Ford Explorer Plug-in Hybrid MY2020

In Amerika seit Jahrzehnten ein absoluter Bestseller, wagt Ford auch in Europa das Comeback und bringt die sechste Generation des Ford Explorer nun auch wieder auf unsere Straßen. Das SUV-Flaggschiff fährt nicht nur größentechnisch mächtig auf, mit einer Systemleistung von 336 kW / 457 PS und einem Drehmoment von 825 Newtonmeter hat der Ford Explorer auch ordentlich was unter der Haube. Die Amerikaner stehen auf dicke Benziner, Verbrauch, CO2 oder gar ein gewisses Umweltbewusstsein, Fehlanzeige. Nicht so hierzulande, Elektromobilität rückt immer mehr in den Fokus. Das Ford diesbezüglich gut aufgestellt ist, zeigt mein Artikel „Ford steht unter Strom“ auf. An dieser Stelle widme ich mich jedoch ausschließlich dem neuen Ford Explorer, der Dir mit 42 Kilometern rein elektrischer Reichweite und Plug-in-Hybrid-Technologie den Umweltbonus sichert.

Neben dem elektrisierenden Antrieb hat das SUV Platz für bis zu sieben Personen, innovative Technologien und Assistenzsysteme, eine sehr umfassende Serienausstattung, eine 10-Gang-Automatik sowie eine maximale Anhängelast (gebremst) von 2.500 Kilogramm und einen fortschrittlichen Allradantrieb zu bieten. Der Ford Explorer positioniert sich in Europa ganz klar als Top-Modell der Marke. Entsprechend handelt es sich um kein Schnäppchen. In Deutschland sowohl als „ ST-Line“ wie auch als „Platinum“ erhältlich, starten die Preise regulär bei 76.000 Euro bzw. ab 77.000 Euro. Mit unverbindlichen Aktionspreisempfehlung lockt Ford nicht nur im Konfigurator, sie unterbieten diese Preise um mehrere tausend Euro.

Der neue Ford Explorer ist Teil einer groß angelegten Strategie, möchte Ford bereits bis Ende 2021 insgesamt 18 Modelle mit elektrifiziertem Antrieb im Portfolio vorweisen können. Die Auslieferung des neuen Ford Explorer beginnt jetzt bereits.

Vor 30 Jahren stellte Ford mit der ersten Explorer-Generation einen Erfolgsgarant auf die Räder und sorgte für einen regelrechten SUV-Boom in Nordamerika. Noch heute ist der Explorer dort das meistverkaufte SUV. Weltweit konnte Ford seitdem über acht Millionen Explorer absetzen, von denen noch heute rund 3,5 Millionen unterwegs sind. Eine wahrlich stolze Bilanz.

Ob das Flaggschiff allerdings auch bei uns in Deutschland die großen Verkaufszahlen einfahren wird? Mit über fünf Metern Länge und einer Breite von 2,28 Meter mit ausgeklappten Außenspiegeln wie auch dem Plug-in-Hybrid sieht er sich in direkter Konkurrenz mit beispielsweise einem BMW X5 xDrive45e. Zwar hat SEAT seinen Tarraco, Kia seinen Sorento oder Hyundai seinen Santa Fe, aber diese haben entweder noch keinen Plug-in-Hybrid in Aussicht oder können die Leistung betreffend nicht in dieser Liga mitspielen.

Ausschließlich mit einem Plug-in Hybrid erhältlich, entfällt beim Ford Explorer die Motorenwahl. 336 kW / 457 PS Systemleistung holt Ford aus dem 3,0 Liter EcoBoost V6-Benziner, gepaart mit einem Elektromotor. Das maximale Drehmoment von 825 Newtonmetern steht bei 2.500 U/min an. 230 Stundenkilometer Höchstgeschwindigkeit und ein Beschleunigungswert von sechs Sekunden von 0 auf Tempo 100. Leistungswerte die den Explorer zu dem stärkstem Hybridfahrzeug bei Ford werden lassen.

Der serienmäßige Allradantrieb bringt die Kraft tadellos auf die Straße und 10-Gang-Automatik sorgt für sehr komfortable Schaltvorgänge.

So groß Ford bis dato aufgefahren ist, beim Verbrauch möchte man mit kleinen Werten begeistern. Und beim Blick auf das Datenblatt gelingt dies auch: Der Ford Explorer EcoBoost Plug-in-Hybrid soll sich gemäß WLTP-Fahrzyklus mit einem kombinierten Verbrauch von 3,1 Liter/100 km begnügen, dies entspricht 71 g/km CO2-Emissionen, ebenfalls nach WLTP gemessen.

Unter diesen Bedingungen ermittelt das Flaggschiff eine rein elektrische Reichweite von 42 Kilometern, der kombinierte Stromverbrauch beläuft sich auf 20,5 kWh/100 Kilometer.

Meine Fahrstrecke war zu kurz um eine wirklich fundierte Aussage zu treffen, der von meinem Bordcomputer angezeigte Verbrauch lag bereits bei über sechs Litern. Bei leerem Akku steigt der Verbrauch nochmals um drei Liter.

Mit den vier zur Verfügung stehenden Elektro-Fahrprogrammen habe ich die Wahl. Aktiviere ich „EV Jetzt“ bin ich im reinen Elektrobetrieb unterwegs, dies ist bis zu einer Geschwindigkeit von 135 km/h möglich. Ist die Akkuleistung erschöpft und es ist nicht möglich die Batterie mittels Stromkabel zu laden, lädt die Batterie aber auch während der Fahrt, einerseits durch Rekuperation, Segelfunktion oder im „EV Aufladen“-Modus, durch das Agieren des Benzinmotors.

Bei leerem Akkustand wechselt das Fahrzeug automatisch in den Modus „EV Auto“ und der EcoBoost-Benzinmotor verrichtet seine Arbeit, wird aber dennoch vom Elektroantrieb bzw. durch die rekuperierte Energie unterstützt.

Benötige ich die elektrische Reichweite für einen späteren Einsatz, wechsle ich in „EV Später“. Während der Verbrenner die Hauptarbeitet leistet, hält das Fahrzeug durch regeneratives Laden den Ladezustand des Akkus möglichst hoch.

Um die volle Batterieleistung zu erreichen, muss der Ford Explorer Plug-in-Hybrid an einer herkömmlichen Steckdose fast sechs Stunden verweilen, an einer Ford Connected-Wallbox oder an einer öffentlichen Ladestation reduziert sich die Zeit um 1 ½ Stunden, doch 4 Stunden 20 Minuten sind für das Wiederaufladen natürlich immer noch eine stolze Zeit. Ein Plug-in-Hybrid-Schicksal, dass viele Fahrer letztlich doch nur den Verbrenner nutzen lässt.

Allein der Größe geschuldet, geht man es im Ford Explorer eher entspannt an und komfortables Cruisen ist genau sein Ding.

Ist die Akkuleistung erschöpft, bewahrt sich das SUV dennoch eine angenehm ruhige Geräuschkulisse, mal ausgenommen beim vollen Leistungsabruf. Die Contenance verliert er aber auch dann nicht. Die serienmäßige aktive Geräuschkompensation ANC (Active Noise Cancellation) leistet großartige Arbeit und egalisiert solch auftretende Antriebsgeräusche, wie aber auch Abroll- und Windgeräusche mittels gegenläufiger Schallwellen über das Audiosystem.

Über 2,5 Tonnen bringt das Fahrzeug auf die Waage, wirkt aber dabei keineswegs schwerfällig und trotz der amerikanischen Einflüsse kommt er nicht störend weich daher. Er ist zwar ein sanfter Riese, doch vermittelt kein schwammiges Fahrgefühl. Die Abstimmung liefert ein angenehmes Gesamtbild.

Mit dem serienmäßigen Allradantrieb fühle ich mich bestens gewappnet und kann sogleich aus sieben Fahrmodi auswählen: Normal, Sport, Eco, unbefestigte Wege, Rutschig, Schnee/Sand und Fahrten mit Anhänger. Die 360 Grad Kamera lässt mich das Dickschiff auch wunderbar einfach auf engstem Raum manövrieren.

Auch optisch geht der Ford Explorer eigene Wege und setzt ganz auf den amerikanischen Look. Besonders markant, das mächtige Seitenprofil. Dieses lässt bereits erahnen, das SUV bietet im Innenraum viel Platz.

Bis zu sieben Personen können im Explorer reisen und dabei nehme ich mit meinen 1.80 Meter selbst in der dritten Sitzreihe komfortabel Platz, können hier zahlreiche Mitbewerber lediglich Kinder beherbergen. Die beiden Sitze können ganz bequem elektrisch ausgefahren und auch wieder eingeklappt werden.

Wer in der zweiten Reihe Platz nimmt, wird auf den beiden äußeren Sitzplätzen mit einer Sitzheizung verwöhnt, zudem lassen sich die Sitzlehnen in der Neigung justieren. Durch das mögliche Verschieben in Längsrichtung steigert Ford die Flexibilität nochmals, die Beinfreiheit ist in jedem Fall großzügig bis gigantisch.

Dies gilt auch für das Gepäckraumvolumen: unglaubliche 2.274 Liter sind maximal aus dem Ford Explorer rauszuholen, die Ladefläche misst bis zu 2.14 Meter. Und selbst bei fünf genutzten Sitzplätzen sind es noch stolze 1.137 Liter. Mit sieben Personen an Bord kann der Ford Explorer sogar noch 240 bis 330 Liter Gepäck aufnehmen.

Die elektrische Heckklappe verfügt obendrein über eine Sensorsteuerung, das Beladen des Kofferraums fordert somit kein vorheriges Abstellen des Ladeguts. Während die großen Dinge des Lebens rasch im Kofferraum verstaut sind, finden Kleinigkeiten in den zahlreiche Ablagemöglichkeiten im Innenraum ihren Platz, die mit bis zu 123 Liter Gesamtvolumen aufwarten können. Und auch die Anzahl der Becherhalter betreffend, geizt Ford nicht, gleich Zwölf an der Zahl hat er vorzuweisen.

Verwöhnprogramm erhältst Du auf dem Fahrer- oder Beifahrersitz, 10-fach elektrisch einstellbar, kannst Du je nach Jahreszeit bzw. Temperaturen die Ledersitze auch klimatisieren oder aber beheizen. Die Massagefunktion nicht zu vernachlässigen. Jetzt noch etwas mehr Seitenhalt…

Ebenso serienmäßig, die induktive Ladestation für das Smartphone, das Entertainmentsystem Ford SYNC 3, das B&O Soundsystem und die 12,3-Zoll große und digitale Instrumententafel.

Der 10,1 Zoll große Touchscreen-Farbmonitor erinnert hochkant platziert nicht nur optisch an ein Tablet, er lässt sich auch durch Wisch- und Ziehbewegungen steuern. Während Ford SYNC 3 mit Apple CarPlay und Android Auto kompatibel ist, besteht auch die Möglichkeit der Sprachsteuerung.

Das stets verbaute FordPass Connect-Modem erlaubt Dir und Deinen Mitreisenden Dank WLAN-Hotspot bis zu zehn Geräte gleichzeitig anzuschließen, Live Traffic unterstützt Dich auf Deinen Reisen und sorgt für die bestmögliche Navigation und der Notruf eCall steht Dir schützend zur Seite.

Wer sich die kostenlose FordPass-App auf sein Smartphone zieht kann zudem auf folgende Funktionen und Services zugreifen: Fahrzeugortung, Abruf von Kraftstoffstand, Kilometerstand oder Reifendruck, Entriegeln und Verriegeln aus der Ferne, Ladezustand der Batterie, Abruf von Lademöglichkeiten und die Definition des Ladezeitpunktes.

Der Explorer wirkt bereits wie eine Festung, darauf allein verlässt sich Ford jedoch nicht und setzt bei seiner Burg nicht auf Wälle, Wassergräben oder Palisaden, hier schimpfen sich die Schutzmauern Bergabfahr-Assistent, Berganfahr-Assistent, Überrollschutz-Sensoren, intelligente adaptive Geschwindigkeitsregelanlage inklusive Verkehrsschild-Erkennungs und Stau-Assistent mit Stop & Go-Funktion, Pre-Collision-Assist mit Auffahrwarnsystem der Fußgänger und Radfahrer erkennt. Aber auch ein Toter-Winkel-Assistent mit Cross Traffic Alert ist an Bord, wie auch der Fahrspur-Assistent inklusive Fahrspurhalte-Assistent und der Ausweich-Assistent sowie der Post-Collision-Assist, der nach einem Aufprall die Bremsen aktiviert und das Risiko einer zweiten Kollision vermindert. Den aktiven Park-Assistent „Plus“ mit Ein- und Ausparkfunktion und teil-automatisierter Fahrzeugführung lernen gerade unsichere Einparker im Großstadtdschungel schätzen.

Bestellen kannst Du den Ford Explorer bereits seit Ende vergangenen Jahres, nun starten die ersten Auslieferungen. Der Preis ist nicht gerade zurückhaltend, im direkten Vergleich mit den deutschen Bewerbern fährt der Ford Explorer jedoch eine deutliche Preisersparnis ein. Und last but not least, verwöhnt das Flaggschiff obendrein mit einem luxuriösem Ausstattungsumfang.

In der Ausstattungsversion „ST-Line“ für 76.000 Euro sind neben den zahlreichen bereits im Text erwähnten Ausstattungsmerkmalen unter anderem auch folgende Features Serie:

Außenspiegel elektrisch einstellbar, beheizbar und mit Umfeld-Beleuchtung, die elektronische 3-Zonen-Klima-Automatik, LED-Nebelscheinwerfer, LED-Rückleuchten, LED-Scheinwerfer mit Fernlicht-Assistent und LED-Tagfahrlicht, das zweiteilige Panorama-Schiebedach, ein beheizbares Lederlenkrad, 12-Volt-Anschluss in der 2. Sitzreihe und im Gepäckraum, zudem ein 230-Volt-Anschluss. Den Transport erleichtert Dir neben dem großen Kofferraum auch die Dachreling sowie ein Anhängevorrichtungs-Vorbereitungsset.

Alternativ kannst Du die Linie „Platinum“ auswählen, diese ist ab 77.000 Euro erhältlich und umfasst zusätzlich beziehungsweise abweichend andere Leichtmetallräder glanzgedreht mit Einsätzen in Dark Tarnish, einen lederbezogenen Armaturenträger inklusive eingearbeitetem Echtholz, dieses findet sich auch im Lenkrad wieder. Eine andere Lederpolsterung, Ziernähte, Schaltwippen und die Metallic-Lackierung zeichnen den „Platinum“ ebenfalls aus, denn während dieser serienmäßig in Chroma-Blau Metallic ausgeliefert wird, ist der „ST-Line“ von Haus in in Liquid-Weiß lackiert.

Wer sich Stand heute (13. Juli 2020) durch den Konfigurator durchklickt, erhält eine unverbindliche Aktionspreisempfehlung ab 67.090 Euro.

Stand: Juli 2020; Test und Fotos: CARWALK – Der Autoblog; Innenraumfoto: Ford

2 Gedanken zu “Ford Explorer Plug-in Hybrid MY2020

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