SEAT Ateca FR

Was wäre ein SEAT Modell ohne eine FR-Variante? Und so war es nur eine logische Konsequenz, dass auch beim ersten SUV der spanischen Marke eine rassige FR-Version folgt. Und siehe da, da ist auch wieder die gewisse „Auto Emocion“, die ich noch beim zivilen Ateca vermisst habe. Den FR durfte ich dabei in der passenden Paarung mit der 190 PS starken Topversion erfahren. Aber keine Sorge, wer in den Genuss der sportlichen Topausstattung kommen möchte, ist nicht gezwungen das stärkste Pferd im Stall zu ordern. Steht Dir hier auch der 150 PS starke 1.4 EcoTSI zur Wahl und das sowohl mit 6-Gang-Handschalter, 7-Gang-DSG sowie allradangetrieben mit dem 6-Gang-DSG. Der ebenfalls erhältliche Topdiesel setzt wie auch mein gefahrener Benziner auf 190 Pferdestärken, Allradantrieb und das 7-Gang Doppelkupplungsgetriebe. Schlägt beim Preis jedoch mit 2.945 Euro mehr zu. Und da der Diesel zur Zeit ohnehin nicht im Fokus der Kaufinteressenten steht, komme ich gleich wieder zurück zum Top-Benziner.

Mit der Einführung der FR-Varianten spendierte SEAT dem Ateca auch ein neues 2,0 Liter TSI-Triebwerk. Der Turbo-Benziner verspricht mit seinen 140 kW / 190 PS und einem maximalen Drehmoment von 320 Newtonmetern bereits auf dem Papier einigen Fahrspaß.

Doch die technischen Daten lesen sich nicht nur gut. Der SEAT Ateca geht bereits aus dem Stand heraus ordentlich ab und sorgte schon auf den ersten Metern für Staunen. 7,9 Sekunden später hatte ich auch schon die Tempo 100 Marke passiert. Der Motorsound wird zunehmend kerniger. . . Und wenn die Topspeed mit 212 Stundenkilometern auch etwas unter meinen Erwartungen lag, so büßte das 1,5 Tonnen schwere SUV bis dahin nichts an seinem souveränen Schub nach vorn ein.

Alternativ hat SEAT wie gesagt auch eine Dieselvariante mit ebenfalls 190 PS im Portfolio und dieser sprintet mit 7,5 Sekunden glatt 0,4 Sekunden schneller von null auf Tempo 100 und wird ebenfalls 212 km/h schnell.

Benziner oder Diesel, perfekt darauf abgestimmt präsentiert sich das 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe. Ob ich nun den sportlichen Ritt anging oder nur ganz gemütlich unterwegs war, den richtigen Gang hatte das DSG-Getriebe zu jeder Zeit parat. Und so schnell und sanft der Ateca die Schaltvorgänge vollzog, so wenig wollte ich selbst ins Geschehen eingreifen, wenn mir dies auch mittels Schaltwippen am Lenkrad möglich gewesen wäre.

Die FR-Varianten stehen für den besonderen SEAT-Flair, der sich durch noch mehr Sportlichkeit bemerkbar macht. Fehlende Traktion soll hier nicht für Trübsal sorgen und so gönnte SEAT dem stärksten Benziner von Haus aus einen Allradantrieb, genannt 4Drive.

Dieser überträgt die Kraft zunächst rein an die Vorderräder, was dem Spritverbrauch sehr zu gute kommt. Verzeichnet das System mangelnden Schlupf, wird umgehend Leistung an die Hinterachse geleitet. Und so hat der Ateca auch bei Nässe seine Power wunderbar auf die Straße gebracht.

Die Offroad-Taste vermittelt mir auch das Gefühl, abseits der asphaltierten Piste sicher unterwegs zu sein, doch nur ein unschöner Steinschlag im Blechkleid würde mich schmerzen.

Da bleibe ich lieber auf der Straße, mache mich auf die Suche nach knackig schönen Kurven und logge den sogenannten Driving-Experience-Knopf auf „Sport“ oder gleich auf „Individual“ ein und stimme zusammen mit der Adaptiven Fahrwerksregelung DCC das Fahrzeug ganz nach meinen Bedürfnissen ab. Auf längeren Autobahnpassagen wechsele ich dagegen in das SEAT Fahrprofil „Eco“ und im Winter stellt bei verschneiten Strecken der Fahrmodi „Snow“ eine interessante Wahl dar.

SUVs gibt es viele, doch nur wenige können mit der Agilität eines Pkw aufwarten. Der SEAT Ateca lässt sich im Sport-Modus allerdings so sicher und souverän über die Pisten jagen, dass man gerne mal vergisst in einem Offroader zu sitzen. So gut das Getriebe auf den Motor abgestimmt ist, so großartig harmoniert die Progressivlenkung mit dem Fahrwerk. Wunderbar direkt, angenehm straff und mit der perfekten Rückmeldung geht hier jedes Lenkmanöver butterweich von der Hand.

Und da ist wieder diese Auto Emocion, die ich bei SEAT so liebe, die einen SEAT zu einem SEAT macht und nicht einfach nur zu einem VW-Ableger.

Vor lauter Fahrfreude hätte ich jetzt beinahe den Verbrauch unter den Tisch fallen lassen. Und wenn ich mit größter Zurückhaltung mich auch durchaus den vom Hersteller angegeben sieben Litern auf hundert Kilometer näherte, so warf ich meist die Vernunft über Bord und nahm neun bis zehn Liter in Kauf, erfreute mich aber dafür an jeder Menge Fahrspaß. Im alltäglichen Fahrbetrieb pendelte sich der Verbrauch wiederum bei acht Litern ein.

Um dem sportlichen Image der Marke gerecht zu werden, dürfen solche Aggregate einfach nicht fehlen. Und wie gesagt, was wäre ein SEAT ohne einen rassigen FR, der auch leistungsstechnisch hält, was er optisch verspricht.

Womit ich auch ganz galant zum Design überleiten möchte. 😉

Behutsam und dennoch sehr wirkungsvoll, setzt der FR gelungene Akzente. Die speziellen und in schwarz gehaltenen Anbauteile stehen ihm sehr gut. So sticht der Kühlergrill in Brilliant-Schwarz und mit hexagonalem Gitter, den Fensterleisten, der Dachreling und den dunkel getönten Scheiben ab der B-Säule im sportlichen FR-Trimm hervor.

Bei all den schwarzen Gimmicks könnte ich mir beim FR durchaus auch schwarze Felgen gut vorstellen, diese waren bei meinem Fahrzeug allerdings konventionell gehalten, dafür aber 18 Zoll groß. Auf Wunsch hat SEAT sogar SEAT Sport Line Leichtmetallräder in 19 Zoll und in den Farben Blau, Silber, Rot, Orange oder eben Schwarz im Sortiment. Die den Ateca noch satter und aufregender dastehen lassen.

Ohne weiteren Aufpreis kannst Du die Einsätze der Dekorelemente, den Außenspiegelblenden und Leichtmetallfelgen auch in all diesen Farben ausführen.

Der Doppelauspuff und der vergrößerte Dachspoiler sind ohnehin von Haus beim FR verbaut.

Unabhängig von der gewählten Ausstattung setzen die Scheinwerfer auf eine unverwechselbare LED-Tagfahrlicht-Signatur, die auch den Blinker beinhaltet. Am Heck haben die Spanier den Leuchten ebenfalls ein kennzeichnendes Licht-Design verpasst.

Was mir besonders gut gefällt, die Radhäuser sind beim FR in Wagenfarbe lackiert und nicht mit Plastik umrandet.

Ein im Außenspiegel platziertes Welcome Light begrüßt mich mit der auf den Boden projizierten SEAT Ateca Silhouette, während mich beim Öffnen der Tür ein weiterer FR-Schriftzug an den Einstiegsleisten empfängt.

Unaufgeregt sachlich ging es im Ateca zu, ganz wie wir es eben von der Konzernmutter gewohnt sind. Die FR-Variante folgt zwar diesem Prinzip, setzt auf Übersichtlichkeit, klare Strukturen und eine hochwertige Verarbeitung, kann mit einigen Details aber auch hier die gewisse Emotion ins Cockpit transportieren.

Eine Sportpedalerie in Aluminiumoptik sowie ein Sportlenkrad darf bei einer sportlichen Line einfach nicht fehlen, alles andere als selbstverständlich ist allerdings das im SEAT Ateca FR verbaute Gestühl.

Die schwarzen Sitze verfügen über eine breite Mittelbahn in feinstem Alcantara. Die nicht nur optisch was her machen, sitzt man im Winter doch weitaus „wärmer“ als auf einem Glatt-Ledersitz und verbrennt auf der anderen Seite im Sommer nicht gleich. So ein Alcantara-Sitz ist schon was feines und sehr edel. Darüber hinaus ist der Bezug nicht so rutschig wie Leder. Ohnehin hält mich der optimale Seitenhalt bei der Kurvenhatz optimal im Sattel. Dem gegenüber steht der perfekte Sitzkomfort auf Langstrecken.

Die hier verarbeiteten roten Ziernähte treten zudem an Lenkrad und Schalthebel als gelungener sportlicher Kontrast auf.

Wer den Ateca noch mehr im Detail kennenlernen möchte, wissen will wie viel der Kofferraum fasst, welche Assistenten und welche Connectivity-Möglichkeiten es an Bord gibt … der möchte sich bitte zum Fahrbericht des SEAT Ateca klicken.

Die Topausstattungen entfallen beim SEAT Ateca auf den komfortorientierten Xcellence und den sportlichen FR, die Dir beide in Verbindung mit dem 2.0 TSI 4Drive 7-Gang DSG 33.655 Euro abverlangen.

Die Absatzzahlen zeigen auf, die hohen Ausstattungslinien stehen beim SEAT Ateca hoch im Kurs und wenn Du Dich für den von mir gefahrenen FR entscheidest, hast Du bereits einiges an Bord. Ob die Sport-Komfortsitze mit einer Sitzmittelbahn in Alcantara, die Rückfahrkamera, die Climatronic, eine Ultraschall-Einparkhilfe oder eine Geschwindigkeitsregelanlage.

Nichts desto trotz legt mein Testfahrzeug mit über zehntausend Euro nochmal einiges an Extras drauf.

Auf die Standheizung inkl. Fernbedienung könnte ich persönlich jedoch verzichten, wären schon mal fast tausend Euro eingespart. Die Connectivity Box inkl. Wireless Charger für 220 Euro könnte ich mir auch verkneifen, da mein Handy nicht kabellos geladen werden kann. Weitere 810 Euro entfallen auf die Anhängervorrichtung, schwenkbar und mit elektrischer Entriegelung, die bei mir nicht zum Einsatz käme.

Ein Parklenkassistent für 530 Euro würde ebenfalls nicht auf meinem Einkaufszettel stehen, die adaptive Fahrwerksregelung DCC für 855 Euro, das Panorama-Glas-Schiebedach für 1.120 Euro, die Top View Kamera inkl. Rückfahrkamera für 560 Euro oder das Fahrassistenz-Paket V für 965 Euro dagegen schon.

Möchte ich auf eine Verkehrszeichenerkennung, den Stau-, Fernlicht- und Toter-Winkel-Assistent und die automatische Distanzregelung ACC einfach nicht mehr verzichten. Darüber hinaus sind der Notfall-, Spurhalte- und Ausparkassistent im Paket enthalten.

Stand: April 2018; Test und Fotos: CARWALK – Der Autoblog

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