Zero-Emission-Mobilität: Nissan Leaf MY 2016

Spreche ich vom Thema „E-Mobilität“, komme ich unweigerlich auf Nissan zu sprechen. Gilt der Hersteller als absoluter Vorreiter und sichert sich unangefochten den ersten Platz unter den Elektrofahrzeugen und das weltweit. Mit dem Modelljahr 2016 des absolut alltagstauglichen Nissan Leaf begebe ich mich nun erneut auf die ´Zero E“mission“´. Erweitern die Japaner mit der neuen 30 kWh-Batterie-Alternative nicht nur das Angebot, sie lassen mit der um 26 Prozent erweiterten Reichweite auch wieder die Mitbewerber hinter sich. Wem eine Reichweite von nun 250 Kilometer noch nicht genug Anreiz sein sollte, den überzeugt vielleicht die Prämie. Legt Nissan auf die bestehende viertausend Euro Prämie doch glatt noch mal tausend Euro drauf.

Nissan Leaf 12Rein optisch sind am durchaus eigenwilligen Blechkleid nicht unbedingt Unterschiede ausmachen, es sei denn dem Betrachter fällt die neue Dachantenne auf, oder der Nissan Leaf ist (wie mein Testwagen) in dem neuen Bronze Farbton lackiert.

Mal abgesehen vom überarbeiteten Navigationssystem und der neuesten Version des NissanConnect EV-Infotainmentsystems unterscheidet sich die 2016er-Generation auch im Innenraum nicht wirklich vom Vorgänger-Leaf.

Inklusive intuitiver Bedienoberfläche, finde ich auch am Digitalradio-Empfänger, der Rückfahrkamera, der Freisprechanlage und der Sprachsteuerung wie aber auch dem 7-Zoll-Touchscreen großen Gefallen. Und auch das eigene Smartphone lässt sich mühelos mit dem Fahrzeug vernetzen.

Mittels NissanConnect EV App kann ich außerdem Informationen über den Ladezustand der Batterie von außen abrufen und mich vor Fahrtantritt über die verbleibende Reichweite informieren. Doch Nissan geht sogar einen Schritt weiter und ermöglicht dem Besitzer das Aufladen der Batterien zu programmieren oder von extern die Klimaanlage zu steuern.

Nissan Leaf 07Dank der Send-to-Car-Funktion von Google und Google Maps kann ich aber auch meine Reiseroute ganz bequem vom heimischen Sofa aus planen. Zu schätzen lerne ich hier auch die Google Datenbank, die mir außerdem Informationen zu Hotels, Restaurants oder Sehenswürdigkeiten oder aber Wetterprognosen und Flugpläne bereit stellt.

Im neuen Modelljahr kommen ab der Ausstattung Acenta außerdem die überarbeiteten Carwings-Funktionen zum Einsatz. Hierzu zählen zum Beispiel Wartungshinweise, eine Fahrzeug-Suchfunktion oder die neue Lade-Karte. Letztere zeigt nicht nur die nächstgelegenen Ladestationen an, sie informiert den Fahrer auch darüber, ob diese frei oder belegt sind.

Keine Neuheit, aber stets seine Erwähnung wert, ist der im Topmodell serienmäßige 360°-Around View Monitor sowie das nochmals speziell auf ein Elektrofahrzeug ausgelegte BOSE Soundsystem.

In den Anfängen ließen Elektrofahrzeuge meist die Alltagstauglichkeit und ein nutzbares Platzangebot vermissen. Der Nissan Leaf überzeugt in diesen Punkten seit jeher. Und so nehmen bis zu fünf Großgewachsene auf den mit besonders umweltfreundlichen Materialien bezogenen Sitzen sehr bequem Platz und erfreuen sich über das luftige Raumgefühl.

Nissan Leaf 03Und selbst das Stauvolumen des Kofferraums kann mit 370 Litern überzeugen. Kann das Ladeabteil durch Umlegen der Rücksitze sogar auf 720 bzw. 1.320 Liter vergrößert werden.

Die wichtigste Weiterentwicklung verbirgt sich ganz klar unter dem Blech. Ebenfalls in Eigenregie entwickelt und mit sechs Kilowattstunden mehr Kapazität, kommt die neue 30-kWh-Batterie auf eine Gesamt-Reichweite von 250 Kilometern, dies entspricht einem Plus von 26 Prozent.

Und Nissan ist von ihrer Qualität überzeugt, gewähren die Japaner auf die neuen großen Lithium-Ionen-Akkus eine Garantie von acht Jahren beziehungsweise 160.000 km Laufleistung. Während der weiterhin erhältliche 24 kWh Akku unverändert auf fünf Jahre und 100.000 km Laufleistung kommt.

Der in den Ausstattungslinien Acenta und Tekna erhältliche 30 kWh Stromspeicher schränkt dabei ebenso wenig das Platzangebot ein und legt einzig beim Gewicht um 21 Kilogramm zu.

Nissan Leaf 15Laut Statistik kommen deutsche Autofahrer im Schnitt auf 80 Kilometer pro Tag. Natürlich hängt die individuelle Reichweite auch von vielen und stets variablen Faktoren ab. Entscheidend ist somit nicht nur die eigene Fahrweise, auch die Topografie, die Außentemperatur, der Einsatz von Heizung oder Klimaanlage und auch das Alter der Batterie sind entscheidend.

An dieser Stelle möchte ich auch einen Irrglauben aus der Welt räumen.

Wer kennt es nicht, beim Kauf eines neuen Handys hält der Akku noch einen vollen Tag und nach nur wenigen Wochen geht es rapide berg ab. Doch bei der Batterie im Elektrofahrzeug liegt eine ganz andere Qualität, eine ganz andere Technologie als bei Deinem Handy-Akku vor und somit musst Du Dir diesbezüglich wirklich keine Sorgen machen.

Diese sind übrigens auch bei Fahrten im Regen nicht nötig, kann ein E-Mobil auch bei diesem Wetter ohne Einschränkungen bewegt werden 😉

Nissan Leaf 18Geht allerdings die Batterieleistung zur Neige, ist der rasche Weg zur Ladestation von Nöten, sonst war es das mit der Fortbewegung.

Mit zwei Anschlussmöglichkeiten unter der Ladeport-Klappe – die sich sowohl von außen über den Nissan Intelligent Key oder aber auch von innen über einen nun elektrischen Schalter öffnen und auch schließen lässt – geht der Ladevorgang einfach von der Hand. Bei Nacht erleichtert darüber hinaus die integrierte LED-Leuchte den sicheren Anschluss.

Je nach Ladebuchse kann der Leaf an einer herkömmlichen Haushaltssteckdose in dreizehn Stunden wieder aufgeladen werden, wer sich eine Wallbox zu hause verbauen lässt, verkürzt die Ladezeit auf sieben Stunden. An öffentlichen CHAdeMO-Schnellladern reichen sogar 30 Minuten, um die Batterie zu 80 Prozent aufzuladen.

Für wirklich lange Fahrten ist der Leaf zwar auch mit der 30 kW/h nicht konzipiert, doch wer seine Route wohl überlegt plant und die bis dato 400 Schnellladestationen in Deutschland berücksichtigt, kann auch mit diesem Stromer längere Reisen zurücklegen. Doch wärst Du bereit, Dich vor Reiseantritt solch eine Arbeit zu machen?

Aber die Entwicklung geht stetig weiter, in Zukunft wird es nicht nur eine ausgebaute Ladeinfrastruktur geben. Nissan stellt uns auch günstige Elektroautos, einen Überfluss von Stromspeicher und sogar die Möglichkeit mit einem E-Fahrzeug Geld zu verdienen in Aussicht. Natürlich ist es noch ein weiter Weg bis dahin, verbunden mit viel Arbeit … doch wer einmal zurück blickt, dem fällt auf, welche Schritte wir bereits in den letzten zehn Jahren gegangen sind.

Nissan Leaf 20Eine Frage, die immer wieder im Raum steht, was passiert mit der Batterie, wenn Sie im Auto ihren Dienst verrichtet hat? „The Mobility House“ setzt ganz klar auf eine Zweitverwertung beispielsweise in den eigenen vier Wänden, darauf folgt eine Rücknahme des Herstellers und ein umfassendes Recycling. Derzeit ist dieser Vorgang zwar noch mit Kosten für den Automobilbauer verbunden, doch wir erinnern uns, das alles hatten wir schon damals beim Katalysator.

„The Mobility House“ steht Dir außerdem zur Seite, wenn es um die Vorbereitungen und Maßnahmen in ihren eigenen vier Wänden geht. Die Firma „EATON“ dagegen stellt Dir den idealen Energiespeicher zur Verfügung. Blicke auf deren Seiten auch hinter die Kulissen und finde heraus, welche zusätzliche Kosten beim Kauf eines Elektroautos auf Dich zukommen würden, aber auch welche Vorteile die Investitionen für Dich hätten.

Nun noch ein Wort zur Leistungsentfaltung, unverändert schöpft der Stromer 80 Kilowatt / 109 PS aus dem Aggregat, das Drehmoment kommt auf 254 Newtonmeter. Mit 11,5 Sekunden sprintet der an eine stufenlose Automatik gekoppelte Nissan Leaf aus dem Stand auf Tempo 100. Die Höchstgeschwindigkeit von 144 km/h ermöglicht auch Fahrten auf der Autobahn.

Nissan Leaf 16Haupteinsatzgebiet ist aber zweifelsohne die Stadt und so begebe ich mich auch direkt in den turbulenten Großstadtdschungel und setze von vorne herein auf Rekuperation. Wird im neuen Nissan Leaf jetzt schon ab drei statt wie bisher sieben Stundenkilometer rekuperiert und somit mehr Energie zurückgeführt und die Effizienz weiter gesteigert.

Auf den ersten Metern noch ungewohnt, findet man rasch daran Gefallen im gewählten „B“-Modus (= hohe Rekuperation) die Bremse zu schonen, dagegen viel mit dem Gaspedal und der verstärkten Motorbremse zu arbeiten und somit möglichst viel Energie zurück zu gewinnen.

Ja, selbst sportlich ambitionierte Fahrer haben mit dem Nissan Leaf Spaß daran, besonders effizient zu fahren und möglichst viel Reichweite herauszuholen. Gerade im so hektischen Alltag hat diese „Entschleunigung“ ihren besonderen Reiz.

Als erstes Elektroauto überhaupt erhielt der Leaf die bestmögliche Fünf-Sterne-Bewertung beim EuroNCAP, daran hält Nissan natürlich auch im neuen Modelljahr fest.

Nissan Leaf 14Da Elektroautos durch ihr nahezu geräuschloses Fahren jedoch ein Risiko bergen und das nicht nur für sehbehinderte Passanten, spielen die Japaner ein künstliches Geräusch hinzu. In Abhängigkeit von Geschwindigkeit und gewähltem Modus erzeugt das Soundsystem höhere oder niedrigere Töne und arbeitet mit Sinuswellen zwischen 2,5 kHz im oberen und 600 Hz im unteren Frequenzbereich.

Beim Einlegen des Rückwärtsgangs wird dagegen ein regelmäßig unterbrochener Ton erzeugt.

Dank drei verschiedener Ausstattungsstufen und zwei Batteriegrößen haben Interessenten eines Nissan Leaf des Modelljahrs 2016 nun noch mehr Möglichkeiten bei der Auswahl ihres persönlichen Fahrzeugs.

Der Einstieg für die nur in Kombination mit der 24 kWh Batterie lieferbaren Variante Visia liegt mit 23.365 Euro (beim Batteriekauf 29.265 Euro) jetzt sogar noch günstiger.

Nissan Leaf 08Und da Nissan die von der Bundesregierung beschlossene 4.000-Euro-Kaufprämie sowohl für Privat- als auch Gewerbekunden noch um weitere tausend Euro aufstockt, ist der Nissan Leaf bereits ab 18.365 Euro (zzgl. Batteriemiete) erhältlich.

Die mit beiden Batterieoptionen lieferbaren Acenta-Modelle starten bei 26.485 bzw. 28.485,– Euro oder 32.385 bzw. 34.385 Euro, je nachdem ob Sie die Batterie mieten oder kaufen.

Unverändert kannst Du die Batterien gegen eine Monatsgebühr von 79 Euro für 36 Monate inklusive 12.500 Kilometer jährlich mieten. In den Mietkosten enthalten ist auch der Mobilitätsservice.

Weitere Bilder (zum Vergrößern bitte anklicken):

Stand: Juli 2016; Test und Fotos: CARWALK

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