| | |

Kurze Ausfahrt mit dem Mitsubishi Grandis

Manche Namen verschwinden von der automobilen Bildfläche und geraten irgendwann in Vergessenheit. Andere feiern Jahre später ein überraschendes Comeback. So wie der Mitsubishi Grandis. Doch wer sich noch an den großzügigen Familienvan der frühen 2000er-Jahre erinnert, dürfte beim Wiedersehen zunächst zweimal hinschauen.

Denn die Zeiten haben sich geändert. Wo einst Raumgefühl, sieben Sitzplätze und klassische Van-Tugenden im Mittelpunkt standen, regiert heute das SUV. Auch Mitsubishi folgt diesem Trend und lässt den Grandis im Jahr 2025 auf Basis des Renault Symbioz wiederauferstehen.

Aus dem japanischen Familienvan ist ein kompakter SUV mit französischen Genen geworden. Geblieben ist der Name und der Anspruch, ein vielseitiger Begleiter im Alltag zu sein.

Doch reicht das, um dem traditionsreichen Namen gerecht zu werden? Ich hatte Gelegenheit, den neuen Mitsubishi Grandis auf einer kurzen Ausfahrt kennenzulernen.

Französische Gene, japanisches Gesicht

Auch wenn der Mitsubishi Grandis seine Verwandtschaft zum Renault Symbioz nicht verleugnen kann, gelingt es den Japanern, ihrem SUV eine durchaus eigenständige Note zu verleihen. Und ich muss sagen, optisch gefällt mir der Grandis ausgesprochen gut.

Vor allem die markentypische Dynamic-Shield-Front verleiht ihm einen selbstbewussten Auftritt und schlägt gleichzeitig die Brücke zu den anderen Mitgliedern der Mitsubishi-Familie. Präzise Linien, klare Konturen und ausgewogene Proportionen sorgen für ein stimmiges Gesamtbild. Der Grandis wirkt modern und dynamisch, ohne dabei übertrieben sportlich auftreten zu wollen.

Mit einer Länge von 4,41 Metern, einer Breite von 2,00 Metern ohne Außenspiegel und einer Höhe von 1,58 Metern bewegt er sich im beliebten Segment der kompakten SUV. Fünf Lackierungen stehen zur Wahl, darunter das serienmäßige Royal-Blau Metallic sowie die optionalen Farben Onyx-Schwarz, Aurora-Rot, Himalaya-Weiß und Anthrazit-Grau.

So präsentiert sich der Grandis als gelungene Verbindung aus vertrauter Mitsubishi-Designsprache und moderner SUV-Architektur. Dass seine technischen Wurzeln in Frankreich liegen, muss dabei keineswegs ein Nachteil sein.

Innenraum: Durchdacht, komfortabel und erfreulich unkompliziert

Nicht immer braucht es spektakuläre Ideen, um zu überzeugen. Manchmal sind es gerade die vermeintlich gewöhnlichen Dinge, die im Alltag den Unterschied machen. Der Mitsubishi Grandis liefert dafür ein gutes Beispiel. Sein Innenraum präsentiert sich modern, funktional und angenehm unaufgeregt. Hier muss man sich nicht erst durch unzählige Menüs kämpfen, um sich zurechtzufinden. Einsteigen, wohlfühlen, losfahren – so einfach kann es sein.

Komfortabel unterwegs, auch auf langen Strecken

Bereits auf den ersten Kilometern fällt der angenehme Sitzkomfort auf. Je nach Ausstattung kommen unterschiedliche Stoffbezüge oder Leder zum Einsatz. Das Lenkrad lässt sich ausreichend in Höhe und Weite verstellen, sodass schnell eine passende Sitzposition gefunden ist.

Das Cockpit zeigt sich übersichtlich und konsequent auf den Fahrer ausgerichtet, ohne dabei den Beifahrer außen vor zu lassen. Der leicht zum Fahrer geneigte, 10,4 Zoll große Touchscreen ist gut erreichbar und erfreulich verständlich strukturiert.

Besonders positiv: Mitsubishi verzichtet nicht vollständig auf klassische Bedienelemente. Solide Kippschalter unterhalb des Bildschirms ermöglichen den direkten Zugriff auf wichtige Klimafunktionen. Ergänzend stehen entsprechende Symbole dauerhaft am unteren Bildschirmrand bereit. Auch links vom Lenkrad finden sich physische Tasten.

Über eine individuell konfigurierbare Funktion lässt sich beispielsweise die akustische Geschwindigkeitswarnung unkompliziert deaktivieren. Wer sich schon einmal durch mehrere Bildschirmmenüs klicken musste, um das permanente Gebimmel abzustellen, weiß diese Lösung zu schätzen.

Moderne Technik ohne unnötige Komplikationen

Bei der Konnektivität zeigt sich der Grandis ebenfalls unkompliziert. Apple CarPlay und Android Auto lassen sich serienmäßig kabellos einbinden. Ab der Ausstattung Intro Edition hält zudem Google built-in Einzug. Damit stehen unter anderem Google Maps mit aktuellen Verkehrsinformationen, der Google Play Store und eine integrierte Sprachsteuerung zur Verfügung. Die Navigation lässt sich dann auch auf dem 10,25 Zoll großen digitalen Instrumentendisplay darstellen. In den einfacheren Varianten misst dieses sieben Zoll.

Mit Google Gemini steht für entsprechend ausgestattete Mitsubishi-Modelle außerdem die nächste Generation der Sprachsteuerung bereit. Der KI-basierte Assistent löst den bisherigen Google Assistant ab und soll eine deutlich natürlichere Kommunikation ermöglichen. Ob Navigation, Unterhaltung, Fragen zum Fahrzeug oder die Suche nach passenden Ausflugszielen – Gemini berücksichtigt individuelle Wünsche und kann bei Empfehlungen sogar auf Bewertungen zurückgreifen. Voraussetzung für die Nutzung ist die Anmeldung mit einem Google-Konto.

Dass nicht sämtliche Komfortfunktionen bereits in der Basis enthalten sind, sollte allerdings nicht unerwähnt bleiben. Eine induktive Ladeschale fehlt dort ebenso wie die Klimaautomatik, die erst ab Diamant Plus Einzug hält.

Viel Platz für Passagiere und Gepäck

Seine familientauglichen Qualitäten spielt der Mitsubishi Grandis spätestens in der zweiten Reihe aus. Hier stehen sowohl für die Beine als auch über dem Kopf erfreulich großzügige Platzverhältnisse zur Verfügung. Besonders bequem wird es, wenn die serienmäßig verschiebbare Rücksitzbank vollständig nach hinten geschoben wird.

Lüftungsausströmer für die Fondpassagiere gehören bereits zur Grundausstattung, USB-C-Anschlüsse sind ab der Intro Edition an Bord.

Auch beim Gepäckraum muss sich der kompakte SUV keineswegs verstecken. Der Mildhybrid-Benziner bietet bis zu 592 Liter Ladevolumen, während der Vollhybrid mit bis zu 492 Litern ebenfalls reichlich Stauraum bereitstellt.

Dank der längs verschiebbaren Rücksitzbank lässt sich das Verhältnis zwischen Beinfreiheit und Gepäckvolumen flexibel verändern. Werden die geteilten Rücksitzlehnen umgeklappt, entsteht zusammen mit dem serienmäßigen doppelten Ladeboden eine weitgehend ebene Ladefläche. Lediglich über den umgelegten Lehnen steigt diese leicht nach vorne an.

Der Mitsubishi Grandis verzichtet auf überflüssige Inszenierung und konzentriert sich auf das, was im täglichen Umgang tatsächlich zählt. Bequeme Sitze, großzügige Platzverhältnisse, ein variables Raumkonzept und eine Bedienung, die keine Rätsel aufgibt. Das klingt vielleicht wenig aufregend, erweist sich im Alltag aber als umso angenehmer. Und genau darin liegt eine seiner größten Stärken.

Fahrwerk: Unaufgeregt und angenehm ausgewogen

Auch beim Fahrverhalten bleibt sich der Mitsubishi Grandis treu. Spektakuläre Überraschungen sucht man hier vergebens. Doch das ist keineswegs negativ gemeint. Vielmehr erledigt das Fahrwerk seinen Job angenehm unaufgeregt und mit einer ausgewogenen Mischung aus Komfort und Stabilität.

Die angenehm straffe Abstimmung hält dennoch eine komfortable Grundnote bereit. Als Fronttriebler gibt sich der Grandis gutmütig und berechenbar. Weder besondere Dynamik noch störende Eigenheiten drängen sich auf.

Ausreichend straff für ein sicheres Fahrgefühl, dabei mit genügend Reserven für schlechte Straßenverhältnisse, präsentiert sich der Grandis als solider Begleiter. Auch auf der Autobahn gleitet er entspannt dahin, ohne aus jeder Bodenwelle ein Ereignis zu machen.

Kurzum: Ein Fahrwerk ohne große Allüren, das genau deshalb bestens zum Charakter des Grandis passt.

Motor: Entspannt unterwegs, sparsam im Verbrauch

Zwei elektrifizierte Antriebsvarianten stehen für den Mitsubishi Grandis zur Wahl. Den Einstieg bildet ein 1,3-Liter-Turbobenziner mit Mildhybrid-Technologie, der 103 kW (140 PS) leistet. Ein Riemen-Startergenerator und eine 12-Volt-Batterie unterstützen den Verbrenner, reduzieren den Kraftstoffverbrauch und ermöglichen sanftere Start-Stopp-Vorgänge. Die Kraftübertragung übernimmt wahlweise ein manuelles Sechsganggetriebe oder ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe.

Mit einem Normverbrauch von 5,9 Litern auf 100 Kilometer zeigt sich bereits der Mildhybrid genügsam. Den Sprint auf Tempo 100 absolviert die Automatikversion in 9,4 Sekunden, mit Handschaltung vergehen 10,6 Sekunden. Bei 180 km/h ist jeweils Schluss.

Vollhybrid: In der Ruhe liegt die Kraft

Mein Testwagen setzt auf den stärkeren Vollhybrid mit einer Systemleistung von 116 kW (158 PS). Hier arbeitet ein 1,8 Liter großer Vierzylinder-Benziner mit zwei Elektromaschinen zusammen. Eine 1,4-kWh-Batterie speichert die zurückgewonnene Energie, während ein Multi-Mode-Automatikgetriebe die Kraft an die Vorderräder weiterleitet.

Das Zusammenspiel funktioniert im Alltag weitgehend unauffällig. Besonders in der Stadt und auf Landstraßen fühlt sich der Grandis wohl. Immer wieder übernimmt der Elektromotor den Vortrieb, während sich der Benziner bei moderater Fahrweise akustisch angenehm zurückhält.

Mitsubishi verspricht im Stadtverkehr einen rein elektrischen Fahranteil von bis zu 80 Prozent. Das klingt zunächst ambitioniert, verdeutlicht aber, worauf der Vollhybrid ausgelegt ist: möglichst häufig elektrisch unterwegs zu sein, ohne dafür jemals an eine Ladesäule zu müssen.

Gelassenheit liegt ihm mehr als Hektik

Wer dem Grandis allerdings kräftig die Sporen gibt, bekommt auch seine weniger zurückhaltende Seite zu hören. Beim Überholen oder starken Beschleunigen auf der Autobahn steigen die Drehzahlen des Benziners deutlich an. Dann wird der Vierzylinder recht laut und durchbricht die ansonsten angenehme Ruhe im Innenraum.

Das ist zwar kein ungewöhnliches Verhalten für einen solchen Hybridantrieb, passt aber nicht ganz zum entspannten Gesamtcharakter des Mitsubishi.

Doch Hand aufs Herz: Wer sich für einen Grandis Vollhybrid entscheidet, dürfte ohnehin eher Wert auf Komfort und Wirtschaftlichkeit als auf sportliche Ambitionen legen. Und genau bei dieser gelassenen Gangart spielt der Antrieb seine Stärken aus.

Rekuperieren statt verschwenden

Zusätzliches Einsparpotenzial bietet die Fahrstufe „B“, die sich mit einem Zug am Wählhebel aktivieren lässt. Sie erhöht die Energierückgewinnung beim Verzögern und macht sich besonders im Stadtverkehr bezahlt.

Das Fahrzeug wird beim Lupfen des Fahrpedals spürbarer abgebremst, während die gewonnene Energie zurück in die Batterie fließt. Eine Anpassung über Schaltwippen am Lenkrad ist allerdings nicht vorgesehen. Auch echtes One-Pedal-Driving beherrscht der Grandis nicht, zum vollständigen Anhalten muss weiterhin das Bremspedal bemüht werden.

Weniger Verbrauch, mehr Gelassenheit

Seine größte Stärke offenbart der Vollhybrid letztlich an der Zapfsäule. Wer vorausschauend fährt, den elektrischen Antrieb geschickt arbeiten lässt und auf unnötig heftige Beschleunigungsmanöver verzichtet, sollte im Alltag Verbrauchswerte von unter fünf Litern auf 100 Kilometer erreichen können.

Damit erweist sich der Mitsubishi Grandis als angenehmer und wirtschaftlicher Begleiter, der keine besondere Aufmerksamkeit verlangt. Einsteigen, losfahren und die Technik im Hintergrund arbeiten lassen.

Der Vollhybrid belohnt Gelassenheit mit niedrigen Verbrauchswerten. Und damit fügt sich auch der Antrieb wunderbar in das Gesamtbild ein. Der Grandis muss nicht mit spektakulären Eigenschaften glänzen, um zu überzeugen. Seine Stärke liegt vielmehr darin, die alltäglichen Aufgaben souverän und unkompliziert zu meistern.

Sicherheit – vier Sterne für den Grandis

Auch in puncto Sicherheit profitiert der Mitsubishi Grandis von seiner französischen Verwandtschaft. Da sich der kompakte SUV die Fahrzeugstruktur und Sicherheitsausstattung mit dem Renault Symbioz teilt, übernahm Euro NCAP dessen Crashtestergebnisse aus dem Jahr 2024.

Mit vier von fünf Sternen erzielt der Grandis ein solides, wenn auch kein herausragendes Ergebnis. Besonders beim Schutz von Kindern kann er mit 80 Prozent überzeugen, während der Insassenschutz für Erwachsene mit 73 Prozent noch Verbesserungspotenzial erkennen lässt.

Eine Vielzahl moderner Assistenzsysteme unterstützt den Fahrer im Alltag. Dazu gehören unter anderem Notbrems- und Spurhalteassistenten sowie eine Müdigkeitserkennung. Je nach Ausstattung ergänzen ein Totwinkelwarner, eine adaptive Geschwindigkeitsregelung und der teilautomatisierte MI-PILOT das Sicherheitspaket.

Viel Ausstattung und attraktive Preisvorteile

Auch beim Preis möchte Mitsubishi überzeugen. Vier Ausstattungslinien stehen für den neuen Grandis zur Wahl: Diamant, Diamant PLUS, Select und Diamant TOP. Bereits die Einstiegsversion Diamant bringt unter anderem LED-Scheinwerfer, eine Rückfahrkamera, das Smart-Key-System und zahlreiche Assistenzsysteme mit. In Verbindung mit dem 1,3-Liter-Turbobenziner und manuellem Sechsganggetriebe startet der Grandis laut den vorliegenden Preisangaben bei 24.990 Euro.

Wer etwas mehr Komfort wünscht, greift zum Diamant PLUS. Hier gehören unter anderem Klimaautomatik, Sitzheizung und eine induktive Lademöglichkeit für Smartphones zum Serienumfang. Die Preise beginnen bei 26.990 Euro für den Mild-Hybrid und 29.990 Euro für den Voll-Hybrid.

Noch umfangreicher präsentiert sich die Ausstattungslinie Select, die ab 30.490 beziehungsweise 33.490 Euro erhältlich ist. Mit 360-Grad-Kameras, sensorgesteuerter Heckklappe, Google built-in und zusätzlichen Assistenzsystemen lässt sie kaum Wünsche offen.

An der Spitze steht der Diamant TOP. Hier verwöhnt der Grandis seine Insassen unter anderem mit schwarzen Ledersitzen, einem elektrisch dimmbaren Panorama-Glasdach und einem Harman Kardon Premium-Soundsystem mit neun Lautsprechern. Für diese Ausstattung werden mindestens 35.890 Euro beim Mild-Hybrid beziehungsweise 36.890 Euro beim Voll-Hybrid fällig.

Wer rechtzeitig zugreift, kann sparen

Besonders interessant wird der Grandis durch die aktuellen Aktionsprämien. Noch bis zum 31. Dezember 2026 gewährt Mitsubishi laut den vorliegenden Aktionsinformationen modellabhängige Preisnachlässe zwischen 3.400 und 4.400 Euro. Wer ohnehin mit dem neuen Grandis liebäugelt, sollte sich die zeitlich begrenzten Angebote daher genauer ansehen.

Ein weiteres Argument liefert Mitsubishi mit seinem Garantiepaket. Fünf Jahre Herstellergarantie bis 100.000 Kilometer gehören ebenso dazu wie eine anschließende, an Bedingungen geknüpfte Absicherung wesentlicher Bauteile auf insgesamt bis zu acht Jahre beziehungsweise 160.000 Kilometer. Die Hochvoltbatterie des Voll-Hybrids ist ebenfalls für acht Jahre oder 160.000 Kilometer abgesichert.

Damit möchte Mitsubishi zeigen, dass der Grandis nicht nur mit seiner Ausstattung, sondern auch langfristig als zuverlässiger Alltagsbegleiter überzeugen soll.

Stand: Oktober 2026; Test und Fotos: Lexi Lind; Innenraumfotos: Mitsubishi

Ähnliche Beiträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert