Kia Stonic: Die Mischung macht´s.

Das Angebot an SUVs wächst und wächst, es scheint kaum eine Woche zu vergehen, in der kein neues SUV oder Crossover-Modell aus dem Boden schießt. Unabhängig von der Fahrzeuggröße hast Du mittlerweile wahrlich die Qual der Wahl. Wer im Segment der Kleineren, genauer gesagt dem B-Crossover/SUV-Segment auf der Suche ist stößt beispielsweise auf den VW T-Roc, Seat Arona, Hyundai Kona, Jeep Renegade, Opel Crossland X, Peugeot 2008, Renault Captur, Citroen C3 Aircross, Fiat 500X oder eines der anderen erhältlichen Modelle die sich in diesem regelrechten Haifischbecken tummeln, da kann einem schnell schwindelig werden, bei dieser Auswahl. Auf Deinem Zettel sollte in jedem Fall auch der Kia Stonic stehen. Hinter der Modellbezeichnung „Stonic“ steckt übrigens ein reines Kunstwort, dass sich aus den Wörtern „Sportlich“ und „Tonika“ zusammen setzt. Hinter dem Ausdruck Tonika steht wiederum der Grundton der Tonart. Aber kommen wir doch zu den wichtigen Fakten:

Der Faktor Design zählt unangefochten zu den Top 3 Kaufargumenten, Kia hat dies bereits vor geraumer Zeit verstanden. Im Segment der B-Crossover spielt aber auch die Personalisierung eine große Rolle und so stellen die Koreaner dem Interessenten diverse Gestaltungsmöglichkeiten zur Auswahl. Sehr beliebt sind die erhältlichen Zweitonlackierungen.

Basierend auf der Kia Rio Plattform kommt der Stonic auf eine Außenlänge von 4,14 Meter, ist 1,76 Meter breit und 1,52 Meter hoch. Für die Marke mittlerweile charakteristisch trägt auch das Crossover-Modell stolz den „Tigernasen“-Kühlergrill.

Die Abenteuerlust des Kia Stonic möchten die Designer mit dem optischen Unterfahrschutz sowie den schwarzen Seitenschutzleisten und Radlaufverkleidungen unterstreichen, für den Offroad-Einsatz ist er aber dennoch nicht gemacht. Aber dazu später mehr.

Der Stonic setzt nicht nur außen auf zahlreiche individuelle Gestaltungsmöglichkeiten. Erstrahlen auf Wunsch auch im Innenraum passend zu den äußeren Akzenten oder individuell nach Deinem Geschmack, die Zierleisten des Armaturenbretts und der Mittelkonsole wie auch die Sitzbezüge im peppigen Grün oder in den Farben Orange und Grau.

Wer Mut zur Farbe beweist, beschränkt die Auswahl an Ausstattungen allerdings auf die Version Spirit. Denn einzig diesem Niveau stehen die Farbpakete zur Auswahl, diese sind dann wiederum ohne Aufpreis erhältlich, doch die anderen Ausstattungslinien bleiben diesbezüglich alternativ- bzw. farblos.

Von Haus aus bietet mir der Kia Stonic die Möglichkeit mein Smartphone via Android Auto mit wenigen Handgriffen mit dem Fahrzeug zu vernetzen und zugleich über den Touchscreen zu bedienen. Mit Apple-Produkten geht das natürlich auch, steht Dir hier Apple CarPlay zur Verfügung.

Neben der Smartphone-Integration ist auch das Infotainmentsystem mit dem 7-Zoll-Touchscreen serienmäßig verbaut. Solch Komfortfeatures wie die Sitzheizung, die Klimaautomatik und Parksensoren hinten zeichnen nicht nur mein Topmodell aus, sind diese Ausstattungsmerkmale bereits ab der Version Vision an Bord. Smart-Key inklusive Startknopf, das elektrische Glasschiebedach, die Solarglas-Frontscheibe, die Aluminium-Sportpedale oder das Kia Navigationssystem inklusive 7-Jahre-Navigationskarten-Update und Kia Connected Services, Rückfahrkamera und DAB+ Radioempfang sind dagegen ausschließlich in der höchsten Ausstattung Serie und für die Versionen Spirit, teils auch für den Vision gegen Aufpreis verfügbar. Die Geschwindigkeitsregelanlage wiederum ist auch im Spirit Serie.

Mit meinem nächsten Handy kann ich auch die induktive Smartphone-Ladestation nutzen, die Kia für 120 Euro als optionales Zubehör für alle Ausführungen in petto hat.

Wenn ich auch an der ein oder anderen Stelle Hartplastik entdecke, so entsteht nicht der Eindruck eines Billigheimers. Die Armaturen wirken sehr aufgeräumt, die Bedienung ist funktional und einfach gestaltet.

Kunden schätzen bei Crossover-SUVs die erhöhte Sitzposition, doch trotz der Höherlegung auf fast 20 Zentimeter Bodenfreiheit habe ich beim Kia Stonic nicht dieses Gefühl „über den Dingen“ zu sitzen und so freue ich mich über den Kontakt zur Straße, der mir bei anderen Derivaten oft fehlt.

Der Kia Stonic fährt mit kompakten Abmessungen vor, kann aber dafür mit überraschenden Raumverhältnissen aufwarten. Wenn ich mit meinen 1.80 Meter auf der Rücksitzbank Platz nehme, kann ich nur über den Beinraum staunen. Und auch die Kopffreiheit ermöglicht selbst Sitzriesen ein bequemes unterkommen. Ohne Handy scheint man heute nur schwer auszukommen und so werden sich Deine Mitreisenden über den zusätzlichen USB-Anschluss im Fond freuen.

Das Stauvolumen im Kofferraum bietet mir selbst voll besetzt 352 Liter, womit dem Stonic auch hier nicht die Luft ausgeht. Durch Umlegen der Rücksitzbank hab ich den Raum im handumdrehen auf bis zu 1.155 Liter vergrößert. Der in zwei Höhen verstellbare Laderaumboden erhöht nicht nur die Flexibilität, er erlaubt mir auch ein rückenfreundliches be- und entladen. Die hohe Ladekante bleibt fahrzeugbedingt aber natürlich bestehen.

Käufer eines Crossover-SUVs suchen nicht das Abenteuer im Gelände und so verzichten Fahrzeuge in dieser Klasse meist auch auf einen entsprechenden Allradantrieb. Kaufinteressenten werden diesen beim Kia Stonic auch nicht finden.

Diese Tatsache kann ich durchaus verschmerzen und freue mich dagegen über die Agilität, die der Stonic an den Tag legt. Erlaubt mir das Fahrzeug durchaus einen sportlichen Kurvenritt und bietet mir einen tollen Fahrspaß.

Das Schlaglöcher nach Innen dringen und das Fahrzeug über Kopfsteinpflaster hörbar abrollt kann ich dem Fahrwerk ebenfalls nachsehen, machen sich diese leichten Schwächen nicht wirklich störend oder negativ bemerkbar.

Das für den 1.0 T-GDI erhältliche Doppelkupplungsgetriebe mit sieben Schaltstufen ist für den von mir gefahren Top-Diesel leider nicht verfügbar. Gekoppelt ist der 136 PS starke Selbstzünder ausschließlich an das Sechsgang-Schaltgetriebe. Anlass zur Klage bietet mir dieses zwar nicht, doch ich bin einfach großer Fan von DSG-Getrieben.

Der Diesel mit seinen vier Zylindern, 1,6 Liter Hubraum und 100 kW weiß den Kia Stonic sehr gut in Szene zu setzen. Die 280 Newtonmeter sorgen für einen zügigen Antritt und so steht das Drehmoment schon ab 1.500 Touren voll bereit. Die 1,3 Tonnen werden aus dem Stand raus in 10,3 Sekunden bis auf Tempo 100 beschleunigt, maximal sind 185 Stundenkilometer drin. Doch vor allen Dingen die Elastizität begeistert, so zieht er selbst aus dem sechsten Gang raus bei Tempo 80 wunderbar souverän los.

Und selbst bei flottem Gasfuß, bewahrt sich das Aggregat seine Sparsamkeit. Als ich das Gaspedal geschont und einen bewusst effizienten Fahrstil an den Tag gelegt habe, näherte ich mich sogar fast aufs Komma genau dem von Kia angegebenen WLTP-Normwert von 4,1 Liter auf 100 Kilometer. Euro 6d-Temp sind für den Kia Stonic schon jetzt selbstverständlich, die CO2-Emissionen belaufen sich auf 128 g/km, ebenfalls ein WLTP-Wert.

Die Koreaner setzen beim Kia Stonic ab der Variante Spirit auf eine Müdigkeitserkennung sowie einen autonomen Notbremsassistent mit Fußgängererkennung, die bis zu einer Geschwindigkeit von 60 km/h Personen erkennt, eine Frontkollisionswarnung, den Spurhalteassistent mit korrigierendem Lenkeingriff, den Fernlichtassistent, die Geschwindigkeitsregelanlage sowie den Geschwindigkeitsbegrenzer.

Im Rahmen des Advanced-Driving-Assistance-Paket kannst Du auch die Einstiegsversion für 1.190 Euro optional um diese Sicherheitsfeatures ergänzen.

In der Topausstattung Platinum Edition ist darüber hinaus der Spurwechselassistent mit Toter-Winkel-Warner wie auch der großartige Querverkehrswarner inbegriffen. Für die Version Spirit stehen diese Features gegen einen Aufpreis von 890,- Euro zur Wahl. Smart-Key, ein Innenspiegel selbstabblendend und LED-Rückleuchten sind in diesem Paket ebenfalls enthalten.

Der Kia Stonic startet mit dem 1.2 Benziner in der EDITION 7 zu einem Einstiegspreis von 15.990 Euro. Die von mir gefahrene stärkste Dieselmotorisierung ist in der peppigen Variante Spirit für 24.790 Euro oder alternativ in der Platinum Edition erhältlich. Diese nimmt die Rolle des Topmodells ein und so sind bei meinem 26.890 Euro teuren Testwagen lediglich noch 300 Euro für die Lackierung drauf zulegen.

Unangefochtenes Alleinstellungsmerkmal der Marke Kia, die 7-Jahre-Kia-Herstellergarantie und die 7-Jahre-Kia-Mobilitätsgarantie, die unabhängig von der Motorisierung oder der Ausstattung allen Kia-Modellen gewährt wird.

Stand: April 2019; Test und Fotos: CARWALK – Der Autoblog

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