Das Kia Sportage Facelift mit starkem Auftritt

Kaum ein Modell steht so sinnbildlich für den Wandel einer Marke wie der Kia Sportage. Seit seinem Debüt im Jahr 1994 hat sich der Bestseller nicht nur stetig weiterentwickelt, sondern immer wieder neu erfunden. Genau das macht ihn heute zu dem, was er ist: ein globaler Erfolg mit mehr als sieben Millionen verkauften Exemplaren.

Während andere Hersteller ihre Erfolgsmodelle oft nur vorsichtig weiterzeichnen, geht Kia beim Sportage einen anderen Weg. Mit jeder Generation folgt kein bloßes Update, sondern ein echter Neuanfang. Spätestens mit der dritten Generation im Jahr 2010 wurde das SUV-Konzept grundlegend neu gedacht. Ein mutiger Schritt, der mit Auszeichnungen und starkem Zuspruch belohnt wurde. Die vierte Generation knüpfte daran nahtlos an, bevor 2022 schließlich die fünfte Generation die Bühne betrat und den Sportage endgültig im Hier und Jetzt ankommen ließ.

Mit dem Facelift zum Modelljahr 2026 wird dieser Weg konsequent fortgeführt. Der Sportage zeigt sich nicht nur mit einem geschärften Design an der Front, sondern auch mit einem spürbar aufgewerteten Innenraum und einem modernen Infotainment, das längst mehr ist als nur Schnittstelle – vom KI-Assistenten über Videostreaming bis hin zum In-Car-Payment. Ergänzt wird das Ganze durch neue Hightech-Features wie den digitalen Autoschlüssel oder ein Head-up-Display sowie weiterentwickelte Assistenzsysteme, die den Alltag noch entspannter machen.

Auch bei den Antrieben bleibt sich der Sportage treu und setzt weiterhin auf Vielfalt. Vom klassischen Benziner über einen Diesel-Mildhybrid bis hin zum Hybrid und Plug-in-Hybrid deckt er ein breites Spektrum ab – je nach Version wahlweise mit Front- oder Allradantrieb. Eine Bandbreite, die zeigt: Der Sportage will sich nicht festlegen. Sondern möglichst vielen genau das bieten, was sie suchen. Im Test durfte ich den Kia Sportage 1.6 T-GDI DCT AWD GT-line erleben.

Design, das nicht gefallen will – sondern es einfach tut

Der Kia Sportage fällt auf und das ganz ohne laut zu sein. Sein Wiedererkennungswert ist hoch, seine Präsenz im Straßenbild klar definiert. Kia schafft hier etwas, das nicht selbstverständlich ist. Spannend ist dabei, wie zurückhaltend sich die Unterschiede zwischen den einzelnen Antriebsvarianten zeigen. Wer ganz genau hinschaut, erkennt den Plug-in-Hybrid an kleinen Details wie einem seitlichen Radarsensor, der zusätzlichen Ladeklappe oder dem dezenten PHEV-Schriftzug am Heck – mehr braucht es nicht, um den elektrifizierten Charakter zu unterstreichen.

Mit der Überarbeitung zum Modelljahr 2026 hat Kia dem Sportage vor allem an der Front ein neues Gesicht verliehen. Das bekannte bumerangförmige Tagfahrlicht weicht der markentypischen „Star Map“-Signatur, die sich inzwischen durch viele aktuelle Kia-Modelle zieht und die Breite des Kühlergrills im charakteristischen Tigernasen-Design betont. Die Scheinwerfer sitzen nun harmonisch zwischen Tagfahrlicht und Grill und rücken den Sportage optisch näher an größere Modelle wie Sorento oder EV9 heran. Gleichzeitig sorgen neue horizontale und vertikale Elemente für eine stämmigere, präsente Front.

In der Seitenansicht bleibt es bei dieser ausgewogenen Mischung aus Eleganz und Sportlichkeit. Neue Leichtmetallräder in 17, 18 oder 19 Zoll, leicht überarbeitete Radläufe und eine frisch gezeichnete Zierleiste setzen dezente, aber wirkungsvolle Akzente. Am Heck zeigt sich der Sportage mit einem kantiger gestalteten Stoßfänger und einer neuen Lichtgrafik der LED-Rückleuchten minimal verändert, in jedem Fall aber modern, klar und selbstbewusst.

Auch bei den Farben legt Kia noch einmal nach. Neue Töne wie Magmarot Metallic oder Wolfgrau Metallic erweitern die Palette, während die GT-line zusätzlich mit markanten Zweifarblackierungen inklusive schwarzem Dach spielt. Insgesamt stehen – je nach Version – bis zu 17 Farbvarianten zur Wahl.

Der Innenraum als Wohlfühlzone

Im Innenraum wirkt die Atmosphäre hochwertig, ohne dabei überladen zu sein, und genau diese Balance aus Materialanmutung, sauberer Verarbeitung und modernem Design zieht sich konsequent durch alle Antriebsvarianten – egal ob Mildhybrid, Vollhybrid oder Plug-in Hybrid. Unterschiede ergeben sich eher über Ausstattung und Details, nicht über das grundsätzliche Raumgefühl.

Die klare Ausrichtung zum Fahrer macht es mir im Test leicht. Alles wirkt logisch angeordnet, intuitiv erreichbar und gleichzeitig angenehm reduziert, ohne dabei auf Technik zu verzichten – im Gegenteil. Die zentrale Schnittstelle präsentiert sich übersichtlich, modern und gut durchdacht, während sich unterhalb des Touchscreens mit dem Multi-Mode-Touch-Display eines der spannendsten Bedienelemente versteckt. Diese Wandelbarkeit ist im Alltag tatsächlich mehr als nur ein nettes Gimmick, denn mit einem Fingertipp wechselt die Leiste ihre Funktion von Infotainment zur Klimasteuerung. Die haptischen Drehregler übernehmen dann entsprechend die Temperaturregelung statt Lautstärke oder Senderwahl – ein kleines Detail, das man nach kurzer Zeit nicht mehr missen möchte.

Mit dem Facelift hat Kia dem Innenraum zusätzlich einen Feinschliff verpasst. Das neue Zweispeichen-Lenkrad fällt sofort ins Auge. Das Armaturenbrett integriert die Lüftungsdüsen nun nahtlos in ein elegantes, minimalistisches Gesamtbild, und auch die Mittelkonsole profitiert von einer neuen, technisch anmutenden Oberflächenstruktur. Besonders angenehm: Der Wechsel weg vom empfindlichen Hochglanzschwarz hin zu einem hellgrauen Dekor, das deutlich unempfindlicher gegenüber Kratzern, Staub und Fingerabdrücken ist.

Technisch setzt der Sportage ebenfalls ein klares Ausrufezeichen. Das gewölbte Panoramadisplay, serienmäßig ab der Ausstattungslinie Spirit, verbindet das volldigitale Kombiinstrument und das Infotainment-System zu einer durchgehenden Einheit und zieht sich weit über die Mitte des Armaturenbretts hinaus. Dadurch entsteht nicht nur optisch eine beeindruckende Breite, sondern auch ein sehr modernes, fast schon futuristisches Cockpitgefühl. Ergänzt wird das Ganze auf Wunsch durch ein neues 10-Zoll-Head-up-Display, das die wichtigsten Informationen direkt ins Sichtfeld projiziert und so den Blick kaum noch von der Straße abwandern lässt.

In der GT-line wird das Ganze dann noch einmal emotionaler aufgeladen. Zweifarbige Sitzbezüge in Schwarz-Weiß, kombiniert mit Lederoptik und Veloursleder-Imitat, setzen optische Akzente, während das ebenfalls zweifarbige Lenkrad den sportlich-luxuriösen Anspruch unterstreicht. Gleichzeitig bleibt der Sportage aber praktisch – und das ist vielleicht die eigentliche Stärke dieses Innenraums. Schlank gezeichnete, bequeme Vordersitze mit integrierten USB-Anschlüssen, Kleiderbügel in den Kopfstützen und zusätzliche Haken an den Sitzlehnen zeigen, dass hier nicht nur an Design, sondern auch an den Alltag gedacht wurde.

Neuerungen beim Infotainment sowie rund um KI und In-Car-Entertainment

Beim Infotainment zieht der überarbeitete Kia Sportage alle Register und zeigt, wie nah moderne Autos inzwischen an die Logik eines Smartphones herangerückt sind. Herzstück ist das „Connected Car Navigation Cockpit“ (ccNC), das nicht nur für sein Design ausgezeichnet wurde, sondern vor allem im Alltag überzeugt: klar strukturiert, intuitiv bedienbar und angenehm schnell in der Reaktion. Wischgesten, Schnellzugriffe und eine logisch aufgebaute Menüführung sorgen dafür, dass man sich sofort zurechtfindet, ohne sich durch endlose Untermenüs kämpfen zu müssen.

Kabelloses Android Auto und Apple CarPlay gehören genauso dazu wie die Online-Dienste von Kia Connect, die das Fahrzeug permanent mit aktuellen Daten versorgen. Navigation, Wetter, Verkehr, Points of Interest – alles wird in Echtzeit aktualisiert und intelligent miteinander verknüpft.

Die Online-Navigation kombiniert Live-Daten mit historischen Verkehrsverläufen und liefert dadurch deutlich realistischere Ankunftszeiten als viele klassische Systeme. Updates kommen bequem „over the air“, ganz ohne Werkstattbesuch, sodass der Sportage technisch immer auf dem neuesten Stand bleibt.

Spannend wird es bei den neuen Funktionen rund um KI und In-Car-Entertainment. Der integrierte Sprachassistent versteht nicht nur klassische Befehle, sondern reagiert deutlich kontextbezogener – etwa bei der Routenplanung oder der Suche nach Informationen unterwegs. Dazu kommen Streaming- und Gaming-Angebote, die vor allem in Pausen oder während des Ladevorgangs ihren Reiz entfalten. Je nach Paket lassen sich Plattformen wie YouTube, Netflix oder Disney+ direkt im Fahrzeug nutzen, ergänzt durch einen WiFi-Hotspot, der bis zu fünf Geräte gleichzeitig ins Netz bringt.

Auch beim Thema Alltagstauglichkeit denkt Kia einen Schritt weiter. Mit In-Car-Payment lassen sich Parkgebühren direkt über das Fahrzeug bezahlen – integriert über Parkopedia, das europaweit verfügbare Parkplätze inklusive Preisen anzeigt. Die Verbindung zur Kia-App ermöglicht darüber hinaus den Fernzugriff auf zentrale Funktionen: Türen ver- und entriegeln, Fahrzeugstatus prüfen, Routen ans Auto senden oder sich per „Letzte Meile“-Navigation vom Parkplatz bis zum Ziel lotsen lassen. Praktisch ist auch der Digital Key 2.0, der das Smartphone oder die Smartwatch zum Autoschlüssel macht und sich flexibel mit anderen Nutzern teilen lässt.

Im Alltag zeigt sich der Sportage damit nicht nur vernetzt, sondern wirklich durchdacht. Bluetooth-Mehrfachverbindungen, zahlreiche USB-Anschlüsse und – je nach Ausstattung – ein kraftvolles Soundsystem von Harman/Kardon sorgen dafür, dass auch unterwegs nichts fehlt.

Und genau wie im restlichen Innenraum sind es am Ende die kleinen Details, die hängen bleiben: clevere Ablagen, praktische Haken, durchdachte Lademöglichkeiten – Dinge, die man schnell als selbstverständlich hinnimmt, die den Unterschied im Alltag aber spürbar machen.

Raum und Nutzen

Das Raumgefühl selbst überzeugt auf ganzer Linie. Sowohl vorne als auch hinten finden selbst großgewachsene Mitreisende problemlos Platz, und die Sitze tragen ihren Teil zu einem insgesamt sehr angenehmen Reisekomfort bei. Dazu kommt ein durchdachtes Ablagenkonzept, das den Alltag spürbar erleichtert.

Ein Blick in den Kofferraum unterstreicht diesen Eindruck. Kia hat die Plattform so ausgelegt, dass unterschiedliche Antriebe möglichst wenig Einfluss auf das Raumangebot haben. Selbst beim Plug-in-Hybrid bleiben die Einschränkungen überschaubar: Die Beinfreiheit im Fond reduziert sich nur minimal, und auch das Ladevolumen fällt mit 540 bis 1.715 Litern weiterhin alltagstauglich aus – wenn auch etwas geringer als bei den konventionellen Varianten.

Praktisch zeigt sich die Rückbank, deren Lehnen sich im Verhältnis 40:20:40 umklappen lassen. Zudem lässt sich die Neigung variieren, was den Sitzkomfort im Fond zusätzlich erhöht. Eine verschiebbare Rückbank bietet der Sportage allerdings nicht.

Nicht ganz auf dem Niveau des restlichen Innenraums zeigt sich der Kofferraum im Detail. Die Radkästen schränken die Nutzbarkeit etwas ein und wirken mit ihrem kratzempfindlichen Kunststoff weniger hochwertig. Auch die SUV-typisch hohe Ladekante verlangt beim Beladen etwas mehr Einsatz. Positiv dagegen: Im Innenraum entsteht beim Umklappen keine störende Stufe, was mir beim Be- und Entladen wieder entgegenkommt.

Je nach Motorisierung variiert das Ladevolumen etwas. Während der Diesel 526 bis 1.715 Liter bietet, kommen die Benziner auf 562 bis 1.751 Liter. Der Plug-in-Hybrid ordnet sich mit 540 bis 1.715 Litern dazwischen ein, während der Hybrid 587 bis zu 1.776 Litern die größte Variabilität bietet.

Zwischen sanftem Gleiten und sicherer Linie

Im Alltag zeigt der Kia Sportage einen gelungenen Spagat zwischen Komfort und Dynamik. Die von mir gefahrene 180-PS-Version mit elektronischer Dämpferkontrolle wirkt dabei angenehm ausgewogen – straff genug für eine präzise Straßenlage, ohne dabei den Komfort aus den Augen zu verlieren. Selbst größere Unebenheiten werden spürbar, aber stets souverän und ohne störende Härte verarbeitet.

Die technische Basis mit MacPherson-Federbeinen an der Vorderachse und einer Vierlenkerachse hinten liefert genau dieses harmonische Gesamtbild. Unterstützt wird das Ganze durch die elektronische Dämpferkontrolle, die in der GT-line serienmäßig an Bord ist. Sie reagiert permanent auf Fahrbahnbeschaffenheit, Karosseriebewegungen und Lenkimpulse und passt die Dämpfung in Sekundenbruchteilen an. Das Ergebnis: weniger Wanken in Kurven, kontrollierte Bewegungen beim Bremsen und Beschleunigen – und insgesamt ein spürbar ruhigeres, stabileres Fahrverhalten.

Wird das Tempo angezogen, bleibt der Sportage berechenbar und gutmütig. Im Grenzbereich zeigt er ein leichtes Untersteuern, das ihn jederzeit kontrollierbar hält, während das ESP früh und zuverlässig eingreift, um die Linie sauber zu halten. Die Lenkung fügt sich dabei stimmig ins Geschehen ein. Ausreichend direkt, mit solider Rückmeldung und einem guten Maß an Unterstützung.

Über die Fahrmodus-Wahl „Drive Mode Select“ lässt sich der Charakter des Fahrzeugs im Test zusätzlich anpassen. Je nach Antrieb stehen die Modi Eco, Comfort und Sport zur Verfügung, die Einfluss auf Motoransprache, Getriebeabstimmung und Lenkverhalten nehmen. Gerade im Sport-Modus wirkt der Antrieb spürbar wacher, das Getriebe hält die Gänge länger und die Lenkung wird straffer. Ein Setup, das dem Kia Sportage eine angenehm dynamische Note verleiht, ohne ihn aus der Balance zu bringen.

Mit Allradantrieb zeigt sich der Sportage zudem vielseitig. Das elektronisch gesteuerte System verteilt die Kraft variabel zwischen Vorder- und Hinterachse und sorgt so für Traktion und Stabilität, auch wenn die Bedingungen einmal schwieriger werden. Über die „Lock“-Funktion lässt sich die Kraftverteilung bei Bedarf fixieren, während die „Terrain Mode“-Einstellungen – etwa für Schnee, Matsch oder Sand – das Fahrzeug gezielt auf unterschiedliche Untergründe vorbereiten.

Trotz seiner gewachsenen Länge von nun 4,54 Metern bleibt der Kia Sportage im Alltag angenehm handlich. Mit einem Wendekreis von 10,92 Metern lässt er sich mühelos manövrieren und wirkt auch im urbanen Umfeld nie unhandlich.

Ein praktischer Pluspunkt zeigt sich zudem bei der Anhängelast: Die reinen Benziner dürfen nun bis zu 1.650 Kilogramm ziehen, der Hybrid bis zu 1.510 Kilogramm – ein Detail, das den vielseitigen Charakter des Kia Sportage zusätzlich unterstreicht.

1.6 T-GDI DCT AWD: Souverän statt spektakulär

Ein Blick unter die Haube des Kia Sportage zeigt, dass Kia beim Facelift nicht nur optisch nachgeschärft hat, sondern auch technisch. Im Zentrum steht dabei der bekannte Topseller 1,6-Liter-Turbobenziner, der nun in zwei Leistungsstufen angeboten wird. Die Einstiegsversion mit 150 PS richtet sich klar an den klassischen Fronttriebler, während die stärkere Ausbaustufe mit 180 PS – wie in meinem Testwagen – serienmäßig mit Allradantrieb und dem 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe kombiniert ist.

Genau diese Variante hinterlässt im Alltag einen angenehm unaufgeregten Eindruck. Der Vierzylinder arbeitet kultiviert, bleibt über weite Strecken akustisch im Hintergrund und zeigt erst unter Last eine etwas präsentere Charakteristik. Gleichzeitig steht das maximale Drehmoment von 265 Newtonmetern früh zur Verfügung, was für ein solides, durchaus agiles Ansprechverhalten sorgt, ohne dabei hektisch zu wirken.

Das Doppelkupplungsgetriebe passt sich dieser Charakteristik an. Es schaltet überwiegend weich und unauffällig, hält die Drehzahlen niedrig und unterstützt damit eine eher entspannte Fahrweise. Gelegentlich wirkt es dabei einen Moment unentschlossen, insgesamt fügt es sich aber stimmig ins Gesamtbild ein und unterstreicht den gelassenen Grundcharakter des Antriebs.

Mit 9,8 Sekunden auf 100 km/h und einer Höchstgeschwindigkeit von 203 km/h liefert der Allrad-Benziner solide Fahrleistungen, die im Alltag völlig ausreichend sind. Spürbar ist zudem die Überarbeitung im Detail. Das Geräuschniveau wurde weiter gesenkt, was insbesondere bei höheren Geschwindigkeiten für ein angenehmeres Reisen sorgt.

Parallel dazu wurde auch das elektrifizierte Angebot weiterentwickelt. Der Hybrid profitiert von einem stärkeren Elektromotor und kommt nun auf eine Systemleistung von 239 PS. Und auch beim Plug-in-Hybrid gibt es Bewegung: Er bleibt fester Bestandteil der Baureihe und ist künftig erstmals nicht nur mit Allrad-, sondern auch mit Frontantrieb erhältlich.

Beim Verbrauch zeigt sich der getestete Sportage zweigeteilt. Die offizielle Angabe von 7,8 Litern auf 100 Kilometer wirkt auf dem Papier stimmig, im Test pendelte sich der Wert jedoch bei rund 8,5 Litern ein – ein Ergebnis, das trotz eher zurückhaltender Fahrweise leicht über den Erwartungen liegt. Der CO₂-Ausstoß beträgt 177 Gramm pro Kilometer.

Am Ende bleibt ein Antrieb, der weniger über spektakuläre Zahlen kommt, sondern vielmehr durch seine Ausgewogenheit überzeugt.

Dieses Gefühl, einfach sicher aufgehoben zu sein

Sicherheit ist beim Kia Sportage kein Kapitel, das man einfach nur abhakt – sie ist vielmehr ein fester Bestandteil seiner DNA. Und genau das spürt man auch in der aktuellen Generation, die mit der vollen Fünf-Sterne-Bewertung im Euro NCAP einmal mehr unterstreicht, wie ernst Kia dieses Thema nimmt.

Dabei ist es fast schon beeindruckend, wie konsequent sich diese Linie durch die Modellgeschichte zieht: Schon die dritte Generation setzte Maßstäbe, die vierte legte nach und die fünfte führt genau dort weiter. Mit starken Ergebnissen in allen relevanten Kategorien, vom Insassenschutz bis hin zu den Assistenzsystemen.

Gerade Letztere wurden zum Modelljahr 2026 noch einmal spürbar geschärft. Systeme wie die navigationsbasierte adaptive Geschwindigkeitsregelanlage oder der Autobahnassistent sind inzwischen in einer weiterentwickelten 2.0-Version unterwegs und wirken im Alltag nicht nur souveräner, sondern auch vorausschauender. Der Sportage denkt mit, greift ein, wenn es nötig ist – und bleibt dabei angenehm unaufgeregt. Das zeigt sich etwa bei der Not-Stopp-Funktion, die das Fahrzeug im Ernstfall kontrolliert zum Stillstand bringt, oder beim Spurfolgeassistenten, der sich selbst dann orientiert, wenn Fahrbahnmarkierungen einmal fehlen.

Viele dieser Systeme sind längst keine Frage der Ausstattungslinie mehr, sondern gehören ganz selbstverständlich zum Serienumfang. Frontkollisionswarner mit Fußgänger- und Radfahrererkennung, Spurhalte- und Spurfolgeassistent, intelligenter Geschwindigkeitsassistent oder Müdigkeitswarner – der Sportage liefert hier bereits ab Werk ein sehr hohes Sicherheitsniveau.

In den höheren Ausstattungen, allen voran der GT-line, wird das Ganze dann noch einmal weitergedacht. Hier kommen zusätzliche Features wie der aktive Totwinkelassistent mit Lenk- und Bremseingriff oder – je nach Paket – Systeme hinzu, die den Alltag gerade im dichten Verkehr oder beim Rangieren spürbar entspannen. Dazu zählen unter anderem ein Autobahnassistent mit teilautomatischem Spurwechsel, eine Rundumsichtkamera mit dreidimensionaler Darstellung oder sogar ein ferngesteuerter Parkassistent, der das Fahrzeug auf Knopfdruck in enge Lücken manövriert.

Das SUV setzt auf eine extrem verwindungssteife Karosserie in Kombination mit einem durchdachten Rückhaltesystem inklusive sieben Airbags. Darunter auch ein Mittenairbag zwischen den Vordersitzen, der im Ernstfall zusätzlichen Schutz bietet.

Am Ende ist es genau diese Mischung aus moderner Assistenz, intelligenter Vernetzung und stabiler Konstruktion, die dem Sportage dieses beruhigende Gefühl mitgibt, einfach gut aufgehoben zu sein ohne sich bevormundet zu fühlen.

Ein Blick auf die Kosten

Der Kia Sportage spielt weiterhin genau die Stärke aus, die ihn schon immer so attraktiv gemacht hat: viel Ausstattung fürs Geld, ohne dass man das Gefühl hat, irgendwo verzichten zu müssen.

Neu im Gefüge ist die zusätzliche Einstiegslinie „Core“, die den bekannten Varianten Vision, Spirit und GT-line zur Seite gestellt wird und sowohl für den klassischen Benziner als auch für das Hybridmodell verfügbar ist. „Einstieg“ fühlt sich hier nach allem an, nur nicht nach Verzicht. Denn schon diese Basis bringt eine beeindruckend breite Assistenzpalette mit, kombiniert mit dem großen 12,3-Zoll-Navigationssystem inklusive Kia Connect, einer Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Smart-Key, LED-Licht rundum, Rückfahrkamera, Parksensoren vorn und hinten sowie beheizbaren, elektrisch anklappbaren Außenspiegeln. Dazu kommen 17-Zoll-Leichtmetallfelgen, Dachreling und Unterfahrschutz. Ein Paket, das in dieser Klasse alles andere als selbstverständlich ist. Preislich startet der Sportage hier bei 33.990 Euro, während der Hybrid bei 38.990 Euro einsteigt.

Dass Kia beim Sportage aber vor allem in der Spitze zeigt, was möglich ist, merkt man spätestens in der GT-line – genau der Version, die ich im Test erleben durfte. Sie ist ausschließlich in Verbindung mit Automatik beziehungsweise Doppelkupplungsgetriebe erhältlich und hebt das Niveau noch einmal spürbar an. Schon beim Einsteigen fällt die neue, zweifarbige Innenraumgestaltung ins Auge, mit Sitzbezügen in Leder- und Velourslederoptik sowie einem ebenfalls zweifarbigen Lenkrad. Dazu gesellen sich Features wie Sitzventilation vorn, eine Memory-Funktion für den Fahrersitz, eine Drei-Zonen-Klimaautomatik und ein in Schwarz gehaltener Dachhimmel, der dem Innenraum eine angenehm sportliche Note verleiht. Aluminium-Sportpedale, hochwertige Einstiegsleisten, Außenspiegel in Hochglanzschwarz, LED-Nebelscheinwerfer, 19-Zoll-Leichtmetallfelgen, eine elektronische Dämpferkontrolle und ein aktiver Totwinkelassistent runden das Ganze ab. Mein Testwagen macht ziemlich deutlich, wo sich diese Variante positioniert.

Der getestete Kia Sportage GT-line 1.6 T-GDI AWD DCT mit 180 PS startet bei 48.240 Euro. Mit der Metallic-Lackierung in Deluxeweiß für 990 Euro und dem Sound-Paket für 690 Euro landet man bei einem Gesamtpreis von 49.920 Euro. Wer noch einen draufsetzen möchte, kann optional ein Panoramadach mit elektrischem Glasschiebedach für 1.200 Euro wählen.

Der Plug-in-Hybrid taucht aktuell weder in der Preisliste noch im Konfigurator auf. Das ist allerdings kein Abschied, sondern vielmehr eine Momentaufnahme. Denn strategisch bleibt der Sportage klar mehrgleisig aufgestellt – mit Hybrid und Plug-in-Hybrid als feste Bestandteile der Antriebspalette. Letzterer ist also keineswegs ein Auslaufmodell, sondern derzeit schlicht nicht durchgängig konfigurierbar.

Was hingegen unverändert bleibt – und fast schon ein kleines Alleinstellungsmerkmal ist – ist das Garantieversprechen. Sieben Jahre Herstellergarantie inklusive sieben Jahre Navigationskarten-Updates sind weiterhin gesetzt. Und genau das ist am Ende vielleicht einer der stärksten Argumente für den Sportage, weil es dieses Gefühl vermittelt, nicht nur gut ausgestattet, sondern auch langfristig sorgenfrei unterwegs zu sein.

Stand: April 2026; Test und Fotos: Lexi Lind; Innenraumfotos: Kia

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