Hyundai i30 Fastback N

Für die Hyundai-Performance-Marke stellten die Koreaner ein eindrucksvolles Team zusammen, Ingenieure aus den Häusern AMG und McLaren arbeiten mit dem ehemaligen BMW M Entwicklungschef Albert Biermann zusammen und sorgten im Jahr 2017 mit dem ersten Hyundai Hochleistungsmodell, dem i30 N, für einen absoluten WOW-Moment. Anfang des Jahres legte Hyundai mit dem i30 Fastback N eine weitere Karosserievariante nach, die ich nun ebenfalls erleben durfte. Befeuert von einem 275 PS starken 2,0-Liter-Turbo-Benzindirekteinspritzer, der über einen Ottopartikelfilter verfügt, erfüllt das Aggregat nun die Abgasnorm Euro 6d-TEMP-EVAP. Die schwächere 250 PS-Version wurde Anfang 2019 aus dem Programm genommen. Eine absolut nachvollziehbare Entscheidung. Der Hyundai i30 Fastback N Performance ist eine beeindruckende koreanische Rennsemmel, die sich mit nur einem einfachen Tastendruck von einem Rennwagen in einen alltagstauglichen Weggefährten verwandeln lässt.

Mit dem Sportfahrwerk inklusive adaptiven Stoßdämpfern an Bord und der elektronisch geregelten Differenzialsperre lässt das N Modell pures Rennfeeling aufkommen. Und so lockt mich vor allen Dingen die „N“-Taste mit dem Zielflaggensymbol, zu finden auf der rechten Seite des Lenkrads.

Hiermit schalte ich die Regelsysteme der N Grin Control in den puren Performance-Modus und kann darüber hinaus in den Custom-Modus wechseln und den i30 N ganz individuell auf mich abstimmen, insgesamt spricht Hyundai von unglaublichen 1.944 verschiedenen Kombinationsmöglichkeiten, die sich über den acht Zoll Touchscreen ganz bequem ansteuern lassen.

Gekoppelt an das optionale Navigationssystem kannst Du hierüber auch diverse N Performance Driving Daten abrufen, sei es Leistung, Drehmoment, Ladedruck oder aber die wirkenden G-Kräfte. Wer möchte, kann zudem die enthaltene Stoppuhr bemühen und gefahrene Rundenzeiten festhalten.

Während meiner kurzen Ausfahrt hatte ich nicht die Möglichkeit, mich ausgiebig dem Custom-Modus zu widmen, da mir der N-Modi aber bereits sehr zusagt, war das zu verschmerzen. Der Hyundai i30 Fastback N liegt nun wirklich hervorragend auf der Straße, ohne aber mit unangenehmer Härte ans Werk zu gehen. Das Handling des N ist großartig, gar spielerisch, er giert förmlich nach jeder Kurve. Selbst im Grenzbereich bleibt das Fahrzeug wunderbar zu handeln, reagiert sehr entspannt auf Lastwechsel und mit Untersteuern hat er ebenso wenig zu kämpfen. Einen Allradantrieb vermisst man bei dieser Performance nun wirklich nicht. Respekt an das Team von Hyundai Performance. Wer möchte, kann zudem das ESC vollständig deaktivieren, was in meinen Augen aber gar nicht nötig ist, bremst das System einen nicht störend ein.

Wer sein Fahrzeug gerne auch auf der Rennstrecke bewegt, dem sei die erhältliche Versteifung im Kofferraum ans Herz gelegt. Die Strebe findet hinter den Rücksitzen auf Höhe der Radaufhängung ihren Platz und kann bei Bedarf auch entfernt werden.

Die Servounterstützung greift nicht wie gewöhnlich an der Lenksäule, sondern ist im Hyundai i30 Fastback N direkt am Lenkgetriebe platziert und überträgt somit höhere Kräfte. Wunderbar präzise, reagiert der N in der Praxis unglaublich gut und spontan auf meine Lenkbefehle.

Eingangs sprach ich bereits von den zwei Charakteren, die im Hyundai i30 Fastback N stecken. Das der Koreaner absolut rennwagentauglich ist, hat er auf der abgesperrten Piste nur zu gut bewiesen. Entsprechend hoch ist natürlich auch der Fahrspaß auf der Straße, doch im alltäglichen Einsatz beeindruckt auch der Performance-i30 mit unerwartetem Komfort.

Um diesen abzurufen, wechsle ich einfach in den Normalmodus. Den Schalter für die Fahrmodi Eco, Normal und Sport, inklusive dreistufiger Zwischengasfunktion Rev Matching findest Du übrigens auf der linken Lenkradseite. Immer wieder beeindruckend, wie die N Modelle mit nur einem Tastendruck den Rennanzug abstreifen bzw. überziehen.

Für entsprechendes Leistungspotential sorgt der 275 PS starke 2.0 T-GDI Performance. Der Vierzylinder inkl. Turbolader paart die 202 kW mit einem maximalen Drehmoment von 353 Newtonmeter, die im Overboost-Modus für maximal sieben Sekunden sogar auf 378 Newtonmeter angehoben werden und über ein Bereich von 1.750-4.200 Umdrehungen voll abgerufen werden können.

Wer den Sprint-Wert von 6,1 Sekunden herauskitzeln möchte, dem sei die serienmäßige Launch Control ans Herz gelegt, sorgt diese elektronische Unterstützung für eine optimale Beschleunigung aus dem Stand heraus und das ohne durchdrehende Räder. Im N Modus aktivierbar, musst Du lediglich die Kupplung treten, den ersten Gang einlegen und das Gaspedal voll durchtreten. Die Launch Control hält den Motor bei 4.000 Touren und gibt über eine entsprechende Leuchte den Countdown. Nun musst Du innerhalb von fünf Sekunden die Kupplung lösen und der Hyundai i30 Fastback N prescht nach vorne los.

Während ich die Launch Control durchaus als Spielerei abtun und darauf verzichten kann, so möchte ich die Sportabgasanlage inklusive einer variablen Klappensteuerung nicht mehr missen.

Was die Koreaner hier an akustischen Special Effects zu bieten haben, ist einfach beeindruckend. Während sich der Motor im alltäglichen akustisch sehr zurückhält, weckt er im N-Modus den Rennwagen in sich. Und so ist es neben dem Antritt, vor allen Dingen dieser Sound der mir stets ein Lächeln ins Gesicht zaubert und eine Gänsehaut bereitet. Da muss ich einfach runterschalten und mit dem Gas spielen, knallt es einfach zu schön aus dem Auspuff. Zudem passt sich der Sound ganz den persönlichen Vorlieben und dem gewählten Fahrmodi an.

Der Hyundai i30 Fastback N zieht selbst aus den höheren Gängen eindrucksvoll los und lässt sich wunderbar schaltfaul fahren, doch der Griff zum Schaltknauf bereitet mir einfach zu große Freude. Den 2.0 T-GDI koppelt Hyundai ausschließlich an einen Sechsgang-Handschalter der sich so wunderbar präzise schalten lässt, die Gänge klacken nur so durch die knackig kurz geführten Wege. Zudem spendiert Hyundai dem Getriebe die automatische Zwischengas-Funktion „Rev Matching“, die zuschaltbare Funktion passt beim Herunterschalten automatisch das Drehzahlniveau des Motors an die Geschwindigkeit der Getriebeeingangswelle an und ermöglicht so noch schnellere Gangwechsel.

Die Topspeed liegt bei 250 Stundenkilometer, die der Hyundai i30 Fastback N auf sehr beeindruckende Weise erreicht, hält der koreanische Renner auch jenseits der Tempo 200 unerwartete Kraftreserven bereit.

Bei all dem Fahrspaß habe ich meine Aufmerksamkeit nicht unbedingt dem Verbrauch gewidmet – dafür war die Ausfahrt einfach zu kurz 😉 daher muss an dieser Stelle ein kurzer Blick auf die Bordcomputeranzeige von 11,2 Liter ausreichen.

Der Hersteller selbst gibt bei zurückhaltender Fahrweise folgende WLTP-Messwerte an: innerorts 12,1, außerorts 7,0, kombiniert 8,2; CO2-Emissionen in g/km kombiniert: 188.

Der Hyundai i30 N Performance verliert bei all der Sportlichkeit aber auch die Sicherheit nicht aus den Augen und fasst im serienmäßigen Hyundai SmartSense-Programm diverse Assistenzsysteme zusammen. Angefangen beim aktiven Spurhalteassistent über den Aufmerksamkeitsassistent und den Fernlicht- sowie Bremsassistent bis hin zur City-Notbremsfunktion inkl. Frontkollisionswarner die bis zu einer Geschwindigkeit von 75 Stundenkilometern autonom arbeitet. Die Verkehrszeichenerkennung ist im optional erhältlichen Navigations-Paket für 600 Euro enthalten.

Auch der Hyundai i30 Fastback N ist im kompakten Segment zu Hause. Doch während die sportlichen Versionen aus dem Hause VW, Ford, Seat, Renault und Co. ausschließlich als Steilheckmodell antreten, hat einzig Hyundai zwei Karosserievarianten in petto. Die Fastback-Variante könnte man lediglich dem Honda Civic Type R gegenüberstellen. Der Japaner kommt aber allein optisch deutlich aggressiver daher als der i30. Dennoch ist auch dem i30 Fastback N anzusehen, hier steckt mehr dahinter.

Die besonders kennzeichnenden Merkmale für das N Modell sind neben den 19 Zoll großen Leichtmetallfelgen, auch hier der in Schwarz gehaltene Kaskaden-Kühlergrill inkl. N-Logo, die Voll-LED-Scheinwerfer mit schwarz eingefärbten Blenden, die schwarz hochglänzenden Seitenschweller und Außenspiegel. Am Heck setzt die Fließheckversion ebenfalls auf schwarzes Dekor und einen Diffusor sowie eine Abgasanlage mit zwei Endrohren. Der sportliche Dachverlauf der Fastback-Variante trifft auf dunkel getönte Scheiben ab der B-Säule.

Raffiniertes Detail, die durchgehende rote Leiste im hinteren Stoßfänger beinhaltet auch einen Reflektor. An der Front setzen die Designer ebenfalls auf einen über die gesamte Breite verlaufenden roten Akzent. Obendrein sind die Sättel der Hochleistungs-Bremsanlage rot eingefärbt.

Neben den bekannten Farben, stellt Hyundai der Fastback-Variante exklusiv die neue Lackierung Shadow Grey zur Wahl, die das Performance-Modell wirklich sehr gut kleidet.

Stelle ich den Größenvergleich mit dem i30 N an, fällt auf, der Fastback ist zwölf Zentimeter länger und um drei Zentimeter flacher. Beim Gepäckraum kann der Hyundai i30 Fastback N Performance mit 450 bis 1.351 Liter sogar etwas mehr Ladevolumen als der klassische Fünftürer vorweisen. Mit Querverstrebung im Kofferraum sind es 436 – 1.337 Liter.

Im Innenraum des koreanischen Sportlers dominiert Schwarz, auf farbliche Kontraste setzt der Hyundai i30 Fastback N aber dennoch. So sind die Luftausströmer rot umrandet und es gibt rote Zeiger in der sportlichen Instrumenteneinheit, rote Kontrastnähte am Sportlenkrad und -schaltknauf sowie den Sitzen.

Die in Teilleder bezogenen Sportsitze halten mich hervorragend im Sattel, zusätzlich kann ich die Oberschenkelauflage verstellen. Last but not least, bekamen die Pedale eine sportliche Metallauflage spendiert.

Abschließend kann ich nur sagen, Du bekommst zu einem Einstiegspreis von 33.700 Euro mit dem Hyundai i30 Fastback N 2.0 T-GDI Performance einen großartigen Alltagssportwagen inklusive 5 Jahre Fahrzeuggarantie OHNE km-Begrenzung.

Stand: Juni 2019; Test: CARWALK – Der Autoblog; Fotos: Hyundai

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