Honda Civic Sport – Sportlich und doch sparsam.

Es ist immer wieder erstaunlich, dass selbst ein „kleines Facelift“ doch ordentlich Wirkung zeigen kann. So auch beim neuen Civic, wo vor allem die neuen Frontleuchten mit dem LED-Tagfahrlicht besonders ins Auge stechen. Und was fürs Auge ist vor allem auch die Ausstattungsvariante SPORT, die nicht zuletzt mit den schwarzen Alufelgen im 17 Zoll Format dem Civic gut zu Gesicht stehen.

Honda Civic Sport 10Das aktuelle Modelljahr des Honda Civic scheint auf den ersten Blick unverändert, und doch sind bei genauerem Hinsehen einige optische Retuschen zu entdecken.

Als erstes fallen dabei die neuen Frontscheinwerfer auf, die nicht nur schärfer gezeichnet sind sondern jetzt auch mit neuem Innenleben aufwarten und das neue LED-Tagfahrlicht beinhalten. Das umrahmt jetzt praktisch den gesamten Scheinwerfer.

Dafür haben die Nebelscheinwerfer jetzt wieder die Frontschürze für sich alleine, wo übergangsmäßig beim Vorgänger das Tagfahrlicht untergebracht war. Und auch die ganze Schürze an sich wurde neu gestaltet. Die diversen schwarzen Einsätze bis hin zu den schwarzen Fensterrahmen passen vor allem bei dem von mir gefahrenen Modell „SPORT“ gut zu den schwarzen Alufelgen.

Während bei einem Facelift traditionell die Seitenansicht unangetastet bleibt, durfte auch beim Civic das Heck ein paar Neuerungen erfahren. Die Rückleuchten wirken jetzt mit der neuen Einfärbung wesentlich dreidimensionaler und auch der als Verbindung durchlaufende Spoiler mit der dritten Bremsleuchte steht jetzt deutlich mehr hervor und erstrahlt in Wagenfarbe. Dort wo darunter das Honda-Logo sitzt, wurde die Wagenfarbe gegen eine schwarze Blende ausgetauscht.

Honda Civic Sport 04Auch das harmoniert wiederum sehr gut mit dem Diffusor in der ebenfalls überarbeiteten Heckschürze. Alles in allem wirkt der aktuelle Civic damit jetzt deutlich markanter und sportlicher. Der Auspuff versteckt sich aber auch hier wieder.

Sehr schick gemacht ist die kleine Einstiegsleiste an den Vordertüren, die aber gerne hätte noch ein Stück länger sein können, in sie ist ein Civic-Schriftzug eingelassen, der blau leuchtet, was vor allem gut zu der blauen Außenlackierung meines Testwagens passte.

Innen wertet eine schicke Blende auf der Beifahrerseite über dem Handschuhfach das Armaturenbrett weiter auf – leider taucht dieses Element dann im Rest des Fahrzeugs nicht mehr auf. Unter der Mittelarmlehne vorne im Fach bietet der neue Civic gleich eine ganze Armada an USB- und 12 Volt-Steckdosen auf. Und der große Touchscreen in der Mitte wurde ebenfalls optisch überarbeitet. Doch halt! Dahinter verbirgt sich das neue Honda CONNECT basierend auf Android 4.0.4. Das Infotainmentsystem will durch einfachste Bedienung und Konnektivität begeistern und ist auch ganz intuitiv zu bedienen, es vereint zahlreiche Funktionen von Audio über Bluetooth, Internetzugang, Garmin-Navigation und das Honda App Center.

Das optionale Navi wird bequem über den Touchscreen gesteuert, da der schön groß ist, geht das alles fix von der Hand, ein bisschen unglücklich ist nur, das ausgerechnet die Zieleingabe, die man ja am ehesten braucht, erst erreicht wird, wenn man etwas nach unten gescrollt hat, da alles alphabetisch geordnet wurde.

Honda Civic Sport 02Womit ich auch schon zum Fahren komme. Und der aktuelle Civic fährt sich richtig sportlich, sein Fahrwerk arbeitet herrlich straff, die Schaltung ist sehr knackig, und dazu passt auch die entsprechend straffe Lenkung. Und auch auf den Sitzen findet man eine straffe Polsterung vor, fühlt sich auch gut eingepackt, obwohl die Ausformung zumindest optisch nicht nach Schalensitz aussieht.

Obwohl mein Testwagen den Namen „SPORT“ trägt, verfügt auch er über einen Econ-Modus. Der dient zur Kraftstoffeinsparung durch Anpassung der Leistung von Getriebe, Klimaautomatik und Tempomat. Ein erster Test mit Econ hat uns einen Verbrauch von 4,5 Litern beschert, normal flott gefahren.

Ohne Econ fährt er sich nicht nur gefühlt spritziger, man hat irgendwie mehr Dampf an der Kette und kann auch etwas niedertouriger fahren, verbrauchsmäßig ergibt sich aber praktisch kein Unterschied. Auch ohne Econ mit deutlich schnelleren Beschleunigungen und flotten Passagen bin ich bei 4,5 Litern auf 100 km gelandet.

Auf ruhiger Überlandfahrt mit Ortsdurchfahrten aber ohne Stop-and-go bin ich sogar mit 4,1 Litern hingekommen. Ein sehr guter Wert, auch wenn ich damit immer noch nicht an die Werksangaben heranreichte. Tempo 130 lässt so um die 5,2 Liter Diesel aus dem Tank laufen. So ab Tempo 160 mehren sich die Abrollgeräusche, der Motor bleibt auch dann noch angenehm dezent brummend im Hintergrund und Windgeräusche sind auch dann kaum auszumachen.

Honda Civic Sport 05Obwohl der 1,6 Liter Vierzylinder-Dieselmotor mit seinen 88 kW / 120 PS und dem maximalen Drehmoment von 300 Nm bei 2.000 Umdrehungen gut zieht, zeigt sich die Schaltempfehlung, vor allem wenn es bergauf geht, schon mal ein wenig zu optimistisch. Nur gut, dass sich der Griff zum sauber geführten Schalthebel des serienmäßigen Sechsgang-Getriebes zum wahren Vergnügen mausert. Die Gänge sind gut sortiert, die Wege sportlich kurz. Zu bemängeln ist eigentlich nur, dass die Schalter von Außenspiegelheizung, Umluft und Sitzheizung bei den eingelegten Gängen 1, 3 oder 5 ggf. nicht sehr gut zu erreichen sind, da vom Schalthebel verdeckt.

Bereits im letzten Test hatten ich mich ausführlich mit den damals brandneuen Fahrer-Assistenzsystemen beschäftigt. Wer den noch nicht kennt, bitte einmal hinklicken. An dieser Stelle wollen ich nur noch ein Paar Anmerkungen machen, die sich beim jüngsten Test ergeben haben.

Die Lichtautomatik lässt angenehm lange das Fahrlicht an und macht es auch schön früh wieder an, nur Nebel bringt das System ggf. etwas aus dem Konzept und auch wenn am Tag schlechte Witterung einsetzt, kommt das Fahrlicht etwas zu spät, sodass ich hier manuell eingegriffen habe. Merkwürdig war zudem, dass in der Anzeige im linken Rundinstrument, wo auch z.B. die Wassertemperatur angezeigt wird, bei aktivierter Lichtautomatik Stand- und Abblendlicht mit einem Symbol angezeigt werden, beim manuellen Aktivieren aber nur das Standlichtsymbol leuchtet.

Honda Civic Sport 01Beim Toter Winkel Assistent gab es im aktuellen Test jetzt auch auf Landstraßen keine Fehlalarme mehr. Und schön ist jetzt auch, dass wenn man rückwärts ausparkt, das Bild der Rückfahrkamera nicht nur mit den Linien anzeigt, in welche Richtung es geht, sondern mit zusätzlichen Pfeilen auch, an welcher Seite es eng wird. Der Ausparkassistent überwacht zudem den rückwärtigen Verkehr von links und rechts – und das auch in großer Entfernung.

Die Scheibenwischer-Automatik kann auch individuell eingestellt werden und wird so nicht so schnell panisch. Noch immer schade ist, dass der Spurverlassenswarner wirklich nur durch piepsen und optisch warnt und nicht auch durch eigene Lenkimpulse aktiv eingreift.

Und was kostet jetzt der Spaß, mit einem Honda Civic 1.6 i-DTEC SPORT mit 120 PS unterwegs zu sein? 25.390,- Euro, Rückfahrkamera, elektrisch verstell- und beheizbare Außenspiegel, elektrische Fensterheber vorn und hinten, zweifach verstellbares Lenkrad, Sitzheizung vorne, Zentralverriegelung, schwarzer Dachhimmel, City Notbremsassistent, Tempomat, Start-Stop, 17 Zoll Alufelgen, Klimaautomatik, Alu-Pedale, hinten abgedunkelte Scheiben und einiges mehr inklusive. Die diversen Sicherheitsassistenzsystem gehen natürlich extra.

Weitere Bilder (zum Vergrößern bitte anklicken):

Stand: November 2015, Test und Fotos: CARWALK

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