Kia Picanto – In der Kürze liegt die Würze

Erst vor wenigen Wochen begeisterte Kia mich mit dem neuen Rio, da legen die Koreaner auch schon mit dem nächsten Highlight nach, den Kia Picanto. Größentechnisch rangiert dieser unter dem Kia Rio und stellt das Einstiegsmodell der Marke dar. Die dritte Generation des Kleinstwagens ist ab dem 1. April im Handel – und um es vorweg zu nehmen, dabei handelt es sich um keinen Aprilscherz.

Was der erste Picanto im Jahre 2004 noch richtig niedlich daher kam, ist der kleine Zwerg heute absolut stylisch und cool. Gerade die neu eingeführte GT-Line hat es mir sehr angetan. Selten ein Fahrzeug in dieser Größenordnung gesehen, dass so selbstbewusst auf der Straße steht, wie diese Sportausführung.

Doch die Koreaner fahren nicht nur mit einer geilen Optik vor, das Fahrwerk legt ein derart hohes Sportpotential an den Tag, dass man nur ins Staunen gerät. Große Augen machst Du bestimmt auch bei all den Komfortfeatures, die der Kleinste zu bieten hat, einfach Oberklasse.

Schon der „normale“ Picanto steht richtig schick da, doch die GT Line ist so ein Eyecatcher, dass ich mich während einer ersten Ausfahrt nur schwer davon trennen konnte.

Verleihen die Sportstoßfänger rundum – hinten sogar mit Diffusoroptik – die seitlichen Lufteinlässe, die Seitenschweller und die Heckschürze sowie die 16 Zoll großen Leichtmetallfelgen, der Doppelrohrauspuff und die tollen farblichen Akzente dem Kia Picanto so einen ausdrucksstarken Auftritt … dabei wirkt er aber keineswegs protzig oder aufgesetzt.

Während mir persönlich gerade die roten Applikationen in Kombination mit den Lackierungen Grau, Weiß und Schwarz sehr gut gefallen haben, sind die Dekorelemente beispielsweise bei der Außenlackierung Shiny Red in Silber ausgeführt. Je nach Karosseriefarbe können diese aber auch Schwarz sein.

Für den neuen Picanto wird es keine Dreitürer-Version mehr geben und bei diesem agilen Blechkleid ist diese ehrlich gesagt auch gar nicht mehr nötig. Immer wieder faszinierend wie satt der Stand eines Stadtautos sein kann.

Auch im Innenraum setzt der neue Kia Picanto auf eine im A-Segment unerwartet hohe Qualitätsanmutung, aber auch die optische Gestaltung schafft eine tolle Wohlfühlatmosphäre. Hier vergisst man immer wieder in einem Kleinstwagen zu sitzen.

Und hättest Du in dieser Klasse einen sehr hochwertigen 7-Zoll-Touchscreen, eine induktive Ladestation für Dein Smartphone oder eine Lenkradheizung erwartet?

Noch nicht gesehen habe ich in diesem Segment auch eine Mittelarmlehne. Wenn diese auch niedlich klein ausgeführt ist, hat sie eine große Wirkung und kann sogar um 5,5 Zentimeter nach vorn geschoben werden. Das darunter platzierte Staufach ist zudem größer als erwartet.

Natürlich sind diese großartigen Features nicht immer alle serienmäßig an Bord, doch wer einen Blick in die Preisliste wirft, wird auch hier ins Staunen geraten. Doch dazu später mehr.

Dass Kia nicht nur den Picanto sondern auch seinen Besitzer bestens ins Szene setzt, zeigt auch der groß dimensionierte „Theaterspiegel“ auf (Serie ab Spirit). Dieser, platziert in der Fahrer-Sonnenblende dürfte mit seinen hellen LED-Strahlern und dem zusätzlichen Lichtband besonders den weiblichen Käufern gefallen, könnte man doch bei dieser Ausleuchtung glatt eine „How to“-Session von Bobbi Brown abhalten. Schade nur, dass man als Beifahrer so gänzlich im Dunkeln sitzt.

Das knackige Gestühl hebt sich in der Sportausführung GT Line mit einem Bezug in hochwertiger Ledernachbildung und farblich abgesetzten Seitenwangen und Nähten nochmals ab, wobei Du auch hier zwischen den Farben Rot und Grau wählen kannst.

Mit stolzen 28 % mehr Stauraum sichert sich Kia auch beim Kofferraum den „Best in Class“-Wert. Natürlich sollte man in einem A-Segment-Fahrzeug keinen Lademeister erwarten, doch das 255 Liter große Ladeabteil bietet im Alltag nicht nur ausreichend Raum, es ist dank des herausnehmbaren Bodens auch noch variabel nutzbar. Und wer dann noch die Rücksitzlehnen umlegt – dies ist im Verhältnis 60:40 flexibel möglich – kommt sogar auf ein Fassungsvermögen von über tausend Liter, was letztlich einem weiteren Plus von 140 Litern gegenüber dem Vorgänger entspricht.

Wer die Rückbank nicht für zusätzliches Gepäck in Beschlag nimmt, kann dort mit einer Körpergröße von 1,80 Metern selbst hinter gleich großen Vorderpassagieren sitzen ohne sich über in die Vorderlehne drückende Knie beschweren zu müssen.

Dreizylinder sind bekannt für ihren kernig süßen Sound, der bei Kleinstwagen gerade gefordert aber gerne mal störend auf die Ohren dröhnt. Nicht so im Kia Picanto. Präsentiert er sich überraschend kultiviert.

Aber auch was den Komfort bei schlecht ausgebauten Straßen anbelangt, stößt einem der neue Picanto nicht negativ auf, bewahrt er sich für diesen kurzen Radstand einen guten Federungskomfort. Und das selbst bei der sportlich betonten GT-Line.

Was aber gerade die in punkto Fahrspaß zu bieten hat, ist in diesem Segment eine absolute Seltenheit. Lässt sich doch der Kia Picanto mit überraschend hohen Kurvengeschwindigkeiten auch durch die engste Kehre jagen. Dabei bleibt er so easy zu handeln und zeigt sich derart gutmütig … während andere in diesem Segment schon längst ein Rädchen in die Höhe gestreckt hätten, klebt der Picanto super auf der Straße. Die neu verbaute „Torque Vectoring by Braking“ leistet hier wahrlich hervorragende Arbeit.

Und das der Picanto sich wendig und agil durch die Stadt manövrieren lässt, sollte eigentlich nicht extra erwähnt werden müssen.

So geht es gleich weiter mit den Motoren, hier hat der koreanische Automobilhersteller zum Verkaufsstart den 1.0-Liter-Motor in der Leistungsstufe 49 kW/67 PS und den 62 kW/84 PS starken 1,2-Liter-Benziner im Angebot.

Von letzterem wird auch die von mir gefahrene GT Line befeuert. Und wenn ich mit den 84 PS keineswegs untermotorisiert und mit entsprechender Schaltarbeit selbst in den Bergpassagen richtig flott unterwegs war, bin ich ehrlich gesagt auf den im Herbst folgenden 1,0-Liter-Turbobenziner gespannt. Wird dieses Aggregat mit stolzen 100 PS der stärkste Motor, der je in einem Picanto verbaut wurde. Wie hoch wird dann erst das Fahrvergnügen sein?!

Wer die Geduld nicht aufbringen möchte, ist aber bereits mit dem 1,2-Liter gut motorisiert. Laut Datenblatt schafft es der Picanto mit den 84 PS und dem maximalen Drehmoment von 122 Nm in zwölf Sekunden von null auf Tempo 100 und wird maximal 173 km/h schnell. Liest sich jetzt vielleicht nicht allzu sportlich, doch das spritzige Fahrverhalten während meiner ersten Testfahrt hat ein sehr stimmiges Bild mit dem Kia Picanto GT Line abgegeben.

Schaltarbeit ist für flottes Vorankommen zwar notwendig, aber dank des guten Fünfgang-Getriebes habe ich gerne Hand angelegt. Auf der Autobahn würde ich mir aber doch einen sechsten Gang wünschen. Die Alternative, den Motor mit einer Automatik zu kombinieren würde ich persönlich nicht in Erwägung ziehen, ist beim 1.2 aber möglich.

Und da der gebotene Fahrspaß so groß war, muss ich zugeben, den Verbrauch total aus den Augen verloren zu haben. Daher verlasse ich mich an dieser Stelle mal auf die Herstellerangaben.

Kia konnte bei den beiden Motoren durch gezielte Überarbeitungen nicht nur die Fahrleistungen verbessern, auch die CO2-Emission konnte um bis zu fünf Prozent reduziert werden.

In den Ausführungen mit EcoDynamics (beinhaltet das Start-Stopp-System ISG und ein Energie-Regenerationssystem) gibt Kia für den Picanto 1.2 einen kombinierten Kraftstoffverbrauch von 4,5 Litern auf 100 Kilometer an, der CO2-Ausstoß beläuft sich entsprechend auf 104 g/km. Der kleinere Benziner unterbietet diese Werte mit 97 Gramm pro Kilometer bzw. 4,2 Litern pro 100 Kilometer.

Ganz oben mischt Kia auch bei der Sicherheitsausstattung mit, hat der Hersteller mit dem autonomen Notbremsassistent (optional für alle Ausführungen erhältlich) auch hier eine Neuerung vorzuweisen, die in dieser Form derzeit nur Toyota im Angebot hat.

Ist dieser Assistent nicht mit einem City-Notbremsassistenten manch anderer Hersteller zu verwechseln, während dieser wie es der Name schon erahnen lässt, nur in einem Geschwindigkeitsbereich bis 30 oder 50 km/h arbeitet, warnt der Kia Picanto auch bei Autobahngeschwindigkeiten vor der Gefahr einer Frontalkollision und löst bei ausbleibender Reaktion selbstständig eine Notbremsung aus.

Apropos, das serienmäßige aktive Bremslicht signalisiert dem nachfolgenden Verkehr durch blinkende Bremsleuchten eine Notbremsung. Darüber hinaus ist von Haus aus ein Reifendruckkontrollsystem an Bord und ab der Variante Spirit sogar ein Knieairbag für den Fahrer.

In vier Ausführungen verfügbar, geht es für 9.990 Euro mit dem Kia Picanto 1.0 Attract los.

Und das Einstiegsmodell kommt dann keineswegs nackt daher und steht wie vielleicht bei manch anderem Hersteller nur in der Preisliste, um einen möglichst günstigen Preis aufgeführt zu haben … der Kia Picanto wartet bereits als Basismodell mit einem Audiosystem, USB- und AUX-Anschluss, einem Dämmerungssensor, einem Bordcomputer oder einer Zentralverriegelung auf.

Das Topmodell stellt die GT Line ab 14.990 Euro dar, dazwischen rangiert die Version Edition 7 und Spirit.

Mit dem zum Verkaufsstart auf die Räder gestellten Sondermodell „Dream-Team Edition“ hat Kia ab 12.690 Euro aber noch ein ganz besonderes Schmankerl im Angebot. Solange der Vorrat reicht, bekommst Du hier einen toll ausgestatteten Picanto mit sehr attraktivem Preisvorteil geboten.

Doch noch mal zurück zu meinem absoluten Liebling … Wer sich die GT Line gönnt, verwöhnt sich z. B. mit einer Sitzheizung vorn, einem beheizbaren Lenkrad, noch besserem Sound dank zwei zusätzlicher Hochtöner, elektrisch anklappbaren Außenspiegeln mit integrierten LED-Blinkleuchten, Applikationen in Klavierlackschwarz und der längs verschiebbaren Mittelarmlehne mit Ablagefach. Neben den zu Beginn aufgeführten optischen Highlights sind hier außerdem die Scheiben ab der B-Säule sportlich dunkel getönt.

Ob als Einzeloption oder im attraktiven Paket geschnürt, mit der 7-Zoll-Kartennavigation, der induktiven Ladestation für Smartphones, der Bluetooth-Freisprecheinrichtung mit Spracherkennung oder aber Smart-Key sowie der Rückfahrkamera hat Kia darüber hinaus Sonderausstattungen in petto, die man bis dato nur in höheren Fahrzeugklassen vorgefunden hat.

Doch für welchen Picanto Du Dich letztlich auch entscheidest, das einmalige 7-Jahre-Kia-Qualitätsversprechen gilt auch beim kleinsten Koreaner. Mit der 7-Jahre-Kia-Herstellergarantie, der 7-Jahre-Kia-Mobilitätsgarantie und dem 7-Jahre-Kia-Navigationskarten-Update hat der Hersteller einiges serienmäßig zu bieten.

Stand: März 2017; Test und Fotos: CARWALK – Der Autoblog

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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