Kia Soul – Auffallen ist sein Ding.

Schon der Vorgänger war ein echter Hingucker, kam aber bei so manchem nicht so recht an. Der neue kommt besonders in der richtigen Lackierung mit seiner Zweifarbigkeit und dem, wie ich finde, frischen, peppigen und echt gelungenen Design voll gut an.

Kia Soul 01Wenn man den neuen Kia Soul so dastehen sieht, sind die Erwartungen an den Innenraum natürlich groß, dass auch Innen das bunte Treiben munter weitergeht. Doch diese Vorfreude wird schnell etwas getrübt, denn hier herrscht Grau-Schwarz vor, zumindest als Standard und in den Ausstattungen Soul und Attract. Ansonsten kann man auch mit den Farben Rot oder Beige Akzente setzen.

Die Gestaltung ist durchaus flott gemacht und vor allem der sehr große Monitor in der Mitte fällt richtig auf, aber außer einigen reizvollen Applikationen in glänzendem schwarzen Klavierlack und ein paar matt silbernen Verzierungen blieb mein Soul innen doch eher konventionell. Schön gemacht sind die Schalter und Drehregler. Und selbst ganz unten links vom Lenkrad, dort wo normal die meisten Hersteller ihre Uraltschalter aufbrauchen, dort hat der Soul die gleichen schicken chromumrandeten Drehräder und modernen Schalter wie mitten im Armaturenbrett. Sehr löblich. Leider lenkt die Bedienung dieser Schalter, die recht weit unten positioniert sind und vom Lenkrad verdeckt werden, bei der Bedienung etwas vom Verkehrsgeschehen ab.

Das Navi ist einfach zu bedienen, alles geht intuitiv, der große Touchscreen ist prima, aber die Sprache der Routenführung wirkt etwas gestöpselt. Der Monitor zeigt auch das Bild der Rückfahrkamera, das wird aber bei schlechtem Wetter schnell schlecht weil die Kamera schnell verschmutzt.

Kia Soul 02Innen ist soweit alles gut beleuchtet, die Schalter sind in rotes Licht getaucht, auch die im Lenkrad. Dazu kommen rote Ambientelichter in den Türfächern vorne. Die könnten aber auch gerne von der Decke herunter scheinen, denn es ist insgesamt innen doch recht dunkel. Die beleuchteten Ringe rund um die großen Lautsprecher in den Türen, die entweder im Rhythmus der Musik oder im bunten Lichtfarbenwechsel flackern, ändern daran nichts. Wer will kann dieses Discolicht auch ganz abschalten.

Das Platzangebot ist sehr gut, vor allem die Kopffreiheit ist mehr als üppig. Die Sitze vorne sind ausreichend groß, straff gepolstert und auch gut ausgeformt, bieten aber, anders als im Bein- und Pobereich, im Rücken und an der Schulter zu wenig Seitenhalt um flotte Kurvenfahren gut mitmachen zu können. Bei der manuellen Sitzverstellung hätte ich mir für die Rückenlehne lieber ein Drehrad gewünscht, vor allem aber auch eine Lordosenstütze. Am Rest der Verstellmöglichkeiten gibt es nichts zu meckern und auch optisch sind die Sitze schick gemacht, mit einem schön gemusterten Stoff in den Mittelbahnen in den Sitzlehnen sowie schicken gelben Ziernähten.

Der Einstieg gelingt vorne wie hinten nicht zuletzt dank des hohen Hüftpunktes sehr bequem, die Türen öffnen angenehm weit und fallen mit einem satten Plopp zurück ins Schloss. Auch als 1,80 m Mensch kommt man hinter einem ebenso großen Fahrer ganz bequem unter, Kopf- wie Beinraum ist üppig und auch die Kopfstützen lassen sich für 1,80 m weit genug ausziehen. Und der Platz hinten ist auch in der Breite recht großzügig.

Kia Soul 04Ordentlich Platz gibt es auch im Kofferraum, 354 Liter in der Grundstellung. Brauchst Du mehr Platz, wird die Sitzlehne ganz einfach umgelegt, eine ganz kleine Stufe und ein leicht nach vorne ansteigender Boden bleiben. Dermaßen umgebaut gehen statt bis zu 1.367 Liter in den neuen Soul.

Seine Heckklappe schwingt so weit auf, dass man sich erst ab 1,85 m an ihr stoßen kann, die Gepäckraumabdeckung schwingt aber leider nicht mit nach oben, dadurch ist die Ladeöffnung erst mal klein. Man muss die Abdeckung von Hand hoch und vor allem auch wieder runter klappen, damit sie nicht den Blick durchs Heckfenster stört.

Die Ladekante ist recht hoch aber gut gegen Ladekratzer geschützt, die Stoßstange nicht. Danach kommt ein stabiler Klappboden, den man auch ganz raus nehmen kann, darunter ist ein großes Fach aus Styropor mit drei Unterteilungen, ebenfalls herausnehmbar, links und rechts sind Verzurrösen, auf der rechten Seite ist eine eher schwache Kofferraumleuchte, links steckt auch hier eine weiß strahlende Gepäckraumleuchte, die man als Taschenlampe benutzen kann.

So wie der Soul von außen aussieht, erwartet man keine Sänfte. Und in der Tat ist das Fahrwerk angenehm straff, speziell für Europa wird der Wagen mit Sportdämpfern ausgestattet. Vor allem grobe Straßenschäden werden deutlich nach innen weitergereicht, den Rest federt der Wagen gut weg. Nur durch die erhöhte Sitzposition werden die Karosserieneigungen etwas stärker empfunden.

Kia Soul 03Und dazu hat der Soul auch immer wieder mal allen Grund, denn es macht Laune, mit ihm auch mal richtig flott um die Kurven zu räubern. Und dafür hat auch der Soul diese drei Modi in Sachen Lenkungseinstellung, und ich will es gerne gestehen, ich habe mich im Dynamik-Modus eindeutig am wohlsten gefühlt. Außer in der Stadt, wo der Komfort-Modus eine sehr gute Wahl ist und die dann leichtgängige Lenkung den Wagen einfach zu handeln macht. Außerorts vermittelt diese Einstellung aber zu wenig Gefühl und Rückmeldung.

Nur gut, dass sich die Einstellungen vom Lenkrad aus mit einem einfachen Tastendruck verstellen lassen. Und im Dynamik-Modus arbeitet die Lenkung nicht nur schön straff sondern auch sportlich direkt. Mit leichtem Untersteuern nimmt der Soul gelassen jede Ecke und auch bei höherem Autobahntempo liegt der Koreaner ruhig auf der Straße.

Der Benziner unter der Haube leistet 97 kW / 132 PS, läuft angenehm ruhig und macht den Wagen ausreichend flott, aber schon dann muss man ihm genügend Drehzahl zukommen lassen. Tut man das nicht, z.B. am Berg, muss man häufig und schnell zurückschalten, will man nicht hoffnungslos verhungern.

Wenn man ihn voll fordert, und das muss man wenn man richtig flott vorankommen will, dann wird er nicht nur schnell laut sondern wirkt auch schnell etwas gequält. Das maximale Drehmoment von 161 Nm bei 4.850 Umdrehungen kann natürlich auch nicht zaubern.

Kia Soul 05Lässt man die Zügel etwas schleifen, kann man den Soul mit 6,4 Litern im Mix bewegen, bei ganz normalem Tempo bin ich auf meiner Normstrecke mit 6,7 Litern auf 100 km hingekommen. Dabei hat es mich schon etwas verwundert, dass der Soul ohne Start-Stopp-Automatik auskommen muss.

Auf der Autobahn kann der Verbrauch bei so um die 130 km/h mit 8,5 Liter auch noch vollauf zufrieden stellen, die Lärmentwicklung ist dabei noch recht zurückhaltend, Windgeräusche kommen ein wenig von den Seitenfenstern vorne, der Motor bleibt dezent im Hintergrund. Lässt man die Tachonadel auf 160 und darüber klettern und forciert die Beschleunigungen, dann kann der Verbrauch auch schon mal auf deutlich über 10 Liter klettern.

Mein Testwagen war mit einer 6-Gang-Schaltung kombiniert, sie ist angenehm straff und exakt sowie auf ausreichend kurzen Wegen geführt, nur über die Leerlaufstellung habe ich einen kleinen Holperer festgestellt.

Nimmt man den Kia Soul nicht allzu sehr ran, passt die Abstufung mit dem Motor gut zusammen, bei flotter Fahrt ist vermehrt Schaltarbeit angesagt, die oberen Gänge sind doch recht lang übersetzt.

Kia Soul 07Wenn man sich die Top-Ausstattung SPIRIT leisten kann lässt dieser KIA kaum noch einen Wunsch offen. Zu den 22.790,- Euro kommen dann allenfalls noch die Sonderlackierungen und die Rückfahrkamera oder die Pakete mit Navi, Teilleder oder Panorama-Glasdach hinzu.

Gratis gibt es wie bei allen KIA-Modellen die 7-Jahres-Garantie, alle 15.000 km bzw. alle 12 Monate muss der Wagen zum Service.

Stand: Dezember 2014; Text und Fotos: CARWALK

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3 Gedanken zu “Kia Soul – Auffallen ist sein Ding.

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