweiten Sitzreihe Anstoßgefahr. Die Optik führt einen hier jedoch in die Irre. Ich steige bequem ein und aus ohne mir den Kopf zu stoßen oder gar auf der Rückbank beengt zu sitzen.

Bei Bedarf vergrößere ich durch Umlegen der Rücksitzlehnen das 402 Liter große Gepäckabteil um über tausend Liter. Laut Datenblatt erziele ich im Ford Mustang Mach-E GT einen Stauraum von maximal 1.420 Liter. Da der Hersteller die Batterie platzsparend zwischen den beiden Antriebsachsen unterbringt, muss ich im Kofferraum keine Einschränkungen hinnehmen.

Den Wegfall eines konventionellen Verbrenners nutzt Ford für einen weiteren Stauraum unter der vorderen Haube. Dies bezeichnet der Autobauer als Frunk, der ein Fassungsvermögen von weiteren 100 Liter vorweisen kann. Die Ford MegaBox erweist sich als gut nutzbar und pflegeleicht.

Transportiere ich im Test verschmutzte Gegenstände, reinige ich den Frunk kinderleicht. Die Auskleidung in Kunststoff lässt sich mühelos mit Wasser auswaschen. Überschüssiges und verschmutztes Wasser lasse ich danach über ein Ablassventil wieder ab.

Meine erste Ausfahrt mit dem Ford Mustang Mach-E in der Leistungsstufe 351 PS hatte bereits einen tadellosen Eindruck hinterlassen. Mangelnde Performance konnte ich dem Fahrzeug wahrlich nicht vorwerfen. Und doch weiß der Mach-E GT diesen Auftritt zu übertreffen. Das Topmodell steht für puren Elektrofahrspaß.

Die E-Motoren haben regelrecht leichtes Spiel mit dem Mach-E, der 2,2 Tonnen auf die Waage bringt. Gerade einmal 3,7 Sekunden gönnt sich das Elektro-Crossover für den Spurt aus dem Stand heraus, bis er die 100 km/h-Marke passiert. Der Ford Mustang Mach-E GT zieht vehement los und begeistert in seiner Beschleunigung immer wieder aufs Neue. Der Mach-E GT hängt seine Brüder beim Sprint und in der Topspeed ab. Reglementiert Ford die Höchstgeschwindigkeit bei den gängigen Leistungsstufen bei Tempo 180, setzt die elektronische Begrenzung beim GT bei 200 km/h ein.

Das leistungsstärkste Modell GT stellt im europäischen Raum zugleich das zeit stärkste Serienmodell von Ford dar. Das Modell GT koppelt Ford ausschließlich an Allradantrieb und die große Batterie. Das Dual-Elektromotor Konzept verteilt das Drehmoment von eindrucksvollen 860 Newtonmeter unabhängig zwischen Vorder- und Hinterachse. Für die optimale Regelung sorgt das Powertrain-Control-Modul.

Der künstlich generierte Motorsound konnte mich schon beim Mach-E nicht von sich überzeugen. Ist die Klangkulisse an sich zwar sehr gelungen, so ist es doch letztlich eine Farce. Sitze ich nun mal in einem Elektroauto und nicht in einem kernigen V8 mit entsprechend sonorem Sound. Da ich die Geräuschkulisse mit nur einem Tastendruck deaktiviere oder auch in ihrer Variation verändere, bleibt es dem Fahrer überlassen, ob er daran Gefallen findet.

Mit Fokus auf den Stromverbrauch, zügele ich nach all dem Fahrspaß meinen Gasfuß und widerstehe dem eindrucksvollen Drehmoment und den 487 PS.

Dank dem One-Pedal-Modus fällt mir das gar nicht mal so schwer. Weckt diese Funktion den Ehrgeiz in mir, das Bremspedal so gut es geht zu schonen. Lässt sich der Ford Mustang Mach-E GT bei vorausschauender Fahrweise mit dem Gaspedal steuern. Durch Lösen des Gaspedals beginnt das Elektroauto an zu rekuperieren. Leider kann ich die Stärke nicht in verschiedenen Stufen einstellen, wie es manch anderes E-Auto bietet.

Die gewonnene kinetische Energie speist das Fahrzeug als Strom zurück in den Akku. Die Kapazität der Batterie beträgt im GT ausschließlich 91 Kilowattstunden (Brutto 98,7 kWh). Wer an der Schnell-Ladesäule von IONITY mit bis zu 150 kW Ladeleistung Halt macht, lädt den Akku in 45 Minuten von zehn auf 80 Prozent auf. Bei zehn Minuten Ladezeit generiert der Ford Mustang Mach-E Strom für hundert Kilometer.

Ein Elektroauto an der herkömmlichen Steckdose mit 230 Volt oder einem blauen CEE-Anschluss zu laden, verlangt seine Zeit. Hierzulande gewährt diese Ladeoption maximal 4,6 Kilowatt. Daher sei Dir die Ford Connected Wallbox ans Herz gelegt. Ford bietet Dir diese in Kooperation mit Eneco eMobility an, inklusive Installation.

Bei 3-phasigen Laden und einer Leistung von 11 kW reduziert sich die Ladezeit auf sechs Stunden. Die Batterie lädt in dieser Zeit von zehn auf 80 Prozent. Über die FordPass-App behalte ich den Ladevorgang im Blick und steuere diesen bei Bedarf aus der Ferne. Ich kann wahlweise den Startpunkt festlegen, um günstige Stromtarife zu nutzen. Bei der aktuellen Strompreis-Entwicklung durchaus erstrebenswert.

Schwindet in Anbetracht dessen zusehends der Preisvorteil gegenüber den Tankkosten eines Verbrenners, ist und bleibt die Ladeinfrastruktur ein Kritikpunkt. Derzeit hast Du in 21 europäischen Ländern Zugriff auf über 165.000 Ladepunkte. Den Weg zu den Ladestationen auf Deinen Reiserouten leitet Dir das Navigationssystem inklusive Echtzeit-Verkehrsdaten.

Die nötigen Kabel für das Laden an der heimischen Wallbox mit Typ 2-Anschluss sowie das notwendige Mode 3-Kabel für öffentliche Ladesäulen mit Wechselstrom finden sich serienmäßig im Kofferraum.

Der 4×4 Mach-E GT mit „Extended Range“-Batterie legt laut Datenblatt bis zu 500 Kilometer mit einer Akkuladung zurück. Diese Messwerte erzielt Ford im kombinierten Zyklus nach dem WLTP-Messverfahren. Den Stromverbrauch beziffert Ford entsprechend mit Kilowattstunden auf 100 Kilometer.

Das Navigationsystem übermittelt mir eine tatsächliche Reichweiche. Die Funktion „Intelligent Range“ berücksichtigt bei der Berechnung das vorausgegangene Fahrverhalten sowie Einflüsse von außen, wie beispielsweise die Topografie oder Außentemperatur.

Das System nutzt die Cloud-Vernetzung und evaluiert den voraussichtlichen Energieverbrauch bei künftigen Fahrten. Die Zustimmung anderer Elektroauto-Nutzer vorausgesetzt findet zwischen den E-Fahrern ein Datenaustausch statt. Die sogenannten Crowdsourcing-Daten tragen dazu bei, die Prognose für die Reichweite zu optimieren.

Erhältst Du fünf Jahre kostenlosen Zugang zum FordPass-Charging Network und das Connect-Modem verfügt der Mustang Mach-E auf Wunsch über die Cloud-basierte Garmin-Routenführung.

Hast Du beim Mustang Mach-E die Wahl zwischen Heckantrieb und Allrad, setzt der GT diesen voraus. Trotz Vierradantrieb vermittelt Ford ein hecklastiges Gefühl, welches den Fahrspaß nochmals hebt. Die Ford Performance Schmiede verpasst dem GT serienmäßig ein Adaptiv-Fahrwerk und rückt den sportlichen Auftritt bewusst in den Vordergrund. Dennoch zeigen sie sich kompromissbereit und bieten mit den Fahrmodi eine spürbare Spreizung. Die Abstimmung der Komponenten Dämpfer, Lenkung und Getriebe variieren abhängig vom Fahrprogramm. Die drei Modi „Whisper“, „Active“ und „Untamed“ sind mir aus dem Mach-E bekannt und lassen sich auch hier mittels Ford Pass Remote individuell abstimmen.

Der Ford Mustang Mach-E GT baut den Umfang um einen vierten Modus aus. Für die Rennstrecke konzipiert und dieser vorbehalten, geht der GT nun ungezügelt und durch und durch temperamentvoll ans Werk. Der Name ist hier Programm.

Die Antriebskraft verteilt sich abhängig vom Modus im anderen Verhältnis und ich nehme Einfluss auf Gas, Getriebe, Fahrwerk und Lenkung. Im Rennstreckenmodus lässt Dir die Traktions- und Stabilitätskontrolle freien Lauf.

Ford Performance zieht dem Mustang Mach-E GT einen maßgeschneiderten Reifen auf. Entwickelt, in Zusammenarbeit mit den Fachleuchten aus dem Hause Pirelli. Die Reifen im Format 245/45 R20 verfügen über ein spezielles Reifen-Profil, um dem Anspruch gerecht zu werden.

Entsprechend verlässt sich Ford auch bei den Bremsen auf Spezialisten. Serienmäßig kommt die Hochleistungsbremse von Brembo zum Einsatz. Die innenbelüfteten Bremsscheiben an der Vorderachse mit einem Durchmesser von 385 Millimeter krallen sich regelrecht in den Asphalt. Die roten Bremssättel blitzen hinter den exklusiven 20-Zoll-Leichtmetallfelgen hervor.

Die Intelligente adaptive Geschwindigkeitsregelanlage verfügt über einen Fahrspur- und Stau-Assistent mit Stop & Go-Funktion. Der Pre-Collision-Assist beinhaltet die automatische Notbremsfunktion. Und das Querverkehr-Erkennungssystem ergänzt der Autobauer um den Fahrspur- und Toter-Winkel-Assistent. Mit diesen Fahrassistenten im Gepäck vermittelt Ford in allen Ausstattungen serienmäßig ein sicheres Gefühl. Dieses untermalt der Mustang Mach-E mit der Fünf-Sterne-Bestnote im Euro NCAP Crashtest.

Abschließend muss ich Dir leider die Nachricht mit auf den Weg geben, dass der Ford Mustang Mach-E GT bedingt durch die hohe Nachfrage derzeit ausverkauft ist. Nun ist leider Geduld gefragt, oder ein Blick auf den Gebrauchtwagenmarkt geraten. Oder soll es am Ende doch einer der anderen Mach-E Angebote sein?

Stand: August 2022; Test: Lexi Lind; Fotos: Ford/Lind

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