SEAT Tarraco im Test inkl. Tarraco FR PHEV Infos.

Mit dem Ateca hatte SEAT erst vor drei Jahren den SUV-Markt betreten, der kleinere Arona folgte ein Jahr darauf, seit Anfang 2019 umfasst das SUV-Produktportfolio nun auch den SEAT Tarraco, zugleich das SUV-Flaggschiff der Marke. Der Tarraco stellt sich stolz dem VW Tiguan Allspace und Škoda Kodiaq entgegen, somit besteht der stärkste Wettbewerb bereits im eigenen Konzern. Mit der Einführung der sportlichen Ausstattungslinie FR und des neuen Plug-in-Hybrid-Antriebs positioniert SEAT den Tarraco ab 2020 geschärft, attraktiver und innovativer, alles Wissenswerte über diese Neuheiten packe ich ebenfalls in meinen Fahrbericht.

Nach Ateca und Arona hätte man durchaus mit einer weiteren Modellbezeichnung, beginnend mit dem Buchstaben A, rechnen können. Doch es kam anders. 140.000 SEAT-Fans waren Teil der Namensfindungskampagne #SEATseekingName und verhalfen dem neuen Modellnamen Tarraco (katalanische Bezeichnung für das heutige Tarragona) zum Sieg.

Wie sehr man auch ein SEAT-Enthusiast sein mag, bei der Optik hat man dann aber doch kein Mitspracherecht. Nichts desto trotz, scheinen die Designer hier ganz den Geschmack ihrer Kunden getroffen zu haben.

Wenn ich den optischen Vergleich mit den Modellen aus dem Hause Škoda und VW ziehe, hat für mich persönlich durchaus die spanische VW-Tochter die Nase vorn. Wie groß die Ähnlichkeiten bei den Dreien auch sein mag, an Front und Heck präsentieren sie sich völlig eigenständig und der Tarraco setzt auf die neue Designsprache der Marke.

Doch mir tanzt der Spanier ehrlich gesagt zu wenig aus der Reihe, im Profil sind der VW und der SEAT im Grunde nicht auseinanderzuhalten, hier sticht einzig der Kodiaq etwas heraus. Insgesamt haben sich die Spanier in meinen Augen leider zu sehr der Konzernschwester bzw. -mutter genähert. Fehlt mir heutzutage die stets beworbene „Auto Emocion“, so hat sich die Marke leider nicht nur dem Werbeslogan entledigt.

Unbestritten verleiht allein die Fahrzeuggröße dem Spanier ein imposantes Äußeres, trotzdem wirkt er keineswegs globig. Der Tarraco ist zwar das SUV-Flaggschiff von SEAT, dennoch spielt das Fahrzeugim Segment der Mittelklasse. Ja, der SUV-Markt reicht mittlerweile von Micro bis Maxi, von XXS bis XXL.

Sehr charakterisierend für den SEAT Tarraco, das Beleuchtungskonzept. Gerade am Heck, ein absoluter Hingucker. LED-Beleuchtung vorn wie hinten inkl. dynamischer Blinker, die ihren Ursprung in den Premiummodellen der Marke Audi fanden.

Im neuen FR Dress präsentiert sich der SEAT Tarraco FR PHEV ab kommenden Jahr sogar noch eine deutliche Spur selbstbewusster und vor allen Dingen sportlicher. Die breiteren Radkästen, der neue Dachspoiler, der FR Kühlergrill und die FR typischen 19-Zoll-Leichtmetallfelgen stehen dem SUV richtig gut, das geschärfte Design favorisiere ich in jedem Fall. Optional wird es sogar 20 Zoll große Räder geben. Mit der Lackierung „Fura Grau“ hat der SEAT Tarraco FR PHEV eine weitere Neuheit zu bieten.

Bei den Außenmaßen (Länge: 4,74 Meter, Breite: 1,84 Meter, Höhe: 1,66 Meter) darf man selbstverständlich ein großzügiges Raumgefühl erwarten und so wird man im SEAT Tarraco auch keineswegs enttäuscht. Dennoch holt Škoda aus dem 3,8 Zentimeter kürzeren Kodiaq am meisten Platz heraus. Muss sich der Spanier mit 760 bzw. 700 Liter bei der Siebensitzer-Konfiguration den 835 bzw. 765 Liter geschlagen geben. Der Wolfsburger wiederum liegt mit dem Tarraco gleich auf. Maximal holst Du aus dem Spanier stolze 1.920 Liter, die der Kodiaq mit 2.065 Liter übertrifft.

Übrigens, wer dem SUV-Trend entgegensteuern möchte, aber sieben Plätze und jede Menge Raum sucht, wie wäre es mit dem SEAT Alhambra 😉

Zurück zu den SUVs, alle drei Modelle basieren auf der VW-Konzern-Plattform, setzen auf die MQB-A-Architektur mit langem Radstand und profitieren von der gleichen modernen Technologie.

Die Platzverhältnisse für die Passagiere sind somit fast identisch, mit meinen 1.80 Meter reise ich auf dem Fahrersitz ebenso fürstlich, wie in der zweiten Reihe. Für die dritte Sitzreihe bin ich dann allerdings schon zu groß, hier solltest Du nur Kleinkinder unterbringen.

Wer auf die Option verzichten kann, bleibt gleich beim Fünfsitzer, die Flexibilität und Alltagstauglichkeit ist auch hier vorbildlich, lässt sich die Rückbank nicht nur geteilt umlegen, ich kann die Lehnen auch in der Neigung verstellen und die Sitze obendrein längsverschieben.

Doch wieder zurück nach vorn, auf dem ergonomisch gut ausgeführten Fahrersitz Platz genommen, fühle ich mich sofort heimisch, ist mir das Cockpit bereits vertraut. Wenn jeder Hersteller für sich auch versucht im Cockpit optisch ebenfalls eigene Wege zu gehen, so sind die technischen Parallelen unübersehbar. Verarbeitungsqualität und Materialanmutung sind entsprechend gut.

Serienmäßig mit dem virtuellen Cockpit ausgestattet, bietet mir der Tarraco eine individuell konfigurierbare digitale Anzeige in Form eines hochauflösenden 10,25-Zoll-Display, die wirklich begeistert. Zusätzlich war mein Tarraco mit einem 8-Zoll-Display in bzw. auf der Mittelkonsole ausgestattet. Im kommenden SEAT Tarraco FR PHEV kommt übrigens ein 9,2 Zoll großer Touchscreen zum Einsatz. Außerdem bekommt auch der Beifahrer einen elektrisch verstellbaren Sportschalensitz spendiert. Eine Memory-Funktion für den Fahrer, das neue Sportlenkrad mit FR Logo und Aluminiumpedale zählen zu den weiteren Upgrades.

So oder so, zahlreiche Bedienelemente sind somit überflüssig, die wenigen Schalter die noch zu finden sind, liegen in guter Reichweite und sind intuitiv angeordnet. Ohnehin wirft die Menüführung und die Steuerung der Funktionen über den Touchscreen keine Fragen auf und gehen mittels Gestensteuerung wunderbar von der Hand.

Die Einstellungen für die optionale und in meinem Testwagen verbaute Adaptive Fahrwerksregelung (DCC) nehme ich ebenso einfach vor. Passe ich hierüber die Abstimmung an und differenziere zwischen den Modi Comfort, Normal und Sport, wenn auch die Unterschiede zu spüren sind, so bleibt ein prägender Charakterwechsel aus. Die Fahrwerksauslegung ist stets ausgewogen und stellt mich sowohl als sportlich ambitionierter wie auch komfortorientierter Fahrer zufrieden. Wie auch schon von VW bekannt, möchte man nun einer breiten Käuferschicht gefallen. Früher ging es bei SEAT noch betont dynamisch zu, hierfür haben die Spanier mittlerweile die Submarke CUPRA ins Leben gerufen. Ob und wann es einen CUPRA Tarraco geben wird, ist derzeit allerdings noch unklar, aber in jedem Fall gut vorstellbar.

Offroad-Qualitäten sind für Käufer eines SUV meist nicht von Belang, gilt es lediglich einen Bordstein zu erklimmen. Dennoch kannst Du mit dem allradangetriebenen SEAT Tarraco bedenkenlos auch den Weg in rauere Gefilde antreten. Potential ist da.

Mit dem Trailer Assist hat der SEAT Tarraco künftig eine neue Ausstattungoption in petto, die das Rangieren mit Anhänger einfacher macht.

Für das Flaggschiff hat SEAT aktuell den 1.5 TSI Benziner mit 150 PS und 6-Gang-Schaltgetriebe, den 190 PS starken 2.0 TSI 4Drive inkl. 7-Gang-DSG und den mit 150 PS bestückten 2.0 TDI sowohl mit Vorderradantrieb und Handschalter, wie auch in der Variante mit Allrad und DSG-Getriebe im Motorenregal. Die Version mit 190 PS wird derzeit leider nicht angeboten.

Dafür zeigt uns SEAT auf der IAA vom 12. bis 22. September den Tarraco FR PHEV. Der Plug-in Hybrid rollt dann bereits 2020 zum Händler.

Der neue Antriebsstrang besteht aus einem 1.4-Liter-TSI-Benzinmotor mit 110 kW / 150 PS, kombiniert mit einem 85 kW / 115 PS starken Elektromotor und einem Lithium-Ionen-Akku mit einer Kapazität von 13 Kilowattstunden. Bei Bedarf kannst Du über 50 Kilometer rein elektrisch und damit emissionsfrei fahren oder durch die kombinierte Leistung von Verbrenner- und Elektromotor die maximale Leistung abrufen.

Die maximale Gesamtleistung des Systems beträgt 180 kW / 245 PS und bringt ein Drehmoment von satten 400 Nm auf die Straße. Damit beschleunigt der SEAT Tarraco FR PHEV in 7,4 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 217 km/h.

Fahrerassistenzsysteme machen das Fahren nicht nur sicherer, auch der Komfort wird erheblich gesteigert.

Der Tarraco ist von Haus aus mit dem Umfeldbeobachtungssystem Front Assist inklusive City-Notbremsfunktion und Radfahrererkennung, der Notruffunktion Emergency Call, dem Regensensor, dem Spurhalteassistenten und Müdigkeitswarner ausgestattet.

Wer möchte, kann sein Fahrzeug gegen Aufpreis obendrein mit dem PreCrash-Assistent mit Überschlagerkennung, Spurwechselassistent, der großartigen Querverkehrserkennung, die ich beim Rückwärts ausparken einfach nicht mehr missen möchte, dem Stauassistent, den man als Vielfahrer ebenfalls sehr zu schätzen lernt, wie auch den Totwinkel-Assistent und die Verkehrszeichenerkennung ausrüsten.

Die Preise für den SEAT Tarraco beginnen bei 29.980 Euro, das tolle Digitalcockpit bereits inklusive. Wer den Preisvergleich mit den Konzernschwestern anstellt, sollte dies in jedem Fall berücksichtigen. Startet der Škoda Kodiaq nur auf den ersten Blick etwas günstiger und bietet das virtuelle Cockpit auch nur gegen Aufpreis in der Topausstattung. Der VW Tiguan Allspace übertrifft den Preis von vorneherein um mehrere tausend Euro. Insgesamt bietet der Spanier das beste und attraktivste Preis-/Leistungsverhältnis.

Wählen kannst Du zwischen den Ausstattungen „Style“ und „Xcellence“. Die FR-Line in Verbindung mit dem neuen Plug-in Hybrid gibt es wenigen Tagen als Showcar erstmals auf der IAA 2019 live zu sehen, Preise kommuniziert SEAT für den Tarraco FR PHEV allerdings noch nicht.

Stand: August 2019; Test: CARWALK – Der Autoblog; Fotos: CARWALK / SEAT

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