Gefahren: Opel Astra Facelift

Es war einmal ein Opel Kadett, der bereits 1936 den Grundstein für eine eindrucksvolle Erfolgsgeschichte in der Kompaktklasse legte. Aus dem Kadett wurde 1991 der Astra und über 24 Millionen verkaufte Opel Kadett und Opel Astra später, präsentieren die Rüsselsheimer nun die aufgefrischte Modellgeneration auf der Internationalen Automobil-Ausstellung 2019 in Frankfurt am Main. Ich durfte den neuen Opel Astra bereits im Vorfeld erfahren. Dabei handelt es sich um ein Facelift des von 2015-2019 produzierten Opel Astra K, der mit einer komplett neuen Motorengeneration, darunter ausschließlich Dreizylinder, neuen Getriebelösungen, zahlreichen neuen Features, einer Armada an Assistenzsystemen, modernen Infotainmentlösungen und optimaler Vernetzung vorfährt. Darüber hinaus hat Opel die neuen Ausstattungslinien GS Line und Elegance im Gepäck. Ab November rollt der Astra in den Handel. Und um eines schon vorweg zu nehmen, Opel hat es tatsächlich als erster Hersteller geschafft, mich mit einer stufenlosen Automatik positiv zu überraschen.

Unabhänig von der Historie und dem ungebrochenen SUV-Hype, der Astra ist für Opel das zweitwichtigste Modell, nach dem Opel Corsa, über den ich erst vor wenigen Tagen berichten durfte. Während sich dieser völlig neu präsentiert und bereits auf Elektromobilität setzt, legt Opel beim Astra „lediglich“ ein umfangreiches Update nach.

Das hat einen ganz einfachen Grund, der Hersteller ist derzeit im Umbruch, zwar ist man nun Teil der PSA-Group, doch manch ein Modell basiert noch auf den Plattformen aus dem Hause GM, der Astra K ist eines dieser Fahrzeuge. Somit präsentieren die Rüsselsheimer mit diesem Astra keine neue Generation, sondern eine umfassende Überarbeitung mit besonderem Fokus auf Effizienz. 2021 geht die nächste Generation, der Astra L, basierend auf einer PSA-Plattform an den Start. Nichts desto trotz, Opel hat das aktuelle Fahrzeug einmal von rechts auf links gedreht, mit dem Ziel: Mehr Effizienz, weniger CO2.

Die Aerodynamik ist unglaublich wichtig für die CO2 Realisierung, mit einem cW-Wert von 0,26 setzt der Astra ganz klar Maßstäbe im Segment. Um dies zu erreichen, legten Ingenieure besonderes Augenmerk auf Unterboden, Räder und Radhäuser, zudem entwickelte man speziell einen neuen aktiven Vollflächen-Aero-Shutters.

Bei der hochmodernen Kühlerjalousie setzt Opel auf eine intelligente Steuerung die thermische, elektrische und aerodynamische Parameter kombiniert und den oberen und unteren Teil des Kühlergrills unabhängig voneinander automatisch öffnet beziehungsweise schließt.

Der Luftwiderstand konnte so um zehn Prozent reduziert werden, beim Verbrauch drückt sich dies gemäß NEFZ von einer Einsparung von rund zwei Prozent aus. Bei Fahrten mit Richtgeschwindigkeit von 130 km/h lassen sich so bis zu fünf Prozent Kraftstoff einsparen.

Die thermischen Vorteile des Vollflächen-Aero-Shutter sind dabei ebenso wenig von der Hand zu weisen, einerseits kühlt der Motor nach dem Ausschalten langsamer ab, auf der anderen Seite beschleunigt sich die Aufwärmphase beim Kaltstart. Gerade bei winterlichen Temperaturen wirkt sich dies positiv auf den Verbrauch aus.

Mit dem adaptiven, blendfreien IntelliLux LED® Matrix-Licht präsentierte Opel 2015 eine regelrechte Revolution in der Kompaktklasse. Beim MY2020 kommen nun als weitere Option extra sparsame LED-Scheinwerfer hinzu, die lediglich 13 Watt verbrauchen. Somit bietet der Astra beste Sicht in Verbindung mit zusätzlicher CO2-Einsparung.

Mit einem komplett neuen Antriebsportfolio wappnet sich Opel für die Zukunft und so konzentriert sich die größte Neuheit wahrlich auf die Motoren. Und ich muss sagen, die Verantwortlichen wagen einen mutigen Schritt und stellen dem Astra ausschließlich Dreizylinder zur Seite. Wie erste Reaktionen im Netz aufzeigen, kommt diese Entscheidung nicht zwingend bei allen Kunden gut an, im Gegenteil.

Doch unbestritten, die immer strengeren CO2-Vorschriften stellen die Autohersteller vor große Herausforderungen, mit der neuen Motorenfamilie und den ebenfalls neu entwickelten Getrieben ist es den Entwicklern gelungen, im Vergleich zum Vorgänger den CO2-Ausstoß um bis zu 21 Prozent zu reduzieren. Sieben Antriebskombinationen hat Opel zu bieten, fünf unterbieten dabei bereits die 100 Gramm CO2-Marke, Respekt.

Die Dreizylinder-Turbobenziner verfügen über 1,2 und 1,4 Liter Hubraum und sind stets mit Benzinpartikelfilter ausgestattet, der Kraftstoffverbrauch liegt gemäß WLTP im kombinierten Fahrzyklus bei 6,2-5,2 l/100 km. Der 1,2-Liter-Motor ist in den Ausführungen 110, 130 oder 145 PS erhältlich, der 1.4er entwickelt ausschließlich 145 PS.

Während der neue Astra 1.2 Direct Injection Turbo bereits in seiner kleinsten Leistungsstufe einen tollen Sechsgang-Handschalter spendiert bekommt, sorgt beim von mir gefahrenen Opel Astra 1.4 Direct Injection Turbo eine stufenlose Automatik für die Kraftübertragung.

Richtig gelesen, Opel koppelt das Kompaktfahrzeug erstmals an eine stufenlose Automatik, die wie gesagt dem 1.4er vorbehalten ist. Wer mich kennt und CARWALK verfolgt, weiß, wie sehr mir diese Getriebelösung aufstößt. Doch Opel hat es tatsächlich als erster Hersteller geschafft, mich mit einer stufenlosen Automatik positiv zu überraschen, der Nervfaktor bleibt völlig aus.

Der stärkere Diesel bekommt eine Neunstufen-Automatik spendiert. Und gerade in der Kombivariante – wird der Selbstzünder bevorzugt. Beide Motoren haben mich überzeugt, laufen zwar insgesamt etwas rauer, aber störend wirkte sich das Motorengeräusch bei beiden Aggregaten nicht aus. Wenn ich auch zugeben muss, mich etwas wehmütig an den von Opel präsentierten Vierzylinder-Flüsterdiesel aus dem Jahr 2015 erinnert zu haben.

Die aktuellen und neuen Dreizylinder-Diesel, erhältlich mit 77 kW/105 PS und 90 kW/122 PS verbrauchen im Schnitt 5,6-4,4 l/100 km, diese vorläufigen Werten wurden ebenfalls gemäß WLTP ermittelt. Ein passiv wirkender Oxidations-Katalysator, AdBlue-Einspritzung, ein SCR-Kat sowie der Dieselpartikelfilter wurden zur Abgasnachbehandlung verbaut.

Euro6d ist für die gesamte neue Motorenfamilie absolut selbstverständlich.

Mit der jüngsten Infotainment-Generation bietet Opel Dir nicht nur die besten Konnektivitätslösungen, auch eine umfangreiche Auswahl ist gegeben. Hauptaugenmerk möchte ich auf das Multimedia Navi Pro legen. Gekoppelt an einen acht Zoll großen Farb-Touchscreen stehen Dir zwei Modi zur Wahl, kannst Du zwischen der Darstellung „Tour“ und „Sport“ wechseln und das System zusätzlich individualisieren. Die Bedienmöglichkeiten „Touch“ und „Sprache“ funktionierten einwandfrei. Ist Dein Smartphone kompatibel, kannst Du es bequem und induktiv per Wireless Charging laden.

Wer sich bei seinem Fahrzeug für diese Top-Infotainment-Variante entscheidet, blickt zugleich auf einen digitalen Tacho, verbaut Opel diese Instrumentenanzeige nun erstmals im Astra.

Ebenfalls im Umfang enthalten, die Connected Navigation-Services. Echtzeit-Verkehrsinformationen, Online-Kartenaktualisierungen und vorausschauende Navigation lernt man schnell zu schätzen. Außerdem liefert Dir das System Wunsch Informationen über Kraftstoffpreise der umliegenden Tankstellen oder zeigt Dir die nächstgelegenen Parkmöglichkeiten an.

Mit dem auf Wunsch erhältlichen Bose-High-End-Soundsystem gibt es ordentlich was auf die Ohren, insgesamt sind hier sieben Lautsprecher inklusive RichBass-Subwoofer unter dem Gepäckabteil verbaut. DAB+ Radio ist ebenso selbstverständlich, wie ein Digitalverstärker der Dir die Möglichkeit bietet, bis zu acht individuelle Klangprofile zu speichern.

Die neue beheizbare Windschutzscheibe ist ab sofort in beiden Karosserievarianten zu haben, die sensorgesteuerte Heckklappe gibt es in Verbindung mit dem Kombi und schwenkt nach einer Fußbewegung unter dem hinteren Stoßfänger auf.

2/3 der Kunden entscheiden sich beim Kauf eines Opel Astra für die aufpreispflichtigen AGR-Sitze, absolut verständlich. Denn die von der Aktion Gesunder Rücken e.V. (AGR) zertifizierten ergonomischen Aktiv-Sitze verwöhnen mit bestem Sitzkomfort und sind darüber hinaus mit einer Sitzheizung bzw. -kühlung oder sogar einer Massagefunktion erhältlich. Ob Stoff, Alcantara oder feines Leder, das Gestühl ist in verschiedenen Ausführungen erhältlich.

Opel präsentierte 2015 mit Einführung des Opel Astra K zahlreiche Assistenzsysteme, in der Fahrzeugklasse der Kompakten bis dato absolut einzigartig. Jetzt fährt das Facelift mit weiteren neuen und weiterentwickelten Systemen vor, stets mit dem Hintergedanken, den CO2-Ausstoß weiter zu senken.

So verbauten die Opel-Ingenieure überarbeitete Kamerasysteme, die nicht nur Fahrzeuge, sondern auch Fußgänger erkennen. Die gesamte Darstellung ist schärfer, die Sicht auch bei Dunkelheit besser und die Kameras insgesamt leistungsstärker.

Künftig erhöht auch das Notrufsystem eCall Deine Sicherheit. Stimmst Du der Nutzung im Vorfeld zu, stellt eCall Dir bei Bedarf eine sofortige Verbindung mit der Notrufzentrale her. Im Falle eines Unfalls und Auslösung von Airbag oder Gurtstraffer, setzt das Notrufsystem automatisch einen Notruf ab. Ansonsten kannst Du eCall jederzeit auch manuell per Druck auf die rote SOS-Taste im Dachhimmel aktivieren. Hilfe ist umgehend auf dem Weg.

Hier ein kurzer Überblick über die serienmäßigen und optional verfügbaren Features:

  • adaptiver Geschwindigkeitsregler
  • Abstandsanzeige
  • Frontkollisionswarner mit automatischer Gefahrenbremsung
  • Verkehrsschild-Assistent
  • Spur- und Spurhalte-Assistent
  • Fußgängererkennung
  • Parkpilot
  • IntelliLux-LED-Matrix-Licht

Während Du die fünftürige Limousine ab 19.990 Euro bestellen kannst, geht die Order beim Sports Tourer bei 20.990 Euro los. Der Karosserieaufpreis von tausend Euro zieht sich durch alle erhältlichen Motorisierungen und Ausstattungen.

Insgesamt kannst Du aus sechs Ausstattungslinien wählen, während die Basisvariante ausschließlich in Verbindung mit dem 1.2 Direct Injection Turbo und 105 PS starken 1.5 Diesel erhältlich ist, können die Varianten Edition, GS Line, Elegance und das Sondermodell „120 Jahre“ mit allen verfügbaren Motoren kombiniert werden. Die Version Ultimate steht dagegen den drei Topmotorisierungen zur Wahl, die Preise variieren entsprechend zwischen 30.780 und 35.725 Euro.

Gewerbetreibende möchte ich auf die Business-Modelle verweisen, erstrecken sich die Ausstattungslinien Business Edition und Business Elegance von 19.995 bis 34.140 Euro.

Stand: September 2019; Test: Carwalk – Der Autoblog; Fotos: Opel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.