Jeep Compass – Let it snow, let it snow

Ich bin kein großer Winterfan, doch mit dem neuen Jeep Compass durfte ich einen Wintertag der ganz besonderen Art erleben. Mach Dich mit mir auf ins Schneegestöber…

Ehrlich gesagt, war es höchste Zeit für den neuen Jeep Compass. Denn mit der vorherigen Generation konnte sich Jeep bei all den modernen Mitbewerbern, die sich aktuell auf unseren Straßen tummeln, wirklich nicht mehr blicken lassen. Zwar kann der Vorgänger stolze elf Jahre Laufzeit vorweisen, doch eben genau diese… Und so könnte der Sprung nach vorn kaum größer sein. Wenn Du den alten Compass noch kennst, vergiss was Du von ihm weißt und denkst. Der Neue hat nichts mehr mit ihm gemein!

Und solltest Du künftig auf der Suche nach einem kompakten SUV sein, so solltest Du definitiv den neuen Jeep Compass auf dem Schirm haben, denn dieser stellt nicht nur mit seiner Allradkompetenz Opel Mokka X, Hyundai Tucson, VW Tiguan und Co in den Schatten.

Was ich mir beim Cherokee erhofft habe, wurde nun beim Compass umgesetzt, greift dieser einige Designelemente vom Flaggschiff, dem sehr gelungenen Grand Cherokee auf. Dabei haben die Verantwortlichen das Jeep-Design ins moderne Zeitalter transportiert ohne aber die traditionelle Marken-DNA aus den Augen zu verlieren.

Hauptunterschied zum Grand Cherokee und sehr charakteristisch für den neuen Jeep Compass ist vor allen Dingen der Bereich der C-Säule mit der umlaufenden Zierleiste, die Tür- und Dachlinie voneinander trennt und die Realisierung der Bicolore-Lackierung möglich macht.

Schon mal von der Jeep „Easter Eggs“-Tradition gehört? Die Easter Eggs sind versteckte Design-Botschaften, die Du im Laufe der Zeit immer wieder neu an Deinem Compass entdecken wirst. Natürlich möchte ich Deinen Entdeckungen nicht vorgreifen, doch vielleicht hältst Du mal nach einem alten Willys oder aber dem Monster von Loch Ness Ausschau. Viel Spaß bei der Suche.

Die Plattform leitet sich vom kleineren Renegade ab und so kommt der Jeep Compass auf 4,40 Meter, ist 1,82 Meter breit und 1,66 Meter hoch. Daraus resultiert ein Radstand von 2,64 Meter.

Die gebotenen Platzverhältnisse sind dabei großzügig, sitze ich mit meinen 1,80 Metern sowohl vorn wie auch in der zweiten Reihe sehr angenehm, sowohl Bein- wie auch Kopfraum bieten mir noch üppig Luft. Und wäre die Rückbank zusätzlich längsverschiebbar, könnte man auch noch etwas mehr aus dem Kofferraum holen, der mit 438 Liter nicht rekordverdächtig aber doch im Alltäglichen ausreichend groß sein sollte.

Während sich die Rückenlehnen in den Versionen Sport und Longitude im Verhältnis 60:40 umklappen lassen, verfügen die beiden Topversionen von Haus aus über eine noch praktischere 40:20:40-Ausführung.

Deutlich an Wertigkeit gewonnen, hat der Compass auch im Innenraum, dessen Materialwahl spürbar hochwertiger ist. Diese paart Jeep mit verschiedenen Farbkonzepten, darunter auch Zweiton-Varianten.

Heutzutage unabdingbar scheint die Konnektivität, wer nicht mit innovativen Infotainment-Systemen aufwartet, hat schnell das Nachsehen. Gut, dass der Jeep Compass auch in diesem Punkt bestens gerüstet ist.

Das Uconnect-Multimediasystem wurde hier in seiner neuesten und vierten Generation verbaut, je nach Ausstattungsversion blickst Du auf einen Touchscreen von 5 bis 8,4 Zoll Größe.

Alle drei erhältlichen Uconnect-Ausführungen bieten Dir die Uconnect LIVE Services von TomTom, die es Dir ermöglichen, Enter- und Infotainment- aber auch Jeep-spezifische Apps auf dem im Fahrzeug verbauten Display zu bedienen.

Und auch ein fest installiertes Navi ist dank Apple Car Play und Android Auto hier eigentlich gar nicht mehr nötig, kannst Du die Navigation auch über Dein Smartphone realisieren.

Besser hätte es sich Jeep mit dem Wetter nicht wünschen können, hat mich bei meinem ersten Ausflug mit dem neuen Jeep Compass ein wahres Schneegestöber empfangen. Während andere Verkehrsteilnehmer jedoch zum Stehen gekommen sind und Schneeketten aufziehen mussten um sich aus dieser misslichen Lage zu befreien, meisterte ich – also der Compass – die Strecke als ob nichts wäre.

Zwar setzen auch Mitbewerber-SUVs auf Vierradantrieb, doch an dieses Allradsystem kommen diese einfach nicht heran, abhängig von der gewählten Version hat Jeep sogar zwei unterschiedliche Systeme verbaut. Und während ich mir im Vorfeld hab sagen lassen, wer einen Offroader sucht, soll den Trailhawk wählen, wären die anderen Compass-Versionen dagegen das SUV für die City, so habe ich mich eines besseren belehren lassen.

Ob Jeep „Active Drive“ oder Jeep „Active Drive Low“ (verbaut beim Trailhawk), die Vierradantriebe können das Drehmoment bis zu einhundert Prozent an eines der vier Räder leiten. Die „Lock“-Funktion kannst Du über den Select Terrain-Controller in der Mittelkonsole ebenfalls in beiden Versionen einschalten.

Also nichts wie in den Snow-Modi gewechselt und los ging es, die Lock-Funktion war zunächst nicht einmal nötig und das trotz der extrem verschneiten Straßen die mich erwartet haben. Erst als ich mich auf die Pisten abseits des öffentlichen Straßennetzes gewagt habe, aktivierte ich „4WD Lock“.

Die Performance im Schnee war wirklich beeindruckend, ich kam zu keiner Zeit ins Schwitzen und spürte bei jedem gefahrenen Meter die Gene, die ihn ihm stecken. Selbst wer es bei all den Schneemassen zu ungestüm mit dem Gasfuß angeht, den Compass treibt es souverän nach vorn und er hält stets den Kurs, die Elektronik hat dabei das Fahrzeug so sicher im Griff ohne mir aber als Fahrer dabei das Gefühl zu geben, bevormundet zu werden.

Hier braucht es wirklich keinen Trailhawk! Wer im Winter zuhause ist, kann ruhigen Gewissens auch die „zivileren“ Versionen ins Auge fassen.

Wer tatsächlich auch in rauere Gefilde vordringen möchte, der wird sich bei den Klettertouren im Trailhawk aber über mehr Bodenfreiheit, den robusteren Unterbau, die Bergabfahrhilfe sowie das zusätzliche Fahrprogramm Rock freuen.

Unabhängig von Deiner gewählten Compass-Version, dürftest Du als Offroad-Fan auch an den „Jeep Skills“ Gefallen finden. Hierbei handelt es sich um eine App, mit deren Hilfe Du viele geländespezifische Parameter in Echtzeit angezeigt bekommst. So kannst Du Daten wie Höhe über Meeresspiegel, Seitenneigung, Reifen-Luftdruck oder Traktion auf dem Fahrzeug-Touchscreen beobachten. Infos über den Batterieladestand, Lenkwinkel oder den Öldruck gibt es ebenfalls.

Außerdem erlaubt Dir die App, Deine Lieblingstouren – ob on- oder offroad – zu speichern, die entsprechenden, streckenbezogenen Fahrdaten werden ebenfalls abgespeichert und können wenn gewünscht in der Jeep-Community geteilt und verglichen werden.

Von einem amerikanisch weichen Gesellen ist übrigens auch im alltäglichen Fahrbetrieb und trockenen Straßenbedingungen nichts zu spüren, zwar ist er betont komfortabel und tendiert zum gemütlichen Cruiser, doch diese Aufgabe meistert er ebenfalls mit Bravour und von einem wankenden Schiff ist überhaupt keine Spur, liegt er stets angenehm satt auf der Straße.

Das Motorenangebot gibt Dir mit fünf Motoren, zwei Benzin- und drei Dieselaggregate, eine angenehme Auswahl, das Leistungsspektrum reicht dabei von 120 bis 170 PS. Und dass es nicht immer das stärkste Pferd im Stall sein muss, bewies eine Ausfahrt mit dem 140 PS starken 2.0l MultiJet.

Einzig diesem Diesel stehen dann auch die beiden angebotenen Getriebeversionen zur Wahl, denn während die Einstiegsmotorisierungen stets an den Handschalter mit sechs Gängen gebunden sind und bei den beiden 170 PS-Aggregaten die 9-Stufen-Automatik die Schaltarbeit übernimmt, hast Du hier die Wahl, der Aufpreis für das Automatikgetriebe liegt bei zweitausend Euro.

Ein Mehrpreis, der sich zweifelsohne lohnt, kann die Getriebeabstufung gerade bei komfortabler Fahrweise rundum begeistern. Beim sportlichen Ritt verliert sich zwar etwas der Eindruck, gönnt sie sich hier gerne einen Moment, doch letztlich findet der Jeep Compass in der von mir getesteten Version eine wunderbar harmonische Abstimmung zwischen Getriebe, Aggregat und Antrieb.

Doch wirklich überraschen konnte mich die enorme Laufruhe des 140 PS Diesel und die vorbildliche Dämmung. Ein Dieseln oder Knattern war ebenso wenig zu vernehmen wie Windgeräusche. So setzt der Jeep Compass 140 AT AWD auch in diesem Punkt Maßstäbe.

Den soliden Fahrleistungen stehen laut Datenblatt Verbrauchswerte von 5,7 Liter gegenüber.
Wer sich übrigens für den Jeep Compass Trailhawk entscheidet, der muss sich auch keine weiteren Gedanken machen, bleibt diese ausschließlich dem Topdiesel mit der 9-Stufen-Automatik vorbehalten.

Sicherheit darf bei einem neuen Produkt nicht zu kurz kommen und mit über 70 verfügbaren aktiven und passiven Hilfen überzeugt der Jeep Compass nicht nur im eigenen Produkt-Portfolio.

Natürlich klingt diese Zahl sehr eindrucksvoll und wenn Jeep letztlich auch solch längst gängigen Sicherheitsmerkmale wie den Gurtwarner, ESP und eine integrierte Abbiegelichtfunktion zu diesen Technologien zählt, kann das SUV auf der anderen Seite eben auch mit einem serienmäßigen Auffahrwarnsystem und dem Spurhalte-Assistenten auffahren.

Die Versionen Limited und Trailhawk sind darüber hinaus mit Bi-Xenon-Scheinwerfern, einem Fernlichtassistent, dem Totwinkel-Assistent und der hinteren Querbewegungserkennung erhältlich. In Paketen zusammengeschnürt, sind hierfür 1.780 Euro zu berechnen, eine Rückfahrkamera, der Parkassistent, Parksensoren und ein Lichtsensor sind dann ebenfalls im Umfang enthalten.

Dass die im Jeep Compass verbauten Systeme allesamt ihre Wirkung zeigen, verdeutlichen die Bestnoten die das Kompakt-SUV bereits einfahren konnte und das sowohl im Euro NCAP Crashtest wie auch in den strengen amerikanischen Sicherheitstests.

Der Einstiegspreis für den neuen Jeep Compass liegt bei 24.900 Euro, dann ausschließlich frontangetrieben und mit dem 1.4l MultiAir unter der Haube, ist die Basisversion „Sport“ alternativ für 26.100 Euro auch mit dem 120 PS starken 1.6l MultiJet verfügbar.

Wer ebenfalls in den Genuss des hervorragenden Allrad-Systems kommen möchte muss mindestens mit der Version Longitude einsteigen. Für den 140 PS-Diesel mit Jeep Active Drive und 6-Gang-Schaltgetriebe wären dann z.B. 31.300 Euro fällig.

Wer hier nochmals 2.600 Euro drauflegt, bekommt das Aggregat dann bereits in der höchsten Ausstattungslinie „Limited“ – die darüber hinaus mit allen verfügbaren Motoren kombinierbar ist. Die Erwartung von 70 % verkauften Limited-Versionen zeigt letztlich ganz klar auf, was der Kunde bereit ist zu investieren.

Und das Du für dieses Geld einiges geboten bekommst, zeigt nicht nur die optische und fahrerische Performance auf, kann der Jeep Compass Limited darüber hinaus mit uconnect inkl. 7“-Touchscreen und Apple CarPlay/Android Auto, beheizten Sitzen in einer Stoff-Leder-Kombi, ein beheiztes Lenkrad, eine Klimaautomatik, Keyless Enter-N-Go oder Rücksitzlehnen im Verhältnis 40/20/40 glänzen.

Bei der Limited-Variante handelt es sich zwar um die höchste Ausstattungslinie, die Rolle des Topmodells nimmt jedoch der Trailhawk ein.

Mit 38.500 Euro gelistet, wird der Jeep Compass Trailhawk ausschließlich vom stärksten Diesel angetrieben, verfügt über den Active Drive Low Allradantrieb und präsentiert sich optisch nochmals eigenständiger. Die speziellen Stoßfänger mit größerem Böschungswinkel und die verstärkte Unterbodenverkleidung steigern dabei nochmals die Offroad-Qualitäten.

Features wie ein Panorama-Schiebedach, verschiedene Metallic-Lackierungen, eine elektrische Heckklappe, eine adaptive Geschwindigkeitsregelanlage oder das BeatsAudio-Soundsystem sind in der Preisliste unter dem Posten „Sonderausstattungen“ zu finden.

Wessen Wünsche damit jedoch noch nicht erfüllt sind, der sollte einen Blick in das Mopar-Angebot werfen, stellt dieses Dir mehr als 70 individuelle und exklusive Zubehörartikel und Servicelösungen zur Wahl.

Stand: Dezember 2017; Test: CARWALK – Der Autoblog; Fotos: CARWALK / Jeep

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