Honda und Hybrid? Diese Geschichte beginnt nicht erst seit dem aktuellen Elektroboom. Bereits 1999 brachte die Marke mit dem revolutionären Honda Insight das erste benzin-elektrische Serienmodell nach Europa und legte damit den Grundstein für eine Technologie, welche die japanischen Ingenieure seither über Jahrzehnte hinweg konsequent weiterentwickelt haben. Heute, mehr als ein Vierteljahrhundert später, zieht sich die Elektrifizierung durch nahezu das gesamte Modellportfolio. Vom kompakten Honda Jazz über den Honda Civic bis hin zu Honda ZR-V und Honda CR-V. Mittendrin: mein heutiger Testwagen, der Honda HR-V, den ich mit seinem e:HEV-Hybridantrieb ausführlich im Alltag erleben durfte.

Ein SUV, das inzwischen auf eine bemerkenswert lange Geschichte zurückblickt. Bereits seit 1999 steht der Name HR-V in Europa für „Hybrid Recreation Vehicle“ und verkörpert seit jeher den etwas anderen Blick auf das kompakte SUV-Segment. Die erste Generation lief bis 2005 vom Band, ehe Honda dem Modell eine längere Pause gönnte. Erst zehn Jahre später kehrte der HR-V vollständig neu entwickelt zurück. Die zweite Generation, produziert zwischen 2015 und 2022, teilte sich ihre technische Basis mit dem Honda Jazz und setzte stärker auf Alltagstauglichkeit, Effizienz und Raumgefühl.
Mit der aktuellen dritten Generation schlägt Honda den nächsten Entwicklungsschritt ein und verpasst dem SUV zum aktuellen Modelljahr eine gezielte Überarbeitung. Feine Designanpassungen, neue Lackierungen, weiterentwickelte Ausstattungslinien sowie die neue Variante Advance Plus sollen den HR-V nochmals hochwertiger und komfortabler positionieren. Dazu kommen exklusive Styling-Details und eine nochmals verfeinerte Abstimmung. Beste Voraussetzungen also, um herauszufinden, wie sich das kompakte Hybrid-SUV heute im Alltag schlägt – und ob Hondas jahrzehntelange Erfahrung im Bereich elektrifizierter Antriebe hinter dem Steuer tatsächlich spürbar wird.
Geschärfter Auftritt mit Coupé-Charme
Mit der Modellpflege schärft Honda HR-V seinen Auftritt sichtbar nach und wirkt in vielen Details erwachsener und gleichzeitig selbstbewusster denn je. Besonders die Front profitiert von den gezielten Anpassungen. Der neue Kühlergrill mit oberer Zierleiste in Crystal Black verleiht dem SUV deutlich mehr Präsenz, während die abgedunkelten Details der Scheinwerfer für einen klareren und moderneren Ausdruck sorgen.

Gerade im Rückspiegel entfaltet der HR-V dadurch eine angenehme Mischung aus Eleganz und Entschlossenheit. Die Front spricht mich sofort an und hinterlässt einen stimmigen, selbstbewussten Eindruck.
Dazu trägt auch der neu gezeichnete Stoßfänger bei, dessen markantere Linienführung dem SUV mehr Spannung verleiht. Ergänzt wird der untere Bereich durch hochglänzende schwarze Elemente, welche die ohnehin schon moderne Front zusätzlich aufwerten. Die überarbeiteten LED-Scheinwerfer mit ihrem dunkleren Innenleben und prägnanterem Tagfahrlicht passen perfekt ins Gesamtbild. Ab der Ausstattung Advance zählt zudem adaptives Fernlicht zum Serienumfang und steigert den Komfort bei Nachtfahrten spürbar.
Auch am Heck arbeitet Honda behutsam, aber wirkungsvoll nach. Die über die gesamte Fahrzeugbreite verlaufende LED-Lichtleiste wurde ebenfalls neu gestaltet und unterstreicht die moderne, fast schon futuristische Wirkung des HR-V.

Besonders gelungen finde ich die Art und Weise, wie Honda beim HR-V unterschiedliche Charakterzüge miteinander verbindet. Die coupéartige Dachlinie bringt Dynamik und Eleganz ins Spiel, ohne dass der HR-V dabei seine SUV-Gene verliert. Die Silhouette wirkt schlank und fließend, gleichzeitig sorgen 188 Millimeter Bodenfreiheit und die kraftvoll ausgearbeiteten Proportionen weiterhin für den robusten Auftritt eines modernen SUV.
In der Seitenansicht entsteht durch die klar definierte horizontale Linie zwischen Front und Heck eine angenehme Ruhe im Design, die hervorragend mit der modernen Formensprache harmoniert. Gleichzeitig erzeugen die weit nach hinten versetzten A-Säulen, die lange Motorhaube und die optisch zurückgesetzte Kabine beinahe klassische Coupé-Proportionen.
Selbst bei der Aerodynamik zeigt sich, wie durchdacht das Konzept ausfällt. Ein integrierter Luftvorhang im Frontstoßfänger, spezielle Seitenschwellerlippen sowie die schlanken Heckleuchten reduzieren Luftverwirbelungen gezielt. Ergänzt wird dies durch einen Dachspoiler, der den Luftstrom am Heck zusätzlich optimiert.

Drei neue Außenfarben erweitern zudem die Farbpalette und bringen zusätzliche Frische ins Modellprogramm: Sage Green, Seabed Blue und Urban Grey. Besonders eindrucksvoll setzt die Premium Crystal Red Metallic-Lackierung meinen Testwagen in Szene. Das intensive Rot harmoniert hervorragend mit den schwarzen Akzenten des Facelifts und lässt den HR-V je nach Lichteinfall mal elegant, mal überraschend sportlich wirken. Für die Lackierung ruft Honda einen Aufpreis von 1.100 Euro auf. Alternativ stehen sechs weitere Farben zur Wahl – vom serienmäßigen Sage Green Pearl bis hin zu Premium Sunlight White Pearl.
Die Ausstattungslinie Advance rollt serienmäßig auf stilvollen 18-Zoll-Leichtmetallrädern vor. Optional stehen weitere Designs zur Verfügung, darunter auch jene Felgen, welche meinen Testwagen optisch zusätzlich aufwerten und hervorragend zum Gesamtauftritt passen.
Wer den HR-V noch individueller gestalten möchte, findet bei Honda zahlreiche Möglichkeiten zur optischen Personalisierung. Besonders der Frontgrill in Crystal Black verändert die Wirkung der Front spürbar und verleiht dem SUV einen noch markanteren Charakter. Darüber hinaus bietet Honda verschiedene Designpakete wie das Nordic Silver-Paket oder das Patina Bronze-Paket an, welche gezielt Akzente an Exterieur und Interieur setzen. Im Konfigurator finden sich zusätzlich das Obscura Black-Paket sowie ein Sport-Paket für einen nochmals dynamischeren Auftritt.

Noch exklusiver wirkt der Honda HR-V Advance Plus, der sich serienmäßig unter anderem durch in Wagenfarbe lackierte Stoßfängerbereiche, spezielle Radlaufverkleidungen, Seitenschweller sowie einen Crystal Black-Kühlergrill optisch absetzt. Die Style-Modelle wiederum bringen mit ihrer Zweifarb-Lackierung zusätzliche Individualität ins Spiel und unterstreichen den modernen Charakter des kompakten SUV zusätzlich.
Innenraum: Aufgeräumt, durchdacht und angenehm vertraut
Entern wir den Innenraum des Honda HR-V, zeigt sich schnell, dass Honda den Fokus klar auf Alltagstauglichkeit, Übersicht und eine angenehme Wohlfühlatmosphäre legt. Gleichzeitig eröffnet die Marke auch hier verschiedene Möglichkeiten zur Individualisierung. Neben den bereits erwähnten Designpaketen steht zudem das Illumination-Paket zur Wahl, das mit beleuchteten Einstiegsleisten und vorderen Fußraumleuchten besonders bei Dunkelheit eine angenehm stimmungsvolle Atmosphäre erzeugt.
Im Zuge der Modellüberarbeitung hat Honda den Innenraum gezielt optimiert. Vor allem der untere Bereich der Armaturentafel und die Mittelkonsole wurden neu gestaltet, wodurch sich die kabellose Smartphone-Ladestation sowohl vom Fahrer- als auch vom Beifahrersitz besser erreichen lässt. Die nun flacher und ergonomischer gestaltete Mittelkonsole in hochglänzendem Piano Black wirkt modern und fügt sich harmonisch ins Cockpit ein. Die Neugestaltung bringt ein großes Staufach für kleinere und größere Gegenstände hervor. Je nach Ausstattung befinden sich vorne und hinten zusätzlich mehrere USB-Ladeanschlüsse.

Generell hinterlässt der Innenraum einen guten Eindruck. Die Materialanmutung und die Verarbeitungsqualität bewegen sich insgesamt auf einem tollen Niveau. Besonders die gepolsterten Kunstlederflächen an Armaturenbrett und vorderen Türen werten das Ambiente spürbar auf und verleihen dem HR-V einen angenehm hochwertigen Charakter. Ergänzt wird dies durch alufarbene Akzente, schwarze Klavierlack-Leisten sowie gepolsterte Sonnenblenden.
Ganz ohne Kritik kommt der Innenraum allerdings nicht davon. Bei genauerem Hinsehen fällt auf, dass Honda an einigen Stellen sichtbar spart. So bestehen beispielsweise die hinteren Türverkleidungen vollständig aus Hartplastik. Immerhin sind viele Oberflächen lederartig texturiert und wirken dadurch weniger schlicht. Auch die Verarbeitung zeigt kleinere Schwächen im Detail, bewegt sich insgesamt aber weiterhin auf einem ordentlichen Niveau.
Klassische Bedienung statt Touchscreen-Overload
Besonders angenehm fällt die klare und bedienfreundliche Gestaltung des Cockpits auf. Honda bleibt erfreulicherweise seiner Linie treu und setzt weiterhin größtenteils auf klassische, haptische Tasten. Gerade während der Fahrt sorgt dies für eine intuitive Bedienung und reduziert unnötige Ablenkungen spürbar.

Die Armaturentafel wirkt übersichtlich aufgebaut, wichtige Funktionen befinden sich dort, wo man sie intuitiv erwartet. Instrumente, Klimasteuerung und Audiosystem lassen sich schnell erfassen und unkompliziert bedienen. Lediglich der zentral platzierte Touchscreen setzt vollständig auf Touch- und Wischgesten. Zwar wirkt die Darstellung auf den ersten Blick etwas überladen, allerdings platziert Honda die wichtigsten Menüpunkte dauerhaft sichtbar im unteren Bereich des Bildschirms. Ergänzend erleichtern gut erreichbare Tasten an den Seiten die Bedienung zusätzlich. Die grundlegenden Fahrzeuginformationen und Einstellungen findet man erfreulich schnell.
Honda CONNECT und digitale Vernetzung
Zum Infotainmentangebot gehört das Honda CONNECT-System mit 9-Zoll-Touchscreen, DAB+-Radio, Navigation sowie Smartphone-Integration via Apple CarPlay und Android Auto. Apple CarPlay funktioniert dabei kabellos oder klassisch per Kabel, Android Auto wird kabelgebunden eingebunden. Optional lässt sich zudem ein WiFi-Hotspot einrichten, damit auch Mitreisende unterwegs auf das Internet zugreifen können.
Der Touchscreen selbst reagiert angenehm flott und lässt sich individuell anpassen. Häufig genutzte Funktionen oder Audio-Inhalte können über Shortcuts direkt angesteuert werden, was die Bedienung im Alltag deutlich erleichtert.
Ebenfalls Teil des digitalen Angebots ist die My Honda+ App, mit der sich zahlreiche Fahrzeugfunktionen aus der Ferne steuern lassen. Dazu gehören unter anderem das Ver- und Entriegeln des Fahrzeugs, Fahrzeugstatusanzeigen, Wartungsinformationen oder das Senden von Navigationszielen direkt ans Fahrzeug. Auf Wunsch wird das Smartphone sogar zum digitalen Fahrzeugschlüssel. Zusätzlich bietet Honda praktische Funktionen wie Geofence-Warnungen oder die direkte Standortübermittlung an den Pannendienst im Notfall. Die Plattform steht ab Erstzulassung für drei Jahre kostenlos zur Verfügung.

Hinter dem Lenkrad kombiniert Honda eine digitale 7-Zoll-Instrumentenanzeige mit einem klassischen analogen Tacho. Die dargestellten Informationen lassen sich individuell konfigurieren und bequem über das Multifunktionslenkrad steuern.
Fasten your seat belts
Spätestens im Fond zeigt der Honda HR-V, wie clever Honda den vorhandenen Raum nutzt. Die Beinfreiheit fällt für diese Fahrzeugklasse erfreulich großzügig aus und sorgt selbst auf längeren Strecken für entspanntes Reisen. Trotz der coupéhaft abfallenden Dachlinie sitze ich auch als großgewachsener Mitfahrer angenehm bequem, wenngleich der Kopfbereich etwas weniger Luft bietet als in klassisch gezeichneten SUV-Modellen.
Schade lediglich, dass das neue Panorama-Glasdach ausschließlich der Ausstattung Advance Style Plus vorbehalten bleibt. Dafür dürfen sich alle HR-V Modelle über ein Ausstattungsmerkmal freuen, das längst zu den besonderen Stärken Hondas zählt: die sogenannten Magic Seats.
Magie ist angesagt
Honda ist seit Jahren bekannt für clevere Raumlösungen und echte Alltagspraktiker. Genau dieses Talent beweist der HR-V einmal mehr mit seinen vielseitigen Magic Seats, die ich erfreulicherweise auch im Faceliftmodell vorfinde. Sie gehören für mich ganz klar zu den Highlights des gesamten Fahrzeugs und machen den Honda zu einem der flexibelsten Modelle seiner Klasse.

Das Prinzip dahinter ist ebenso simpel wie genial. Die im Verhältnis 60:40 geteilten Rücksitze lassen sich nicht nur klassisch umklappen, sondern auch auf unterschiedliche Weise konfigurieren. Im sogenannten Utility-Modus klappen die Lehnen nach vorne, während sich die Sitzflächen automatisch absenken. Honda denkt hier angenehm praxisnah mit und integriert zusätzlich eine Abdeckung, welche eine ebene Ladefläche entstehen lässt. Unterteilungen, Fächer unter dem Ladeboden, praktische Haken sowie eine zusätzliche 12-Volt-Steckdose runden das durchdachte Konzept ab.
Noch beeindruckender wird es allerdings, wenn die Sitzflächen mit nur einem Handgriff nach oben geklappt werden. Fast wie Kinositze stehen sie senkrecht im Innenraum und schaffen dadurch eine enorme Ladehöhe vom Fahrzeugboden bis unter das Dach. Genau hier entsteht dieser typische Honda-Moment, bei dem man sich fragt, warum nicht viel mehr Hersteller auf solche Lösungen setzen. Große Zimmerpflanzen, hohe Kartons oder sperrige Gegenstände lassen sich plötzlich erstaunlich unkompliziert transportieren.
Wer dagegen besonders lange Gegenstände verstauen möchte, klappt zusätzlich den Beifahrersitz um und erhält eine Ladefläche von bis zu 2,45 Metern Länge. Beeindruckend für ein kompaktes SUV. Die kleine Stufe unter dem Beifahrersitz erklärt sich übrigens ebenfalls durch Hondas cleveres Packaging-Konzept, denn genau dort sitzt der Kraftstofftank. Erst diese ungewöhnliche Platzierung ermöglicht die Realisierung der Magic Seats.

Kofferraum mit echtem Nutzwert
Auch unabhängig von den variablen Sitzlösungen präsentiert sich der HR-V ausgesprochen praktisch. Das Ladevolumen beträgt von 319 bis zu 1.289 Liter nach VDA-Norm bei umgelegten Rücksitzen. Zusammen mit dem flachen Ladeboden, der niedrigen Ladekante und der großen Kofferraumöffnung entsteht ein angenehm alltagstauglicher Gepäckraum.
Honda selbst spricht davon, dass sich sogar Surfboards oder zwei Mountainbikes für Erwachsene mit ausgebauten Vorderrädern problemlos verstauen lassen. Gleichzeitig bietet ein zusätzliches Fach unter dem Ladeboden Platz für wertvolle oder kleinere Gegenstände.
Besonders komfortabel fällt zudem die optionale elektrische Heckklappe mit „Walk Away Close“-Funktion aus. Wer beide Hände voll hat, drückt lediglich die entsprechende Taste und entfernt sich vom Fahrzeug. Erkennt der Smart-Key-Sensor, dass sich der Schlüssel entfernt, schließt die Heckklappe automatisch.
Cleveres Zubehör für Alltag und Freizeit
Auch beim Zubehör zeigt Honda, wie stark der HR-V auf Alltag, Freizeit und Flexibilität ausgelegt ist. Besonders praktisch fällt die faltbare Kofferraummatte aus, die sich je nach Bedarf entweder mit Teppich- oder wasserabweisender Oberfläche nutzen lässt und zusätzlich die Ladekante schützt.

Das Komfort-Paket ergänzt den HR-V unter anderem um Schmutzfänger, Einstiegsleisten und zusätzlichen Schutz für den Gepäckraum. Tierbesitzer dürften sich dagegen besonders über das passgenaue Hundegitter freuen, welches den Gepäckraum sicher vom Fond trennt — ein Detail, das im Alltag schnell Gold wert sein kann.
Für Outdoor-Fans und aktive Fahrer hält Honda darüber hinaus Dachträger, Querträger, Fahrradträger-Lösungen sowie eine von Honda zertifizierte 400-Liter-Thule-Dachbox bereit. Gerade in Verbindung mit dem ohnehin schon cleveren Raumkonzept wird der HR-V dadurch endgültig zum vielseitigen Begleiter für Alltag, Urlaub und spontane Abenteuer.
Honda bleibt konsequent beim e:HEV
Unter der Haube des Honda HR-V arbeitet weiterhin ausschließlich Hondas bekanntes e:HEV-Hybridsystem. Eine alternative Motorisierung bietet die Marke für den HR-V bewusst nicht an. Honda setzt stattdessen konsequent auf sein über Jahre hinweg weiterentwickeltes Hybridkonzept.

Das System kombiniert zwei Elektromotoren mit einem 1,5-Liter-Vierzylinder-Benziner, einer Lithium-Ionen-Batterie sowie einer intelligenten Leistungssteuerung. Der Benziner selbst leistet 79 kW beziehungsweise 107 PS und stellt 131 Newtonmeter Drehmoment bereit. Für den eigentlichen Vortrieb sorgt allerdings überwiegend der 96 kW starke Elektromotor mit 131 PS und kräftigen 253 Newtonmetern Drehmoment. Der zweite Elektromotor übernimmt die Aufgabe eines Generators.
Ein klassisches Getriebe sucht man im HR-V vergeblich. Honda setzt stattdessen auf eine feste Übersetzung, wodurch das Fahrerlebnis in vielen Situationen angenehm gleichmäßig und fast schon elektrisch wirkt.
Drei Antriebsmodi arbeiten unauffällig im Hintergrund
Je nach Fahrsituation wechselt das Hybridsystem automatisch zwischen drei unterschiedlichen Antriebsarten. Im sogenannten EV Drive fährt der HR-V rein elektrisch und nutzt dafür die Energie der Lithium-Ionen-Batterie. Gerade im Stadtverkehr gleitet das kompakte SUV dadurch oft überraschend leise und entspannt durch den Alltag.

Reicht die Energie der Batterie nicht aus, aktiviert das System automatisch den Hybridmodus. Hier treibt der Benzinmotor den zweiten Elektromotor an, welcher wiederum Strom für den eigentlichen Antriebsmotor erzeugt. Obwohl der Verbrenner in diesem Szenario also läuft, wirkt das Fahrgefühl weiterhin stark elektrifiziert.
Zusätzlich existiert mit dem Engine Drive ein dritter Betriebsmodus. Dabei wird der Benziner über eine Überbrückungskupplung direkt mit den Vorderrädern verbunden. Dies geschieht vor allem bei höheren Geschwindigkeiten oder unter Volllast, etwa zwischen 80 und 120 km/h auf der Autobahn.
Das Zusammenspiel der verschiedenen Komponenten läuft im Alltag meist angenehm unauffällig im Hintergrund ab. Besonders bei entspannter Fahrweise mit sanftem Gasfuß überzeugt der HR-V mit einem harmonischen und geschmeidigen Fahrerlebnis.

Angenehm im Alltag, weniger begeistert von Vollgas
Gerade im Stadtverkehr und auf der Landstraße fühlt sich der HR-V in seinem Element. Das spontane Ansprechverhalten des Elektromotors passt hervorragend zum entspannten Charakter des SUV. Der Honda fährt gelassen, ruhig und angenehm unkompliziert.
Wer es dagegen eiliger hat und das Gaspedal vollständig durchtritt, erlebt die typischen Eigenheiten vieler Hybridantriebe weiterhin deutlich. Zwar hat Honda die Geräuschdämmung sowie die Drehzahlanpassung spürbar verbessert, unter hoher Last macht sich der Benziner akustisch aber weiterhin bemerkbar. Der Sprint auf 100 km/h gelingt in 10,6 Sekunden, maximal sind 170 km/h möglich. Wirklich wohl fühlt sich der HR-V bei dauerhaft hohem Autobahntempo allerdings nicht.
Dort verliert das Hybridkonzept zunehmend seine Effizienzvorteile. Während sich innerorts problemlos Verbrauchswerte um die 4,5 Liter realisieren lassen und auf der Landstraße etwa 5,5 Liter realistisch erscheinen, steigt der Verbrauch auf der Autobahn deutlich an. In meinem Test pendelte sich der Durchschnittsverbrauch bei gemischter Fahrweise um die sechs Liter ein. Auf längeren Autobahnetappen mit höheren Geschwindigkeiten bewegte sich der Verbrauch dagegen eher im Bereich von rund 8,5 Litern.

Der kombinierte Kraftstoffverbrauch des Honda HR-V e:HEV Advance liegt laut Hersteller bei 5,4 Litern auf 100 Kilometer. Die CO₂-Emissionen betragen kombiniert 122 g/km, womit der HR-V in die CO₂-Klasse D eingestuft wird.
Rekuperation und Fahrmodi
Über die Fahrprogramme Sport, Normal und Econ lässt sich der Charakter des HR-V zusätzlich beeinflussen. Im Alltag gefällt mir der Normalmodus weiterhin am besten, da er die ausgewogenste Abstimmung bietet. Der Sportmodus sorgt für eine direktere Gasannahme und etwas spontaneres Ansprechverhalten, während der Econ-Modus klar auf maximale Effizienz ausgelegt ist und unter anderem die Klimaanlage sowie die Leistungsentfaltung entsprechend anpasst.
Zusätzlich erlaubt Honda eine Anpassung der Rekuperation. Über die Schaltwippen hinter dem Lenkrad kann die Stärke der Energierückgewinnung in vier Stufen verändert werden. In der normalen Fahrstufe D erfolgt diese Einstellung temporär, während sie in der zusätzlichen B-Fahrstufe dauerhaft aktiv bleibt. Dadurch lässt sich das Fahrgefühl stärker an ein Elektrofahrzeug annähern und die Verzögerung beim Ausrollen gezielt beeinflussen.

Am Ende passt der e:HEV-Antrieb hervorragend zum Gesamtcharakter des HR-V. Kein Sportler, kein Autobahnjäger, sondern ein angenehm effizienter und entspannter Begleiter für Alltag, Stadtverkehr und Landstraße.
Fahrwerk mit angenehmer Balance
Bereits nach wenigen Kilometern wird deutlich, dass Honda HR-V seinen Fokus klar auf ein ausgewogenes und entspanntes Fahrerlebnis legt. Das Fahrwerk schafft dabei einen gelungenen Spagat zwischen Komfort und ausreichend Dynamik für kurvige Landstraßen. Ganz gleich, ob entspanntes Cruisen durch die Stadt oder etwas flotter durch die nächsten Kehren. Der HR-V vermittelt mir im Test stets ein angenehm sicheres Gefühl.
Das stabile Fahrverhalten gefällt mir dabei besonders gut. Der Honda bleibt souverän auf Kurs, wirkt berechenbar und vermittelt selbst bei schnelleren Richtungswechseln viel Vertrauen. Gleichzeitig arbeitet die Lenkung angenehm präzise und liefert genügend Rückmeldung, um jederzeit ein gutes Gefühl für Fahrzeug und Straße zu behalten.
Honda hat beim aktuellen Modell Hand angelegt und umfassende Überarbeitungen an Fahrwerk, Lenkung und Bremsanlage vorgenommen. Das SUV reagiert direkter auf Lenkbefehle, wirkt präziser und insgesamt deutlich harmonischer als noch beim Vorgänger.

Auch das Fahrwerk selbst liefert eine angenehm direkte Rückmeldung, ohne dabei unkomfortabel zu wirken. Unterstützt wird dies zusätzlich durch den sogenannten Agile Handling Assist. Das System verbessert die Fahrstabilität insbesondere bei schnellen Lenkbewegungen oder spontanen Ausweichmanövern und arbeitet dabei angenehm unauffällig im Hintergrund.
Mehr Ruhe im Alltag
Basis des HR-V bleibt die weiterentwickelte Global Small Plattform von Honda, die nicht nur das Fahrverhalten verbessert, sondern auch beim Geräuschkomfort spürbare Fortschritte ermöglicht. Gerade hier profitiert das Faceliftmodell deutlich von den Optimierungen.
Das Zusammenspiel aus Benzinmotor und Elektromotor arbeitet angenehm geschmeidig. Besonders im Stadtverkehr fährt der HR-V häufig rein elektrisch an, während sich der Verbrenner meist leise und zurückhaltend zuschaltet. Honda hat zudem die Geräuschdämmung verbessert und die Drehzahlanpassung optimiert. Das typische Aufheulen vieler Hybridmodelle beim Beschleunigen wird zwar nicht gänzlich eliminiert, tritt dadurch aber dezenter in Erscheinung.

Auch auf Landstraße und Autobahn bleibt es angenehm ruhig im Innenraum. Wind- und Abrollgeräusche dringen spürbar weniger stark zu den Insassen durch, wodurch der HR-V insgesamt einen sehr entspannten und erwachsenen Eindruck hinterlässt.
Drei Fahrmodi für unterschiedliche Ansprüche
Über die verschiedenen Fahrmodi lässt sich der Charakter des HR-V zusätzlich anpassen. Zur Wahl stehen Sport, Normal und Econ. Während der Sport-Modus für ein spürbar direkteres Ansprechverhalten sorgt, eignet sich der Normalmodus aus meiner Sicht am besten für den Alltag. Hier wirkt das SUV angenehm ausgewogen und harmonisch abgestimmt.
Der Econ-Modus stellt dagegen maximale Effizienz in den Vordergrund und reduziert den Verbrauch, nimmt dem HR-V gleichzeitig aber auch etwas Temperament. Einen echten Sportler macht selbst der Sport-Modus aus dem Honda nicht – das will der HR-V allerdings auch gar nicht sein. Stattdessen überzeugt er mit genau jener Mischung aus Gelassenheit, Sicherheit und unkompliziertem Fahrkomfort, die man sich von einem modernen Familien-SUV wünscht.

Je nach Ausstattung unterstützt zudem das neue Multi-View-System den Fahrer im Alltag. Mithilfe mehrerer Kameras rund um das Fahrzeug erzeugt das System eine präzise 360-Grad-Ansicht auf dem Honda CONNECT-Display. Besonders beim Rangieren in engen Parkhäusern oder unübersichtlichen Bereichen erweist sich das System als angenehm praktische Unterstützung.
Honda SENSING denkt aufmerksam mit
Beim Thema Sicherheit und Assistenzsysteme fährt der Honda HR-V modern und umfangreich ausgestattet vor. Hinter dem Namen Honda SENSING bündelt die Marke zahlreiche Assistenzsysteme, die mithilfe von Kameras, Radar und Sensoren permanent das Fahrzeugumfeld überwachen und den Fahrer in unterschiedlichsten Situationen unterstützen.
Die technische Basis bildet dabei eine hochauflösende Weitwinkelkamera, welche bei der Bildverarbeitung zusätzlich auf künstliche Intelligenz zurückgreift. Dadurch erkennt das System Fahrzeuge, Motorräder, Fahrbahnmarkierungen sowie Verkehrssituationen deutlich präziser. Das Kollisionswarnsystem CMBS mit aktivem Bremseingriff reagiert beispielsweise nicht nur auf vorausfahrende Fahrzeuge, sondern erkennt auch Motorräder oder querende Verkehrsteilnehmer und kann im Ernstfall automatisch eine Notbremsung einleiten, um die Folgen eines möglichen Zusammenstoßes zu reduzieren.

Auch die allgemeine Umfelderkennung wurde verbessert. Der HR-V erkennt unterschiedliche Fahrbahnbeläge ebenso wie Fahrbahnbegrenzungen, Grünstreifen oder Bordsteinkanten. Selbst entgegenkommende Fahrzeuge sowie unbeabsichtigte Spurwechsel ohne gesetzten Blinker werden erkannt. Ergänzend berücksichtigt das System sogar den Neigungswinkel der Straße, um die Geschwindigkeit bei Bergabfahrten gleichmäßiger zu halten.
Viel Technik, aber nicht alles überzeugt
Bevor ich auf die einzelnen Systeme eingehe, muss ich allerdings auch einen deutlichen Kritikpunkt loswerden. Die akustische Warnung bei erkannter Geschwindigkeitsüberschreitung lässt sich ausschließlich im Stand und nur in der Fahrstufe „P“ deaktivieren. Erkennt das System während der Fahrt zudem einmal ein Tempolimit falsch, ist man dem teils ziemlich nervigen Gepiepe hilflos ausgeliefert. Dass sich der Tempolimitwarner unterwegs nicht spontan abschalten lässt, kostet im Alltag auf Dauer wirklich Nerven.
Und wenn ich schon beim Meckern bin: Im Jahr 2026 den Lichtschalter weiterhin manuell bedienen zu müssen, empfinde ich ehrlich gesagt ebenfalls nicht mehr zeitgemäß. Da mir Lichtautomatiken vieler Fahrzeuge generell oft zu spät reagieren, fahre ich persönlich gerne dauerhaft mit eingeschaltetem Licht. Beim HR-V quittiert das Fahrzeug dies beim Aussteigen jedoch sofort mit einer akustischen Erinnerung, das Licht wieder auszuschalten. Kein Drama, aber eben ein Detail, das im Alltag unnötig altmodisch wirkt.
Umfangreiche Sicherheitsausstattung serienmäßig
Davon abgesehen bietet der HR-V eine umfangreiche Sicherheitsausstattung. Das Kollisionswarnsystem erkennt Fußgänger sogar bei Dunkelheit ohne Straßenbeleuchtung und reagiert zusätzlich auf querende Radfahrer. Erkennt das System eine drohende Kollision, unterstützt es den Fahrer zunächst optisch und akustisch und greift bei Bedarf aktiv per Notbremsung ein.
Die adaptive Geschwindigkeitsregelung hält automatisch Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug und arbeitet inklusive Low-Speed-Follow-Funktion angenehm harmonisch. Gerade im zähfließenden Verkehr oder auf längeren Autobahnetappen entsteht dadurch ein entspannteres Fahrerlebnis.

Hinzu kommen ein aktiver Spurhalteassistent, ein Fahrbahnassistent zur Erkennung unbeabsichtigter Spurabweichungen sowie ein intelligenter Geschwindigkeitsbegrenzer, der das Fahrzeug automatisch an erkannte Tempolimits anpassen kann. Die Verkehrszeichenerkennung greift dabei zusätzlich auf Kartendaten zurück und blendet die erkannten Informationen übersichtlich im digitalen Fahrerdisplay ein.
Auch im Stadtverkehr und beim Rangieren unterstützt der Honda zuverlässig. Das Low-Speed-Brake-System erkennt Hindernisse bei niedrigen Geschwindigkeiten und kann bei versehentlich zu starkem Gasgeben eingreifen, um Kollisionen zu vermeiden.
Praktische Helfer im Alltag
Ab der Ausstattung Advance erweitert Honda das Sicherheitspaket zusätzlich um weitere praktische Systeme. Dazu zählen unter anderem der Tote-Winkel-Assistent, der beim Spurwechsel optisch und akustisch vor Fahrzeugen im toten Winkel warnt, sowie der Cross Traffic Monitor, der beim Rückwärts-Ausparken querenden Verkehr erkennt.
Neu hinzugekommen ist außerdem ein Stauassistent mit Spurhaltefunktion. Das System hält automatisch Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug, unterstützt beim Lenken und sorgt besonders im stockenden Verkehr für zusätzliche Entlastung. Löst sich der Stau auf, übernimmt das System ab etwa 60 km/h automatisch wieder die Funktionen des aktiven Spurhalteassistenten.

Ebenfalls angenehm im Alltag zeigt sich das adaptive Fernlicht der höheren Ausstattungslinien. Mithilfe einer Kamera erkennt das System entgegenkommende oder vorausfahrende Fahrzeuge und passt den Lichtkegel automatisch an, ohne andere Verkehrsteilnehmer zu blenden. Gerade auf dunklen Landstraßen funktioniert dies angenehm unauffällig und zuverlässig.
Viel Serie, noch mehr Möglichkeiten
Preislich startet der Honda HR-V als e:HEV Elegance bei 33.900 Euro. Für den von mir getesteten Honda HR-V e:HEV Advance ruft Honda mindestens 36.200 Euro auf. Darüber positionieren sich der Advance Style ab 39.500 Euro, der Advance Plus ab 40.300 Euro sowie der Advance Style Plus für 40.500 Euro.
Bereits die Basisausstattung fällt dabei erfreulich umfangreich aus. Honda SENSING, Honda CONNECT, beheizbare Vordersitze, Einparkhilfe sowie Rückfahrkamera bringt der HR-V schon ab Werk mit. Die von mir gefahrene Ausstattung Advance erweitert das Paket zusätzlich um LED-Kurvenlicht, adaptives Fernlicht, eine sensorgesteuerte elektrische Heckklappe, ein beheizbares Lederlenkrad, Privacy Glass sowie das schlüssellose Zugangssystem.
Insgesamt hinterlässt der HR-V damit einen angenehm ausgewogenen Eindruck. Honda schnürt ein modernes und umfangreich ausgestattetes Gesamtpaket, ohne die Preisspirale dabei völlig eskalieren zu lassen. Selbst mit den im Fahrbericht erwähnten Extras und Individualisierungsmöglichkeiten bleibt mein Testwagen noch unterhalb der 40.000-Euro-Marke.
Und genau hier liegt auch ein wenig die Gefahr beim Blick in den Zubehörkatalog. Denn Honda hält dort einige wirklich gelungene Optionen bereit, die den HR-V nochmals praktischer, individueller oder schlicht noch ein Stück attraktiver machen. Vom cleveren Cargo-Paket über das Hundegitter bis hin zur großen Thule-Dachbox findet sich schnell das ein oder andere Extra, das man eigentlich gar nicht braucht — plötzlich aber trotzdem unbedingt haben möchte.
Stand: Mai 2026; Test und Fotos: Lexi Lind; Innenraumfoto: Honda


