Kia XCeed im Fahrbericht

Die Bandbreite, die Kia mit der neuen Ceed-Modellfamilie abdeckt, ist im Segment einzigartig. Neben den klassischen Karosserieversionen Fünftürer und Kombi, ist es aber vor allen Dingen das neue Karosseriekonzept, das in den vergangenen Monaten die Aufmerksamkeit auf sich zog. Und so sorgt der neue Shooting Brake sogar für einen absoluten Überraschungserfolg, zog der seit Anfang des Jahres erhältliche ProCeed an den klassischen Bestsellern souverän vorbei und nimmt bei den Ceed-Verkäufen aktuell die Spitzenposition ein. Mit dieser toll aufgelegten Modellfamilie konnte Kia die Verkaufszahlen gegenüber der Vorgängergeneration bereits verdoppeln, ein beachtlicher Erfolg, der die Entscheidung für eine weitere Karosserievariante stützt. Am 21. September feiert das vierte Derivat seine Marktpremiere und gibt einen weiteren Impuls die Absatzzahlen zu steigern, die Erfolgskurve wird definitiv weiter steil nach oben gehen. Voraussichtlich wird das Crossover Utility Vehicle den ProCeed als meistverkauftes Ceed-Modell ablösen. Die enorme Nachfrage an Crossover- und SUV-Modellen im Kompaktsegment bedienen zu können, reicht Kia allein jedoch nicht aus und so legen die Koreaner bereits Anfang 2020 mit einer Plug-in-Hybrid-Variante nach.

Unter den „UV“-Modellen bei Kia positioniert sich der neue XCeed zwischen dem kleineren Crossover Stonic und dem SUV Sportage. Während manch ein Hersteller einfach auf unterschiedliche Größenausführungen setzt, präsentiert Kia drei völlig eigenständige Fahrzeuge und selbst in der Ceed-Baureihe geht der XCeed eigene Wege.

Die Familienzugehörigkeit ist zwar unverkennbar, doch letztlich teilt sich die Crossover-Variante nur die Plattform und die vorderen Türen mit dem Fünftürer.

Die Crossover-Variante misst stolze acht Zentimeter mehr als das Grundmodell und kommt auf eine Außenlänge von 4,39 Meter, während der Radstand dem der anderen Ceed-Modelle entspricht.

Die Designer setzen beim XCeed auf ein sehr dynamisches Erscheinungsbild ohne aber die vom Kunden geschätzten Crossover-Elemente zu vernachlässigen. Eine um 44 Millimeter erhöhte Bodenfreiheit wird durch schwarz verkleidete Radläufe und Seitenschweller nochmals hervorgehoben.

Besonders gut gefällt mir der Coupé-ähnliche Dachverlauf, der in einem wirklich sehr gelungenen Heck inklusive Unterfahrschutz mündet. Die gesamte Linienführung wirkt geschärft, die Scheinwerfer, wie auch der Kühlergrill und der untere Lufteinlass wurden ebenfalls neu gestaltet.

Ausschließlich dem Crossover-Modell vorbehalten, der neue Farbton Quantumgelb. Mein absoluter Favorit, insbesondere in Kombination mit dem Innenraumpaket.

Dieses ist Teil der zum Marktstart exklusiv angebotenen Launch Edition, die sich mit gelben Akzenten am Armaturenbrett, gelben Ziernähten und Stoff-Leder-Sitzen mit Sitzflächen in Wabenmuster auch im Innenraum abhebt. Für einen stärkeren Kontrast sorgen zudem die in schwarz ausgeführten Säulenverkleidungen und der Dachhimmel, der bei den anderen Ausführungen in Grau gehalten ist. Die Launch Edition gibt sich darüber hinaus durch „XCeed“-Schriftzüge zu erkennen, die nicht nur im Innenraum sondern auch außen an der C-Säule zu sehen sind.

Die Cockpit-Gestaltung ist mir bereits von den anderen Ceed-Varianten bekannt, die hochwertige Ausführung begeistert mich auch hier und dennoch weiß der neue XCeed sich erneut von seinen Schwestermodellen abzuheben.

Ist der XCeed der Erste aus der Ceed-Familie der mit dem Infotainmentsystem UVO Connect auffährt und bei dem freistehenden Touchscreen auf dem Armaturenbrett auf das neue 10,25-Zoll-Kartennavigationssystem setzt. Ausstattungsmerkmale die bei den anderen Ablegern erst mit dem Modelljahr 2020 eingeführt werden.

Die Auflösung des 10,25 Zoll großen Touchscreen ist brillant und die Menüführung einfach und intuitiv gestaltet. Der Display reagiert direkt auf leichte Wischbewegungen. Bei Bedarf ist es Dir sogar möglich den Bildschirm dreifach zu unterteilen, neben der sogenannten Split-Screen-Funktion sind darüber hinaus Bluetooth-Mehrfachverbindungen möglich und diverse Widgets können individuell konfiguriert werden.

Wer auf moderne Konnektivitäts- und Infotainmentlösungen Wert legt, wird nicht lange überlegen und sich die kostenlose Kia UVO App herunterladen. Sie steht Dir sowohl für Android- und iOS-Betriebssysteme im Play Store und App Store zur Verfügung und bietet Dir zahlreiche Annehmlichkeiten. Kannst Du mittels App Fahrzeuginformationen, Fahrzeugberichte und Diagnosemitteilungen aus der Ferne abrufen, die Klimaautomatik vor Fahrtantritt aktivieren oder Deine Reiseplanung bequem vom Sofa aus an das Navigationssystem schicken. In den kommenden Wochen wird der Umfang außerdem um die Türschließfunktion per App erweitert.

Apropos, über den Touchscreen im Auto kannst Du auf Kia Live zugreifen, verfügt das Navigationssystem über eine eigene SIM-Karte. Der Dienst bietet Verkehrsinformationen in Echtzeit, Wettervorhersagen, Warnung vor Gefahrenstellen und eine lokale Suche („Points of Interest“). Bei meiner ersten Ausfahrt konnten mich bereits einige dieser Vorzüge begeistern. Nicht getestet, aber dennoch möglich, die Ortung des Fahrzeuges. Sollte Dir im Trubel des Tages entfallen, wo Du Deinen XCeed abgestellt hast, kannst Du mit Hilfe der App das Auto orten.

Kia stellt Dir den Telematikdienst UVO Connect ganze sieben Jahre lang kostenlos zur Seite.

Mit dem 12,3 Zoll großen, hochauflösenden Bildschirm (1920×720 Pixel) verbaut Kia im XCeed erstmals ein volldigitales Kombiinstrument, welches allerdings nur der Launch Edition und der Ausstattungslinie Platinum vorbehalten ist und leider auch nicht gegen Aufpreis für die anderen Varianten angeboten wird.

Käufer eines Crossover-Modells bevorzugen eine erhöhte Sitzposition, der daraus resultierende bequeme Ein- und Ausstieg trifft beim Kia XCeed auf ein toll ausgeformtes und straff gepolstertes Gestühl, welches bei Bedarf und Ausstattung den Sitzkomfort mit einer Sitzheizung und Sitzkühlung perfektioniert. Eine Lenkradheizung schmeichelt in den kalten Tagen zusätzlich.

Aber auch wer auf der Rückbank Platz nehmen muss, fühlt sich im Kia XCeed sehr gut aufgehoben, neben großzügigen Platzverhältnissen hat der Koreaner auf Wunsch auch hier Sitzheizung in petto.

Und auch beim Blick in den Gepäckraum enttäuscht mich der Kia XCeed nicht, mit 426 Liter Fassungsvermögen übertrifft das Crossover-Modell den klassischen Ceed um 31 Liter und kann durch einfaches Umlegen der dreigeteilten Rücksitzbank (40:20:40) auf bis zu 1.378 Liter bei Beladung bis Dachhöhe erweitert werden. Zusätzliche Variabilität schafft der in der Höhe verstellbare Gepäckraumboden. Bequemen Zugang zum Kofferraum ermöglichte mir die sensorgesteuerte elektrische Heckklappe.

Kia bestückt einzig die Basisversion mit 16 Zoll Reifen und spendiert allen anderen Versionen bereits 18 Zöller. Natürlich quittiert solch eine Bereifung Querfugen deutlicher und dennoch kann man dem Kia XCeed einen ausgewogenen Fahrwerkskomfort attestierten.

Wer sich für das DCT-Getriebe entscheidet kann zudem mittels „Drive Mode Select“ zwischen den Fahrmodi Normal und Sport wechseln.

Das Motorenportfolio deckt zu Beginn ein Leistungsspektrum von 85 bis 150 kW, sprich 115 bis 204 PS ab, die drei Benziner und zwei Dieselaggregate erfüllen allesamt die Euro 6d-Temp und kommen in der gesamten Ceed-Baureihe unverändert zum Einsatz. Doch während der 204 PS starke Ottomotor bei Ceed und ProCeed die Rolle des GT einnimmt, wird der stärkste Benziner im XCeed als reguläre Motorvariante aufgeführt.

Anfang 2020 wird der Kia XCeed wie auch der Sportswagon mit einer Motorenneuheit auffahren und auf Seiten der alternativen Antriebe einen Mild-Hybrid mit 48-Volt-System sowie einen attraktiven Plug-in-Hybrid bieten können.

Vor Markteinführung in wenigen Tagen durfte ich das Topmodell 1.6 T-GDI, den Volumenmotor 1.4 T-GDI und den 1,6-Liter-Turbodiesel erfahren.

Wie die Zahlen von Kia aufzeigen, sind erstmals die Benziner rückläufig, der Diesel hat sich dagegen wieder erholt und verzeichnet steigende Absatzzahlen – von minus 17 Prozent auf plus 4 Prozent und das hauptsächlich im privaten Bereich, eine tolle Kehrtwende.

Vor allen Dingen Langstreckenfahrer kommen um den Diesel nicht herum und können zwischen zwei Leistungsstufen wählen, steht der von mir gefahrenen 136 PS Version auch eine kleinere Variante mit 115 PS gegenüber. Abhängig von der Getriebewahl schöpft der stärkere Selbstzünder 280 Newtonmeter beim Handschalter und 320 Newtonmeter Drehmoment bei der DCT-Ausführung.

In 10,1 Sekunden geht es bestenfalls aus dem Stand heraus bis auf Tempo 100, die Schaltversion genehmigt sich eine halbe Sekunden mehr und maximal sind 198 Stundenkilometer möglich, bzw. 196 km/h beim Schaltgetriebe.

Wer stattdessen die Verbrauchswerte im Blick hat, sollte selbstverständlich etwas schonender mit dem Gaspedal umgehen, laut Kia liegt der Durchschnittsverbrauch bei 4,6 bis 4,4 Litern auf 100 Kilometer, in der Schaltversion bei 4,4 bis 4,3 Litern.

Wie ich auch schon bei den anderen Ceed-Baureihen feststellen musste, der von mir erwartete Vortrieb bleibt beim 204 PS starken Benziner leider aus. In dieser PS-Klasse rechne ich mit einer agileren Leistungsentfaltung, stattdessen gönnt sich der Koreaner gerne einen Moment und vermittelt nicht die entsprechende Performance.

Die Verkaufserwartungen liegen laut Kia mit 65 Prozent ganz klar beim 1.4 T-GDI und ich teile diesen Eindruck, denn während der Topbenziner leider hinter meinen Erwartungen liegt, ist es dieser Motor der mit seinen 140 PS für einen harmonischen Antrieb sorgt.

Gegenüber dem 1.6 T-GDI mit einem Drehmoment von 265 Newtonmeter kann sich der kleinere Benziner mit 242 Newtonmeter natürlich sehen lassen. Und so reist es der Große einfach nicht raus. Auch, wenn der Eindruck auf dem Papier mit einer zwei Sekunden schnelleren Beschleunigung deutlich erscheint, hält dies dem Gefühl in Praxis nicht stand. So reicht der 1.4er absolut aus.

Der 1,4-Liter-Benziner mit 103 kW und Handschalter verbraucht 6,2 bis 6,0 Liter, der 1.4 T-GDI DCT7 unterbietet diese Werte sogar mit 5,9 bis 5,7 Liter pro 100 Kilometer. Den XCeed 1.6 T-GDI DCT7 gibt Kia mit durchschnittlich 6,5 bis 6,2 Liter pro 100 Kilometer an, die Schaltversion ist mit 6,9 bis 6,7 Liter vermerkt.

Die Antriebe sind allesamt an ein gut geführtes Sechsgang-Schaltgetriebe gekoppelt und können alternativ bis auf den 1.0 T-GDI an ein Doppelkupplungsgetriebe mit sieben Schaltstufen gekoppelt werden. Die 2.000 Euro für das DCT-Getriebe wären mir den Aufpreis in jedem Fall Wert, der Handschalter gibt zwar keinen Anlass zur Kritik, doch zum Gesamteindruck passt die Automatik einfach sehr gut.

Unabhängig von der Karosserievariante, ein Modell der Ceed-Baureihe fährt vom Band weg mit einem Fernlichtassistent, Müdigkeitswarner und dem Frontkollisionswarner mit Fußgängererkennung, einem autonomen Notbremsassistenten, dem elektronischen Stabilitätsprogramm inklusive Gegenlenkunterstützung und dem aktiven Spurhalteassistenten mit korrigierendem Lenkeingriff vor.

Das Spektrum moderner Fahrassistenten ist damit aber längst nicht ausgeschöpft und umfasst ab der Ausstattungslinie Spirit zusätzlich den Frontkollisionswarner mit Fußgänger- und Fahrraderkennung sowie bei den Automatikversionen eine adaptive Geschwindigkeitsregelanlage mit Stop-and-Go-Funktion und den Stauassistenten. Der Kia XCeed erkennt dann nicht nur die Fahrbahnmarkierungen und hält das Fahrzeug entsprechend in seiner Fahrspur, er orientiert sich obendrein am vorausfahrenden Verkehr und übernimmt das Beschleunigen, Bremsen und Lenken, der Sicherheitsabstand zum Vorderwagen ist dabei stets gewährt.

Die Platinum Edition und die Launch Edition haben sogar noch weitere Highlights im Gepäck, sei es der Querverkehrwarner, die Verkehrszeichenerkennung, der Spurwechselassistent oder der Parkassistent. Features, die Du auf Wunsch aber auch in der Spirit Ausführung erhältst.

Was darf es sein? Die Edition 7, erhältlich ab 21.390 Euro ist bereits bestückt mit der 7-Jahre-Kia-Herstellergarantie, LED-Scheinwerfern, einem Audiosystem mit 5-Zoll-Display und Bluetooth-Freisprecheinrichtung, Multifunktionslenkrad, Geschwindigkeitsregelanlage, Dämmerungssensor, elektrische Fensterheber, Klimaanlage sowie dem höhenverstellbaren Fahrersitz.

Oder eine der aufeinander aufbauenden Ausstattungslinien: Vision, Spirit oder Platinum Edition. Nicht zu vergessen, die zur Markteinführung aufgelegte Sonderausführung, genannt Launch Edition, die ab 31.390 Euro zu haben und ausgenommen den 1.0 T-GDI mit allen Motoren kombinierbar ist.

Somit hat Kia gleich zwei Topmodelle in petto, fährt sowohl die Platinum Edition wie auch die exklusive Launch Edition vollausgestattet vor. Ist hier einerseits das 10,25-Zoll-Navigationssystem inklusive 7-Jahre-Kia-Navigationskarten-Update und die Online-Dienste UVO Connect, das volldigitale Cockpit mit 12,3-Zoll-Display sowie das JBL Premium-Soundsystem oder die sensorgesteuerte elektrische Heckklappe, Sitzventilation vorn, Sitzheizung hinten und die induktive Smartphone-Ladestation serienmäßig verbaut.

Stand: September 2019; Test: CARWALK – Der Autoblog; Fotos: CARWALK / Kia

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