Kia Soul Modelljahr 2017

2009 hat der Kia Soul das Licht der Welt erblickt, wie es mir aber rückblickend scheint, war der Soul bei seiner Einführung seiner Zeit zu sehr voraus. 2014 folgte die zweite Generation http://carwalk.de/kia-soul-auffallen-ist-sein-ding/, neu aufgelegt aber nicht weniger polarisierend war das Timing nun spürbar besser. Alles, nur nicht langweilig, so war und ist der Kia Soul und fällt somit auch heute noch aus dem Rahmen. Doch blicke ich auf unsere Straßen, fällt auf, immer mehr Autobauer und vor allen Dingen Käufer wagen den Schritt und brechen mit den Konventionen und setzen bewusst auf Lifestyle und Individualität. Dass der Kia Soul jedoch mehr Kaufargumente als nur seine Optik zu bieten hat, zeigte mir der Koreaner schon mehrfach auf. Doch was hat sich nun zum neuen Modelljahr 2017 alles geändert? Dieser Frage bin ich während einem ausführlichen Test auf den Grund gegangen.

Im direkten Vergleich ist optisch schon mal zu erkennen, dass der Kia Soul MY17 auf neu gestaltete Stoßfänger, modifizierte Einfassungen für den Kühlergrill und die Nebelscheinwerfer sowie Lufteinlässe und 16-Zoll-Leichtmetallfelgen im neuen Design setzt.

Durch einen neuen silberfarbenen Unterfahrschutz, der sich von vorn bis nach hinten erstreckt, setzen die Macher in der Edition 7 wie auch in der Turbo-Version verstärkt und serienmäßig auf SUV-Charakter.

Wie auf meinen Bildern zu erkennen ist, steht der von mir gefahrene SPIRIT mit den serienmäßigen 18-Zoll-Leichtmetallfelgen, den zweifarbigen Außenspiegeln, den Türgriffen in Chrom, der Privacy-Verglasung, der Dachreling, dem LED-Tagfahrlicht und den LED-Rückleuchten betont stylisch dar.

Den urbanen Touch möchten die Verantwortlichen hier zudem mit dem serienmäßig enthaltenen „Urban Active“ Stylingkit stärker hervorheben. Das Paket umfasst Frontspoiler, Seitenschweller, Radlaufverbreiterungen und eine Heckschürze in Klavierlackschwarz. Diese treffen auf Chromzierleisten an Front, Seite und Heck sowie Chromringe an den Nebelscheinwerfern, Heckreflektoren kennzeichnen das Stylingkit ebenfalls.

Allrad gibt es aber nicht. Der Kia Soul ist nun mal kein SUV geschweige denn ein Offroader, vielmehr ist er ein Crossover durch und durch, ist er auch kein wirklicher Kompakter oder ein Van. Ein Lifestyler ist er aber zweifelsohne und sticht mit seinem Auftritt – der mir persönlich wirklich sehr gut gefällt – aus unserem teils tristen Straßenbild großartig hervor.

Darüber hinaus hat Kia Hand an die Farbpalette angelegt und diese um die Zweitonlackierungen Mysterious Blue Metallic und Russet Brown Metallic erweitert – die jeweils mit weißem Dach kombiniert sind – sowie die Farbe Wild Orange Metallic neu ins Sortiment aufgenommen.

Die nun erstmals erhältliche Topversion „Turbo“ setzt zudem auf exklusive Designelemente in Form von Sportstoßfängern rundum, rote Zierleisten, einen Doppelauspuff und 18-Zoll-Leichtmetallfelgen in spezieller Optik.

Werfe ich einen Blick ins Innere, fallen mir lediglich die neuen metallfarbenen Zierelemente unter anderem am Lenkrad auf. Finden sich die wichtigsten Neuerungen doch beim Infotainmentsystem und der Ausstattung.

Der tolle 8,0-Zoll Touchscreen mit Kartennavigation (optional für Spirit, Serie im Turbo) und dem Multimediadienst Kia Connected Services und DAB-Empfang ermöglicht jetzt auch die Vernetzung via Android Auto und Apple CarPlay. Funktionen Deines Smartphones kannst Du so ebenfalls bequem über das Display im Fahrzeug bedienen, die Freisprechfunktion sowie die Text- und Spracherkennung oder das Streamen von Musik nutzen. So konnte ich als Samsung-Nutzer die hervorragende Navigation über Google Maps nutzen und diese ebenfalls per Sprache steuern. Im Falle eines iPhones kannst Du diverse Elemente bis hin zu Apple Maps über die Spracherkennung Siri steuern.

Doch auch die übrige Bedienung gelingt dank modifizierter Benutzeroberfläche sehr einfach und erklärt sich von selbst.

An dem großartigen Platzangebot gab es nun wirklich keine Änderungen vorzunehmen und so erfreue ich mich weiterhin an einer sehr üppigen Kopffreiheit und nehme mit meinen 1,80 Metern auch bei dem auf meine Größe eingestellten Fahrersitz noch sehr bequem auf der Rückbank Platz, kann der Soul hier sowohl in Kopf- wie auch Beinraum mit großzügigen Raumverhältnissen glänzen. Ob ich nun hinten oder vorne Platz nehme, der Ein- und Ausstieg ist ebenso bequem, da der Hüftpunkt angenehm hoch ist.

Zu den Neuerungen im Modelljahr 2017 zählen wiederum die nun erhältlichen 8-fach elektrisch verstellbaren Sitze. Der Turbo würde sich hier übrigens durch Sitzbezüge in Stoff und Ledernachbildung sowie orangen Ziernähten, die auch an der Mittelarmlehne, dem Armaturenbrett und dem hier verbauten Sportlenkrad auftauchen, hervorheben. Ein schwarzer Dachhimmel (grau in Verbindung mit Panoramadach) soll den sportlichen Anspruch zusätzlich unterstreichen.

Wenn mir auch der Kofferraum bereits von vorne herein mit 354 Liter ordentlich Stauraum bietet, so kann ich durch einfaches Umlegen der Sitzlehnen das Volumen auf bis zu 1.367 Liter vergrößern, eine kleine Stufe und ein leicht nach vorne ansteigender Boden bleiben aber nach wie vor. Dafür kann ich den stabilen Klappboden auch herausnehmen, darunter finde ich ein ebenfalls entnehmbares großes Fach aus Styropor mit drei Unterteilungen vor. Und die Kofferraumleuchte kann ich praktischerweise als portable LED-Taschenlampe nutzen.

Das Fahrwerkskonzept, basierend auf der in der zweiten Generation eingeführten neuen Plattform, wurde im jetzigen Modelljahr unverändert übernommen und so erfreue ich mich auch weiterhin an dem sportlich straffen Fahrwerk, muss dem Kia Soul in punkto Komfort jedoch kleine Schwächen zu Lasten legen. Lässt er grobe Straßenschäden doch spürbar nach Innen dringen.

Dafür machte er beim Kurvenräubern eine überraschend gute Figur, nur die erhöhte Sitzposition hat mich hier die Karosserieneigungen stärker empfinden lassen. Nichts desto trotz habe ich mich wohl gefühlt und gerade bei diesem Ritt gerne den Dynamik-Modus aktiviert, wenn dieser letztlich auch „nur“ auf die Lenkeinstellung Einfluss nahm. Doch dann arbeitete die Lenkung nicht nur sportlich straff und direkt, sie vermittelte mir auch eine präzise Rückmeldung. Nur leicht untersteuernd, habe ich jetzt auch enge Kurven mit hohem Tempo absolut gelassen genommen.

Darüber hinaus stellte mir die serienmäßige variable Servolenkung Flex Steer zwei weitere Modi zur Wahl. Der Komfort-Modus stellte in meinen Augen aber nur in der Stadt eine gute Wahl dar, vermittelte diese Einstellung ansonsten zu wenig Gefühl und war mir zu leichtgängig. Was mir im Großstadtdschungel wiederum ein spielerisches Handling auch auf engstem Raum ermöglichte. Mittels einfachem Tastendruck am Lenkrad konnte ich die Modi aber ganz nach Belieben und Anforderung wechseln.

Mit dem neuen 150 kW / 204 PS starken 1,6-Liter-Turbobenziner haben die Koreaner nun ein ganz besonderes und leistungsstarkes Schmankerl im Angebot, leistet dieser Benziner nun stolze 204 PS (150 kW) und ist zudem an ein sehr feines 7-Stufen-Doppelkupplungsgetriebe gekoppelt. Mit dem 1.6 T-GDI beschleunigt der Kia Soul in 7,8 Sekunden von Null auf 100 Stundenkilometer und wird fast 200 km/h schnell. Die CO2-Emissionen belaufen sich laut Datenblatt auf 156 g/km, der Verbrauch ist mit 6,9 Liter angegeben.

Neben der neuen Topmotorisierung wird der überarbeitete Kia Soul auch weiterhin mit dem 1,6-Liter-Benzindirekteinspritzer – den ich in der zweiten Generation Kia Soul bereits erfahren durfte – und dem von mir getesteten 1,6-Liter-Diesel angeboten, die sich beide zum Modelljahr 2017 kleinen Optimierungen unterzogen haben.

Wer mehr Wert auf Effizienz legt und auch längere Strecken zurücklegen muss, für den dürfte der von mir gefahrene Diesel natürlich besonders interessant sein. Im Diesel-Kompetenzzentrum von Kia in Rüsselsheim entwickelt und mit einem elektronisch gesteuerten Turbolader mit variabler Geometrie ausgestattet, kommt das Aggregat auf 100 kW / 136 PS.

Serienmäßig mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe kombiniert, kannst Du das Dieselmodell darüber hinaus optional für 1.750 Euro mit dem effizienten 7-Stufen-DCT ausstatten.

Mein Testwagen war mit dem Handschalter versehen, angenehm straff und exakt sowie auf ausreichend kurzen Wegen geführt, habe ich so gerne zum Schalthebel gegriffen. Auf der anderen Seite konnte ich den Kia Soul auch ganz bequem schaltfaul und niedertourig fahren.

Wenn er auch nicht zu den leisesten Gesellen gehört, so trat er aber keineswegs störend in Erscheinung und vermittelte mir stets einen angenehmen Durchzug.

Wer das maximale Drehmoment von 260 Nm zwischen 1.500 und 3.000 Touren fordert, schrammt aber mit fast zwei Liter an der Verbrauchs-Werksangabe von 4,8 Litern vorbei. Der CO2-Ausstoß beläuft sich auf 127 g/km.

Nachbesserung hat Kia bezüglich der Sicherheitssysteme vorgenommen und so fährt die neue Topversion Turbo bereits serienmäßig und die Ausführung Spirit auf Wunsch im neuen Modelljahr mit einem Spurwechselassistent mit Blind Spot Detection, einem Querverkehrwarner und einem Spurhalteassistent vor.

Letzterer, kurz als LDWS bezeichnet, erkennt per Kamera oberhalb der Frontscheibe, ob Du unbeabsichtigt die Fahrspur verlässt und alarmiert Dich bei Bedarf durch Warnsignale.

Der Spurwechselassistent wiederum registriert durch die radargestützte Blind Spot Detection herannahende Fahrzeuge im Bereich des toten Winkels und warnt Dich in diesem Fall vor einem Fahrspurwechsel.

Ebenfalls den toten Winkel im Blick, hat der Querverkehrwarner (RCTA) und zwar beim Zurücksetzen aus Parklücken oder Einfahrten. Sollten hierbei andere Verkehrsteilnehmer Deinen Weg kreuzen, wirst Du entsprechend gewarnt.

Ab 17.240 Euro bietet die Basisversion EDITION 7 bereits eine umfassende Serienausstattung, ist allerdings ausschließlich mit dem 1.6 GDi Motor erhältlich. Und während der neue 204 PS starke Topbenziner exklusiv in der Ausstattung Turbo für 28.640 Euro zu haben ist, kannst Du den von mir gefahrenen Kia Soul 1.6 CRDi sowohl in der Dream-Team-Edition (Sondermodell mit Kundenvorteil von bis zu 3.440 Euro) wie auch als SPIRIT erwerben.

In Sachen Ausstattung konnte mich letztere für 25.240 Euro mit wirklich zahlreichen Komfortfeatures verwöhnen, angefangen beim schlüssellosen Zugang Smart-Key, über die Klimaautomatik, dem beheizbaren Lederlenkrad, Sitzheizung vorn, Audiosystem mit 5-Zoll-Display, der Rückfahrkamera, Bluetooth-Freisprecheinrichtung, Aktiv-Matrix-Display, Dämmerungssensor, Regensensor, Parksensoren vorn bis hin zu einer Geschwindigkeitsregelanlage, dem selbstabblendenden Innenrückspiegel und elektrisch anklappbaren Außenspiegeln.

Im Angebot der aufpreispflichtigen Extras findest Du zum Beispiel das Sound&Navi-Paket. Dieses beinhaltet für 1.390 Euro die Kartennavigation inkl. 8 Zoll Touchscreen und Kia Connected Services3, das JBL Soundsystem und die Ambientebeleuchtung.

Des weiteren wäre da das 1.490 Euro teure VIP-Paket, es umfasst eine Lederausstattung, den Fahrersitz 8-fach elektrisch einstellbar mit zweifach elektrisch einstellbarer Lendenwirbelstütze, den 8-fach elektrisch verstellbaren Beifahrersitz, Sitzventilation vorn, Sitzheizung hinten und weitere Kleinigkeiten.

Für einen Aufpreis von 990,- Euro kannst Du diesen Umfang außerdem um das Panoramadach mit elektrischem Glasdach erweitern – nicht erhältlich in Verbindung mit den Zweiton-Lackierungen.

Abschließend möchte ich das Technologie-Paket erwähnen, für 1.590 Euro stattest Du Deinen Kia Soul hiermit um Xenonscheinwerfer, einen Spurhalte- und -wechselassistent, einen Querverkehrwarner und einen Fernlichtassistent aus.

Verschiedene Dekorfolien und Dekorstreifen hat Kia trotz der zurückhaltenden Nachfrage auch künftig im Gepäck.

Wie jedes Modell im Hause Kia, glänzt auch der exotische Soul serienmäßig mit dem 7-Jahre-Kia-Qualitätsversprechen, neben der 7-Jahre-Kia-Herstellergarantie umfasst dieses außerdem die 7-Jahre-Kia-Mobilitätsgarantie und das 7-Jahre-Kia-Navigationskarten-Update.

Stand: Oktober 2017; Test und Fotos: CARWALK – Der Autoblog

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