Kia Rio – Komplett neu! Komplett gut!

Die Koreaner blicken nun schon auf 24 Jahre Kia in Deutschland zurück und während die Marke noch vor einigen Jahren mit dem Image des Billigheimers behaftet war, haben sie sich gerade in den letzten sechs Jahren davon befreit und sich mit insgesamt 26 neuen Modellen (darunter auch Facelifts) zu einem Automobilhersteller gemausert, dessen Fahrzeuge unter anderem für tolles Design, Qualität, ein großartiges Preis-/Leistungsverhältnis und eine einzigartige Hersteller-Garantie von sieben Jahren steht.


Doch Kia ruht sich keineswegs auf diesem Erfolg aus und verspricht in den nächsten vier Jahren 22 weitere Modelle einzuführen, den Anfang macht der neue Kia Rio, mit dem die Koreaner die Markenwahrnehmung zweifelsohne weiter verbessern werden. Die vierte Generation hat in allen Belangen deutlich zugelegt, doch nur nicht beim Preis. Startet der Kia Rio trotz spürbarem Mehrwert unverändert bei 11.690 Euro.

Im Vergleich zum Vorgänger präsentiert sich der neue Kia Rio deutlich gereifter und so steht er für einen Kleinwagen sehr erwachsen da.

Wenn das Fahrzeug auch unbestritten kraftvoll auf der Straße steht, büßt die neue Generation in meinen Augen und im direkten Vergleich etwas an der dynamischen Linienführung ein, was letztlich aber keine Kritik an dem gelungenen Blechkleid darstellen soll und ohnehin ist Optik doch immer eine Frage des Geschmacks.

Die vierte Generation Rio zeichnet sich sowohl durch den markentypischen Tigernasen-Kühlergrill, den markanten neu gezeichneten Scheinwerfern, ab der Version Spirit auch mit dem charakteristischen LED-Tagfahrlicht wie auch den nicht weniger markanten LED-Rückleuchten (Serie im Platinum Edition, optional für Spirit) aus.

15 Millimeter länger und auch in Breite und beim Radstand angewachsen, ist der Rio nun um fünf Millimeter flacher. Die leicht veränderten Proportionen treffen auf eine steiler stehende C-Säule und Heckscheibe, zudem ist der hintere Fahrzeugüberhang kürzer als zuvor.

Der reifere Auftritt spiegelt sich auch in der Farbpalette wieder, die insgesamt acht Farbtöne aufführt, darunter auch die neuen Lackierungen Seidensilber, Siennabraun, Mintgrün und Denimblau.

Der Reifeprozess ist auch im Innenraum deutlich sichtbar, hier wurde nichts beim Alten belassen. Im Topmodell bekennt der neue Kia Rio wenn gewünscht sogar Farbe, und so setzt sich nicht nur die Armatureneinheit oder die Türverkleidung farblich ab, auch die Seitenwangen der Sitze sind rot ausgeführt.

Die Materialanmutung überzeugt und selbst wenn Hartplastik verbaut wurde, erweist sich dieses als angreiffreundlich und kann auch optisch gefallen.

In einem Fahrzeug dieser Größenordnung absolut nicht erwartet, habe ich auch den 7-Zoll-Touchscreen des neuen Navigationssystems. Wartet dieser mit einer hervorragenden Auflösung, Smartphone-Schnittstellen für Android Auto und Apple CarPlay, eine Sprachsteuerung, Freisprechfunktion, Text- und Spracherkennung, Verkehrsinformationen in Echtzeit und den digitalen Radioempfang DAB+ auf.

Leider immer noch alles andere als selbstverständlich im Segment der Kleinen, ein höhenverstellbarer Fahrersitz sowie ein höhen- und tiefenverstellbares Lenkrad, bei Kia ist das nicht nur guter Standard, je nach Ausstattungsniveau wird dieser durch eine Sitzheizung und sogar ein beheizbares Lederlenkrad aufgestockt.

Und auch das Gestühl macht einen guten Eindruck, so reise ich selbst als Großgewachsener sehr bequem, das gilt übrigens auch für die Rücksitzbank.

Dabei finden ich hier nicht nur ein großartiges Raumangebot vor, auch eine USB-Ladebuchse wurde dort von Kia platziert. Ein derzeitiges Alleinstellungsmerkmal übrigens.

Doch der neue Kia Rio lässt nicht nur mit seinem üppigen Platzangebot andere Mitbewerber „klein“ aussehen, mit einem Gepäckraumvolumen von 325 Liter verzeichnet die neue Modellgeneration einerseits einen Zuwachs von stolzen 37 Litern und sichert sich andererseits einen Platz unter den Top 3 im Segment der Kleinwagen.

Durch das Umklappen der asymmetrisch geteilten Rücksitzlehne lässt sich das Fassungsvermögen jetzt auf bis zu 980 Liter erweitern (plus 57 Liter, bei dachhoher Beladung). Eine praktische Neuerung ist darüber hinaus der herausnehmbare Gepäckraumboden.

Steifer und zugleich leichter als sein Vorgänger zählen zu den weiteren Fahrwerksneuerungen neu abgestimmte Federn und Dämpfer, ein höhergesetzter Torsionsstab hinten, vertikal eingebaute Stoßdämpfer hinten und Stoßdämpfer mit vorgespannten Ventilen vorn.

Kia hat einen sehr angenehmen Kompromiss gefunden, erweist sich der neue Rio als durchaus komfortabel und meistert auch schlechte Straßen problemlos, kann aber auf der anderen Seite auch richtig sportlich.

Dabei lässt er sich wunderbar präzise und dynamisch manövrieren, die Modifikationen an der elektronisch unterstützten Servolenkung machen sich hier positiv bemerkbar.

Um die Bremsleistung auf rutschigen Untergründen zu verbessern, haben die Verantwortlichen dem Rio ein Straight-Line-Stability-Programm spendiert, dieses erkennt unterschiedliche Untergründe und passt die Bremskraft entsprechend an.

Mit fünf Motoren deckt Kia ein Leistungsspektrum von 62 bis 88 kW ab (entspricht 84 bis 120 PS) und bietet dem Interessenten somit eine für einen Kleinwagen großzügige Auswahl.

Hauptaugenmerk lege ich heute auf den neuen turboaufgeladenen 1,0-Liter-Benzindirekteinspritzer, kurz T-GDI, der sowohl mit 74 kW / 100 PS als auch 88 kW / 120 PS erhältlich ist.

Das Dreizylinder-Downsizing-Triebwerk mobilisiert in beiden Varianten ein maximales Drehmoment von 172 Nm und ermöglicht Beschleunigungswerte von 10,7 Sekunden bzw. 10,2 Sekunden.

Dabei ist der reale Fahreindruck noch agiler als es die Zahlen vermuten lassen. Gerade das stärkere Triebwerk hält ordentliche Kraftreserven bereit, selbst wenn ich an einer Steigung mal nicht rechtzeitig herunterschalte, der Kleine überrascht mit souveränem Durchzug.

Die Topmotorisierung 1.0 T-GDI 120 lässt die schwächere Version mit 190 km/h auch in der Topspeed hinter sich, wenn auch nur um vier Stundenkilometer.

Das 100 PS Aggregat muss sich auch mit einem Fünfgang-Handschalter begnügen, die 120 PS-Version legt noch einen sechsten Gang drauf und ist optional auch mit einer Viergang-Automatik verfügbar. Noch interessanter ist aber in jedem Fall die Aussicht auf ein Doppelkupplungs-Getriebe, wann es jedoch soweit ist, ist derzeit noch unklar.

Mit Schaltgetriebe an Bord, ist der neue Kia Rio in jedem Fall mit dem Spritspar-Paket EcoDynamics ausgestattet, womit ein Start-Stopp-System den Verbrauch in der Stadt weiter senkt.

Laut Hersteller verbrauchen die zwei Triebwerke durchschnittlich 4,5 oder 4,7 Liter auf hundert Kilometer, dies entspricht 107 g/km CO2 beim stärkeren Pendant, während der 1.0 T-GDI 100 sich sogar mit 102 g/km CO2 begnügt.

Die dritte Generation des Kia Rio konnte im Euro NCAP die Bestnote einfahren und es würde mich wirklich verwundern, könnte der neue Rio damit nicht mithalten, wenn auch die Anforderungen mittlerweile weiter verschärft wurden. So setzt ein autonomer Notbremsassistent mit Fußgängererkennung mittlerweile ein „5 Sterne“-Ergebnis voraus.

Für den neuen Kia Rio aber kein Problem, denn während dieser ab der Version Spirit bereits serienmäßig ist, ist er für alle anderen Ausstattungslinien auch optional verfügbar. In diesem Segment bietet das bis dato nur ein weiterer Hersteller an.

Ebenfalls im B-Segment alles andere als selbstverständlich, der Spurhalteassistent, ebenfalls Serie ab Spirit und gegen Aufpreis für alle anderen Ausführungen erhältlich.

Ein Reifendruckkontrollsystem, das aktive Bremslicht (ESS), der Bremsassistent,
sechs Airbags darunter auch durchgehende Vorhangairbags, höhenverstellbare Sicherheitsgurte vorn und ein Gurtwarnsystem zählen beim Kia Rio ohnehin von Haus aus zum guten Ton.

Bis Ende des Jahres legt Kia sogar noch einen Querverkehrswarner inklusive Blindspot (Toter-Winkel) und einen Müdigkeitswarner sowie einen Fernlichtassistenten oben drauf. Hier müssen die Mitbewerber definitiv nachlegen.

Und besonders reizvoll bei Kia ist die Tatsache, dass Du für Extras nicht viel Geld in die Hand nehmen musst.

Ohnehin verlangen die Koreaner keinen tiefen Griff in die Tasche, wie Eingangs erwähnt startet der Kia Rio Attract in Verbindung mit dem 84 PS starken Einstiegsbenziner bereits bei 11.690 Euro. Und da hat der neue Rio schon derart viele Komfortfeatures an Bord, das ist im B-Segment nun wirklich eine Seltenheit.

Und wenn auch eine Klimaanlage erst in der nächst höheren Ausstattungslinie Serie ist, so zählt bereits im Basismodell ein Audiosystem mit Kia Radio (inkl. RDS- und MP3-Funktion) und vier Lautsprechern, USB- und AUX-Anschluss, ein Multifunktionslenkrad, Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung, elektrische Fensterheber vorn, elektrisch einstellbare Außenspiegel, ein Bordcomputer und ein Dämmerungssensor zum serienmäßigen Umfang.

Die Version „Edition 7“ baut für 13.490 Euro darauf auf und beinhaltet außerdem die besagte Klimaanlage, beheizbare Außenspiegel, schwarze Klavierlack-Dekorelemente, beleuchtete Make-up-Spiegel und den praktischen, herausnehmbaren Gepäckraumboden.

Für 16.690 Euro bekommst Du im Spirit sogar eine Klimaautomatik, ein Audiosystem mit 5-Zoll-Touchscreen und sechs Lautsprechern, Rückfahrkamera, Bluetooth-Freisprecheinrichtung, Geschwindigkeitsregelanlage und Geschwindigkeitsbegrenzer, Aktiv-Matrix-Display, ein Regensensor, Parksensoren hinten, elektrische Fensterheber hinten, elektrisch anklappbare Außenspiegel mit integrierten Blinkleuchten, LED-Tagfahrlicht, LED-Positionsleuchten, Nebelscheinwerfer und Abbiegelicht, 16-Zoll-Leichtmetallfelgen, Sitzheizung vorn und ein beheizbares Lederlenkrad.

Dazwischen rangiert bis auf weiteres die „Dream-Team Edition“. Das Sondermodell kostet 14.990 Euro und bietet einen Kundenvorteil von fast viertausend Euro.

Was einem da das Topmodell noch bieten kann, fragst Du Dich? Als neue Topvariante wurde die Platinum Edition eingeführt, wenn auch den größeren Motoren (1.4, 1.0 T-GDI 120 und 1.4 CRDi 90) vorbehalten, bietet diese ab 20.290 Euro im Grunde alles was Kia zu bieten hat.

Das heißt, der Kia Rio Platinum rollt auf 17-Zoll-Leichtmetallfelgen daher und lässt mit den Sitzbezügen in hochwertiger Ledernachbildung und dem zuvor beschriebenen 7-Zoll-Kartennavigationssystem inklusive Kia Connected Services sowie den Features, Smart-Key und Startknopf, selbstabblendender Innenrückspiegel, elektrisches Glasschiebedach, der Solarglas-Frontscheibe oder den Aluminium-Sportpedalen wirklich keinen Kleinwagencharme aufkommen. Und so relativiert sich doch der Verkaufspreis von knapp über 20.000 Euro im Nu.

Das umfassende 7-Jahre-Kia-Qualitätsversprechen inklusive 7-Jahre-Kia-Herstellergarantie, 7-Jahre-Kia-Mobilitätsgarantie und das 7-Jahre-Kia-Navigationskarten-Update krönen den Kauf eines Kia Rio übrigens unabhängig von der gewählten Ausstattung. Die Garantien wie auch das Navigationskarten-Update sind dabei an das Fahrzeug gebunden und damit auf einen neuen Halter übertragbar.

Stand: Februar 2017; Test und Fotos: CARWALK – Der Autoblog

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