VW Passat Facelift: Safety 1st

Viel wurde gemunkelt, am Ende war im Netz sogar davon zu lesen, der Passat würde vielleicht eingestellt. Doch mitnichten, wie die Wolfsburger aktuell mit dem Facelift der achten Generation VW Passat beweisen. Als erster Volkswagen überhaupt wird der parallel als Limousine und Variant debütierende Passat mit dem beeindruckenden neuen IQ.DRIVE-System ausgestattet, bekommt ein technisch tiefgreifendes Update verpasst und lässt die aktuellsten Innovationen der Marke zusammenfließen. Seine Messepremiere feiert der neue Passat auf dem Automobil-Salon in Genf. Im Mai wird in den ersten Ländern der Vorverkauf starten, die Markteinführung beginnt bei uns im September.

Volkswagen bündelt mit IQ.DRIVE die Fahrerassistenzsysteme von heute und morgen auf dem Weg zum autonomen Fahren. Der neue Passat ist der Volkswagen, dessen Assistenzsysteme aktuell die höchste Ausbaustufe von IQ.DRIVE darstellen. Der innovative Verbund der Systeme macht den auf Vielfahrer zugeschnittenen Volkswagen komfortabler und sicherer als je zuvor.

Zu den neuen Assistenzsystemen an Bord des Passat gehören der „Travel Assist“, der „Emergency Steering Assist“ und das „ACC“ mit vorausschauender Geschwindigkeitsregelung.

Der als Weltpremiere erstmals in einem Volkswagen eingesetzte „Travel Assist“ ermöglicht das teilautomatisierte Fahren über den nahezu gesamten Geschwindigkeitsbereich bis 210 km/h – ein Meilenstein auf dem Weg zum autonomen Fahren. Ein integraler Bestandteil des „Travel Assist“ ist das „ACC“ mit vorausschauender Geschwindigkeitsregelung. Die automatische Distanzregelung reagiert auf Tempolimits, Ortschaften, Kurven, Kreisverkehre und Kreuzungen mit entsprechenden Geschwindigkeitsanpassungen.

Ergänzt wird das IQ.DRIVE Spektrum durch bekannte und zum Teil in die neuen Assistenzsysteme integrierte Technologien. Dazu gehören der Spurwechselassistent „Side Assist“ plus Ausparkassistent, der Spurhalteassistent „Lane Assist“, der Notbremsassistent „Front Assist“ mit Fußgängererkennung, der Anhängerrangierassistent „Trailer Assist“ und der Parklenkassistent „Park Assist“.

Solltest Du gesundheitsbedingt ausfallen, übernimmt indes der „Emergency Assist“ das Kommando. Das System bremst den Passat bis zum Stillstand ab.

Ein Plus an Komfort und Sicherheit bieten die neuen „IQ.Light – LED-Matrixscheinwerfer“. Das interaktive Lichtsystem wurde 2018 in ähnlicher Form erstmals für das Flaggschiff der Marke – den Touareg – vorgestellt. Der neue Passat ist nun der zweite Volkswagen, der mit dem IQ.LIGHT angeboten wird.

Hier gehe ich detailliert auf das Sicherheits-Update und die einzelnen Highlights ein:

Safety 1st

„Travel Assist“ – Teilautomatisiert bis 210 km/h

Eine Weltpremiere ist der Einsatz des „Travel Assist“ im neuen Passat. Ähnlich wie beim Vorgängersystem, dem „Stauassistent“, übernimmt im „Travel Assist“ die automatische Distanzregelung „ACC“ die Längsführung und das Spurführungssystem „Lane Assist“ die Querführung. Während diese automatische Längs- und Querführung bislang in Verbindung mit dem „Stauassistent“ bis maximal 60 km/h zur Verfügung stand, ermöglicht der „Travel Assist“ im neuen Passat erstmals das teilautomatisierte Fahren bis 210 km/h. Über das Multifunktionslenkrad wird der „Travel Assist“ aktiviert – in Sekundenschnelle mit nur einer Taste in der linken Lenkradspange.

Ist der „Travel Assist“ aktiv, ermöglicht er das teilautomatisierte Fahren auf dem Level 2 des Spektrums der offiziellen Automatisierungsgrade 0 bis 5. Aus rechtlichen und sicherheitsrelevanten Gründen musst Du das System in dieser Stufe 2 permanent überwachen. Um das zu gewährleisten, checkt der „Travel Assist“, ob Du die Hände am Lenkrad hast.

Und das passiert im neuen Passat komfortabler als je zuvor: Über das erste kapazitive Lenkrad von Volkswagen. Es reicht nun, dass Du das Lenkrad lediglich berührst; die kapazitive Oberfläche „erkennt“ dabei über eine „Hands-off-Detection“, dass er den Wagen weiterhin kontrolliert. Zuvor war als Feedback ein Lenkmoment – eine leichte Lenkbewegung des Fahrers – nötig. Darüber hinaus gilt: Löst Du länger als etwa 10 Sekunden die Hände vom Lenkrad, wirst Du durch eine Kette von Warnsignalen (optisch, akustisch, Bremsruck) darauf aufmerksam gemacht. Spätestens jetzt musst Du reagieren und das Lenkrad anfassen, da ansonsten der „Emergency Assist“ aktiv wird und den Passat automatisch zum Stehen bringen.

Neuer elektromechanischer Bremskraftverstärker

Deutlich weiterentwickelt hat Volkswagen den elektromechanischen Bremskraftverstärker (eBKV). Das bislang beim Passat ausschließlich aus dem „GTE“ mit Plug-In-Hybridantrieb bekannte System ist nun an Bord der kompletten Baureihe serienmäßig. Und das ist ein deutlicher Komfort- und Sicherheitsgewinn. Der eBKV sorgt zum einen dafür, dass die Bremsen des Passat noch schneller ansprechen. Darüber hinaus verbessert der neue elektromechanische Bremskraftverstärker auch das assistierte Fahren – und zwar mit eindrucksvollen Vorteilen: Die automatische Distanzregelung „ACC“ reagiert komfortabler, da die Bremseingriffe mit dem elektromechanischen Bremskraftverstärker feiner dosiert werden können. In Verbindung mit dem „Front Assist“ samt Fußgängererkennung kann sich zudem im Rahmen der Systemgrenzen der Bremsweg deutlich verkürzen. Dadurch wird im Optimalfall die Gefahr eines Fußgängerunfalls reduziert und die Aufprallgeschwindigkeit gesenkt.

„ACC“ mit vorausschauender Geschwindigkeitsregelung

Die neueste Generation der automatischen Distanzregelung „ACC“ arbeitet vorausschauend. Bislang ist das System im Passat als reine Abstandsregelung bekannt: Wunschgeschwindigkeit einstellen, fertig – das Bremsen und Beschleunigen übernimmt die automatische Distanzregelung. Diese bewährte Funktionalität wird auch im neuen Passat wieder angeboten. Darüber hinaus wird fortan als weitere Option das neue, vorausschauende „ACC“ erhältlich sein. Das System reagiert im Zusammenspiel mit der Navigation und der Verkehrszeichenerkennung auch auf variable Parameter wie Geschwindigkeitsbeschränkungen.

Das „ACC“ mit vorausschauender Geschwindigkeitsregelung errechnet über die Strecken- und GPS-Daten des Navigationssystems seine Position und vermindert so vor Kurven, Kreisverkehren, Kreuzungen, Tempolimits und Ortschaften die Geschwindigkeit. Parallel greift das „ACC“ auf die Verkehrszeichenerkennung via Frontkamera (neue Generation „MFK 3.0“) zu und reguliert auch so das Tempo, sobald eine Geschwindigkeitsbegrenzung erkannt wird. Nach Bereichen mit Temporeduzierungen beschleunigt das „ACC“ mit vorausschauender Geschwindigkeitsregelung den Passat automatisch wieder auf die im Streckenabschnitt gültige Höchstgeschwindigkeit. Der aus dem bisherigen „ACC“ bereits bekannte Radarsensor übernimmt hier die absichernde Funktion im Frontbereich und regelt den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug. Ist der Passat mit DSG ausgestattet, wird das „ACC“ zudem zum Stau- und Stop-and-Go-Assistenten, da der Wagen mit Doppelkupplungsgetriebe auch automatisch wieder anfährt. Damit ist die neueste Generation des „ACC“ kein passives System mehr, sondern ein aktives, das sowohl den Komfort als auch die Sicherheit verbessert. Selbstverständlich kannst Du das vorausschauende „ACC“ jederzeit durch die Betätigung von Gaspedal oder Bremse überstimmen.

„Lane Assist“Teilautomatisierte Querführung

Der Passat wird serienmäßig mit dem Spurhalteassistent „Lane Assist“ angeboten. Das System lenkt korrigierend gegen, falls der Wagen im Begriff ist, die Spur zu verlassen. Die Fahrspur respektive Fahrspurbegrenzungen erkennt der „Lane Assist“ über eine oben in der Windschutzscheibe integrierte Kamera. Im Passat kommt nun die neue Multifunktionskamera „MFK 3.0“ zum Einsatz, durch die sich die Querführung nochmals verbessert. Hintergrund: Über eine neu integrierte „Road-Edge-Erkennung“ registriert das System nun nicht nur die Begrenzungslinien der Fahrspur, sondern auch Grasnarben.

„Emergency Steering Assist“

Erstmals in einem Volkswagen kommt im Passat der neue „Emergency Steering Assist“ zum Einsatz. Er wird automatisch aktiv, sobald Du einem Hindernis ausweichen musst. Erkennt der in die Frontpartie des Passat integrierte Radarsensor ein Hindernis, wirst Du optisch und akustisch vor einer Kollision gewarnt. Ein typisches Beispiel für eine solche Situation ist ein auf der Landstraße vorausfahrender und plötzlich scharf bremsender Wagen. Der nachfolgende Fahrer führt daraufhin intuitiv ein Ausweichmanöver aus. Dieses Ausweichen läuft durch einen gezielten Bremseingriff des Assistenzsystems im neuen Passat agiler und kontrollierter ab. Beim schnellen Wiedereinscheren in die Spur wird der Wagen zudem stabilisiert und ein eventuelles Eindrehen im Rahmen der Systemgrenzen verhindert. Der neue „Emergency Steering Assist“ erhöht auf Land- und Schnellstraßen deutlich die aktive Sicherheit.

IQ.LIGHTLED-Matrixscheinwerfer

Als zweites Modell nach dem aktuellen Touareg wird der Passat als Sonderausstattung mit den neuen „IQ.LIGHT – LED-Matrixscheinwerfern“ erhältlich sein. Sie zeichnen sich unter anderem durch eine interaktive Lichtsteuerung aus, die Nachtfahrten komfortabler und sicherer macht. Die LED-Scheinwerfer nutzen eine Matrix aus Lichtpunkten – einzeln aktivierbare Leuchtdioden (LED). Das Abblendlicht und Fernlicht wird dabei über zwei LED-Projektionssysteme gebildet. Das innere Modul sorgt über sieben LEDs für eine Grundausleuchtung; zudem wird hier mittels fünf weiterer LEDs ein Zusatzfernlicht erzeugt. Das äußere Modul ist der interaktive LED-Matrix-Scheinwerfer – auch Pixel-Modul genannt. Dessen Licht wird hier über insgesamt 32 individuell ansteuerbare LEDs dargestellt, die sich auf einer Platine befinden. Sie bilden die LED-Matrix. Ebenfalls mit LEDs werden das Blinklicht, das Tagfahrlicht und das Standlicht erzeugt. Die LEDs des Blinklichts mit ihrem „wischenden“ Effekt sind als schmaler Querstreifen ganz oben im Scheinwerfer angeordnet. Bei nicht aktivem Blinklicht bilden sie das Tagfahrlicht; es wird durch vier weitere LED-Elemente ergänzt, die sich in den LED-Projektions-systemen befinden. Die LEDs des Tagfahrlichts bilden im gedimmten Zustand auch das Standlicht. Außen im Scheinwerfergehäuse gibt sich das LED-Matrixsystem am Logo IQ.LIGHT zu erkennen.

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Auf Wunsch sind Sie permanent online, da die neuen Infotainmentsysteme serienmäßig mit einer integrierten Online-Connectivity-Unit (OCU) samt SIM-Card ausgestattet sind. Neben verbesserten navigationsbezogenen Diensten mit Echtzeitinformationen erschließen sich dadurch neue Technologien und Angebote, Musik-Streaming- Dienste, Internet-Radio, die Nutzung updatefähiger Web-App-Technologie, eine natürliche und um Online-Inhalte angereicherte Sprachbedienung, die nahtlose Nutzung der Online-Dienste von „Volkswagen We“ sowie die künftige cloudbasierte Mitnahme von Fahrzeugeinstellungen. Smartphones (kompatible Modelle von Sam-sung) werden sich zudem in einen mobilen Schlüssel zum Öffnen und Starten des Passat verwandeln lassen.

„Volkswagen We“ nimmt mit dem neuen Passat nochmals mehr Fahrt auf. Mit „Volkswagen We“ wurde eine digitale Plattform entwickelt, um Mobilitätsdienstleistungen zu bündeln und sehr einfach anbieten und liefern zu können. Dabei entstehen die Angebote aus einem offenen System heraus; sie entwickeln sich zudem kontinuierlich weiter.

Volkswagen öffnet sich an dieser Stelle konsequent für spezialisierte Partner und entwickelt mit ihnen zusammen neue Services. Die Zusammenarbeit mit Unternehmen, Verwaltungen und auch kleineren, lokal agierenden Startups schafft Raum für neue Konzepte wie zum Beispiel „We Park“ (bargeldloses Parken) oder „We Deliver“ (sogenannte „Car-Access-Based-Services“ – einfacher und sicherer Zugang von Servicepartnern zum Fahrzeug). Dreh- und Angelpunkt ist hierbei immer die „Volkswagen ID“. Sie ist der zentrale Zugang zu allen Volkswagen Services – und damit auch zu einem völlig neuen Spektrum internetbasierter Informationen und Dienstleistungen

Parallel mit dem neuen Passat geht die dritte Generation des Modularen Infotainmentbaukasten (MIB3) an den Start. „App Connect“ – die Schnittstelle für die Integration von Smartphone-Apps – bietet deshalb erstmals bei Volkswagen die kabellose Integration von iPhone-Apps über ein wireless „Apple CarPlay™“ an.

Der MIB3 bildet eine digital vernetzte Einheit mit dem neuen „Digital Cockpit“. Gegenüber dem Vorgängersystem („Active Info Display“) wurden die digitalen Instrumente konsequent weiterentwickelt. Klar und hochwertig sind die Grafiken des nun noch kontrastreicheren Displays. Auf ein neues Level gehoben wurde das Funktionsspektrum. Drei verschiedenen Display-Konfigurationen können dabei nun mit nur einer Taste über das neue Multifunktionslenkrad aktiviert werden.

Weiterentwickelt wurde auch das Antriebsspektrum. Am Beispiel des Passat GTE, dem Plug-In-Hybridmodell der Baureihe: Es startet fortan mit einer deutlich größeren elektrischen Reichweite durch. Sie liegt nun bei bis zu ca. 55 km im neuen WLTP-Zyklus; das entspricht ca. 70 km nach NEFZ. Der Passat GTE bietet mit seiner Kombination aus E-Maschine und effizientem Turbobenziner eine Systemleistung von 160 kW / 218 PS. Der Passat GTE erreicht bereits die Grenzwerte der erst ab 2021 für Neuwagen geltenden Abgasnorm Euro 6d. Alle weiteren TSI- und TDI-Antriebe erfüllen die Abgasnorm Euro 6d-TEMP. Generell ist zudem jeder neue Passat – ganz gleich ob Benziner oder Diesel – mit einem Partikelfilter ausgestattet.

Optisch wahrlich nur ein Facelift, wurden die Front- und Heckstoßfänger, das Kühlerschutzgitter und der nun mittig im Heck angeordnete Passat Schriftzug neu gestaltet. Darüber hinaus sorgen neue LED-Scheinwerfer, LED-Tagfahrlichter, LED-Nebelscheinwerfer und LED-Rückleuchten für ein markantes Lichtdesign. Neu im Programm sind Farben wie „Lapiz Blue“, „Bottlegreen“ und „Sandgold“. Zudem bereichern vier neue 17-, 18- und 19-Zoll-Leichtmetallfelgen das Räderspektrum.

Im Frühjahr wird der VW Passat die Schallmauer von 30 Millionen Exemplaren durchbrechen. Fest steht: Der 30-millionste Passat wird ein Exemplar der weiterentwickelten Generation 8 sein.

Stand: Februar 2019; Fotos: VW

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