Hyundai Tucson: Dieses Auto ist klasse!

Und zwar so sehr, dass man ihn durchaus schon mit den Platzhirschen wie BMW X1 vergleichen darf, auch wenn es ihm dazu noch an der ein oder anderen Stelle ein wenig fehlt, beim Fahrwerk zum Beispiel oder beim Motorenangebot. Denn dort wo der Tucson aufhört, da fängt ein BMW erst so richtig an (oder will am Ende der Kunde bei Hyundai einfach nicht mehr Power???). Abgesehen davon hat der Tucson alles was man sich so wünschen kann und mit Blick auf den Preis (mein Testwagen kostet 39.100,- Euro) ist die Ausstattung einfach umwerfend.

Hyundai Tucson 05Da ist dann auch ein automatischer Einparkassistent mit an Bord, eine Lockfunktion für den Allradantrieb, eine Bergabfahrhilfe, ein Drive Mode der normal und sportlich kann, da sind normale Einparkhilfen drin, eine Rückfahrkamera, der Toter-Winkel-Assistent und der Frontkollisionswarner, ein Spurhalteassistent der sogar kurzfristig selber lenkt, da ist eine elektrisch öffnende Heckklappe drin, die selbsttätig öffnet wenn man dahinter steht, Ledersitze und Lederlenkrad, eine Lenkrad- sowie Sitzheizung und sogar eine Sitzlüftung …

War schon der Vorgänger ein schickes Teil, so kann der neue, der ja jetzt wieder auf den Namen Tucson statt ix35 hört, richtig gut gefallen. Wo der Vorgänger noch eher verspielt rüber kam, kommen jetzt maskuline Formen zur Anwendung, besonders der große Kühlergrill, der markant in den Scheinwerfern ausläuft, die Kombination aus LED-Tagfahrlicht und Nebelscheinwerfern und der schicke Unterfahrschutz in der Frontschürze sorgen für einen prägnanten Auftritt, nicht zu vergessen die gewachsenen Abmessungen in der Länge und Breite bei gleichzeitig verringerter Höhe, die den Tucson satt und breit dastehen lassen.

Zahlreiche Kleinigkeiten vervollständigen hier das positive Gesamtbild, seinen es die schicken LED-Rückleuchten, der dynamische Heckspoiler oder die doppelflutige Auspuffanlage in schickem Chrom.

Einsteigen und sich wohl fühlen – das gilt für den neuen Tucson uneingeschränkt. Und vor allem in der Topausstattung ist der Name Premium Programm und kann sich durchaus auch neben einem BMW sehen lassen, auch wenn ganz klar die Materialanmutung noch nicht ganz auf dessen Niveau angekommen ist.

Hyundai Tucson 01Aber hallo, noch vor gar nicht allzu langer Zeit durfte sich ein Koreaner nicht mal mit einem VW vergleichen, und jetzt BMW. Klar, wenn die Bayern ihr großes Extra-Programm auspacken, dann kann der Tucson nicht mithalten, aber was hier alles in der Topvariante serienmäßig geboten wird – und das für 34.450,- Euro – das ist schon spitze.

Eine gefällige Gestaltung mit sanften Schwüngen empfängt uns, moderne Bedienelemente, schicke Applikationen, ein kleines, griffgünstig ausgeformtes Lederlenkrad – selbstverständlich beheizbar – und (aufpreispflichtige) Ledersitze, die nicht nur beheiz- sondern auch kühlbar sind und neben der elektrischen Verstellung für den Fahrer auch eine elektrische Lordosenstütze beinhalten, nehmen mich behaglich auf.

Angreiffreundliche Materialien, eine intuitive Bedienung, prima Platzverhältnisse und auf Wunsch ein nochmals vergrößertes Panorama-Glasdach verwöhnen mich, sogar Einstiegsleisten an den Türschwellern sind vorhanden, die man sich aber auch gut in edlem Alu vorstellen könnte.

Der acht Zoll große Touchscreen ist ab der Ausstattungslinie Style an Bord und dient nicht nur dem Radio mit DAB+ sondern auch dem TomTom-Navigationssystem mit sieben Jahre kostenlosem Aktualisierungsservice als Basis. Die Bedienung erfolgt einfach, schnell und intuitiv. Neben über 30 Millionen Points of Interest (z.B. Restaurants, Hotels und Sehenswürdigkeiten aus 28 Ländern) werden auch Verkehrsbehinderungen in Echtzeit eingeblendet.

Vorne kommt man nicht nur ganz bequem rein und raus, die optionalen Ledersitze sind groß dimensioniert, gut ausgeformt, straff gepolstert und können statt in Schwarz auch in Rot oder Beige geordert werden.

Hyundai Tucson 02Auch in Reihe zwei kommt man sehr bequem rein, hinter einem 1,80 m Fahrer ist auch für große Mitfahrer noch üppig Platz, zumindest die beiden Außensitze sind einigermaßen ausgeformt und besitzen sogar eine Sitzheizung. Wieder raus geht es auch hier ganz bequem.

An den Außensitzen ist jeweils ein Hebel, mit dem sich die Lehne vorklappen lässt. Die Kopfstützen können dran bleiben, die entstehende Ladefläche ist nahezu eben, wieder am Hebel ziehen und man kann die Lehne wieder zurück klappen, dazu braucht man aber zwei Hände, denn auch zwischendrin rastet der Hebel sonst wieder ein, da man die Lehne auch individuell in zehn Stufen verstellen kann – dazu passend gibt es dann zwei Haltevorrichtungen für die Gepäckraumabdeckung.

Um an den üppigen Laderaum zu kommen, bedarf es bei meinem Testwagen nicht mal eines einfachen Fußwischs unterhalb der Heckschürze, es reicht schon, wenn man sich für rund drei Sekunden etwa einen Meter hinter dem Fahrzeug befindet, und schon öffnet die Heckklappe elektrisch ganz von allein. Wie hoch bestimmst Du selbst, mit wenigen Knopfdrücken lässt sich manuell die Heckklappe öffnen, bis zu einem gewissen Grad und dann wieder manuell schließen und ab sofort merkt sich das System – bestätigt durch einen Ton – diese Höhe und öffnet fortan immer elektrisch bis dort hin.

Die Ladekante ist für ein SUV gar nicht mal so hoch, die Stoßstange ist leider nicht so gut geschützt wie die Ladekante, unter dem soliden Boden steckt nochmals ein großes Fach, dort steckt aber auch kein Reserverad mehr. Der jetzt auf 513 Liter angewachsene Kofferraum lässt sich wie beschrieben schnell auf bis zu 1.503 Liter vergrößern.

Hyundai Tucson 07Man fühlt sich auf Anhieb wohl im neuen Tucson, das liegt nicht nur am Ambiente des Innenraums, sondern auch am ausgewogenen, insgesamt angenehm straff abgestimmten Fahrwerk, das einen guten Gesamtkomfort bietet, auch wenn Querrillen und Schlaglöcher auch akustisch nach innen gegeben werden. Längsrillen verleiten den Tucson zum Nachlaufen – das Kapitel Fahrwerk ist klar eines, in dem der BMW X1 dem Hyundai Tucson noch davon fährt.

Trotzdem ist die Traktion des Tucson stets super, vor allem wenn man, wie in meinem Testwagen verbaut, über das Allrad-System verfügt. Es treibt normalerweise um Sprit zu sparen nur die Vorderräder an. Sobald es jedoch einen Gripverlust feststellt, leitet es die Kraft kontinuierlich bis zu 50% an die Hinterachse. Der Fahrer kann zudem bis zum Erreichen von 40 km/h den Allradantrieb auch per Tastendruck im Verhältnis 50 : 50 zuschalten.

Zuschalten lässt sich auch der Spurhalteassistent. Ist er aktiviert, leuchtet im Instrumententräger ein entsprechendes Symbol in weiß auf und sobald das System die Straßenmarkierungen auch als solche erkennt, wird das Symbol grün, erst dann greift es wenn nötig auch selbsttätig ein.

Ist der Einparkautomat eingeschaltet, kann er Parklücken erkennen die längs und quer zur Fahrtrichtung liegen, solche die schräg dazu ausgerichtet sind, erkennt er nicht. Wird er aktiviert, reagiert er bei Stadttempo 50 erst mal gar nicht, kommt man unter die 40 km/h aktiviert er sich, fordert aber erst mal zum Tritt auf die Bremse auf um die Geschwindigkeit zu reduzieren, sobald man dann langsam genug fährt, arbeitet das System, allerdings wird man im fließenden Verkehr damit ganz schnell zum Hindernis. Der Einparkvorgang selbst geht dann einfach vonstatten, der Fahrer muss nur den Rückwärtsgang einlegen, Gas geben und bremsen. Und das feine dabei, der Assistent kann auch alleine wieder ausparken.

Hyundai Tucson 03Mein Tucson war auch mit einer Schildererkennung ausgestattet, allerdings zeigte sie sich während der Testphase vor allem von nur am linken Fahrbahnrand aufgestellten Schildern überfordert und hat auch das ein oder andere Temposchild in Form von Leuchttafeln nicht angezeigt. Das liegt möglicherweise daran, dass ein erkanntes Schild stets mit den abgespeicherten Daten des Navis abgeglichen werden.

Der Tucson folgt willig der angenehm straffen und exakten Lenkung, auch wenn die Rückmeldung von der Fahrbahn etwas besser sein könnte, er legt sich zwar spürbar in die Kurven, benimmt sich im Slalom wie in schnellen Kurven aber sehr gutmütig und nur leicht untersteuernd bis neutral. Allerdings verhärtet die Lenkung bei plötzlichen starken Richtungswechseln und das ESP greift ggf. massiv ein.

Mit Hilfe der Taste „Drive Mode“ kann von normal auf sportlich gewechselt werden, was sich aber nicht aufs Fahrwerk sondern nur auf Getriebe, Motor (dreht dann z.B. höher) und die Lenkung (arbeitet direkter aber auch straffer) auswirkt.

Ist das Fahrzeug mit einem LED-Fahrlicht ausgestattet, kann man sich über eine sehr gute Ausleuchtung der Fahrbahn freuen. Das Fernlicht erscheint dann dagegen recht gelblich-rot und legt sich über das weiße Licht, was irgendwie fast unwirklich wirkt. Auch die gelblichweißen Nebellampen wollen nicht so recht zum LED-Licht passen.

Serienmäßig ist der Tucson mit einer spontan ansprechenden und fein zu dosierenden ABS-Bremsanlage ausgestattet, die vorne (innenbelüftet) und hinten über Scheibenbremsen verfügt, einen Notbremsassistenten und eine elektronische Bremskraftverteilung besitzt.

Hyundai Tucson 06Eine Vollbremsung aus Tempo 100 absolviert er auf gutem Untergrund in weniger als 36 Metern bis zum Stillstand und unterstützt das mit einem schnell blinkenden Bremslicht und dem Einschalten der Warnblinkanlage. Selbst bei feuchter Fahrbahn geht er gutmütig ans Werk und bleibt sauber in der Spur, auch auf schlechtem oder wechselndem Fahrbahnbelag. Man spürt kaum ein ABS-Rubbeln oder Reifenquietschen.

Als Premiere im Hyundai Tucson war der bereits aus dem Veloster und i30 Turbo bekannte 1.6 Liter Turbo-Benziner mit 177 PS / 130 kW in meinem Testwagen verbaut, er löst den bisherigen Zweiliter-Benziner ab. Bei BMW geht natürlich ab hier erst der Spaß so richtig los, aber ohne Zweifel wird der auch ab hier richtig teuer.

Bei Hyundai ist die Leistungsspitze was den Benziner angeht hiermit erreicht und reicht auch für flottes Fahren durchaus aus. Zusammen mit dem maximalen Drehmoment von 265 Newtonmetern zwischen 1.500 und 4.500 U/min. ist der Vierzylinder ausreichend kräftig für den doch 1,7 Tonnen schweren Tucson und so gelingt die Beschleunigung von Null auf Hundert in 9,5 Sekunden und die Topspeed ist in Verbindung mit dem Allrad-Antrieb bei 202 km/h erreicht, die 2WD-Variante ist geringfügig schneller.

Anstelle des serienmäßigen Sechsganggetriebes war mein Tucson mit dem von Hyundai selbst entwickelten 7-Gang DCT-Getriebe ausgestattet. Dieses Doppelkupplungsgetriebe arbeitet an sich sehr gut, schaltet sanft und schnell, gibt man jedoch Vollgas, dann glaubt man für eine kurze Zeit eine stufenlose Automatik vor sich zu haben, der Motor dreht schnell hoch, wird sofort laut und erst dann folgt die Beschleunigung.

Hyundai Tucson 09Bergab schaltet das DCT-Getriebe selbsttätig zurück und nutzt die Motorbremse oder hält die Drehzahl hoch, wenn man nach flotter Beschleunigung kurz vom Gas geht. Fährt man ganz entspannt, gehen die Schaltvorgänge fast unmerklich vonstatten, der Motor zieht auch noch bei 140 oder 160 vehement nach oben, auch selbst bei 180 hat er noch genügend Druck, außer unter voller Beschleunigung bleibt der Motor leise, auch die Windgeräusche halten sich insgesamt sehr im Hintergrund.

In Sachen Verbrauch bringt das DTC-Getriebe laut Hersteller 7,5 Liter im Mix. Im normalen Fahrbetrieb (Stadt und Landstraße) habe ich 8,1 Liter verbraucht, etwas zurückgenommen sind auch die 7,5 Liter möglich. Autobahntempo 130 quittiert er mit 8,1 bis 8,3 Litern Super. Im Mix stößt der Vierzylinder 175 g CO2 pro Kilometer aus und erfüllt die Abgasnorm Euro 6.

Vor allem in der Ausstattungsreihe Premium bietet der Tucson eine üppige Grundausstattung, die schon bei der Sicherheit beginnt, wo er im Euro NCAP Crashtest fünf Sterne einfährt.

Über die normalen Airbags, Kopfstützen und Dreipunktsicherheitsgurte oder die aktive Motorhaube hinaus bietet der Koreaner so manches Assistenzsystem bereits serienmäßig, wie z.B. den Spurhalteassistent mit Lenkeingriff und die Verkehrszeichenerkennung, die Rückfahrkamera und den Einparkassistenten. Optional sind dann noch der Toter-Winkel-Assistent mit optischer und ggf. auch akustischer Warnung, der Frontkollisionswarner, eine Querverkehrswarnung hinten oder das radargestützte Auffahrwarnsystem mit autonomem Notfallbremsassistenten erhältlich.

Hyundai Tucson 04Der Hyundai Tucson beginnt bereits bei 22.400,- Euro in der Einstiegsvariante Classic als 1.6 GDI 2WD. Spitzenmodell ist der 2.0 CRDi 4WD Premium für 37.900,- Euro.

Mein Testwagen mit dem 1.6-Liter Turbo und Allrad-Antrieb in der Ausstattungslinie Premium steht mit 34.450,- Euro in der Preisliste und war voll ausgestattet 39.100,- Euro teuer, das sieht zwar auf den ersten Blick recht viel aus, die wirklich üppige Ausstattung relativiert das aber schnell wieder, einen Blick auf den bayrischen Mitbewerber will ich gar nicht erst riskieren.

Denn von „A“ wie Alarmanlage bis „Z“ wie Zentralverriegelung mit Keyless Go ist eine ganze Menge bereits im Preis enthalten. Wie der Spurhalteassistent, die zweifach verstellbare Lenksäule, die Verkehrszeichenerkennung, Traktionskontrolle, elektrisch verstell-, beheiz- und anklappbare Außenspiegel, Drive-Mode-Select, Berganfahrassistent, Einparkassistent und Einparkhilfe, Rückfahrkamera, ESP, automatisch abblendender Innenspiegel, Regensensor, LED-Fahrlicht, Lichtsensor, Nebelscheinwerfer, Abbiegelicht, 19 Zoll Alufelgen mit 245er Breitreifen, Dachreling, elektrische Heckklappe mit berührungsloser Öffnung, Unterfahrschutz, Ambientebeleuchtung in den Vordertüren, Audio- und Navigationssystem, elektrische Fensterheber, Tempomat, kühlbares Handschuhfach, Klimaautomatik, beheizbares Lederlenkrad, Sitzheizung vorne und hinten, elektrisch verstellbare Vordersitze, und, und, und.

Hyundai Tucson 10Da bliebt nur noch wenig für die Extrawünsche übrig, z.B. Die 6-Stufen-Automatik oder das 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe für 1.950,- Euro, das Panorama-Glasdach für 1.200,- Euro (als einziges nicht in unserem 39.100,- Euro-Testwagen verbaut), das Sicherheitspaket mit autonomem Bremsassistent, Frontaufprall-Warnsystem, Querverkehrsüberwachung beim rückwärts Ausparken sowie der Toter-Winkel-Assistent für 1.100,- Euro und schließlich noch das Lederpaket mit Ledersitzen, die vorne sogar kühlbar sind sowie die Metallic-Lackierungen für 550,- Euro – das Weiß meines Testwagens kostet keinen Aufpreis.

Neben der bei Hyundai typischen 5 Jahre Garantie ohne Kilometerbegrenzung gibt es auch eine fünf Jahre laufende Lackgarantie und eine unbegrenzte Mobilitätsgarantie. Eine Wartung ist alle 30.000 km oder alle 2 Jahre notwendig. Die Versicherungseinstufungen lauten 17 für HPF, 18 für Teilkasko und recht hohe 23 für die Vollkasko.

Stand: April 2016; Test und Fotos: CARWALK

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2 Gedanken zu “Hyundai Tucson: Dieses Auto ist klasse!

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