CUPRA Formentor VZ Black Edition (333 PS) 4DRIVE im Fahrbericht
Manche Autos fahren einfach mit. Andere bleiben im Kopf. Der CUPRA Formentor gehört für mich ganz klar zur zweiten Kategorie. Schon bei meiner ersten Begegnung im Jahr 2021 war schnell klar, dass hier etwas Neues entstanden ist. Kein weiterer Ableger aus einem bestehenden Modellprogramm, sondern ein Fahrzeug mit eigener Identität. Genau dieser Mut hat den Formentor damals so besonders gemacht. Während viele Hersteller auf Bewährtes setzten, ging CUPRA einen anderen Weg – und schuf ein Modell das sich weder als klassisches SUV noch als Sportwagen erklären wollte. Es wollte einfach CUPRA sein.

Heute, einige Jahre später, präsentiert sich der Formentor in überarbeiteter Form. Das Facelift hat seinen Charakter nicht verändert, sondern geschärft. Die Front wirkt noch markanter, der Innenraum moderner und hochwertiger, die Technik zeitgemäßer. Und mit dem 333 PS starken VZ Black Edition steht weiterhin genau die Variante an der Spitze des Modellprogramms, die den sportlichen Anspruch der Marke am eindrucksvollsten verkörpert.
Doch Datenblätter erzählen immer nur einen Teil der Geschichte. Entscheidend ist für mich vielmehr, ob ein Auto auch nach den ersten Kilometern noch dieses gewisse Etwas besitzt. Ob ich mich jedes Mal freue, wenn ich auf einem Parkplatz noch einmal einen Blick zurückwerfe. Ob sich Design, Fahrgefühl und Emotion zu einem stimmigen Gesamtbild verbinden.

Genau dieser Frage möchte ich im folgenden Fahrbericht nachgehen. Hat der CUPRA Formentor auch nach seinem Facelift noch das, was ihn einst so besonders gemacht hat? Oder anders gefragt: Kann man einen Charakter weiterentwickeln, ohne dabei seine Seele zu verlieren?
Das Facelift
Es gibt Autos, die fallen auf. Und es gibt Autos, nach denen man sich noch einmal umdreht. Der CUPRA Formentor gehört für mich hier ebenfalls zur zweiten Kategorie.
Schon vor dem Facelift zählte das Crossover-Coupé für mich zu den eigenständigsten Erscheinungen auf unseren Straßen. Auch heute hat sich daran nichts geändert. Im Gegenteil: CUPRA hat den Charakter des Formentor nicht neu erfunden, sondern genau dort nachgeschärft, wo es sinnvoll war.
Mit 4,45 Metern Länge, 1,84 Metern Breite und einer Höhe von lediglich rund 1,52 Metern bringt der Formentor genau die Proportionen mit, die ihn so unverwechselbar machen. Er verbindet die erhöhte Sitzposition und Präsenz eines SUV mit der flachen Silhouette und Dynamik eines Coupés. Eine Mischung, die auch Jahre nach seiner Premiere nichts von ihrer Faszination verloren hat.

Den größten Unterschied zum Vorgänger macht die neu gestaltete Frontpartie aus. Die sogenannte Shark-Nose-Front verleiht dem Formentor einen noch entschlosseneren Ausdruck. Gemeinsam mit den dreieckigen Matrix-LED-Scheinwerfern wirkt die Front deutlich schärfer und moderner. Das CUPRA-Logo sitzt nun selbstbewusst auf der Motorhaube und unterstreicht den eigenständigen Markenauftritt.
Mein Blick wandert vom markanten Heck über den fließenden Dachverlauf bis hin zur lang gestreckten Motorhaube. Genau dieses Zusammenspiel macht den Formentor für mich aus. Er wirkt kraftvoll, ohne plump zu erscheinen, sportlich, ohne sich aufzudrängen. Aus nahezu jeder Perspektive entsteht der Eindruck, dass hier alles in Bewegung ist – selbst wenn das Fahrzeug längst steht.
Doch die markanten Linien dienen nicht ausschließlich der Optik. Luftführungen an der Front unterstützen die Aerodynamik und tragen gleichzeitig zur Kühlung der Bremsanlage bei. Form und Funktion gehen beim Formentor spürbar Hand in Hand.

Auch das Heck bleibt eines der Highlights. Das durchgehende Leuchtenband zählt längst zu den Erkennungsmerkmalen des Formentor und wird beim Facelift nun durch ein beleuchtetes CUPRA-Logo ergänzt. Zusammen mit dem ausgeprägten Heckdiffusor, dem Dachkantenspoiler und den vier Endrohren des VZ entsteht ein Auftritt, der Sportlichkeit vermittelt, ohne künstlich überzeichnet zu wirken.
Die Individualisierung
Je nach Ausstattung setzen exklusive Leichtmetallräder, kupferfarbene Bremssättel und neue Mattlackierungen zusätzliche Akzente. Gerade die Black Edition unterstreicht den selbstbewussten Charakter des Formentor mit zahlreichen dunklen Details und passt für meinen Geschmack hervorragend zu seiner ohnehin ausdrucksstarken Linienführung.
Wer den ohnehin markanten Auftritt des CUPRA Formentor noch weiter individualisieren möchte, bekommt künftig eine neue Möglichkeit an die Hand. Mit CUSTOM CUPRA by ABT erweitert CUPRA sein Angebot erstmals um eine werkseitige Individualisierung, die gemeinsam mit den Performance-Spezialisten von ABT Sportsline entwickelt wurde.

Das Design- und Aerodynamik-Paket überträgt den unverwechselbaren Auftritt des exklusiven Formentor VZ5 auf weitere Modellvarianten. Je nach Ausführung umfasst die Individualisierung unter anderem einen markanten Frontsplitter, neu gestaltete Air-Curtain-Elemente, Seitenschweller, einen Dachspoiler, zusätzliche C-Flaps am Heck sowie exklusive Leichtmetallräder. CUPRA Logos in Dark Chrome und dezente ABT Schriftzüge setzen weitere Akzente und verleihen dem Crossover-SUV einen noch eigenständigeren Auftritt.
Für den CUPRA Formentor stehen die Individualisierungsmöglichkeiten bei den VZ-Modellen sowie in einer speziell auf den VZ5 abgestimmten Variante zur Verfügung. Während der 390 PS starke Formentor VZ5 einige exklusive Designelemente und 20-Zoll-Leichtmetallräder in Glossy Black erhält, können die übrigen VZ-Modelle unter anderem mit 19-Zoll-CUSTOM-Leichtmetallrädern in Sport Black Matt ausgestattet werden.
Besonders spannend finde ich dabei den Ansatz, dass diese Individualisierung nicht nachträglich erfolgt, sondern bereits im Rahmen der Fahrzeugbestellung konfiguriert werden kann. CUSTOM CUPRA by ABT soll ab dem vierten Quartal 2026 verfügbar sein und eröffnet allen, die ihren Formentor noch individueller gestalten möchten, völlig neue Möglichkeiten – direkt ab Werk.
Willkommen im Cockpit
Noch bevor ich überhaupt Platz nehme, macht der CUPRA Formentor deutlich, dass hier nichts dem Zufall überlassen wurde. Schon beim Öffnen der Tür empfängt mich der beleuchtete CUPRA Schriftzug in den Einstiegsleisten, während das Logo auf den Boden projiziert wird. Eine kleine Spielerei? Vielleicht. Vor allem aber ein Detail, das sofort Lust auf die kommenden Kilometer macht.

Im Innenraum setzt sich das markante Design konsequent fort. Kupferfarbene Akzente ziehen sich durch das gesamte Cockpit – von den Ziernähten über die Lüftungsdüsen bis hin zum Lenkrad – und bilden gemeinsam mit den dunklen Dekorelementen einen gelungenen Kontrast. Das wirkt modern, hochwertig und hebt sich angenehm von den oft eintönig gestalteten Innenräumen vieler Mitbewerber ab.
Auch das Facelift hat hier sichtbar nachgelegt. Die Materialien fühlen sich noch hochwertiger an, die Verarbeitung hinterlässt einen sehr soliden Eindruck und CUPRA setzt zunehmend auf nachhaltige Werkstoffe, ohne dabei den sportlichen Charakter des Innenraums aus den Augen zu verlieren.
Mein Platz ist schnell gefunden. Die Sportschalensitze bieten ausgezeichneten Seitenhalt, ohne auf längeren Strecken unbequem zu werden. Sie verbinden genau die Eigenschaften, die ich mir von einem sportlich ausgelegten Fahrzeug wünsche: Halt, Komfort und eine Sitzposition, die das Gefühl vermittelt, eins mit dem Auto zu werden.
Ein echtes Highlight bleibt das CUPRA Lenkrad. Neben den bekannten Bedienelementen befinden sich dort weiterhin zwei Schalter, die inzwischen fast schon zum Markenzeichen der Spanier geworden sind. Rechts startet der Motor auf Knopfdruck, links wartet die CUPRA-Taste darauf, den Charakter des Formentor mit einem Fingerdruck zu verändern.

Dank der Shift-by-Wire-Technik fällt der Wählhebel des 7-Gang-DSG angenehm kompakt aus und schafft zusätzlichen Platz auf der Mittelkonsole. Das sorgt nicht nur für eine aufgeräumte Optik, sondern unterstreicht auch den modernen Gesamteindruck des Cockpits.
Mehr Technik, bessere Bedienung
Den größten Entwicklungsschritt vollzieht der Formentor jedoch bei seinem Infotainment. Das neue 12,9 Zoll große Display arbeitet deutlich schneller als bisher, die Menüstruktur wirkt aufgeräumter und der nun beleuchtete Touch-Slider erleichtert die Bedienung insbesondere bei Dunkelheit. Auch wenn ich mir persönlich nach wie vor einen klassischen Lautstärkeregler wünschen würde, hinterlässt das neue System insgesamt einen wesentlich ausgereifteren Eindruck.
Das volldigitale Cockpit bietet zahlreiche Individualisierungsmöglichkeiten und liefert gestochen scharfe Darstellungen – von der großflächigen Navigationskarte bis hin zu fahrdynamischen Anzeigen wie Leistungsabgabe oder G-Kräften. Jeder kann sich seine bevorzugte Ansicht nach den eigenen Vorstellungen zusammenstellen.

Selbstverständlich gehören kabelloses Apple CarPlay und Android Auto ebenso zum Repertoire wie induktives Laden für kompatible Smartphones und umfangreiche Online-Dienste über CUPRA Connect. Die Sprachsteuerung reagiert zuverlässig auf natürliche Spracheingaben und ermöglicht viele Funktionen, ohne den Blick unnötig von der Straße abzuwenden.
Musikliebhaber dürfen sich ebenfalls freuen. Statt des bisherigen BeatsAudio-Systems setzt CUPRA nun auf eine gemeinsam mit Sennheiser entwickelte Premium-Soundanlage. Zwölf Lautsprecher sorgen für einen beeindruckend klaren und räumlichen Klang, der den hochwertigen Gesamteindruck des Innenraums zusätzlich unterstreicht.
Alltag kann der Formentor auch
Bei aller Sportlichkeit bleibt der Formentor erfreulich alltagstauglich. In der Allradversion fasst der Kofferraum 420 Liter, bei den frontgetriebenen Varianten stehen sogar 450 Liter zur Verfügung. Durch das Umklappen der Rücksitzlehnen wächst das Ladevolumen auf bis zu 1.475 Liter.

Wer sich für den Formentor entscheidet, wird dies vermutlich in erster Linie wegen seines Designs und seines Fahrspaßes tun. Umso angenehmer ist es, dass er im Alltag keinerlei Kompromisse beim Platzangebot verlangt und auch längere Reisen mit vier Erwachsenen problemlos meistert.
Zwei Charaktere, ein Fahrzeug
Es gibt Sportmodelle, die ihre Leistung bei jeder Gelegenheit demonstrieren möchten. Der CUPRA Formentor gehört für mich nicht dazu. Seine größte Stärke liegt vielmehr darin, dass er zwei völlig unterschiedliche Charaktere in sich vereint.
Schon im Comfort-Modus zeigt sich der Spanier von seiner entspannten Seite. Das adaptive Fahrwerk DCC spricht sensibel an, Unebenheiten werden sauber verarbeitet und auch auf längeren Strecken entsteht ein überraschend hoher Reisekomfort. Ehrlich gesagt hätte ich genau diesen Komfortanspruch bei einem 333 PS starken Performance-Crossover in dieser Form nicht erwartet.

Gerade diese Wandlungsfähigkeit macht den Formentor für mich so besonders. Morgens gleitet er entspannt durch den Berufsverkehr, nachmittags reicht ein Druck auf die CUPRA-Taste und derselbe Wagen zeigt eine völlig andere Seite.
Ein Tastendruck verändert alles
Mit dem markanten Startknopf auf der rechten Seite des Lenkrads erwacht der Formentor zum Leben. Noch spannender ist für mich allerdings die CUPRA-Taste auf der linken Seite. Sie gehört inzwischen zu den unverwechselbaren Markenzeichen der spanischen Performance-Marke.
Ein kurzer Druck genügt, um zwischen den verschiedenen Fahrprofilen wie Comfort, Performance und Individual zu wechseln. Wer den Schalter länger gedrückt hält, aktiviert unmittelbar den CUPRA-Modus. Genau dort fühlt sich der Formentor für mich am wohlsten.

Im Individual-Modus lassen sich zahlreiche Parameter an die eigenen Vorlieben anpassen. Dämpfer, Lenkung, Ansprechverhalten des Motors und die Charakteristik des 7-Gang-DSG können nahezu unabhängig voneinander abgestimmt werden. Dadurch gelingt es, den Formentor ganz nach den persönlichen Vorstellungen zu konfigurieren – komfortbetont im Alltag oder spürbar dynamischer auf kurvenreichen Landstraßen.
Sportlich ohne Kompromisse beim Komfort
Mit dem Facelift hat CUPRA das adaptive Fahrwerk nochmals spürbar verfeinert. Die Dämpfer arbeiten noch sensibler, gleichzeitig wirkt das Fahrzeug in schnellen Kurven präziser und direkter. Hinzu kommt der serienmäßige Torque Splitter des 333 PS starken VZ, der die Antriebskraft variabel zwischen den Hinterrädern verteilt und dem Formentor insbesondere beim Herausbeschleunigen aus Kurven zusätzliche Agilität verleiht.
Dabei gefällt mir besonders, dass der Formentor nie den Eindruck vermittelt, seine sportlichen Gene ständig unter Beweis stellen zu müssen. Brutale Härte, eine unnötig schwergängige Lenkung oder kompromisslose Fahrwerksabstimmungen sucht man hier vergeblich. Stattdessen vermittelt der CUPRA jederzeit Souveränität.

Die Progressivlenkung arbeitet angenehm direkt und vermittelt ein präzises Fahrgefühl, ohne nervös zu wirken. Genau diese Ausgewogenheit macht den Formentor für mich aus. Er fordert seinen Fahrer nicht permanent heraus, sondern passt sich erstaunlich flexibel an die jeweilige Fahrsituation an.
Emotion auf Knopfdruck
Mit dem Wechsel in den CUPRA-Modus verändert sich nicht nur die Fahrwerksabstimmung. Auch akustisch zeigt der Spanier nun deutlich mehr Präsenz. Der Motor klingt kerniger, spontaner und emotionaler. Dass dabei künstlich erzeugte Klanganteile zum Einsatz kommen, ist bekannt. Entscheidend ist für mich jedoch etwas anderes: Der Sound passt zum Charakter des Fahrzeugs und sorgt jedes Mal aufs Neue für ein kleines Lächeln.
Doch es ist nicht allein der Klang, der begeistert. Es ist vielmehr dieses harmonische Zusammenspiel aus präziser Lenkung, fein abgestimmtem Fahrwerk und kraftvollem Antrieb. Der Formentor vermittelt jederzeit Vertrauen und macht genau dadurch enorm viel Spaß.

Vielleicht beschreibt genau das seinen Charakter am besten: Der CUPRA Formentor möchte nicht permanent der Lauteste oder Härteste sein. Er möchte der Fahrer sein, der nach jeder Kurve Lust auf die nächste macht. Und genau das gelingt ihm beeindruckend gut.
Kraft, die niemals aufdringlich wirkt
333 PS. 420 Newtonmeter Drehmoment. Allradantrieb. Zahlen, die auf dem Papier zunächst einmal Respekt einflößen. Doch genau darin liegt für mich eine der größten Überraschungen des CUPRA Formentor VZ Black Edition.
Denn trotz seiner beeindruckenden Leistungsdaten wirkt der Spanier niemals übermotorisiert oder gar einschüchternd. Im Gegenteil. Er vermittelt vom ersten Meter an das Gefühl, seine Kraft jederzeit kontrolliert und souverän auf die Straße zu bringen.

Der zwei Liter große TSI-Turbobenziner entwickelt seine Leistung angenehm gleichmäßig. Bereits aus niedrigen Drehzahlen steht reichlich Drehmoment zur Verfügung, sodass spontane Zwischenspurts oder Überholmanöver mühelos gelingen. Dabei entsteht nie das Gefühl, dass der Motor den Fahrer überfordert. Vielmehr arbeitet er mit einer Gelassenheit, die hervorragend zum Charakter des Formentor passt.
Leistung, die Vertrauen schafft
Beeindruckend ist vor allem, wie harmonisch Motor, Allradantrieb und Fahrwerk zusammenarbeiten. Dank 4Drive und Torque Splitter gelangt die Leistung auch bei nasser Fahrbahn oder beim Herausbeschleunigen aus engen Kurven zuverlässig auf die Straße. Wo andere leistungsstarke Fahrzeuge gelegentlich um Traktion kämpfen, bleibt der Formentor bemerkenswert gelassen.
Der Sprint auf 100 km/h gelingt in lediglich 4,8 Sekunden. Spätestens dann wird deutlich, welches Potenzial unter der Motorhaube steckt. Dennoch empfinde ich die Beschleunigung nicht als brachial oder nervös. Der Formentor baut seinen Vortrieb mit beeindruckender Konsequenz auf und vermittelt dabei jederzeit ein hohes Maß an Sicherheit und Kontrolle.

Vielleicht ist genau das seine größte Stärke. Er möchte seinen Fahrer nicht beeindrucken, indem er ihn bei jedem Tritt aufs Gaspedal brutal in die Sportsitze presst. Vielmehr vermittelt er das beruhigende Gefühl, jederzeit über reichlich Leistungsreserven zu verfügen.
Das perfekte Team
Einen ebenso großen Anteil am Fahrerlebnis hat das serienmäßige 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe. Die Gangwechsel erfolgen nahezu unmerklich, blitzschnell und stets im passenden Moment. Im Alltag überlasse ich dem DSG deshalb gerne die Arbeit.
Wer selbst eingreifen möchte, kann jederzeit über die Schaltwippen am Lenkrad die Kontrolle übernehmen. Doch ehrlich gesagt liefert das Getriebe derart souveräne Arbeit ab, dass ich dafür nur selten einen Anlass sehe.

Gerade im Zusammenspiel mit den verschiedenen Fahrprofilen verändert das DSG seinen Charakter spürbar. Während es im Comfort-Modus früh hochschaltet und den Motor angenehm zurückhaltend arbeiten lässt, nutzt es im CUPRA-Modus die Drehzahlbereiche deutlich konsequenter aus und reagiert nochmals spontaner auf jeden Gasbefehl.
Fahrspaß mit Vernunft
Bei aller Performance überrascht der Formentor auch beim Verbrauch. Natürlich entscheidet am Ende der rechte Fuß über den tatsächlichen Durchschnitt. Wer das vorhandene Leistungspotenzial regelmäßig ausschöpft, wird andere Werte erzielen als bei entspannter Fahrweise.
Gerade das macht den Formentor für mich so sympathisch. Er kann beides. Er lädt dazu ein, kurvenreiche Landstraßen mit Begeisterung unter die Räder zu nehmen, begleitet seinen Fahrer aber genauso entspannt durch den Alltag oder auf langen Autobahnetappen.

Der kombinierte Kraftstoffverbrauch liegt bei 8 ½ bis 9 Litern Super Plus auf 100 Kilometern. Bei sportlicher Fahrweise packt man gut und gerne drei bis vier Liter obendrauf.
Mehr als nur 23 PS zusätzlich
Natürlich liest sich der Unterschied zwischen 310 und 333 PS zunächst überschaubar. Doch das Facelift definiert den VZ nicht allein über ein kleines Leistungsplus. Das Zusammenspiel aus Motor, Torque Splitter, Fahrwerk und Antrieb wirkt heute noch harmonischer und präziser. Genau dadurch fühlt sich der Formentor nicht einfach schneller an – sondern erwachsener.

Vielleicht beschreibt genau das den Charakter am besten. Er muss niemandem etwas beweisen. Der CUPRA Formentor VZ weiß einfach, was er kann. Und genau diese Souveränität macht jede Fahrt aufs Neue zu einem besonderen Erlebnis.
Sicherheit auf höchstem Niveau
Sportlichkeit und Sicherheit schließen sich längst nicht mehr aus. Der CUPRA Formentor beweist eindrucksvoll, dass beides hervorragend miteinander harmonieren kann. Das bestätigt auch die unabhängige Prüforganisation Euro NCAP, die dem Formentor erneut die Höchstwertung von fünf Sternen verliehen hat – und das nach den deutlich verschärften Testkriterien des Jahres 2025.
Besonders überzeugt hat mich schon immer, wie harmonisch die einzelnen Assistenzsysteme zusammenarbeiten. Der adaptive Tempomat ACC hält nicht nur zuverlässig Geschwindigkeit und Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug, sondern berücksichtigt dank Navigationsdaten auch den Streckenverlauf. Kurven, Kreisverkehre oder geänderte Tempolimits werden frühzeitig erkannt und in die Fahrweise einbezogen.

Einen großen Schritt nach vorne macht das Facelift bei den aktiven Sicherheitssystemen. CUPRA setzt nun auf weiterentwickelte Kamera- und Radarsensoren, die den Funktionsumfang des Front Assist deutlich erweitern. Neu hinzugekommen sind unter anderem eine Kreuzungsassistenz, die Erkennung von Abbiegesituationen sowie eine verbesserte Frontkollisionsvermeidung. Ziel ist es, kritische Situationen möglichst früh zu erkennen und Unfälle bestenfalls gar nicht erst entstehen zu lassen.
Ein aufmerksamer Begleiter
Auch der Travel Assist zählt für mich zu den angenehmsten Begleitern auf längeren Strecken. Er kombiniert den adaptiven Tempomaten mit dem Spurhalteassistenten und unterstützt den Fahrer dabei, den Formentor sicher in der Fahrspur zu halten. Gerade auf langen Autobahnetappen sorgt dieses Zusammenspiel für ein spürbar entspannteres Fahrerlebnis.

Hinzu kommen zahlreiche weitere Assistenzsysteme, die im Hintergrund arbeiten, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Genau diese unaufgeregte Art gefällt mir. Die Technik möchte den Fahrer nicht ersetzen, sondern ihn dort unterstützen, wo sie einen echten Mehrwert bietet.
Wenn jede Sekunde zählt
Sollte der Fahrer dennoch einmal nicht mehr reagieren, greift der Notfallassistent ein. Bleiben Lenk- oder Pedalbewegungen aus, fordert das System zunächst zum Eingreifen auf. Erfolgt weiterhin keine Reaktion, bringt der Formentor das Fahrzeug kontrolliert zum Stillstand, aktiviert die Warnblinkanlage und setzt über das eCall-System automatisch einen Notruf ab. Gleichzeitig werden wichtige Fahrzeugdaten und der Standort an die Rettungsleitstelle übermittelt.

Am Ende vermittelt der CUPRA Formentor genau das Gefühl, das ich mir von einem modernen Fahrzeug wünsche. Die Technik arbeitet aufmerksam im Hintergrund, greift nur dann ein, wenn sie wirklich gebraucht wird, und gibt dem Fahrer jederzeit das beruhigende Gefühl, im Ernstfall auf einen verlässlichen Partner zählen zu können.
Sportlichkeit hat ihren Preis – aber auch ihren Gegenwert
Der von mir gefahrene CUPRA Formentor VZ Black Edition 2.0 TSI 4Drive mit 333 PS startet bei 58.900 Euro. Damit positioniert sich das sportliche SUV-Coupé keineswegs als Schnäppchen, bewegt sich angesichts seiner umfangreichen Ausstattung und der gebotenen Performance jedoch auf einem nachvollziehbaren Preisniveau.

Bereits ab Werk bringt die Black Edition vieles mit, was bei anderen Herstellern häufig auf der Aufpreisliste landet. Dazu zählen unter anderem HD-Matrix-LED-Scheinwerfer, das intelligente Fahrassistenz-Paket inklusive Top-View-Kamera und PreCrash Assist, das Sennheiser High-End-Soundsystem, die CUPRA CUP Supersport-Schalensitze sowie zahlreiche Komfort- und Designdetails.
Natürlich ist ein Einstiegspreis von knapp 60.000 Euro eine Summe, über die man spricht. Gleichzeitig bekommt man dafür ein Fahrzeug, das optisch aus der Masse heraussticht, mit seinem 333 PS starken Antrieb beeindruckende Fahrleistungen bietet und dabei im Alltag erstaunlich vielseitig bleibt.
Genau darin sehe ich die besondere Stärke des Formentor. Er ist kein kompromissloser Sportwagen, der nur auf der Landstraße begeistert, und ebenso wenig ein beliebiges SUV. Er schafft den Spagat zwischen Dynamik, Alltagstauglichkeit und hochwertiger Ausstattung auf eine Weise, die in dieser Fahrzeugklasse längst nicht selbstverständlich ist.
Stand: Juli 2026; Test und Fotos: Lexi Lind; Innenraum-/byABT-Fotos: CUPRA
