Shooting Brake Kia ProCeed

Zu den absoluten Highlights auf der IAA gehörte für mich im vergangenen Jahr die Kia Proceed Studie. Der Shooting Brake hat zwar in der Serienversion an scharfen Linien eingebüßt und präsentiert sich bei weitem nicht mehr so extravagant, doch damit war ja irgendwie zu rechnen. Und wenn auch ein klein wenig Enttäuschung mitschwingt, so steht der neue Kia ProCeed durch und durch athletisch und sehr gelungen da. Nicht zu vergessen, der neueste Kia-Spross spielt in der Liga der Kompaktwagen, hier müsste sich der Kia ProCeed genau genommen lediglich mit dem Mercedes-Benz CLA Shooting Brake messen. Doch ich frage mich jetzt viel mehr, warum noch den klassischen Kombi kaufen, wenn ich doch diesen Shooting Brake haben kann?

Sein Publikumsdebüt gibt der Kia ProCeed auf dem Pariser Autosalon vom 2. bis 14. Oktober, doch hier und heute kannst Du bereits in aller Ruhe einen Blick auf das neueste Ceed-Familienmitglied werfen und Dir diverse Infos zu Gemüte führen.

Beim Namensvorgänger handelte es sich noch um den schnittigen Dreitürer pro_cee´d, nun präsentiert sich die dritte Karosserievariante der Ceed-Familie mit einer vereinfachten Schreibweise und vor allen Dingen in einer komplett neuen Gestalt. Handelt es sich beim ProCeed um den ersten Shooting Brake im Hause Kia.

Die gesamte neue Ceed-Familie basiert auf der sogenannten K2-Plattform, letztlich geht der ProCeed aber seinen eigenen Weg und teilt sich lediglich die Haube und die vorderen Kotflügel mit seinen Schwestermodellen.

Bei identischem Radstand von 2,65 Meter ist der neue ProCeed mit 4,61 Meter fünf Millimeter länger und ganze vier Zentimeter flacher als der Kombi.

Besonders charakteristisch für den ProCeed ist die langgestreckte Silhouette, die Fenstergrafik mit den schicken Chromelementen, die stark geneigte Heckscheibe und das völlig eigenständige Heckdesign, unterscheidet sich die dritte Modellvariante hier ganz besonders vom Ceed und Ceed Sportswagon.

Der Modellname wurde in Großbuchstaben stolz mittig auf der Heckklappe platziert, doch besonders prägend ist das Lichtband, welches die LED-Rückleuchten verbindet und für eine sehr charakteristische Lichtsignatur sorgt.

Die Ausführung GT Line ist mit 17- oder 18-Zahl-Leichtmetallfelgen verfügbar, der GT rollt serienmäßig auf 18-Zoll-Rädern und etwas tiefer gelegt vor. Die GT-Version hebt sich außerdem durch neu designte Front- und Heckstoßfänger, ausgeprägte Seitenschweller, rot lackierte Bremssättel sowie etliche weitere Elemente in Rot und Hochglanzschwarz vom Grundmodell ab.

Neben dem neuen ProCeed gibt es wie gesagt noch den klassischen Fünftürer Ceed und den klassischen Kombi, genannt Sportswagon. Ob letzterer bei diesem Shooting Brake allerdings noch eine Rolle spielen wird.

Denn der neue Kia ProCeed setzt nicht nur auf den Faktor Design, mit einem Stauvolumen von 594 Liter fasst das Gepäckabteil des Shooting Brake lediglich 31 Liter weniger, als die Kombiversion.

Durch umlegen der dreigeteilten Rückbank, ebenfalls im Verhältnis 40:20:40 kannst Du den Laderaum auch hier vom Kofferraum aus im Handumdrehen vergrößern. Ein Gepäckraumtrennsystem mit Schienen, ein in der Höhe variabler Gepäckraumboden und eine sensorgesteuerte elektrische Heckklappe untermalen den Nutz- und Komfortanspruch.

Die sehr dynamisch verlaufende Dachlinie nimmt einem Fahrzeug natürlich die Kopffreiheit auf der Rückbank, um diesem Effekt entgegenzuwirken, hat Kia den Hüftpunkt der Rücksitze tiefergelegt.

Das Cockpit entspricht dem des mir bereits bekannten Ceed und so ist auch hier die Materialanmutung sowie die Verarbeitung für ein Fahrzeug im Kompaktwagensegment unerwartet hoch. Ebenso verfügt der Kia ProCeed serienmäßig über einen 7-Zoll-Touchscreen mit Smartphone-Integration und Bluetooth-Freisprecheinrichtung. Darüber hinaus ist eine 8-Zoll-Kartennavigation inklusive Multimediadienst Kia Connected Services, JBL-Premium-Soundsystem und induktive Smartphone-Ladestation erhältlich. Bei beiden Systemen kannst Du via Android Auto oder Apple CarPlay Deine Smartphone-Funktionen über den Touchscreen bedienen.

Mit Sportsitzen in verschiedenen Ausführungen, einem sehr schicken und unten abgeflachten Sportlenkrad und dem schwarzem Dachhimmel versprüht man im neuen Shooting Brake noch mehr Sportlichkeit und im Topmodell GT sind nochmals verbesserte Sportsitze mit schwarzen Bezügen in Leder-Veloursleder-Kombination verbaut, die gegen Aufpreis aber auch für die GT Line zu haben sind.

Im Gegensatz zum Fünftürer und der Kombivariante versprechen die Koreaner eine nochmals dynamischere Fahrwerksabstimmung, von einer speziellen Abstimmung mit eigener, betont sportlicher Charakteristik ist die Rede.

Die leistungsstarke GT-Version haben die Kia-Ingenieure unter Aufsicht von Albert Biermann entwickelt, der bei der koreanischen Marke für Fahrzeugtests und Hochleistungsmodelle verantwortlich ist und bereits beim Hyundai i30 N eindrucksvoll gezeigt hat, was er drauf hat.

Bei einer ersten Sitzprobe war hiervon natürlich noch nichts zu spüren.

Das gilt auch für die Motoren. Und wenn die Koreaner auch noch keine Beschleunigungswerte und Verbrauchsdaten im Detail kommunizieren können, so ist bereits klar, unter der Haube findest Du, wie auch schon beim Fünftürer und Kombi, wahlweise einen 103 kW / 140 PS starken 1,4-Liter-Turbo oder einen Diesel mit 1,6-Liter Hubraum und 136 PS bzw. 100 kW sowie die neue Topmotorisierung GT vor. Befeuert von 204 PS (150 kW), wird der 1,6-Liter-Turbobenziner künftig auch im Ceed GT verbaut werden.

Wer die Power fordert, soll dank elektronischem Soundgenerator und einer Auspuffanlage mit Abgasklappensystem mit einem entsprechend sportlichen Motorklang belohnt werden. Ich bin gespannt.

Anders als noch beim Vorgänger, kann der 1.6 T-GDI erstmals auch mit dem DCT7 kombiniert werden, das sich über Leichtmetall-Schaltwippen am Sportlenkrad auch manuell betätigen lässt.

Und auch die beiden anderen zur Wahl stehenden Aggregate sind sowohl mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe wie aber auch einem optionalen Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe verfügbar. Unabhängig davon, entsprechen alle Getriebe/Motoren-Kombinationen der Abgasnorm Euro 6d-Temp.

Deutlich ausführlicher wird Kia beim Thema Sicherheits- und Assistenzsysteme. Und so werden wie schon im klassischen Fünftürer, eine Gegenlenkunterstützung, der Fernlichtassistent, Müdigkeitswarner und der Frontkollisionswarner mit Fußgängererkennung und autonomen Notbremsassistenten sowie der aktive Spurhalteassistent auch im Shooting Brake serienmäßig verbaut sein.

Der Spurhalteassistent warnt Dich bei einem unbeabsichtigten Verlassen der Fahrspur nicht nur akustisch, mit korrigierendem Lenkeingriff hält Dich das System für eine kurze Zeit auch in der Spur. Bleibt eine Reaktion Deinerseits dennoch aus, schaltet sich das System allerdings ab.

Den nächsten Schritt in Richtung autonomes Fahren geht der koreanische Automobilbauer aber mit dem neuen Stauassistent. Er erkennt weit mehr als nur die Fahrbahnmarkierungen und hält das Fahrzeug entsprechend in seiner Fahrspur. Orientiert sich der ProCeed auch am vorausfahrenden Verkehr und übernimmt das Beschleunigen, Bremsen und Lenken, der Sicherheitsabstand zum vorderen Fahrzeug ist dabei stets gewährt. Aktiv ist der Assistent von Null bis Tempo 130 und somit mehr als nur ein Assistent im Stau.

Mit der adaptiven Geschwindigkeitsregelanlage inkl. Stop-and-go-Funktion, dem Spurwechselassistent, Querverkehrwarner , Verkehrszeichenerkennungund Parkassistent hat der neue Shooting Brake auch noch weitere Fahrerassistenzsysteme zu bieten.

Ein Gefühl von Sicherheit vermittelt Kia auch mit der in der Automobilbranche einzigartigen Herstellergarantie von sieben Jahren – maximal 150.000 km und in den ersten drei Jahren ohne Kilometerbegrenzung. Hinzu kommen zwölf Jahre Garantie gegen Durchrostung ohne Kilometerbegrenzung sowie fünf Jahre Lackgarantie (max. 150.000 Kilometer).

So viel steht bereits fest, doch zu welchen Preisen der neue Kia ProCeed ab Anfang 2019 im Handel stehen wird, ist noch unklar. Als sportlichste Variante im Ceed-Portfolio wird der Kia ProCeed jedoch ausschließlich in den Ausführungen GT Line und GT angeboten.

Stand: September 2018; Test: CARWALK – Der Autoblog; Fotos: Kia

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