Kia Stinger GT MY2021

Wurde KIA in seinen Anfängen noch belächelt, so ist die Marke heutzutage im deutschen Markt fest etabliert und nicht mehr wegzudenken. Dies hätte man eigentlich gleich von Beginn an wissen können, denn die beiden koreanischen Schriftzeichen für den Namen Kia symbolisieren übersetzt „aufstrebend“ oder auch „Aufsteigen aus Ostasien” – und das ist bei KIA eindeutig Programm!

Großgeschrieben wird bei KIA der so stark umworbene Kunde, und spreche ich von Schlagwörtern wie ´Customer Centric´, ´Kundenwunsch´ oder auch ´Bedarfsanalyse´, hat sich KIA hier richtig ins Zeug gelegt. Daher wird Beispielsweise eine einzigartige 7-Jahre-Hersteller-Garantie für die Modelle angeboten – also wenn dieses Versprechen und gleichzeitige Message an uns kein Vertrauen schafft, was dann?

Natürlich lässt sich der Koreaner auch in puncto Design, innovative Technologien und attraktives Preis-/Leistungsverhältnis nichts nachsagen, was die Neuauflage des KIA Stinger GT in meinem Fahrbericht mal wieder eindrucksvoll unter Beweis stellt. Künftig wird der Kia Stinger hierzulande ausschließlich in der GT-Version angeboten.

Mein erster Eindruck des neuen Kia Stinger? Unverändert ästhetisch….

Mein Gedanke? Was für eine imposante und perfekte Silhouette!

Mein Gefühl? Anhaltende Leidenschaft….

Aber lasst mich, wie es sich gehört, am Anfang beginnen.

Der neue KIA Stinger GT erstreckt sich über 4,83 Meter und dominiert in seiner Optik eindeutig durch die lange Motorhaube. Die wunderschöne Designlinie des Modells besticht durch Ausgewogenheit, was durch den kurzen Frontübergang und dem gegenüberstehenden großen Überhang am Heck geschaffen wird und für eben diese Balance und unglaublich ästhetische Linienführung sorgt.

KIA misst sich mit seiner 2021er Neuauflage des in 2017 gelaunchten Erfolgmodels ´Stinger´ mit dem zwanzig Zentimeter kürzeren BMW 4er Gran Coupé und dem Audi A5 Sportback, der auf eine Außenlänge von 4,71 Metern kommt. Für mich ist der Gewinner hier eindeutig, denn wirken die Modelle von BMW und Audi teils schon leidenschaftslos, stellt man sie dem Kia Stinger GT gegenüber.

Abgerundet wird die Silhouette des Stinger GT von ganz besonderen Zierelementen an den vorderen Lufteinlässen, am Kühlergrill und an den seitlichen Kiemen. Diese sind in „Dark Chrom“ ausgeführt, was ebenfalls für die Außenspiegelkappen gilt.

Diese optischen Hingucker erfüllen allerdings zeitgleich, und genau genommen eigentlich hauptsächlich, den Zweck, die Aerodynamik des Fahrzeugs zu unterstützen. Ebenso wie der Diffusor im Heckstoßfänger. Besonders gut steht dem Heck auch die Auspuffanlage mit verchromten Twin-Endrohren, die wunderbar in der Heckschürze integriert sind.

Am Heck fallen an den neugestalteten Rückleuchten die Unterschiede zum vorherigen Modell auf. Sie ziehen sich nun über die gesamte Fahrzeugbreite und die hinteren Blinkleuchten verfügen über je zehn LED-Spots. Hinzu kommen im überarbeiteten Modelljahr 19-Zoll-Leichtmetallfelgen mit neuem Design.

Im Inneren angekommen, empfängt mich ein in feinstes Nappa-Leder gehüllter Sitz mit großartig ausgeprägten Seitenwangen und einer Oberschenkelauflage. Beides lässt sich perfekt auf mich einstellen und gewährleistet mir eine wie ich finde angenehm niedrige Sitzposition. Dank der integrierten Memory-Funktion können meine Anpassungen hier zudem abgespeichert werden und durch die vielfachen Einstellungsmöglichkeiten die auch das unten abgeflachte sowie beheizbare Sportlederlenkrad bereithält, findet sich schnell die perfekte Sitzposition. Summa Summarum serienmäßig, so dass KIA sein Versprechen, den Kunden an Position 1 zu stellen, mal wieder voll und ganz erfüllt.

Die optionale Veloursleder-Ausstattung mit roten Nähten an den Sitzbezügen und weiteren Interieurelementen sowie die geilen roten Sicherheitsgurte sind im Modelljahr 2021 neu. Dies gilt darüber hinaus für die Chrom- und Aluminium-Applikationen und die individuell einstellbare Ambientebeleuchtung. Die mit 64 Farben die Qual der Wahl bietet. Der selbstabblendende Innenspiegel präsentiert sich ab sofort rahmenlos.

Das Cockpit fährt mit einem gelungenen Premium-Flair auf. Bei Betrachtung des Türelements, wo feines Leder auf sehr angreiffreundliche Materialien trifft und sich schick gezeichnete Lautsprecher stimmig ins Bild einfügen kommt schnell ein wohliges Gefühl auf. Welches die drei runden Lüftungsdüsen oder die metallische Bedieneinheit in der Zentralkonsole abrunden.

Selbstredend ist auch die vorbildliche Verarbeitung aller Materialien. Im Zuge der Überarbeitung zählt der im Modelljahr 10,25 Zoll große freistehende Touchscreen inklusive Navigation zu den Eyecatchern. Er ragt oben aus dem Armaturenbrett heraus und präsentiert sich im rahmenlosen Design.

Ein hochwertiges Head-up-Display, und in diesem Modelljahr neu mit Hinweisen zu Tempolimits, fehlt nicht und ist sogar serienmäßig im KIA Stinger GT.

Die Supervision-Instrumenteneinheit vor mir kombiniert stilvoll analoge und digitale Anzeigen. So ist zwischen den großen Rundinstrumenten ein 7 Zoll-LCD-Display, der mich über diverse Fahrzeugeinstellungen informiert und mir eine Steuerung durch diverse Menüpunkte ermöglicht. Im Sportmodus springen die Anzeigen dieser Instrumenteneinheit um und die Geschwindigkeitsanzeige im Head-up-Display wechselt in eine kursive sportliche Anzeige. Zwar ein dezenter aber doch wirklich feiner Unterschied.

Fehlen darf heutzutage nicht die Möglichkeit, das Handy mit Deinem Auto zu vernetzen. Diese bietet Dir KIA mit den neuen Online-Diensten UVO Connect Services auf eindrucksvolle Art und Weise. Die Schnittstelle über Android Auto und Apple CarPlay inklusive Sprachsteuerung ermöglicht sogleich Bluetooth-Mehrfachverbindungen. Somit kann ich im neuen Modelljahr 2021 zwei mobile Geräte mit dem Fahrzeug verbinden. Die Split-Screen-Funktion unterteilt die Anzeige, die ich mit den Widgets individuell konfigurieren kann.

Das Navigationssystem mit den Online-Diensten UVO Connect der „Phase II“ fährt im Modelljahr 2021 mit neuen Funktionen auf. Service Kia Live greift auf das Navi zu und ruft über eine eigene SIM-Karte Daten ab und aktualisiert diese ohne Dein zutun. Verkehrsinformationen in Echtzeit, Wettervorhersagen, Warnung vor Gefahrenstellen, die Suche nach „Points of Interest“ und die Anzeige nahe-gelegener Parkmöglichkeiten sind im Umfang ebenso inbegriffen, wie die Angaben zu Preisen und verfügbare Plätze.

Cloud-basierte Echtzeitinformationen mit historischen Verkehrsdaten liefern mir bei der Routenführung präzise Prognosen zu Fahr- und Ankunftszeit.

Mit der „Letzte Meile“-Navigation steht mir Kia über die Smartphone-App bis zu erreichen des Zielpunktes zur Seite. Ist es einem nicht immer möglich, das Fahrzeug dort abzustellen. So wird die Navigation per Google Maps und Smartphone fortgesetzt.

Ebenfalls neu ist die App-Funktion „Nutzerprofil-Transfer“. Persönliche Fahrzeugeinstellungen inklusive Navigations-, Radio- und Bluetooth-Präferenzen kann ich mit meinem Handy ändern, in der Cloud sichern und wenn gewünscht auf andere, mit UVO Connect ausgestattete Modelle aus der Kia-Familie übertragen.

Die Online-Dienste stehen Dir sieben Jahre lang kostenlos zur Verfügung. Und wer sich im Detail über die Online Dienste UVO Connect informieren möchte, dem empfehle ich meinen entsprechenden Bericht.

Und es wäre nicht KIA, wäre nicht auch das harman/kardon Premium Soundsystem serienmäßig. Für Konzertsound sorgt die Anlage mit 15 Lautsprechern inklusive Subwoofer unter den Vordersitzen. Als erstes Modell der Marke spendierte Kia dem Stinger das eigens entwickelte „Active Sound Design“. Anders als bisherige Systeme, verstärkt der Koreaner den Motorklang mit Hilfe dieser Soundanlage und nicht mittels Sound-Aktuator.

Geselle ich mich mit meinen 1.80 Meter nun auf die Rückbank, büße ich zwar bedingt durch abfallende Dachlinie meine Kopffreiheit etwas ein, reise aber fürstlich und werde von einer serienmäßigen Sitzheizung verwöhnt.

Deine Gepäckstücke bringst Du bequem im gut zugänglichen Kofferraum unter, hält der Stinger Dir ein Ladeabteil mit einem Fassungsvermögen von 406 Liter bereit. Durch Umklappen der asymmetrisch geteilten Rücksitzlehnen kann das Stauvolumen im Handumdrehen auf bis zu 1.114 Liter vergrößert werden. Die sensorgesteuerte elektrische Heckklappe unterstreicht den Komfortanspruch und so kannst Du Dich dem GT auch mit vollgepackten Taschen in den Händen nähern, öffnet sich die Kofferraumklappe automatisch und erlaubt ein ganz entspanntes Einladen.

Per Definition beschreibt ein GT einen komfortablen und zeitgleich gut motorisierten Sportwagen und für den KIA Stinger GT kann ich das ohne zu überlegen unterschreiben. Nicht nur seine Optik unterstreicht den Grand Turismo der er ist, auch das Fahrwerk betreffend erfüllt der Koreaner all meine Erwartungen. Einerseits knackig sportlich-agil, trotz der fast zwei Tonnen die der GT auf die Waage bringt, und anderseits der ideale Cruiser mit höchstem Reisekomfort.

Je nach Gusto und Strecke habe ich die Möglichkeit die Dämpfungs- und Handling-Eigenschaften des Fahrwerks elektronisch zu variieren. Die Einstellung erfolgt ganz einfach per kleinem Drehregler, dem sogenannten Drive Mode Selector System, bei dem ich zwischen den Modi Smart, Eco, Comfort, Sport und Sport+ wählen kann.

Beeinflusst wird in der jeweiligen der fünf möglichen Einstellungen zudem die Lenkunterstützung. Bei der elektronisch unterstützten Servolenkung befindet sich der Elektromotor nebenbei bemerkt nicht an der Lenksäule, sondern direkt an der Zahnstange. Somit spricht die Lenkung mit variabler Lenkübersetzung wunderbar direkt an und gibt mir eine tolle Rückmeldung.

Hier hat Albert Biermann seine Finger im Spiel, seines Zeichens ehemaligen BMW M-Entwicklungschefs und heutiger Entwicklungschef bei KIA, der zusammen mit seinem Team die Abstimmung von Fahrwerk, Motor und Getriebe vorgenommen und diese unter extrem harten Bedingungen auf der legendären Nordschleife des Nürburgrings ausgiebig erprobt hat.

Einen Ausflug auf die Rennstrecke lohnt sich mit dem neuen Stinger GT auf jeden Fall. Neben der serienmäßigen Hochleistungsbremsanlage, welche hinter den 19-Zoll-Felgen hervorblitzt und ihre Arbeit mit Bravour verrichtet, sich fein dosieren lässt und sofort anspricht, verfügt das GT-Modell über ein mechanisches Sperrdifferential. Je nach gewählten Fahrmodus ermöglicht dies Drifts und macht einen eben solchen Straßenring umso attraktiver.

Nice to know – das Topmodell ist mit Vierradantrieb unterwegs und das verbaute System arbeitet heckbetont, allerdings verteilt der Stinger im Sportprogramm die Power 40 Prozent nach vorn und zu 60 Prozent an die Hinterachse, was den Spaß auf der Rennstrecke zusätzlich unterstützt. Danke Kia Deutschland, für dieses großartige Fahrerlebnis.

Dem Partikelfilter geschuldet, verlor der GT ab dem MY2019 vier Pferdestärken und kommt seitdem auf 269 kW / 366 PS. Das Drehmoment des 3,3-Liter-V6-Twin-Turbo bleibt bei stolzen 510 Newtonmetern und so ist es den Koreanern mit dem Stinger GT möglich, auch leistungstechnisch oben mitzumischen.

Und mitmischen kann er! Von 0 auf 100 in 5,4 Sekunden. Selbst bei Tempo 180 zieht er noch beeindruckend los und lässt die deutschen Mitbewerber, dank der beim allradangetriebenen V6 von KIA spendierten Launch Control, sogar hinter sich. Mir bleibt also nichts anderes übrig als mein Grinsen zu akzeptieren und zu beschleunigen. Und während besagte Mitstreiter elektronisch bei 250 km/h eingebremst werden, so ziehe ich mit dem KIA Stinger GT stolz und mit bis zu 270 km/h an ihnen vorbei.

In Sachen Sechszylinder-Sound muss ich anmerken, dass sich mir dieser im Alltäglichen zu sehr im Hintergrund hält. Aber zugegeben, generell kann mir dieser Sound nicht laut genug sein. Es erfreut mich aber, dass eben dieser geliebte Sound sich beim Tritt aufs Gaspedal sehr schön entfaltet. Und dem nicht genug, im aktivierten Sportmodus des Stinger GT dreht er sogar noch etwas mehr auf! Dieses Donner-Grollen, gerade bei Zwischensprints, einfach herrlich und purer Sportwagenflair. Im Modelljahr 2019 wurde die Geräuschkulisse bereits verfeinert und ist darüber hinaus mit einer Sportabgasanlage mit Klappensteuerung ausgestattet.

Da muss man sich wirklich immer wieder sagen: „ich sitze in einem KIA, ich sitze in einem KIA“. Solche Fahrleistungen und Fahrqualitäten kannte man vor dem Stinger GT nicht von den Koreanern und hier zeichnet es sich ab – Investments zahlen sich aus. Im Falle von KIA beispielsweise in einem Entwicklungszentrum in Rüsselsheim. Und auch der Fakt das KIA in dem Corona-Jahr 2020 seinen Marktanteil von 1,9% auf 2,3% steigern konnte, spricht für das tatkräftige Engagement der Koreaner am deutschen Markt.

Bei normaler aber doch flotter Fahrweise pendelt sich der Verbrauch bei 13 Litern Super auf hundert Kilometer ein. Mit einer moderateren Pflege der Straßen sind die vom Hersteller angegebenen 10,4 Liter tatsächlich aufs Komma genau realisierbar. Wobei für mich klar ist – dieses Auto wird ´laut´ gefahren! Mit 0 auf 100, dem vehementen Vortrieb, den 270 km/h, aktiviertem Sportmodus, dem geilen Motorsound und einem, nun ja, dadurch etwas erhöhtem Verbrauch.

Gut, dass Kia die Vernunft nicht aus den Augen verliert und so erfüllt der Motor im neuen Modelljahr 2021 die Euro 6d Norm, die nach dem neuen Messverfahren WLTP 238 g/km CO2 ausstößt.

Und wer ´laut´ fahren will, der sollte natürlich entsprechend sicher fahren können. Das lässt KIA sich nicht zweimal sagen und verbaut im Stinger GT neue und erweiterte Assistenzsysteme.

Neben einem Totwinkelassistent mit Lenk- und Bremseingriff sowie Monitoranzeige, der navigationsbasierten adaptive Geschwindigkeitsregelanlage, dem intelligenten Geschwindigkeitsassistent, Autobahnassistent, Frontkollisionswarner mit Abbiegefunktion ist im Modelljahr 2021 auch ein Querverkehrwarner hinten inklusive Notbremsfunktion, ein Müdigkeitswarner inkl. Ablenkungswarner bei stehendem Verkehr und Ausstiegswarner verbaut.

Und nun die harten Fakten! Oder in diesem Fall… Die ´soften´….. Oder auch ´außer Konkurrenz´… Spielt der KIA Stinger eindeutig bei den Großen mit, so positioniert er sich in puncto Preissegment weit darunter. Preis-Leistung ist hier das Schlagwort!

So bekomme ich für 57.900 Euro den KIA Stinger 3.3 T-GDI AWD GT und das lässt mich tatsächlich staunen, schaue ich mich hier drinnen so um…. Für die deutschen Autobauer allerdings bedeutet das, einen ebenbürtigen Gegner zu haben.

Erwähnt habe ich bei diesem Preis des GTs nun nicht, dass er optional mit der Nappa- oder Veloursleder-Ausstattung, dem Glasschiebedach oder der Performance-Sportgasanlage um die Ecke kommen kann…. Mache ich jetzt auch nicht…..

Wiederholen möchte ich allerdings, dass KIA die einmalige 7-Jahre-Herstellergarantie bei jedem Fahrzeug aus dem Portfolio anbietet und in dieser Form immer noch unangefochten auf dem Automobilmarkt ist. Eine 7-Jahre-Kia-Mobilitätsgarantie und das 7-Jahre-Kia-Navigationskarten-Update erhältst Du nun noch oben drauf.

Stand: Mai 2021; Test und Fotos: Julie und Lexi Lind

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