Aloha, Hyundai Kona.

Nun steigt auch Hyundai in das wachstumsstarke Segment der kleinen Sport Utility Vehicles ein und erfindet sich mit dem neuen Hyundai Kona auch irgendwie neu, gab es solch ein Lifestyle-betontes Modell bis dato noch nicht im Portfolio. Soweit klingt das ja alles gar nicht schlecht, doch ehrlich gesagt, mich konnten die Koreaner mit dem neuesten Spross nicht für sich gewinnen. Dabei finde ich stets großen Gefallen an den Hyundai-Modellen und gerade das so wichtige SUV-Portfolio decken die Koreaner mit dem Tucson, Santa Fe und Grand Santa Fe sehr gelungen ab. Nun rundet der Kona diese Produktpalette also nach unten hin ab, fällt aber zugleich auch aus dem Rahmen, handelt es sich hier keineswegs um eine kleine Version des Tuscon.

Schade eigentlich, denn optisch verfehlt der Kona leider meinen Geschmack. Und wie Hyundai selbst sagt, gehört die Optik mittlerweile zu den Top 3 Kaufargumenten, in diesem Segment steht dieser Aspekt sogar ganz oben, wie auch der sogenannte Lifestyle-Anpruch. Doch leider beschränkt Hyundai diese „Extravaganz“ außen auf zwei und im Inneren sogar nur auf eine von fünf Ausstattungslinien und dann musst Du auch noch extra dafür bezahlen. Doch dazu später mehr.

Die Verantwortlichen möchten mit dem Kona Neukunden für sich gewinnen und insbesondere abenteuerlustige Personen locken, die dem konservativen Lebensstil entfliehen möchten. Völlig neue Wege gehen die Koreaner diesbezüglich auch beim Namen, während die großen SUV-Brüder nach den Städten Tucson und Santa Fe benannt worden sind, leitet sich dieser Modellname von einer Hawaii-Insel, dem Kona Distrikt, ab.

Ich steh auf optisch außergewöhnliche Fahrzeuge, wer CARWALK – Der Autoblog verfolgt, weiß das, doch der Kona konnte mich einfach nicht catchen … wenn ich auch diverse von Hyundai aufgeführte Zielgruppen-Attribute erfülle, so fehlt mir die optische Harmonie, wirkt gerade die Front zu überladen.

Ich weiß, nichts geht weiter auseinander als Geschmäcker und so möchte ich Dir an dieser Stelle gar nicht weiter meine Meinung aufdrängen, soll jeder für sich selbst das von Hyundai gewählte Design interpretieren und entscheiden, ob es ihm gefällt oder nicht.

Ein Lifestyle-Auto ohne Bicolor-Lackierung im Angebot, scheint mir mittlerweile undenkbar und Hyundai teilt meine Ansicht, bringen sie mit der erstmals erhältlichen Zweifarblackierung noch mehr Abwechslung ins Spiel.

So kannst Du das Dach gegen 600,- Euro Aufpreis – allerdings nur in den Versionen Style und Premium möglich – in Schwarz (Phantom Black) oder dunklem Grau (Dark Knight) lackieren lassen, was sich gerade in Verbindung mit den farbenfrohen Lackierungen Acid Yellow (ist aber vielmehr ein Grün denn ein Gelb, aber zweifelsohne mein Favorit), Tangerine Comet oder Blue Lagoon besonders gut macht. Insgesamt hat Hyundai übrigens zehn Farbtöne im Angebot.

Der Vergleich mit der Konzernschwester kommt unweigerlich auf den Tisch, auch wenn der Hyundai Kona auf eine eigens entwickelte und neue Plattform setzt, die ihm zudem den Verbau eines Allradantriebs möglich macht. Auf eine Gegenüberstellung möchte ich hier und jetzt verzichten und Dich bei Interesse lediglich auf meinen Fahrbericht vom Kia Stonic verlinken. Im Rahmen dieses Autotests möchte ich mich ausschließlich dem Hyundai Kona widmen. Also, nichts wie rein in den kleinsten SUV-Spross von Hyundai.

Kein Modell der Marke bot Dir bis dato so große Individualisierungsmöglichkeiten, so lassen sich Lüftungsdüsen, Schalthebelverkleidung, die Einfassung von Zündschloss oder Start-/ Stopp-Knopf, die Nähte von Sitzbezügen und Lenkrad auf Wunsch passend zu Außen in Limone, Orange oder Rot ausführen. Das bietet zum klassischen Schwarz natürlich einen tollen Kontrast. Besonders gut gefallen haben mir die entsprechend farblich abgestimmten Sicherheitsgurte.

Die Begeisterung trübt allerdings ein Blick in die Preisliste. Denn wer auf farbliche Akzente setzen möchte, findet diese nur in der Ausstattung Style und muss dann auch noch 1.400 Euro dafür zahlen. Warum die vereinzelten farblichen Elemente so teuer sind? Sie sind nur in Verbindung mit den Ledersitzen zu haben.

In Fahrzeugen, die gezielt den Lifestyle-orientieren Kunden ansprechen möchten, darf die Smartphone-Anbindung per Android Auto und/oder Apple CarPlay natürlich nicht fehlen. So bietet der Kona nicht nur diese Möglichkeit sowie den optionalen Routenführer, sondern ebenfalls ein erstmals von Hyundai eingesetztes System mit der Bezeichnung Display Audio. Warum diese Multimedia-Einheit jedoch über einen sieben Zoll Touchscreen bedient wird, platziert Hyundai ansonsten für Audio- und Navigationssystem einen acht Zoll großen Touchscreen freistehend mittig auf der Armatur. Aber gut, darüber hinaus verfügt dieses System über Bluetooth und ermöglicht Telefonieren via Freisprecheinrichtung oder aber Musikstreaming und überträgt außerdem das Bild der serienmäßig integrierten Rückfahrkamera.

Neu ist auch der nun erhältliche Head-up-Display. Mittels Tastendruck fährt oberhalb des Instrumententrägers eine transparente Scheibe heraus, auf die nicht nur die Geschwindigkeit und Navigationsanweisungen projiziert werden, auch der Tankinhalt oder Hinweise der zahlreichen Assistenzsysteme können direkt in Deinem Sichtfeld angezeigt werden. Mir persönlich ist die herausfahrende Fläche jedoch ein Tick zu weit nach vorn gekippt.

Während viele Handys noch nicht in der Lage sind, ist der Hyundai Kona in den beiden höchsten Ausstattungsvarianten bereit Dein Handy auch kabellos über eine Ablagefläche mit Ladefunktion nach dem Qi-Standard aufzuladen.

Wer das für 850,- Euro in der Version Trend, Style und Premium erhältliche Navigationssystem ordert, kommt auch in den Genuss des Soundsystems des amerikanischen Hi-Fi-Spezialisten Krell mit acht Lautsprechern.

Mit der kompakten Außenlänge von 4,17 Metern, mit Außenspiegeln knapp über zwei Meter breit und einer Höhe von 1,55 Metern erweist sich der Hyundai Kona als ein SUV, das sich besonders in unseren Städten wohlfühlen soll, mit einem Radstand von 2,60 Metern aber zugleich großzügigen Raum im Inneren bietet.

So bringst Du nicht nur fünf Großgewachsene bequem unter, auch das Gepäckabteil erweist sich mit einem Ladevolumen von 361 Litern als praxistauglich.

Wenn auch nicht rekordverdächtig, so kannst Du aber mit einfachen Handgriffen die Rückbank asymmetrisch geteilt umklappen und den Stauraum auf bis zu 1.143 Liter vergrößern. Der Einlegeboden erlaubt darüber hinaus eine flexible Anpassung.

Unabhänig von der Variante, Front- oder Allrad, verfügt der Hyundai Kona über eine Einzelradaufhängung mit McPherson-Federbeinen. Doch während in den Modellen mit Frontantrieb eine Verbundlenker-Hinterachse zum Einsatz kommt, wurde in den Allradantrieb-Versionen eine fahraktive Mehrlenker-Hinterradaufhängung verbaut.

Im Gesamten angenehm straff ausgelegt, poltert zwar die ein oder andere Unebenheit merklich nach Innen, dafür vermittelt er mir in schnell gefahrenen Kurven ein wunderbar dynamisches Gefühl und das trotz höheren Aufbaus.

Dass es den Hyundai Kona auch mit Allradantrieb gibt, ist im Segment der kleinen SUVs durchaus selten, aber ehrlich gesagt auch meist nicht gefragt. Und so sehe ich das Angebot beim Kona auch eher als Einschränkung.

Denn, interessiere ich mich für den 177 PS (130 kW) starken 1.6 T-GDI, muss ich den Allrad in Kauf nehmen, in dieser ausschließlich erhältlichen Kombination ist dann auch das 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe 7-DCT enthalten.

Und wenn ich in der Regel auch großer Fan dieser Getriebealternative bin, so verliert das Topmodell unter Volllast seine Harmonie und so stößt mir der gequält laut aufschreiende Motor ebenso negativ auf, wie das teils ratlos umherschaltende Getriebe.

Und so lege ich doch lieber eine gemütliche Gangart an den Tag, wofür dann aber ehrlich gesagt auch der 1,0-Liter-Turbobenziner mit 88 kW / 120 PS völlig ausreicht, diesen wiederum gibt es stets mit Sechsgang-Handschaltung und Frontantrieb und so soll der Dreizylinder voraussichtlich auch über 70 Prozent des Volumens einnehmen.

Wer sich für Daten und Fakten interessiert … während der Vierzylinder in 7,9 Sekunden von Null auf Tempo 100 beschleunigt und auf der Autobahn 205 km/h schnell wird, hängt der Dreizylinder natürlich mit zwölf Sekunden und einer Höchstgeschwindigkeit von 181 km/h spürbar hinterher. Aber im alltäglichen und entspannten Fahrbetrieb ist davon nichts zu spüren. Erweist sich hier der kleine Benziner durchaus als sehr angenehm und zeigt sich beim Verbrauch mit den Herstellerangaben von 5,4 Litern gegenüber den 6,7 Litern natürlich deutlich sparsamer (CO2-Emissionen in g/km kombiniert: 125 bzw. 153).

Zum Marktstart am 4. November 2017 sind zunächst nur der 1.0 T-GDI und der 1.6 T-GDI verfügbar. 2018 folgt ein neu entwickeltes 1,6-Liter-Dieseltriebwerk, das in den Leistungsstufen 85 kW/115 PS und 100 kW/136 PS Leistung angeboten wird.

Zudem wird der Hyundai Kona ab dem nächsten Jahr als rein batteriebetriebene Elektro-Variante vorfahren. Die Reichweite des strombetriebenen Kona soll in der zweiten Ausbaustufe bis zu 500 Kilometer betragen.

Auf Individualisierung allein zu setzen wäre wahrlich der falsche Weg, das weiß auch Hyundai. Und bevor ich zu den Ausstattungen und Preisen im Detail komme, hier ein Überblick über die im Hyundai Kona verbauten Assistenzsysteme:

Bereits in der kleinsten Ausstattungsvariante Pure findest Du den aktiven Spurhalte- und Aufmerksamkeitsassistent. Ab der Ausstattungslinie Select legt Hyundai serienmäßig den autonomen Notbremsassistent inklusive Frontkollisionswarner mit Fußgängererkennung drauf (gegen Aufpreis auch für das Einstiegsmodell erhältlich). Den Totwinkel-Assistent und Querverkehrswarner hinten hat Hyundai in die Topausstattung Premium gepackt und bietet diese optional auch für den Style an.

Wiederum bei allen Versionen von Haus aus an Bord sind der Bergabfahr- und Berganfahrassistent oder beispielsweise der Lichtsensor. Apropos, Voll-LED-Scheinwerfer werden in Verbindung mit Abbiegelicht und Fernlichtassistent serienmäßig im Topmodell angeboten und kann in den Versionen Trend und Style hinzugebucht werden.

Neben den Niveaus Pure und Select, die beide allerdings ausschließlich mit dem 1.0 T-GDI für 17.500 bzw. 18.350 Euro zu haben sind, hat Hyundai die drei Ausstattungslinien Trend, Style und Premium zu bieten, die mit beiden Antrieben kombinierbar sind. Die Preise erstrecken sich entsprechend von 20.300 bis 28.600 Euro.

Die Grundausstattung Pure fährt bereits ab Werk mit elektrisch verstell- und beheizbaren Außenspiegeln, einer Zentralverriegelung, einem Audiosystem, einer Klimaanlage, Multifunktionslenkrad, Geschwindigkeitsregelanlage und elektrischen Fensterhebern rundum vor.

In der nächst höheren Ausstattungslinie Select ist außerdem die Dachreling sowie ein mit Leder bezogenes Lenkrad und Schaltknauf an Bord.

Wer sich von einer Lenkrad- oder Sitzheizung verwöhnen lassen möchte oder das Fahrzeug durch Parkpiepser und eine Rückfahrkamera vor unschönen Parkremplern schützen will, der muss aber bereits die Variante Trend bestellen. Die darüber hinaus serienmäßig mit 16-Zoll-Alufelgen, DAB-Radio und dem 7,0-Zoll-Touchscreen aufwartet.

Der Faktor „Lifestyle“ taucht allerdings erst in der Ausstattung Style auf. So sind diese Modellvarianten an den 18 Zoll großen Leichtmetallfelgen, den Chromumrandungen, den dunkel getönten Scheiben ab der B-Säule und einem Unterfahrschutz hinten zu erkennen. Die Farbelemente gibt es wie bereits erwähnt auch erst hier.

Das Head-up-Display, die Sitzlüftung, die elektrische Sitzverstellung, der Bordcomputer mit 4,2-Zoll-Farbdisplay, das Smart-Key-System inklusive Start-/Stopp-Knopf, der automatisch abblendende Innenspiegel oder die Einparkhilfe vorne bleiben zumindest serienmäßig der Topausstattung Premium vorbehalten.

Mittels diverser Options-Pakete kannst Du aber die Version Style und auch teils die Ausstattung Trend mit diesen Extras aufrüsten.

Für alle neuen Kona gewährt Hyundai Dir eine Garantie auf das gesamte Fahrzeug von fünf Jahren und das OHNE Kilometerbegrenzung. Die europaweit gültige Hyundai Mobilitätsgarantie, die ebenfalls 60 Monate gültig ist, macht das Paket perfekt und verlängert sich bei jeder Wartung in einer Vertragswerkstatt um ein weiteres Jahr ohne Begrenzung des Fahrzeugalters bis zu einer Fahrleistung von 200.000 Kilometern.

Stand: Oktober 2017; Test: CARWALK – Der Autoblog; Fotos: CARWALK / Hyundai

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