Honda HR-V Sport

Der Honda HR-V bekam Ende vergangenen Jahres die ein oder andere Optimierung und optische Retuschen verpasst, seit April fährt die Baureihe darüber hinaus mit einer entscheidenden Neuheit vor, der Sport-Variante. Sportliche Gene sind der Marke Honda keineswegs fremd, denke ich da nur an die Rasse-Sportler NSX und Civic Type R, doch erstmals setzt der japanische Automobilhersteller auch bei einem seiner SUVs auf die betont sportliche Note und ergänzt das Portfolio des HR-V um eine Sportversion mit 182 PS starkem Turbomotor, ein Performance-SUV solltest Du dennoch nicht erwarten.

Der Honda HR-V konnte schon zuvor mit seiner dynamischen optischen Ausrichtung punkten und bekam im neuen Modelljahr lediglich ein Feinschliff verpasst. Bei der neu im Programm aufgenommenen Ausstattungslinie Sport ersetzt an der Frontpartie eine hochglänzende schwarze Chromspange das dunkle Chrom der zivilen Versionen. Der Kühlergrill sticht darüber hinaus mit dem exklusiven schwarzen Finish in Wabenoptik hervor, das sich bis zu den Umrandungen der Nebelscheinwerfer zieht.

Auf schwarze Design-Merkmale setzt der Honda HR-V Sport auch in Form des schmalen Frontspoilers, der Seitenschweller, Radlaufleisten und dem hinteren Stoßfänger. Selbst die Außenspiegelkappen und 18-Zoll-Leichtmetallfelgen sind in exklusiver schwarzer Optik gehalten und lassen die sportlichste Modellversion unglaublich rassig dastehen. Darüber hinaus zählen LED-Scheinwerfer, abgedunkelte LED-Rückleuchten mit schwarzen Innenstreben sowie eine schwarze Chromzierleiste an der Heckklappe zu den charakterisierenden Merkmalen des Honda HR-V Sport. Schicke Doppelendrohre dürfen natürlich auch nicht fehlen.

Im Innenraum spendierte Honda dem Modelljahr 2019 verbesserte Fahrer- und Beifahrersitze, die im HR-V Sport im zweifarbigen Look gehalten sind. Das großflächig verarbeitete dunkelrote Leder steht in schönem Kontrast zum schwarzen Stoff, dieser farbliche Akzent setzt sich zudem an den Türflächen und der Armaturentafel fort, doch der bordeauxrote Farbton wirkt meiner Meinung nach, eher edel als sportlich und kann im Übrigen nicht abgewählt werden. Vorerst in jedem Fall. Zumindest machen sich die Verantwortlichen diesbezüglich Gedanken um Alternativen. Die, wie ich finde, notwendig sind.

Ein 12-Volt-Stromanschluss und USB-Schnittstellen sind in einem Fahrzeug nun nichts mehr ungewöhnliches, eine serienmäßige HDMI-Schnittstelle allerdings schon, die ich in meinem Honda HR-V Sport aber ebenso vorfinde, wie Honda CONNECT mit integriertem Satelliten-Navigationssystem von Garmin und 7-Zoll-Touchscreen.

Das Display kann mittels zwei Designs individuell angepasst werden und wird durch Wischen und über vorinstallierte Apps, dessen Umfang über das Honda App Center zusätzlich erweitert werden kann, bedient. Mittels MirrorLink-Funktion kannst Du darüber hinaus die Oberfläche Deines kompatiblen Smartphones auf den Touchscreen spiegeln. Basierend auf dem Betriebssystem Android erlaubt das Infotainmentsystem sogar Internet-Browsing und den Zugriff auf Echtzeit-Verkehrsinformationen, aktuelle Nachrichten und Wetterinfos. Deine Facebook- und Twitter-Neuigkeiten kannst Du ebenso über das Fahrzeug abrufen und Deine Musik oder Hörbücher streamen.

Die dynamische Coupé-Silhouette weckt zweifelsohne eine Dreitürer-Anmutung, die in der hinteren Säule versteckten Türgriffe verstärken diesen Eindruck zusätzlich. Über einen Zug am integrierten Griff verschaffe ich mir Zutritt zur Rückbank. Und mit den wohligen Platzverhältnissen die mich dort erwartet haben, rechnet man gerade als Großgewachsener nicht.

Die Realisierung der Honda Magic Seats war unter anderem durch die Platzierung der Kraftstofftanks möglich, finden diese ihre zentrale Anordnung unter den Vordersitzen.

Die Konfigurationsmöglichkeiten sind in drei wesentliche Modi unterteilt, stets im Verhältnis 60:40 geteilt, können die Magic Seats im sogenannten „Utility“-Modus nach vorn geklappt werden, die Sitzfläche senkt sich automatisch mit ab. Mitgedacht hat Honda auch hier und eine Klappe angebracht, die eine ebene und geschlossene Ladefläche schafft. Praktische Unterteilungen und Fächer unter dem Ladeboden runden das Angebot ab, ebenso eine weitere 12V-Steckdose und praktische Haken.

Beim „Tall“-Modus klappst Du die Sitzflächen ebenso einfach und mit nur einem Handgriff in senkrechter Position hoch. Der unglaubliche Stauraum vom Boden bis zum Dach erweitert die Transportmöglichkeiten immens und ist im Fahrzeugbereich leider nur sehr selten zu sehen. Große Zimmerpflanzen verstaust Du hier ebenso easy wie andere hohe Gegenstände. Besteht dagegen Bedarf längere Gegenstände einzuladen, legst Du einfach den Sitz für Deinen Co-Piloten um, die Ladefläche im „Long“-Modus von 2,45 Meter spricht für sich.

Der Hersteller gibt für den HR-V Sport je nach Konfiguration der Sitze ein Stauraum von 448 Liter bis 1.473 Liter an, die Werte umfassen stets den Raum inklusive praktischem Unterfach.

Die wunderbar präzise Lenkung und das Fahrwerk inkl. Performance-Dämpfern werden dem Anspruch an eine Sportvariante durchaus gerecht, nur der Starkregen während meiner Ausfahrt zerhagelte dem Honda HR-V etwas den positiven Eindruck. Rein über die Vorderachse angetrieben, beginnt das Fahrzeug beim sportlichen Ritt durch die nassen Kurven deutlich an zu schieben, bleibt zwar leicht zu kontrollieren und ist rasch auf Kurs gebracht, doch Souveränität könnte lediglich ein Allradantrieb gewähren. Dieser ist im Honda HR-V allerdings nicht zu haben.

Im Modelljahr 2019 legen die Verantwortlichen Wert auf eine gesteigerte Geräuschdämmung und statten den HR-V darüber hinaus erstmals mit dem System „Active Noise Control“ aus. Mithilfe von zwei Mikrofonen werden niederfrequente Geräusche im Innenraum überwacht und durch präzise abgestimmte Gegensignale neutralisiert.

Die von mir gefahrene Variante mit Schaltgetriebe verfügt zusätzlich über das „Active Sound Control“-System, diese Funktion ist auch in den übrigen Drehzahlbereichen aktiv, wo es den Sound beim Beschleunigen beeinflusst.

Der Honda HR-V wird im neuen Modelljahr wahlweise mit einem 1,5-Liter i-VTEC-Benzinmotor mit 96 kW / 130 PS – der 1,6-Liter-Diesel entfällt – oder dem neuen 182 PS starken 1,5-Liter VTEC-TURBO-Benzinmotor angeboten.

Der 1.5 VTEC TURBO Vierzylinder-Benzinmotor mit 134 kW, der bereits in der aktuellen Generation des Honda Civic zum Einsatz kommt, treibt ausschließlich den von mir gefahrenen Honda HR-V Sport an.

Starte ich endlich den Wagen, doch wo ist bitte der Power-Knopf? Tatsächlich gibt es im neuen Honda HR-V Sport keinen Start-Stopp-Knopf bzw. Keyless-Go und so zücke ich den klassischen Schlüssel und stecke ihn in ein Zündschloss. Schlüssel gedreht, Gang rein und los geht’s. Allerdings deutlich zurückhaltender als von mir erwartet.

Nichts desto trotz zieht der 182 PS-Motor schön los und ist wunderbar drehfreudig, doch der Wow-Effekt und das erwartete Beschleunigungsgefühl bleibt aus.

Das bemühen des Schalthebels macht erfreulicherweise großen Spaß, das serienmäßige Sechsgang-Schaltgetriebe ist nicht nur auf knackig kurzen Wegen präzise geführt, der sportlich-handliche Schaltknauf liegt perfekt in der Hand und untermalt die sportlichen Ambitionen auf sehr gelungene Art und Weise.

Alternativ stellt Honda dem Sport ein stufenloses CVT-Getriebe zur Seite. Diese Getriebeart ist einfach nicht mein Ding und wenn diese Lösung hier auch sieben Gänge simuliert, wird sie dem sportlichen Anspruch nicht gerecht, dass wird bereits auf dem Papier deutlich.

Während der HR-V Sport mit Sechsgang-Schaltgetriebe ein maximales Drehmoment von 240 Nm zwischen 1.900 und 5.000 Touren entwickelt, kommt das SUV in Verbindung mit dem optionalen CVT-Getriebe auf 220 Nm, die im Bereich von 1.700 bis 5.500 U/min anstehen . Zücken wir die Stoppuhr, hat der HR-V Sport mit CVT beim Sprint von null auf 100 km/h um fast eine ganze Sekunde das Nachsehen, und passiert die gesetzte Tempomarke erst nach 8,6 statt 7,8 Sekunden. Bei der Topspeed hängt die Variante mit Schaltgetriebe die CVT-Version ebenfalls ab und wird 215 km/h schnell, während die stufenlose Getriebealternative bei 200 km/h ihre Höchstgeschwindigkeit erreicht.

Laut Honda rechnet man dennoch mit einem Anteil von stolzen 30 Prozent am CVT, die 1.300 Euro Aufpreis würde ich mir persönlich in jedem Fall sparen.

Dem knackigen Handschalter liegt nicht nur die sportliche Gangart, er lässt sich auf der anderen Seite auch wunderbar niedertourig und effizient bewegen. Laut Bordcomputer konnte ich während meiner Testfahrt bei entsprechend zurückhaltender Fahrweise sogar den von Honda ermittelten Durchschnittsverbrauch von 6,7 Litern auf hundert Kilometer aufs Komma genau realisieren. Und selbst bei rasanter Fahrt begnügte sich der HR-V Sport mit acht Litern im Schnitt.

Der Vollständigkeit wegen, der kombinierte Kraftstoffverbrauch beim CVT liegt im Durchschnitt bei 7,1 Liter/100 km, ebenfalls gemessen nach WLTP, die CO2-Emissionen belaufen sich auf 152 g/km, der Handschalter stößt hier 151 g/km aus.

Der City-Notbremsassistent zählt zum gesetzlich vorgegebenen Pflichtprogramm, doch der Honda HR-V Sport zeichnet sich obendrein durch folgende serienmäßige Fahrassistenten aus: Kollisionswarnsystem, Verkehrszeichenerkennung, Intelligente Geschwindigkeitsregelung, Spurhalteassistent und Fernlichtassistent.

Ein Toter-Winkel-Assistent wie auch den komfortablen Abstandsregler vermisse ich allerdings auch im neuen Modelljahr, unabhängig von der Ausstattung.

Insgesamt stellt Honda dem HR-V-Interessenten im Modelljahr 2019 vier Ausstattungslinien zur Wahl, während die Varianten Comfort, Elegance und Executive jedoch ausschließlich an den bekannten 1.5 i-VTEC mit 130 PS gekoppelt sind, ist die neue 52 PS stärkere Turbomotorisierung stets nur als HR-V Sport zu einem Preis von 29.990 Euro erhältlich. Den Preis des Topmodells treibst Du dann lediglich mit den Optionen CVT-Getriebe, abnehmbare Anhängerkupplung oder Metallic-/Pearl-Lackierung nach oben.

Stand: Juni 2019; Test: CARWALK – Der Autoblog; Fotos: Honda/CARWALK

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