Kia XCeed 1.6 CRDi Mildhybrid mit iMT

Nach dem Fünftürer Kia Ceed, dem praktischen Sportswagon und dem aufregenden Shooting Brake ProCeed stellt der XCeed das vierte Familienmitglied der Kia Ceed-Baureihe dar. Der Kia XCeed nimmt die Rolle des Crossover-Modells ein und positioniert sich zwischen dem kleineren Crossover Stonic und dem SUV Sportage. Dem Hersteller ist jedoch nicht nur daran gelegen, der stets steigenden Nachfrage an Crossover- und SUV-Modellen nachzukommen. Kia Motors gilt seit geraumer Zeit als Vorreiter im Bereich Elektromobilität und innovativer Technologien. In meinem Testwagen paart Kia die 48-Volt-Mildhybrid-Technik erstmals mit einem intelligenten Schaltgetriebe, kurz iMT. Es gibt wahrlich viel über den Kia XCeed zu berichten.

Das Motorenportfolio des Kia XCeed präsentiert sich neu strukturiert. Wurde beispielsweise die kleinere Dieselvariante aus dem Sortiment genommen. So steht auf Seite der Selbstzünder lediglich der von mir getestete 136 PS starke 1.6 CRDi zur Wahl, der seit April 2020 serienmäßig über ein 48-Volt-Mildhybridsystem verfügt.

Die drei turboaufgeladenen Benziner kommen (noch) ohne aus und decken ein Leistungsspektrum von 88 bis 150 kW respektive 120 bis 204 PS ab. Die seit März 2020 erhältliche Plug-in-Hybrid-Variante lasse ich an dieser Stelle einmal außen vor. Möchte ich die Neuheiten Mild-Hybrid-System und iMT-Schaltgetriebe in den Fokus rücken. Diese sind wiederum beide an den Diesel gebunden.

Der 1.6 CRDi umfasst ein 48-Volt-Bordnetz inklusive Lithium-Ionen-Batterie und ist darüber hinaus mit einem 12 kW Startergenerator ausgerüstet. Mit dieser Unterstützung im Hintergrund beschleunigt der Kia XCeed in 10,6 Sekunden. Der Mild-Hybrid dient zur Stromerzeugung und einer Steigerung der Energierückgewinnung.

Die 48-Volt-Technologie bringt eine Start-Stopp-Funktion mit sich, die den Kia XCeed bereits beim Bremsvorgang bzw. Ausrollen und einer Geschwindigkeit unter 25 Stundenkilometern abschaltet. Die Batterie muss hierzu ausreichend geladen sein.

Der XCeed 1.6 CRDi EcoDynamics+ mit iMT weiß mit der Effizienzklasse „A+“ zu glänzen und verbraucht laut Datenblatt im Durchschnitt 4,2 bis 4,0 Liter pro 100 Kilometer nach NEFZ. Bei schonendem Umgang mit dem Gaspedal habe ich auf meinen Verbrauchsfahrten Werte um die fünf Liter ermittelt. Die Angaben der CO2-Werte nach WLTP liegen bei 138-131 g/km, laut NEFZ sind es 109-104 g/km.

Während der Fahrpräsentation vor zwei Jahren durfte ich das Doppelkupplungsgetriebe mit sieben Schaltstufen erfahren und dieses harmoniert mit den erhältlichen Motoren sehr gut. Den Aufpreis von zweitausend Euro würde ich persönlich in Kauf nehmen.

An dieser Entscheidung konnte auch mein Praxistest mit dem neuen iMT nichts rütteln. Bei dem neuen intelligenten Getriebe handelt es sich um einen Handschalter der über sechs Schaltstufen und eine elektronisch gesteuerte Kupplung verfügt. Sehr fein geführt und über kurze Wege zu schalten, gibt es da wirklich nichts zu meckern. In der Handhabe unterscheidet sich das iMT nicht von einem herkömmlichen Schaltgetriebe. Nur der Vorteil des Segelns kam während meiner Testfahrten leider zu wenig zum Tragen.

In der Theorie schaltet sich der Dieselmotor ab, sobald man den Fuß vom Gas nimmt, man muss hierfür nicht die Kupplung betätigen und den Leerlauf einlegen – die entsprechenden Fahrbedingungen natürlich vorausgesetzt. Der Kia XCeed entkoppelt den Motor vom Getriebe und man beginnt zu Segeln, der Elektromotor verrichtet seine Arbeit und der Kraftstoffverbrauch sinkt auf Null.

Auf diese Spriteinsparung konnte ich in der Praxis allerdings nur in den wenigsten Fällen setzen. Wenn auch in meinen Augen die nötigen Voraussetzungen gegeben waren, so wollte mein XCeed meist nicht in die Segelfunktion wechseln. Bei Stadtfahrten ist es mir nicht einmal gelungen, auf der Landstraße bei Tempo 100 hatte ich dagegen die größten Chancen. Ist es mir gelungen, war ich von der Segelfunktion begeistert. Die Geschwindigkeit reduziert sich nur langsam und so waren mir auf der Autobahn lange Segelpassagen möglich. Ist der erneute Tritt auf das Gaspedal notwendig oder die Bremse sowie das Kupplungspedal müssen betätigt werden, springt der Diesel sofort und akustisch fast unbemerkt wieder an.

Verwundert hat mich zudem, es heißt, dass System arbeitet bis Tempo 125. Kaum bin ich knapp über 140 km/h gefahren, begann mein Testwagen angenehm zu segeln. Mein Ziel war es selbstverständlich möglichst viele Segelpassagen zu nutzen, doch trotz vorausschauender Fahrweise hatte ich letztlich kaum Einfluss.

Auch bei meinem ersten Kennenlernen im September 2020 konnte mich das iMT nicht von sich überzeugen und verweigerte meist die Segelfunktion. Ich zweifelte schon an meinem Verstand, der Motor wollte sich lediglich auf der kurzen Autobahnpassage abschalten.

Jüngst durfte ich jedoch das intelligente Schaltgetriebe bei der Konzernmutter Hyundai im neuen i20 erfahren und siehe da, selbst in der Stadt war mir ein problemloses Segeln möglich.

Bis dato war es rein den Modellen mit DCT-Getriebe möglich mittels „Drive Mode Select“-Schalter zwischen den Fahrmodi Normal und Sport zu wechseln. Mit der Einführung der Mild-Hybrid-Versionen erweitert Kia diese Möglichkeit auch auf das neue intelligente Schaltgetriebe.

So konnte ich in meinem 1.6 CRDi EcoDynamics+ den Sport-Modus aktivieren und dem Selbstzünder noch mehr Temperament entlocken. Während der Motor direkter anspricht, agiert die Lenkung sportlicher.

Die 18 Zoll Leichtmetallfelgen mit der 235er Bereifung lassen den Kia XCeed richtig schick dastehen und zu meiner Verwunderung, spendiert Kia Motors diese dem XCeed serienmäßig. Einzig das Basismodell Edition 7 muss sich mit 16 Zoll Reifen begnügen.

Breitreifen und Niederquerschnitt stehen für eingeschränkten Komfort und wenn mein Testwagen mit seinen 18 Zöllern gegenüber der 16 Zoll Bereifung Querfugen deutlicher quittieren mag, so weiß mein Kia XCeed mit einem tollen Fahrgefühl aufzuwarten. Der Kia XCeed wurde sowohl meinem Komfortanspruch wie auch den geforderten sportlichen Ambitionen gerecht.

Fernlichtassistent, Müdigkeitswarner, Frontkollisionswarner inklusive Bremseingriff, autonomer Notbremsassistent, aktiver Spurhalteassistent mit korrigierendem Lenkeingriff, Geschwindigkeitsregelanlage… die Liste an serienmäßigen Fahrassistenten ist im Kia XCeed lang.

Und liest sich ab der Ausstattungslinie Spirit noch länger, denn dann findet sich zusätzlich der aktive Frontkollisionswarner mit Fußgänger- und Fahrraderkennung und eine adaptive Geschwindigkeitsregelanlage mit Stop-and-Go-Funktion und den Stauassistenten an Bord (DCT7 vorausgesetzt).

So ist dem Kia XCeed teilautonomes Fahren möglich, erkennt das Fahrzeug weit mehr als nur die Fahrbahnmarkierungen. Das System übernimmt das Beschleunigen, Bremsen und Lenken, hält den XCeed mittig in der Spur und den Sicherheitsabstand zum vorausfahrenden Fahrzeug.

Der Querverkehrswarner, die Verkehrszeichenerkennung, der Spurwechselassistent und der Parkassistent sind in den Varianten Spirit und Xdition optional verfügbar und im Topmodell Serie.

Unverkennbar ist beim Kia XCeed die Ceed-Familienzugehörigkeit auszumachen und doch weiß sich das Crossover-Modell eigenständig zu präsentieren. Dies gelang bereits dem Shooting Brake und wird vom XCeed nochmals übertroffen. Lediglich die Plattform und die vorderen Türen entstammen der fünftürigen Basis.

Ob es der iF Award oder der Red Dot Award ist, der Kia XCeed wurde mit beiden dieser renommierten Designpreise ausgezeichnet. Absolut zu Recht. Der Kia XCeed weiß die dynamischen Designlinien harmonisch mit den kraftvollen Crossover-Elementen zu kombinieren. Schwarz verkleidete Radläufe, ein markanter Seitenschweller, der Unterfahrschutz sowie die um 44 Millimeter erhöhte Bodenfreiheit charakterisieren das Modell.

Der Kia XCeed überragt den Fünftürer um acht Zentimeter und misst 4,39 Meter, der Radstand entspricht wiederum den anderen Ceed-Varianten. Womit ich zum Innenraum überleiten möchte.

Die hochwertige Cockpit-Anmutung begeistert mich in der dritten Ceed-Generation seit jeher, hier macht das Crossover-Modell keine Ausnahme. Der freistehende Touchscreen zieht in der 10,25 Zoll Ausführung die Blicke auf sich.

Die Auflösung ist gestochen scharf und die Steuerung durch das Menü geht mir sehr einfach von der Hand. Mir war es mittels sogenannter Split-Screen-Funktion möglich den Bildschirm dreifach zu unterteilen und darüber hinaus einzelne Widgets individuell zu konfigurieren.

Das in meinem Testwagen verbaute volldigitale Kombiinstrument ist 12,3 Zoll groß und glänzt mit einer hohen Auflösung. Zwischen Tachometer und Drehzahlmesser liefert mir das Multifunktions-Display diverse Informationen des Bordcomputers, den Fahrassistenten oder weist mir mit der Navigation zusätzlich den Weg. Nahm ich mittels „Drive Mode Select“-Schalter den Wechsel in den Sport-Modus vor, änderte sich die Darstellung in eine sportlichere Grafik.

Mit UVO Connect der Phase II weiß Kia in Sachen Konnektivität zu beeindrucken. Wer sich für den Online-Dienst UVO Connect im Detail interessiert, kann sich in meinem entsprechenden UVO II Test in das Thema einlesen. Gibt es zu viel Interessantes zu berichten, da wäre es wirklich schade, wenn die Möglichkeiten an dieser Stelle zu kurz kommen.

Der Crossover-Kunde schätzt am Fahrzeug insbesondere die erhöhte Sitzposition und den daraus resultierenden komfortablen Ein- und Ausstieg. Der Kia XCeed weiß diese Vorzüge mit einem großartigen Gestühl zu paaren. Wunderbar ausgeformt, angenehm straff gepolstert, habe ich im Nu die optimale Sitzposition gefunden und reise auch auf langen Strecken ohne Rückenbeschwerden. Während die Sitzkühlung an heißen Tagen für die nötige Abkühlung sorgt, wärmt mich die Sitzheizung und die Lenkradheizung bei den aktuellen winterlichen Temperaturen.

Auf Wunsch kannst Du die Mitreisenden auf der Rückbank ebenfalls mit einer Sitzheizung verwöhnen. Ob mit oder ohne, mit großzügigen Platzverhältnissen weiß der Kia XCeed in jedem Fall zu punkten. Nehmen auch Sitzriesen gerne auf den hinteren Sitzmöglichkeiten Platz.

Mit einem Fassungsvermögen von 426 Liter hat der Kofferraum des Kia XCeed einiges zu bieten. Im Handumdrehen habe ich das Gepäckabteil auf bis zu 1.378 Liter vergrößert. Die dreigeteilte Rücksitzbank (40:20:40) bietet mir hier eine tolle Variabilität, zusätzlich lässt sich der Ladeboden in der Höhe verstellen.

Mit dem erhältlichen Fahrradträger erlaubt mir der Kia XCeed obendrein eine einfache Mitnahme meiner Fahrräder. Dabei muss der Träger nicht kompliziert und umständlich an der Heckklappe befestigt werden. Mit nur wenigen Handgriffen hatte ich den Fahrradträger bequem auf der Anhängerkupplung angebracht und konnte zwei Fahrräder „aufschnallen“. Der bequeme Zugang zum Kofferraum mittels der sensorgesteuerten elektrischen Heckklappe bleibt trotz montierten Träger erhalten. Bei Nichtgebrauch faltest Du den Fahrradträger einfach zusammen und er verschwindet im Kofferraum.

Wer schnell zugreift, spart bei Kia bis zum 31.12.2020 16 Prozent Mehrwertsteuer. Dieses Angebot mal außer Acht gelassen, starten die Preise für den Kia XCeed 1.0 T-GDI Edition 7 bei 20.850,76 Euro.

Das 120 PS starke Aggregat ist alternativ in den Varianten Vision und JBL Sound Edition erhältlich. Mit dem Spirit, der Xdition und der Platinum Edition hat Kia allerdings drei weitere sehr attraktive Ausstattungen in petto. Einzig der 1.4 T-GDI mit Schaltgetriebe lässt sich mit allen sechs zur Wahl stehenden Niveaus kombinieren. Die DCT-Ausführung schließt die Einstiegsversion aus.

Der 1.6 T-GDI ist von Haus aus an die Doppelkupplung gebunden und ist in den drei höchsten Ausstattungsniveaus verfügbar. Der von mir gefahrene Diesel mit 48-Volt-Mild-Hybrid ist sowohl als Handschalter (iMT) wie auch mit DCT erhältlich und schließt lediglich die Basisvariante und das Sondermodell JBL Sound Edition aus. Die Preise erstrecken sich von 26.991,93 bis 37.324,71 Euro inklusive 16%MwSt.

Die 7-Jahre-Herstellergarantie gehört für Kia bei allen Modellen und Ausführungen stets zum guten Ton und ist bis heute im Automobilmarkt einzigartig. Mit dem ab Werk fest eingebauten Kartennavigation gewährt der Hersteller Dir zudem das 7-Jahre-Kia-Navigationskarten-Update und den Online-Dienst UVO Connect kannst Du ebenfalls für sieben Jahre kostenlos nutzen.

Stand: Dezember 2020; Test und Fotos: Lexi Lind

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