Hyundai Veloster wird zum reinen Turbo

Das smarte 2+1-Türkonzept machte den kompakten Sportler wahrlich zum Unkonventionellsten in seiner Klasse. Mit einer seriennahen Renn-Version des Hyundai Veloster Turbo wurde das Coupé nicht nur einer breiteren Masse bekannt, sondern konnte bereits 2014 wie aber auch in diesem Jahr beim legendären 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring Erfolge feiern. Mit Einführung des Hyundai Veloster Modelljahrgang 2015 setzen die Koreaner künftig rein auf die Turbo-Version und stellen dieser anstelle der kritisierten 6-Stufen-Wandlerautomatik optional ein 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe zur Seite. Warum ich allerdings auch künftig die serienmäßige Sechsgang-Handschaltung bevorzugen würde, verrate ich Dir in meinem Test.

Hyundai Veloster Turbo 05Am Blechkleid wurden nur sehr behutsam Veränderungen vorgenommen, dennoch rückt der modifizierte in Schwarz gehaltene und in mattem Silber umrandete Hexagonal-Kühlergrill die Front noch deutlicher in den Blick des Betrachters. Den Auftritt perfekt machen die nun erhältlichen und in der Topausstattung sogar serienmäßig verbauten Xenon-Scheinwerfer sowie die zur Wahl stehenden Rad-/Reifen-Kombinationen in der Dimension 225/40 R 18.

Die Blicke auf der Straße sind einem stets sicher, ein unangefochtener Hingucker ist und bleibt hier das breit und scharf gezeichnete Heck mit den mittig angeordneten doppelflutigen Endrohren.

Das außergewöhnliche Türkonzept bleibt unverändert bestehen und wenn auch der ein oder andere die auf der rechten Seite angebrachte Hintertür als Spielerei abtun mag, so erleichtert diese dennoch den Zugang zu den Plätzen im Fond und stellt einen Vorteil gegenüber einem reinrassigen Zweitürer dar.

Ohne Verrenkungen entert man aber auch hier nicht die Fondsitze, was jedoch vielmehr am mangelnden Kopfraum liegt, der Beinraum reicht dagegen auch für 1,80 Meter große Insassen aus, ein aufrechtes Sitzen ist bei dieser Körpergröße aber einfach nicht möglich.

Hyundai Veloster Turbo 03Ganz klar ein 2+2-Sitzer, sind die Platzverhältnisse vorn dagegen unerwartet großzügig, ebenso das Kofferraumvolumen. Durch Umlegen der Rücksitze ist der Stauraum von 320 sogar auf 645 bzw. 1.015 Liter bei dachhoher Beladung erweiterbar. Eine weit öffnende Heckklappe gibt dabei den Weg zum Abteil frei, allerdings müssen die Einkaufstauschen oder die Gepäckstücke weit angehoben und über die hohe Ladekante gewuchtet werden.

Im Cockpit sind ebenfalls nur gering Unterschiede zum vorherigen Modelljahr auszumachen, dennoch verfehlen diese nicht ihre Wirkung. So halten mich die neuen und besser ausgeformten Sportsitze noch fester im Sattel, während die Zeiger der Instrumenteneinheit jetzt in rot gehalten sind und im Ruhezustand senkrecht nach unten hängen, wie es sich für einen „Sportwagen“ nun mal gehört.

Die bis dato erhältliche schwächere GDI-Version steht dem Veloster nicht mehr zur Wahl, womit das Hyundai-Modell mit dem smarten 2+1-Türkonzept zum reinen „Turbo“ wird.

Das 1,6 Liter große Triebwerk mit 186 PS (137 kW) wurde in der neuen Modellgeneration im Detail verbessert und mit einem neuen DCT-Getriebe versehen. Dennoch ist auch der Veloster Turbo im Modelljahr 2015 in dieser Motor-Getriebe-Kombination alles andere als mein Favorit. Der Handschalter kann dagegen – kurz und knackig geführt – sehr gut gefallen und vermittelt das erwartete „Turbo“-Gefühl.

Hyundai Veloster Turbo 04Wenn auch die vorherig verbaute Sechsgang-Wandlerautomatik nun durch ein 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe ersetzt worden ist, lässt dieses auch jetzt noch den sportlichen Anspruch vermissen. Was wirklich verwundert, steht doch ein DSG-Getriebe an sich für Sport, wie kaum eine andere Getriebealternative.

Allerdings ähnelt die Vorgehensweise des 7-Gang DCT-Getriebe im Falle des Hyundai Veloster Turbo mehr einem automatisierten Schaltgetriebe als einem knackig-sportlichen Doppelkupplungsgetriebe, die überraschenden Zugkraftunterbrechungen nehmen dem Aggregat den Elan und mir den Spaß. Wirklich sehr schade, habe ich mir von dieser Neuheit doch einiges erwartet. Somit kann – meiner Meinung nach – der Aufpreis von 1.600 Euro an dieser Stelle getrost eingespart werden.

Doch ob ich nun selbst schalte oder dies der Automatik überlasse, das Turbotriebwerk lässt leider auch den erwarteten Sound vermissen. Hier könnte sich das Serienmodell ruhig eine Scheibe von der Rennversion abschneiden.

Lasse ich mal den Sound und das DCT-Getriebe beiseite und drehe mit dem handgeschaltenen Veloster Turbo meine Runden. Und siehe da, das Fahrzeug zeigt sich von seiner sportlichen Seite.

Hyundai Veloster Turbo 02Stets drehfreudig folgt der Veloster spontan jedem Gasstoß und stellt das maximale Drehmoment von 265 Newtonmetern zwischen 1.500 und 4.500 Touren voll zur Verfügung.

In Verbindung mit der knackigen Flex Steer-Lenkung inkl. drei Modi und dem recht straffen Fahrwerk lässt sich der Veloster mit hohem Spaßpotential durch die Kurven jagen, das Handling ist präzise, die Fahreigenschaften souverän und das selbst bei hohem Tempo.

Nur leicht untersteuernd und ohne störende Wankneigung legt sich das Fahrzeug gut beherrschbar in die Kehren, die Reizschwelle des Koreaners ist hoch. Auch der ungeübte Fahrer muss den sportlichen Ritt nicht scheuen, da letztlich die elektronische Stabilitätskontrolle ESC sowie das fahrdynamische Stabilitätsmanagement VSM alles fest im Griff haben.

Während 8,4 Sekunden für den Sprint von Null auf Tempo 100 vergehen, sind es aber gerade die Durchzugswerte die Freude machen, so reichen 5,5 Sekunden für den Zwischenspurt von 60 auf 100 km/h aus. Dieses Temperament bewahrt er sich bis zur Topspeed, maximal sind mit dem rassigen Hyundai 214 Stundenkilometer drin.

Hyundai Veloster Turbo 01Nun mit einer doppelt kontinuierlich variablen Ventilsteuerung D-CVVT ausgerüstet, kann der 1.6 GDI eine Verbesserung im Bereich Kraftstoffverbrauch verzeichnen. Laut Hyundai sollen bei zurückhaltendem Gasfuß nur 6,9 Liter Superbenzin auf 100 Kilometer durch die Spritleitungen fließen, womit der Veloster Turbo rund 720 Kilometer zurücklegen könnte, fasst der Tank doch 50 Liter. Der CO2-Ausstoß pendelt sich dementsprechend bei 157 Gramm pro Kilometer ein.

Hyundai hat nun beim 24h-Einsatz am Nürburgring zum wiederholten Male bewiesen, wie verlässlich die Fahrzeuge aus ihrem Hause sind. Käufer eines Serienfahrzeuges erhalten bei Hyundai zudem eine fünfjährige Garantie ohne Kilometerbegrenzung auf das gesamte Fahrzeug, eine ebenfalls 60 Monate laufende Lackgarantie und eine fünfjährige Mobilitätsgarantie. Sie verlängert sich nach jeder Wartung in einer Vertragswerkstatt um ein weiteres Jahr bis zu einer Maximallaufzeit von 15 Jahren oder einer Fahrleistung von 200.000 Kilometern.

Dieses Garantiepaket ist unabhängig von der Ausstattungsvariante im Preis inbegriffen, ob Sie sich nun für den Hyundai Veloster Turbo Style oder die Premium-Version entscheiden.

Die Variante „Style“, in Verbindung mit dem Schaltgetriebe erhältlich für 24.990,- Euro, ist bereits mit einer Einparkhilfe hinten und elektrisch einstell- und beheizbaren Außenspiegeln sowie ein Smart-Key-System inklusive Start-/Stop-Knopf und elektrisch verstell- und beheizbaren Sportsitze bestückt.

Hyundai Veloster Turbo 06Darüber hinaus umfasst die Ausstattungslinie Premium bei einem Aufpreis von dreitausend Euro erstmals Xenon-Scheinwerfer serienmäßig und während die Geschwindigkeitsregelanlage den Führerschein im Auge hat, sorgt die Klimaautomatik für einen kühlen Kopf. Nicht missen möchte man aber auch das Radio-Navigationssystem mit 7-Zoll-Touchscreen-Farbmonitor und vor allen Dingen das Premium-Soundsystem, das mit Center-Lautsprecher und Subwoofer sowie einer Rückfahrkamera auffährt. Eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung ist ebenfalls im Paket enthalten, fehlt somit allerdings in der Einstiegsversion.

Stand: Juni 2015; Test: CARWALK; Fotos: Hyundai

Tweet about this on TwitterPin on PinterestShare on Google+Share on FacebookEmail this to someone

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.