Hyundai Santa Fe – Die Neuauflage

Eine Neuheit jagt die Nächste bei Hyundai, gerade was das SUV-Portfolio anbelangt, kann der koreanische Automobilbauer mit aufregenden Neuheiten auf sich aufmerksam machen. Stellt sich Hyundai mit dem Hyundai Kona Elektro oder dem Brennstoffzellenfahrzeug Nexo in Sachen alternative Antriebe sehr innovativ auf und fahren zugleich mit dem Facelift des Hyundai Tucson und dem völlig neuen Santa Fe selbstbewusst in die Zukunft, stets mit dem Ziel ihr Wachstum weiter so eindrucksvoll zu steigern.

Zugelegt hat übrigens auch der neue Santa Fe, den ich im Rahmen eines Hyundai SUV Events erstmals fahren durfte. Wächst er in der Länge um stolze sieben Zentimeter auf 4,77 Meter, kommt der Radstand entsprechend auf knapp 2,77 Meter. Bei diesem Größenzuwachs überrascht der Wegfall des bisherigen Hyundai Grand Santa Fe natürlich nicht und eine dritte Sitzreihe ist nun auch hier auf Wunsch erhältlich. Doch dazu gleich mehr. Werfe ich zunächst einen Blick auf das neu gezeichnete Blechkleid.

Die Wahrnehmung der Marke Hyundai hat sich grundlegend geändert, vom unscheinbaren Billigheimer zum schicken Publikumsliebling, Design rückte immer mehr in den Vordergrund.

Über Geschmäcker lässt sich bekanntlich streiten, doch unbestritten ist die Veränderung zum Vorgängermodell sehr auffällig und durchaus auch mutig. Besonders charakteristisch für das SUV-Flaggschiff: Der eigenständige Kaskaden-Kühlergrill, die zweigeteilte Leuchten vorn, neue 3D-Rückleuchten am Heck und die großen Fensterflächen.

Diese sorgen für ein großzügig mit Licht durchfluteten Innenraum. Dort angekommen erfreue ich mich über ein wohliges Raumgefühl. Selbst in der dritten Sitzreihe fühle ich mich mit meinen 1.80 Meter nicht unwohl, wenn diese Option für längere Reisen auch zugegeben nur für Passagiere mit einer geringeren Körpergröße zu empfehlen ist.

Santa Fe vs. Tucson

Bei sieben genutzten Sitzplätzen schmilzt das Kofferraumvolumen auf 130 Liter. Und wer die vollständig versenkbare dritte Sitzreihe ordert, muss sich mit 547 bis 1.625 Liter zufrieden geben, fasst der neue Hyundai Santa Fe in der normalen Konfiguration 625 Liter, die sich mühelos auf bis zu 1.695 Liter erweitern lassen. Womit die neue Generation zum Vorgänger nochmals ein Plus verzeichnen kann.

Dies gilt auch für die Möglichkeiten, die Kofferraumklappe zu öffnen. Ob auf Wunsch elektrisch oder berührungslos, verfügt der neue Hyundai Santa Fe erstmals auch über den Gepäckraumöffnungsassistenten. Dieser warnt Dich beispielsweise in einer Tiefgarage vor zu niedrigen Decken.Mit Leder sind nicht nur die Sitze bezogen, auch das Armaturenbrett setzt auf den edlen Bezug und weist insgesamt eine gute Verarbeitung auf. Gänzlich ohne Hartplastik kommt das SUV aber dennoch nicht auf, was der Cockpitanmutung allerdings kein Abbruch tut.

Ein Sieben-Zoll-Instrumentendisplay ist stets Serie und in meinem Testfahrzeug sogar in acht Zoll ausgeführt. Ebenso hat Hyundai den Around-View-Monitor im Angebot und erstmals sogar ein Head-up-Display in 8,5 Zoll, das wichtige Informationen auf die Windschutzscheibe direkt in Dein Blickfeld projiziert. Ein Soundsystem von KRELL ist ebenso neu, wie Android Auto und Apple CarPlay zur Einbindung Deines Smartphones und die entsprechende Ablage mit kabelloser Ladefunktion.

Ein Kurvenräuber ist der Santa Fe nun wirklich nicht, muss und will das Dickschiff aber auch nicht sein. So liegen seine Stärken beim komfortablen Cruisen.

Die Allrad-Varianten werden mit dem neuen schlupfabhängig variablen System, kurz HTRAC ausgerüstet. Der Eco-Modus verteilt die Kraft mit Blick auf den Verbrauch zunächst rein auf den Frontantrieb, erst im Sport-Modus gelangen bis zu 50 Prozent der Antriebskraft an die hinteren Räder. Bei Bedarf kannst Du aber auch bis 60 km/h eine feste 50:50-Verteilung zuschalten. Im vierten Modus „Normal“ ist der Hyundai Santa Fe auch mit Frontantrieb unterwegs, drohen allerdings auf rutschigem Untergrund die Vorderräder durchzudrehen, werden bis zu 50 Prozent der Antriebsleistung sofort an die hinteren Räder geleitet. Zudem kannst Du den Allradantrieb bei Bedarf mittels Tastendruck zuschalten.

Bei einem Fahrzeug wie dem Hyundai Santa Fe besonders interessant, die Anhängelast von bis zu 2,5 Tonnen.

In heutigen Zeiten zu hören, dass der Schwerpunkt auf den Dieselaggregaten liegt, ist ungewohnt und überraschend. In Anbetracht der Fahrzeuggattung aber einfach nachvollziehbar.

Und so entfallen voraussichtlich 80 Prozent der Käufe auf das Top-Aggregat, den 2,2-Liter-Diesel mit 147 kW / 200 PS. Hier hast Du auch die Wahl: ob mit Front- oder Allradantrieb, mit Handschalter oder der neuen Achtgang-Automatik. Der 2.2 CRDi ist als einziges Modell mit allen Variablen kompatibel.

Der Einstiegsdiesel mit 110 kW/150 PS wird in Verbindung mit einem Sechsganggetriebe und Frontantrieb ausgeliefert, die zweite Leistungsstufe des 2.0 CRDi mit 136 kW/185 PS ist dagegen ausschließlich mit Allradantrieb und der neu entwickelten Achtstufenautomatik verfügbar.

Der Vierzylinder-Benziner Hyundai Santa Fe 2.4 GDI mit 138 kW/188 PS ist zwar auch stets an das Allradsystem gekoppelt, muss sich aber mit der Sechsstufen-Automatik begnügen.

Erst ab Herbst 2019 verbindlich, erfüllen schon heute alle neu zugelassenen Santa Fe die Abgasnorm Euro-6d-Temp. So setzen die Dieselmodelle auf eine SCR-Harnstoffeinspritzung, während der Benziner einen Ottopartikelfilter verpasst bekam.

Das Hyundai SmartSense-Programm umfasst zahlreiche innovative Assistenzsysteme, darunter der autonome Notbremsassistent mit Frontkollisionswarner inklusive Fußgängererkennung, der aktive Spurhalteassistent mit Lenkeingriff oder die adaptive Geschwindigkeitsregelanlage mit Abstandsregelung und Stopp-Funktion zeigen. Ein Aufmerksamkeitsassistent, der Querverkehrswarner hinten inkl. Notstoppfunktion, ein Fernlichtassistent sowie der Totwinkel-Assistent sollen ebenfalls nicht unerwähnt bleiben.

Doch wirklich hervorheben möchte ich die zwei Neuheiten, sowohl im Hyundai Santa Fe, als auch im Automobilbereich.

Mit dem hinteren Ausstiegsassistent vermeiden die Koreaner künftig ein aufreißen der Fondtüren, wenn sich ein Fahrzeug nähert. Dann schlägt der aufmerksame Helfer nicht nur akustisch und optisch Alarm, sondern verriegelt die Türen, bis die Gefahr vorüber ist.

An so heißen Sommertagen wie zur Zeit, liest und hört man leider nur zu oft davon, wie Menschen Kinder oder Haustiere in Ihren Autos vergessen und diese dort qualvoll ums Leben kommen. Damit dies in einem Hyundai Santa Fe nicht mehr passiert, Besitzer niemanden mehr zurücklassen, haben die Koreaner den Insassenalarm verbaut. Dieser schlägt mit Hupe und Warnblinkanlage Alarm, sobald man Gefahr läuft, Menschen oder Tiere in Reihe Zwei zu vergessen.

Ein Billigheimer ist der Koreaner mit einem Einstiegspreis von 35.070 Euro nicht mehr, doch für faires Geld bekommst Du mit dem Hyundai Santa Fe wirklich viel Auto und eine Fünf-Jahres-Garantie obendrauf. Den Einstieg bildet der Hyundai Santa Fe 2.0 CRDi Diesel mit 110 kW/150 PS. Er bietet in der neuen Ausstattungslinie Select unter anderem eine 2-Zonen-Klimaautomatik, Licht- und Regensensor sowie RDS-Radio mit 5-Zoll-Display und Bluetooth-Freisprecheinrichtung.

In der Ausstattungslinie Select ist auch der Hyundai Santa Fe 2.4 GDI Benziner mit 136 kW/185 PS für 35.470 Euro erhältlich und an eine Sechsgang-Automatik und den HTRAC-Allradantrieb gekoppelt.

Über dem Select rangiert der Santa Fe Trend, der zusätzlich zum 2.0 CDRi für 38.400 Euro und dem 2.4 GDI ab 38.800 Euro auch mit dem 147 kW/200 PS starken 2.2 CDRi erhältlich ist und mit 42.000 Euro in der Preisliste aufgeführt wird.

Der Hyundai Santa Fe Style beginnt bei 42.600 Euro für den Santa Fe 2.0 CRDi mit Frontantrieb und manuellem Sechsganggetriebe. Der Santa Fe 2.2 CRDi Style mit HTRAC-Allradantrieb und der neu entwickelten Achtstufenautomatik liegt bei 48.200 Euro.

Der Hyundai Santa Fe Premium ist zugleich die Topversion und mit allen Antriebsvarianten kombinierbar. Die Preise erstrecken sich von 46.600 Euro bis 52.200 Euro.

Wer dann noch die dritte Sitzreihe möchte, muss den Santa Fe „Seven“ wählen, verfügbar mit allen Motorisierungen und in den Ausstattungslinien Style und Premium. Neben den beiden zusätzlichen Sitzplätzen hat die siebensitzige Variante des Santa Fe eine Niveauregelung an der Hinterachse und eine manuelle Klimaanlage für die dritte Sitzreihe. Zudem sind der Totwinkelwarner (bei Automatikmodellen sogar aktiver Totwinkelassistent und Querverkehrswarner mit Notbremsfunktion), Sonnenrollos an den hinteren Türfenstern, eine 220-Volt-Steckdose, der Ausstiegsassistent und der Insassenalarm serienmäßig enthalten. Der Aufpreis des Santa Fe „Seven“ beträgt beim Style 2.100 Euro, beim Premium 1.400 Euro.

Stand: August 2018; Test: CARWALK – Der Autoblog; Fotos: CARWALK – Der Autoblog/Hyundai

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