Suzuki Vitara S – Das „S“ steckt unter der Haube.

Beim flüchtigen Hinsehen wird Dir das S beim Vitara gar nicht auffallen, denn eigentlich handelt es sich auch „nur“ um das stärkere Benziner-Modell. Der anders gestaltete Kühlergrill verlangt schon den aufmerksamen Kennerblick und auch der eher unauffällige Auspuff am Heck sorgt kaum für den Aha-Effekt. Und auch so Dinge wie die schwarzen 17-Zöller Alus, der geänderte Einsatz in der Frontschürze oder die silbergrauen Außenspiegelkappen könnten ja rein ausstattungsbedingt sein. Das gilt im Prinzip auch für den Innenraum – frisch, peppig und modern ist der immer, nur im „S“ sind die Applikationen und Nähte in Rot. Der echte Unterschied zeigt sich beim Blick unter die Haube oder in die Technischen Daten, denn im Vitara S geht ein 140 PS starker Benziner anstelle der beiden 120 PS Triebwerke ans Werk. Und der bringt 20 km/h mehr Speed (200 Spitze) und einen um 2 Sekunden schnelleren Sprint auf 100 (10,2 Sekunden). Ich bin den Unterschied für Dich gefahren…

Der Suzuki Vitara ist ein Hingucker, besonders weil er nicht nur eine markante Karosserie trägt, sondern vor allem auch weil er in schicken Farben und dazu auch noch Zweifarblackierungen angeboten wird. Außerdem hat Suzuki zahlreiches Zubehör im Angebot, mit dem Du Deinen Vitara noch weiter individualisieren und aufwerten kannst.

Da bleibt natürlich nicht wirklich viel, was den Vitara S unterscheidet, er sollte ja auch nicht prollig wirken. So beschränken sich die Veränderungen für das sportliche Topmodell auf einen neuen Kühlergrill, silbergraue Außenspiegelkappen und schwarze 17 Zoll Alufelgen sowie an den hinteren Seitenschieben und der Heckscheibe eine besondere Abdunklung. Irgendwie hatte ich ein bisschen mehr „S“ erwartet oder gewünscht, z.B. einen dicken Doppelrohrauspuff, vielleicht noch etwas mehr Kotflügelverbreiterung und breitere Reifen …

Na hier könnte ja auch ein Tuner in die Presche springen, und dann auch das eigentliche „S“, die 140 PS des 1,4 Liter Boosterjet Turbobenziners, noch ein wenig „aufmotzen“. Um im weiteren Verlauf meines Testberichtes nicht immer wieder den bereits getesteten „kleineren“ Vitara zu bemühen, verweise ich an dieser Stelle gleich mal auf den entsprechenden Bericht.

Denn auch im Innenraum erfindet sich der Vitara S nicht neu, statt den Applikationen z.B. in Türkis kommen hier rote Verzierungen zum Einsatz, auch als Umrandung von Tacho und Drehzahlmesser und um die Lüftungsdüsen, wo sie die roten Ringe aus den Frontscheinwerfern wieder aufgreifen sowie als rote Nähte an den Sitzen und am griffigen Lederlenkrad. Dazu gesellt sich bei unserem Testwagen ein silberfarben gebürstetes Dekorelement und nicht zu vergessen die Edelstahlpedale.

Die Sitze können so – nur nicht mit roten Nähten auch für den normalen Vitara geordert werden, sind schick mit Glatt- und Veloursleder bezogen, gut ausgeformt und mit einer zweistufigen Sitzheizung mit recht großen Schaltern bestückt.

Nicht ganz gefallen kann das reichlich verarbeitete Hartplastik, vor allem oben am Armaturenbrett und den Türverkleidungen, zudem glänzt es recht speckig. Der Monitor ist wie bei allen Suzuki in vier Segmente (Radio, Handy, Connect und Navi) unterteilt, die Bedienung per Touchscreen gestaltet sich einfach und intuitiv.

Man sitzt sich vorne ein klein wenig ein, hinten dafür ist zwar der Platz auch hinter 1,80 m Fahrer gut, doch insgesamt etwas hart und man sitzt recht steil, der Mittelsitz ist richtig unbequem, außen ist die Ausformung ausreichend.

Wie der Diesel so der Benziner: Der ausgewogene Fahrkomfort kann meist gut gefallen, auf schlechten Straßen wirkt er aber etwas raubeinig.

Der Suzuki Vitara S ist stets mit dem Allradantrieb ausgestattet, der lässt neben dem Auto-Modus auch die Sport-, Schnee- und Lock-Version zu. Damit garantiert der Japaner stets eine sehr gute Traktion. Die Lenkung hat vor allem um die Mittellage etwas wenig Gefühl und zeigt sich indirekt, langgezogenen Kurven verlangen häufig Lenkkorrekturen.

Der gute Geradeauslauf wird nur durch gelegentliches Nachlaufen bei Spurrillen ein wenig getrübt. Das weiße Fahrlicht streut schön breit, könnte aber gerne etwas weiter reichen und der Auffahrwarner ließ sich bei meinem Testwagen immer wieder mal in Kurven von Schildern verwirren.

Radargestützt überwacht das Fahrzeug den Bereich voraus, warnt akustisch und unterstützt den Fahrer bei einer Notbremsung oder leitet diese, wenn der Fahrer nichts unternimmt, zur Not selbst ein. Auf diese Radarüberwachung greift auch der adaptive Tempomat zurück, der die Geschwindigkeit an das vorausfahrende Fahrzeug anpasst.

Der Benzinmotor läuft zumeist leise und zurückhaltend, nur wenn man ihn echt tritt, wird er ein klein wenig laut und kernig, genau so wie man es für einen „S“ erwartet.

Man sollte aber von dem „S“ nicht zu viel erwarten, es ist letztlich nur die Benzinvariante, und die leistet ordentliche 140 PS / 103 kW bei 5.500 Touren. Dazu gesellen sich 220 Nm maximales Drehmoment bei Umdrehungen pro Minute – und damit wird er 200 km/h schnell und sprintet in 10,2 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h.

Damit kann man prima leben und lässt den Diesel mit 20 km/h und im Sprint mit über 2 Sekunden hinter sich. Aufholen kann der klarer Weise dann wieder beim Verbrauch, hier hat der Vitara S mit 6,1 Litern auf meiner gewohnten Strecke dennoch ganz gut abgeschnitten. Allerdings zeigte sich auch hier der Bordcomputer etwas beschönigend, denn während der 6,2 Liter auf 100 km anzeigte, flossen an der Zapfsäule 6,6 Liter zurück in den Tank. Damit bleibt man von der Werksangabe über einen Liter weg und so sind auch die 121 g/km CO2 nicht zu halten.

Die Sechsgang-Schaltung arbeitet exakt und auf kurzen Wegen, wirkt aber etwas hölzern und zeigt einen deutlichen Holperer über die Leerlaufstellung. Die Abstimmung passt gut zum sportlichen Motor und ist insgesamt eher kurz übersetzt, dennoch kann man auch prima niedertourig fahren. Auf der Autobahn würde ich mir aber häufig einen etwas länger ausgelegten sechsten Gang wünschen.

Beim Suzuki Vitara S hast Du die Wahl zwischen Sechsgang-Schaltgetriebe und Automatik, jeweils mit und ohne Allrad, den Suzuki Allgrip nennt. Unter der Haube steckt immer der 1,4 Liter BOOSTERJET mit 140 PS. Die vier Varianten liegen damit bei 25.090,- Euro für den Handschalter, 26.790,- Euro mit Allrad, 26,590,- Euro für die Automatik und 28.290,- wenn die auch mit Allrad ausgestattet ist.

Die Ausstattung ist dabei stets üppig, als Extras stehen Dir neben der Metalliclackierung für 500,- Euro und der Zweifarben-Lackierung für 360,- Euro auch noch zwei Zubehör-Pakete, das Kit Urban für 636,17 Euro mit Blenden für das Tagfahrlicht, Seitenschutzleisten und Dachkantenspoiler sowie das Kit Rugged für 643,24 Euro mit speziellem Unterfahrschutz vorne und hinten, Blende für das Tagfahrlicht, Seitenschutzleisten und Ladekantenschutz in zur Wahl.

Stand: April 2017, Test und Fotos: CARWALK – Der Autoblog

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