Jeep Renegade Modelljahr 2020

Seit 2014 nimmt der Renegade die Rolle des kleinsten Jeep ein und schreibt für die Marke mit weltweit mehr als einer Million Verkäufen eine eindrucksvolle Erfolgsgeschichte. 2018 folgte die erste dezente Modellpflege, die nächste kleine Auffrischung lies nicht lange auf sich warten und im vergangenen Jahr bekam der Renegade auch neue Motoren spendiert, um sich den strengen Euro 6d-TEMP Anforderungen zu stellen. Da steht auch schon das Modelljahr 2020 in den Startlöchern und setzt in punkto Technologie, Konnektivität und Sicherheit nochmal eine Schippe drauf. Außerdem wird das MY 2020 erstmals in elektrifizierter Variante angeboten, bietet Jeep den Renegade künftig auch mit Plug-In-Hybrid an. Die sogenannte 4xe-Version wird noch in diesem Jahr in den Verkauf gehen.

Das gesamte Motorenportfolio präsentiert sich neu aufgestellt, die seit September 2019 geltende Abgasnorm Euro 6d-TEMP erfüllt der Jeep Renegade dank des Wegfalls einiger Motoren und der Einführung völlig neuer Aggregate. Benziner fahren mit einem Partikelfilter vor und die Diesel können mit SCR-Kat inklusive AdBlue-System aufwarten. Außerdem wird 2020 die elektrifizierte Plug-In-Hybrid erhältlich sein, nähere Infos, Preise sowie eine Ausfahrt folgen im Laufe des Jahres.

Den Einstieg in die Renegade-Welt stellt der 1.0 Liter große Dreizylinder-Turbobenziner mit 88 kW / 120 PS dar, ausgerüstet mit einem Sechsgang-Handschalter kommt das Aggregat auf ein maximales Drehmoment von 190 Newtonmetern. Der 1,3-Liter-Turbobenziner packt mit 110 kW / 150 PS und 270 Newtonmeter Drehmoment Leistung drauf, ist zudem ein Vierzylinder und mit einem Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe ausgerüstet, aber ebenfalls an den Vorderradantrieb gekoppelt. Die auf dem Motor basierende Version mit 132 kW / 180 PS und 270 Newtonmeter Drehmoment setzt auf Vierradantrieb und die Neungang-Wandlerautomatik.

Auf Seiten der Dieselmotoren stellt Jeep dem Renegade den MultiJet-Turbodiesel mit 1,6 beziehungsweise 2,0 Liter Hubraum zur Seite. In der kleineren Ausführung musst Du Dich mit 88 kW / 120 PS und ein maximalen Drehmoment von 320 Newtonmetern begnügen. Kombiniert mit Vorderradantrieb, hast Du aber die Wahl zwischen dem Handschalter mit sechs Gängen oder dem Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe.

Der größere Turbodiesel ist immer allradangetrieben und zudem in zwei Leistungsstufen erhältlich. Entweder mit 103 kW / 140 PS, wobei Du auch hier die Wahl beim Getriebe hast und Dich zwischen Sechsgang-Handschaltgetriebe und Neungang-Automatikgetriebe entscheiden kannst, oder der 170 PS Variante.

Ich durfte den rassigen Trailhawk erfahren, der ausschließlich mit dem stärksten Diesel unter der Haube ausgeliefert wird. Die 125 kW / 170 PS und das maximale Drehmoment 350 Newtonmeter bringt der Renegade dank feiner Neungang-Automatik und Vierradantrieb Jeep Active Drive Low souverän auf die Straße. Nichts desto trotz muss ich sagen, in Anbetracht von Fahrzeuggröße, Gewicht und Leistungswerten habe ich etwas mehr Performance erwartet, man muss auf jeden Fall das Gaspedal durchtreten, um wirklich zügig voranzukommen.

Der 170 PS starke 2.0 Turbodiesel MultiJet mit Start&Stopp-Automatik ist zudem noch ein rauer Geselle und mit 7,2 Liter bei entschleunigter Fahrweise auch nicht unbedingt der Sparsamste.

Der Renegade ist sowohl mit Frontantrieb als auch zwei verschiedenen Allradsystemen verfügbar, je nach Motorisierung liegt die Bodenfreiheit bei bis zu 21 Zentimeter.

Das angenehm straffe Fahrwerk hinterlässt einen guten Eindruck und überrascht in flotten Kurven mit nur sehr geringen Seitenneigungen. Aber auch das Komfort-Potential kann mich überzeugen.

Die Lenkung arbeitet angenehm straff, direkt sowie ausreichend gefühlvoll und bietet mir eine gute Rückmeldung.

Im alltäglichen Fahrbetrieb bin ich zumeist mit der Allradeinstellung „Auto“ unterwegs, hier wechselt der Renegade stufenlos von Vorderrad- auf Vierradantrieb, wenn dieser tatsächlich von Nöten ist und allenfalls bei winterlichen Straßenverhältnissen wechsle ich in den „Snow“ Modus.

Erst abseits der asphaltierten Pisten kommen die Einstellungen Sand und Mud zum Einsatz. Und im Gelände glänzt der kleine Jeep Renegade mit enormem Verschränkungspotenzial, mein Trailhawk hat zudem die Einstellung Rock zu bieten, sodass auch felsiges Gelände gemeistert werden kann. Spezielle Offroad-Stoßfänger mit vergrößertem Böschungswinkel zeichnen den Trailhawk ebenfalls aus.

Bis die Schalter 4WD low und 4WD lock bemüht werden müssen, muss man schon in wirklich raue Gefilde eintauchen. Der Großteil der Käufer wird wohl nie in den vollen Genuss von „Active Drive Low“ kommen. Was wirklich schade ist, denn die Performance ist beeindruckend, zu sehen wie der Jeep Renegade Trailhawk sich fast unbeeindruckt seinen Weg bahnt. Die Bergabfahrunterstützung lässt Dich auch steile Abwärtspassagen ohne Schweißperlen auf der Stirn bewältigen.

Das polarisierende Design bewahrt sich der Jeep Renegade auch im neuen Modelljahr, er steht wortwörtlich zu seinen Ecken und Kanten. Und wenn es auch der Kleinste im Bunde ist, so ist es ein waschechter Jeep mit sieben senkrechten Schlitzen im Kühler, wobei sich der Grill leicht verändert präsentiert. Die recht eckigen, trapezförmigen Radläufe und der massive Unterfahrschutz zählen unverändert zu den für einen Jeep charakterisierenden Designelementen.

Die Schürzen sowie die 19 Zoll Räder sind wiederum neu und darüber hinaus kannst Du nun auf Wunsch die Scheinwerfer in einer LED-Ausführung ordern. Die Rückleuchten mit dem auffälligen X prägen auch das neue Modelljahr und stellen eine Reminiszenz an die Markenhistorie dar, sollen sie an die Reservekanister erinnern, die einst am Heck des Willys Jeep hingen.

Zugegeben, seit Beginn an erinnert mich die Optik an ein Spielzeugauto von Playmobil, doch ich muss sagen, ich habe mittlerweile durchaus großen Gefallen daran gefunden, zumal der Jeep Renegade immer wieder aufzeigt, wie viel Jeep wirklich in ihm steckt.

Noch ein bisschen mehr Jeep-Feeling gibt es obendrein in der von mir gefahrenen Ausstattungsvariante Trailhawk, die sich optisch nochmals hervorhebt. Die Reling, der Grill und die Einsätze bzw. der Unterfahrschutz in den Schürzen sind in mattem Schwarz ausgeführt und eine spezielle Frontschürze vergrößert den Böschungswinkel.

Ungeachtet der Ausstattung, baut Jeep die Farbpalette im MY2020 um die Karosseriefarben Blue Shade, Sting Grey und Bikini auf zwölf Varianten aus, die erhältlichen Farben sind zum Teil auch mit dem schwarz lackierten Dach kombinierbar. Möglichkeiten zur weiteren Individualisierung hat Jeep ebenso in petto, wie auch limitierte Modellversionen.

Die äußerlichen Änderungen sind wirklich dezent ausgefallen, die Aufwertungen im Innenraum entfallen ebenfalls weniger auf die Optik und so kommt der Jeep Renegade auch hier unverändert stylisch daher, die Materialanmutung wirkt eher robust als hochwertig, was aber zum Fahrzeugcharakter passt.

Das Modelljahr 2020 rückt besonders die Konnektivität in den Vordergrund. Führt Jeep die vierte Generation des Infotainmentsystems Uconnect ein und setzt zudem auf größere Displays. Bisher waren Bildschirme mit 5,0 bzw. maximal 6,5 Zoll verbaut, nun variieren die Größen zwischen 5,0, 7,0 und 8,4 Zoll. Im Falle der beiden größeren Ausführungen, kann ich ganz bequem per Handgeste auch hinein- und herauszoomen. Unabhängig von der Display-Größe wartet Uconnect mit einem stärkeren Prozessor auf, die angezeigten Symbole können beliebig verschoben werden, die Sprachsteuerung funktioniert noch besser und eine Smartphone-Anbindung via Apple Carplay sowie Android Auto ist für den Renegade ebenfalls selbstverständlich. Zusätzlich lassen sich im neuen Modelljahr die Klimaeinstellungen auch per Touchscreen vornehmen.

In Verbindung mit der 8,4-Zoll-Touchscreen Ausführung verfüge ich serienmäßig über „My Remote”, „My Car” und „My Navigation”, darüber hinaus habe ich Zugriff auf Uconnect Live, womit ich Internetradio, Musikstreaming oder Social Media Dienste auch von unterwegs aus nutzen kann. Zudem ist mir möglich, aus der Ferne die Türen zu öffnen oder zu schließen, sowie die Lichthupe zu aktivieren. Der direkte Zugriff auf diverse Serviceleistungen, wie auch die mobile Applikation My Uconnect steigern die Konnektivitätsmöglichkeiten um ein weiteres, kann ich nun nicht nur mit meinem Smartphone oder falls vorhanden einer Smartwatch auf das Multimedia-System zugreifen. Auch die Kommunikation mit digitalen Assistenten wie beispielsweise Alexa gehört zum Serviceangebot. Die Ortung des Jeep Renegade ist ebenso möglich, wie die Aufzeichnung von Betriebsdaten, Verkehrsnachrichten in Echtzeit abrufen und die Routenplanung vom Sofa aus.

Wer sein Fahrzeug verleiht, kann auf Wunsch benachrichtigt werden, sollte die voreingestellte Geschwindigkeit überschritten werden, oder der Fahrer das festgelegte Gebiet verlassen. Wem das alles noch nicht genug ist, Jeep führt unter dem Punkt „Optionen“ weitere Applikationen auf. Mit „My Wi-Fi” wird Dein Renegade zum W-LAN-Hotspot, „My Theft Assistance” alarmiert Dich, wenn ein Diebstahlversuch oder ein unberechtigter Zugriff erkannt wird, und die Funktion „My Fleet Manager” wendet sich an die Verwalter kleiner Fahrzeugflotten.

Besonders gut gefällt mir, mein Smartphone findet im neuen Modelljahr seinen eigenen Platz und meine Mitfahrer können nun auf einen besser erreichbaren zweiten USB-Anschluss im Fond zugreifen.

Jeep-Fans werden sich zudem über die sogenannten „Jeep Skills“ freuen, bietet mir das 8,4-Zoll-System auch geländespezifische Daten, die ich mir über den Touchscreen anzeigen lassen kann.

Der Renegade ist stolz ein Jeep zu sein, dass wird auch bei Entdecken der kleinen Easter Eggs klar, wie beispielsweise dem kleinen Willys-Jeep der sich am Rand der Frontscheibe seinen Weg bahnt.

Aber auch die Front-Silhouette des Jeep Renegade taucht wieder an den Boxen in den Vordertüren oder an der Innenseite der Kofferraumklappe auf.

Wenn man im Jeep Renegade bis dato die Heckklappe öffnen wollte, griff man automatisch erst mal an den falschen Schlitz, denn zum Öffnen musste man ganz nach unten greifen. Jetzt gibt es erfreulicherweise einen gut sichtbaren handlichen Griff.

Die Heckklappe schwingt unverändert weit auf, der Laderaum ist glattflächig und gut nutzbar, und bietet mir mit 351 Liter ein gutes Stauvolumen. Mit umgeklappten Sitzen gehen bis zu 1.297 Liter rein. Wenn der Boden auch nicht ganz eben ist, so befinden sich darunter weitere Ablagemöglichkeiten.

Komme ich nochmal kurz zur Kofferraumklappe, die dort montierte Rückfahrkamera verschmutzt leider bei Offroadfahrten oder bei Regen stark und rasch ist die Sicht weg.

Wie klein der Renegade für einen Jeep auch sein mag, das Platzangebot ist sehr gut, gerade Großgewachsene werden sich über die enorme Kopffreiheit freuen, die bis in den Fond reicht. Mit meinen 1.80 Meter nehme ich auch auf der Rückbank noch bequem Platz.

Der neue Konnektivitätsumfang macht sich auch im Bereich Sicherheit bemerkbar, so gestattet Dir der „My Assistant” Notrufe inklusive Übermittlung von Fahrzeugposition und -identifikation an ein Call-Center. Entsprechenden Notruf kannst Du über den im Fahrzeug integrierten SOS-Knopf, das Multimedia-System oder die entsprechende Smartphone-Applikation absetzen. Im Falle eines Unfalls wird der Notruf automatisch ausgelöst.

Abhängig von der gewählten Ausstattung hat der Jeep Renegade nun serienmäßig oder gegen Aufpreis auch eine Notbremsfunktion, den Abstandstempomat, das Auffahrwarnsystem, die intelligente Verkehrszeichenerkennung, den Fernlichtassistent, den aktiven Spurhalteassistent, den Totwinkel-Assistent oder die aktive Einparkhilfe im Angebot.

Auch im Modelljahr 2020 steht der Jeep Renegade mit einer umfangreichen Modellpalette aus vier Ausstattungen – Sport, Longitude, Limited und Trailhawk – sowie mit aktuell sechs Motoren und sieben Motor-/Antriebskombinationen zur Wahl. In limitierter Ausführung bietet Jeep zudem die Modellversionen S, Upland und Night Eagle an.

Während es die Basisversion Sport für 20.900 Euro ausschließlich in der Ausführung 1.0l T-GDI i3 mit 120 PS, Frontantrieb und 6-Gang-Schaltgetriebe gibt, ist die nächst höhere Version Longitude mit drei Motoren und dem 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe kombinierbar. Die Ausstattungslinie Limited steht in Verbindung mit allen Benzinern und dem 140 PS starken 2.0l MultiJet zur Wahl. Der von mir gefahrene Trailhawk ist ausschließlich an den stärksten Diesel, Jeep Active Drive Low und das 9-Stufen-Automatikgetriebe gekoppelt und nimmt mit 36.100 Euro die Rolle des Topmodells ein.

Entscheidest Du Dich für den Kauf des Modelljahrgangs 2020, kannst Du auch beim Jeep Renegade zwischen maßgeschneiderten Finanzierungen und Leasinglösungen wählen, die Dir die FCA Bank zur Seite stellt.

Stand: Januar 2020; Test und Fotos: CARWALK – Der Autoblog

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