Hyundai i10: Erfolg mit Auszeichnung

Der Hyundai i10 ist von Beginn an ein Erfolgsgarant für die Koreaner. Mit der im Jahr 2013 vorgestellten zweiten Generation konnte der Hersteller aber zweifelsohne Maßstäbe setzen und so hatten Kleinstwagen der Mitbewerber hier schnell das Nachsehen. Zum Modelljahr 2017 unterzog sich der Hyundai i10 einer Überarbeitung. Doch reicht ein Facelift allein aus, um immer noch ganz oben mitzumischen? Im Falle des Hyundai i10 muss ich sagen, ja. Fährt der i10 ungebrochen hohe Verkaufszahlen ein und wurde erst vor wenigen Tagen als „bestes Importauto des Jahres“ ausgezeichnet. Anlass für mich, mir den aktuellen Hyundai i10 noch einmal etwas genauer anzusehen.

Der kleinste im Bunde folgt noch der bis dato aktuellen markentypischen Designsprache „Fluidic Sculpture“, Der Hyundai Kona und auch der neue Santa Fe zeigen aber bereits auf, Hyundai geht fortan optisch einen völlig neuen Weg. Wie sich dieser auf eine dritte Generation i10 auswirken wird, bleibt allerdings noch abzuwarten.

Die Veränderungen zum 2013er Modell sind aber auch so unübersehbar, präsentiert sich die Front im Detail völlig überarbeitet. Allein der Kaskaden-Kühlergrill und die neu positionierten und kreisrund geformten Tagfahrleuchten lassen das jüngste Modelljahr spürbar gereifter dastehen.

Die Retuschen am Heck sind da zwar deutlich dezenter ausgefallen, allerdings auch hier an den nun runden Nebelschlussleuchten zu erkennen.

Die vier weit öffnenden Türen geben den Weg frei ins Innere. Je nach Ausstattungs- und Farbwahl empfangen Dich hier peppig abgesetzte Dekorelemente und zweifarbige Sitze. Während mein Testwagen in knalligem Orange erstrahlte, stehen auch die Farben Rot oder Blau im Angebot.

Kleinstwagen setzen im Inneren gerne auf sichtbare Metallflächen und verzichten auf vollflächige Verkleidungen, nicht so der Hyundai i10. Und trotz verbauter Hartplastikteile, kommt hier keineswegs Billigcharakter auf.

Das Cockpit mit zweifarbigem Armaturenbrett und den übersichtlich angeordneten Bedienelementen wirkt aufgeräumt und bietet in den Versionen Trend und Style solch tolle Annehmlichkeiten wie ein beheiztes Lederlenkrad und ein Gestühl, das ebenfalls beheizbar ist.

Die beiden höheren Ausstattungen sind auch mit einem höhenverstellbaren Fahrersitz versehen. Für welche Ausstattung Du Dich letztlich auch entscheidest, das Lenkrad bleibt leider stets nur in der Höhe justierbar. Je nach Ausstattung sind aber erfreulicherweise auch die Gurte höhenverstellbar – eine Annehmlichkeit, die in diesem Segment leider meist nicht gegeben ist. Ebenso der durchaus akzeptable Seitenhalt, der das angenehm straff gepolsterte Gestühl abrundet.

Mit der Modellpflege hat Hyundai seinen i10 auch in Sachen Konnektivität fit gemacht, wenn mit 950,- Euro auch kein wirkliches Schnäppchen, so umfasst das für die höheren Ausstattungslinien verfügbare Radio-Navigationssystem einen sieben Zoll großen Touchscreen und ermöglicht Dir eine hervorragende Vernetzung mit Deinem Smartphone.

Dank Android Auto und Apple CarPlay konnte ich mein Handy perfekt einbinden und entsprechende Apps über den Monitor bedienen oder mir z.B. eingehende Kurznachrichten vom Sprachassistenten vorlesen lassen. Digitales DAB-Radio gehört ebenso zum Umfang, wie die sogenannten Live Services.

Hiermit berücksichtigt Hyundai bei der Routenführung Staumeldungen in Echtzeit, darüber hinaus kannst Du das Wetter am Zielort abrufen. Auf der Suche nach Hotels, Restaurants oder Sehenswürdigkeiten steht Dir der kleine i10 ebenfalls hilfreich zur Seite. Diesen Service bietet Dir der koreanische Hersteller übrigens sieben Jahre kostenlos, regelmäßige Karten-Updates inklusive.

Der Hyundai i10 beherbergt wenn nötig bis zu fünf Personen. Und während mich vorn ein luftiges Raumangebot erwartet hat, habe ich mit meiner Körpergröße von 1,80 Metern sogar auf der Rücksitzbank noch problemlos Platz genommen, der Mittelsitz sollte jedoch nur in Ausnahmefällen auf kurzen Strecken genutzt werden.

Der Kofferraum fasst 252 Liter, birgt aber leider eine hohe Ladekante sowie eine darauf folgende tiefe Stufe. Beim Umklappen der Sitze entsteht eine weitere Stufe. Durch nach vorn Klappen der Sitzfläche und Umlegen der Lehne vergrößert sich das Stauvolumen aber auf maximal 1.046 Liter. Die Gepäckraumklappe öffnet mittels verstecktem Griff im Markenlogo angenehm weit.

Für die zahlreichen Kleinigkeiten im Leben hält der Hyundai i10 im Innenraum weitere Ablagemöglichkeiten bereit. Somit lassen sich diese sowohl im verschließbaren Handschuhfach, wie auch in den einzelnen Fächern in der Mittelkonsole oder den Türen verstauen. Die vorderen Türen nehmen zudem Flaschen mit einer Größe bis zu einem Liter auf, während in den Fondtüren immerhin noch 0,6 Liter große Flaschen Platz finden.

Was Hyundai da im Jahr 2013 in punkto Fahrwerk auf die Räder gestellt hat, lies mich wirklich staunen. Sowohl die Agilität als auch den Komfort betreffend, konnte Hyundai in seinem Fahrzeugsegment Maßstäbe setzen.

So meistert der Kleinstwagen auch heute noch nicht nur holprige Pisten mühelos und bandscheibenschonend, auch die flotte Kurvenhatz liegt dem Hyundai. Das gutmütig untersteuernde Fahrzeug bleibt dank elektronischer Stabilitätskontrolle ESC und dem fahrdynamischen Stabilitätsmanagement VSM sicher auf Kurs, Unruhe kommt hier so schnell nicht auf.

Die angenehm präzise Servolenkung ermöglicht zudem ein direktes Ansprechverhalten, da gibt es nichts zu meckern.

Die Bremsanlage inklusive elektronisch geregeltem 4-Kanal-Antiblockiersystem mit elektronischer Bremskraftverteilung überzeugte ebenfalls und erwies sich als zuverlässig.

Die großen Veränderungen beim Motorenangebot blieben leider aus, so ist der Hyundai i10 unverändert mit den zwei Benzinmotoren in den Leistungsstufen 49 kW und 64 kW erhältlich.

Während das Fahrwerk einen sehr sportlichen Ritt erlaubt, kann das von mir gefahrene Einstiegsaggregat dieser Wahrnehmung jedoch nicht standhalten.

Wer sich allerdings für ein Fahrzeug im A-Segment entscheidet setzt nicht unbedingt auf Leistung und so entfallen über 75 Prozent allein auf den Dreizylinder.

Mit einem Liter Hubraum kommt dieser auf 49 kW, sprich 67 PS. Die Pferdchen müssen allerdings weit hochgedreht werden, um ein halbwegs spritziges Gefühl aufkommen zu lassen. Kia zeigt mit dem neuen Picanto, es geht auch anders.

Die Höchstgeschwindigkeit von 155 km/h reicht an sich zwar aus, um auf der Autobahn mitzuschwimmen, doch der i10 nimmt sich für den Durchzug einfach zu lange Zeit und so stellt man schnell mal ein Verkehrshindernis dar. Und auch wenn der Vierzylinder Tempo 175 erreicht, so ist auch diese Motorisierung eher für die Fahrt durch die Stadt oder für Landstraßenpassagen ausgelegt.

In Verbindung mit dem ausreichend präzisen Fünfganggetriebe und dem maximalen Drehmoment von 95,2 Newtonmetern beschleunigt mein Kleiner in 14,9 Sekunden von Null auf Tempo 100.
Gefordert wirkt der Motor akustisch etwas gequält, nichts desto trotz kann ich ihm im Alltag eine ausreichend angenehme Laufkultur bescheinigen.

Wenn schon keine wirklichen Fahrleistungen herauszukitzeln sind, dann sollte der Motor wenigstens beim Verbrauch punkten können. Und mit folgenden Hersteller-Angaben gelingt dies dem kleinen Koreaner auch. So gönnt sich der 1.0 im Schnitt 4,7 Liter und stößt 108 g/km CO2 aus. Und wenn auch in der Praxis mit einem halben Liter daran vorbeigeschrammt, stellt mich der i10 in diesem Punkt immer noch zufrieden.

Der kleine Einlitermotor ist auch als blue-Version erhältlich. Ausgerüstet mit Start-/Stopp-Automatik, sinkt der Gesamtverbrauch dann um 0,1 Liter im Mix oder 0,4 Liter innerorts und der CO2-Wert auf 106 g/km. Doch um den geforderten Aufpreis von 300,- Euro wieder reinzuholen musst Du schon lange fahren.

Den Kleinsten im Segment legt man meist zu Lasten, nicht ausreichend sicher zu sein. Das dies nicht der Fall sein muss, beweist Hyundai nicht nur im Crashtest, auch betreffend der serienmäßigen Sicherheitsausstattung kann der i10 überzeugen und legt im aktuellen Modelljahr mit einem erstmals verfügbaren Spurhaltewarnsystem und Frontkollisionswarner auch noch eine Schippe drauf.

So kannst Du in Verbindung mit den beiden höchsten Ausstattungsniveaus das Sicherheits-Paket für 720,- Euro ordern. Dieses beinhaltet neben einem Rückfahrwarnsystem auch diese beiden neuen Assistenten.

Drohst Du ab einer Geschwindigkeit von 60 Stundenkilometern unbeabsichtigt die Fahrspur zu verlassen, wirst du sowohl optisch als auch akustisch gewarnt. Bei einem drohenden Auffahrunfall übernimmt der Frontkollisionswarner die Warnung, arbeitet aber bereits ab 15 km/h.

Wenn Hyundai die Basis mit 9.990,- Euro auch recht attraktiv positioniert, so zeigt ein genauer Blick auf, dass diese Variante durch fehlen einer Klimaanlage oder einem Radio, an sich nur für den gewerblichen Kunden, wie beispielsweise den mobilen Pflegedienst, interessant ist. Dieses Manko sollte den ansonsten sehr positiven Eindruck jedoch nicht entscheidend trüben.

Neben der Einstiegsversion stellt Hyundai Dir die Linien Classic, Trend und Style zur Wahl. In Verbindung mit dem 1.0 Dreizylinder entfällt allerdings die Variante Style, womit mein Hyundai i10 blue 1.0 Trend für 12.460 Euro die Topversion darstellt.

Die elektrisch verstell- und beheizbaren Außenspiegel, die Geschwindigkeitsregelanlage, elektrische Fensterheber rundum sowie das beheizbare Lederlenkrad sind dabei nur einige wenige Ausstattungsfeatures die bereits im Preis enthalten sind.

Diesen Umfang kannst Du um weitere Annehmlichkeiten ergänzen. Führt Hyundai unter dem Posten Sonderausstattungen attraktiv geschnürte Optionspakete, die unter anderem eine Klimaautomatik, das schlüssellose SmartKey-System mit Start-/Stopp-Knopf oder ein elektrisches Glas-Schiebedach und das neue Radio-Navigationssystem umfassen.

Die vorbildlichen Garantieleistungen packt Hyundai dagegen bei allen Varianten stets kostenfrei oben drauf. Die 5-Jahres-Garantie OHNE Kilometerbegrenzung beinhaltet auch eine 60 Monate laufende Lackgarantie sowie die fünfjährige Mobilitätsgarantie. Hältst Du die entsprechenden Wartungen bei Deiner Vertragswerkstatt ein, verlängert sich diese jeweils um ein weiteres Jahr und das ohne Begrenzung des Fahrzeugalters und bis zu einer Fahrleistung von höchstens 200.000 Kilometern. Nach Ablauf der Herstellergarantie kann darüber hinaus eine Neuwagenanschlussgarantie bis einschließlich des 10. Jahres nach der Erstzulassung erworben werden.

Stand: Februar 2018; Test und Fotos: CARWALK – Der Autoblog

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