Die Neuausrichtung: Ford KA+

Der Zusatz „+“ steht für mehr als nur zwei zusätzliche Türen. Der neu aufgelegte Ford KA+ präsentiert eine völlige Neuausrichtung des kleinsten Ford Sprosses. Stolze 30 Zentimeter länger als der Vorgänger und ausschließlich als Fünftürer zu haben, setzt die neue Generation auf eine vorbildliche Alltagstauglichkeit. In Indien und in Südamerika bereits zuhause, ist der Kleinste in entsprechender Abstimmung zu einem Anschaffungspreis von 9.990 Euro nun auch bei uns erhältlich. Dabei handelt es sich beim Einstiegsmodell KA+ keineswegs um ein nacktes Basismodell.

Wie auch schon der Fiesta, B-MAX und EcoSport, basiert auch der neue KA+ auf der von Ford weltweit genutzten B-Plattform. Und auch was die Designsprache anbelangt, ist die Familienzugehörigkeit unverkennbar.

Das gilt auch für den Innenraum. Wenn man hier auch im Gegensatz zu den höheren Fahrzeugklassen bei den verbauten Materialien Abstriche machen muss. Doch trotz der mit Blick auf den Preis verbauten Hart-Plastik-Materialien entsteht nicht der Eindruck eines Billigheimers, zudem sorgen Dekorelemente für eine ansprechende Atmosphäre und auch die Verarbeitung des KA+ kann rundum überzeugen.

Besonders hoch schreibt Ford bei der neuen KA-Generation den Nutzwert. Angefangen bei den 21 Ablagemöglichkeiten, die sich über den gesamten Innenraum verteilen, darunter auch das sogenannte MyFord Dock. Ein im Instrumententräger platziertes Staufach, das nicht nur das Smartphone oder das mobile Navigationssystem aufnimmt, die Geräte können dort auch befestigt und geladen werden.

Darüber hinaus finde ich an der Seite des Instrumententrägers ein Geheimfach vor, dieses ist nur bei geöffneter Fahrertür sicht- und erreichbar.

Fahrzeuge dieser Größenordnung stoßen gerade bei Fahranfängern und Flottenkunden auf großes Interesse. Und so dürften letztere wie auch Eltern der Führerscheinfrischlinge an dem in der Cool&Sound-Ausstattung serienmäßig enthaltenen programmierbaren Ford MyKey-Zweitschlüssel großen Gefallen finden. Kann mittels Ford MyKey zum einen die Höchstgeschwindigkeit oder auch die maximale Lautstärke der Audioanlage begrenzt und zum anderen die Deaktivierung bestimmter Sicherheits-Systeme verhindert werden.

Zwar insgesamt kürzer als der nächst größere Ford Fiesta, liegt der KA+ mit einem Radstand von 2.489 mm aber doch tatsächlich mit diesem gleich auf. Und so finden in diesem Kleinstwagen bis zu fünf Personen Platz, selbst wenn diese allesamt ein Gardemaß von 1,80 Metern erreichen oder sogar überschreiten.

Nun ausschließlich als Fünftürer konzipiert, gelingt der Zugang ins Innere bzw. zur Rückbank natürlich deutlich besser als im dreitürigen Vorgänger. Allerdings muss ich am Sitzkomfort Kritik üben, ist das Gestühl vorn zum einen mit zu wenig Seitenhalt gesegnet und zum anderen vermisse ich beim Beifahrersitz die Höhenverstellung.

Voll punkten kann der KA+ dagegen beim Kofferraum und lässt andere Mitbewerber im A-Segment wie auch die vorherige Generation deutlich hinter sich., so fasst der Neue mit 270 Litern ganze 50 Liter mehr. Durch einfaches Umlegen der Rückbank im Verhältnis 60/40 ist der Laderaum bei Bedarf individuell erweiterbar.

Dass sich die Heckklappe jedoch nur mittels Funkfernbedienung oder einem Schalter im Innenraum öffnen lässt … natürlich habe ich keine automatische Sensorsteuerung erwartet, doch ein Griff direkt am Kofferraum wäre wünschenswert gewesen.

Dem europäischen Geschmack wurde nicht nur das Design angepasst, auch die Fahrwerksabstimmung wurde umfassend überarbeitet. Entsprechend straff ausgelegt, kommt der Kleinste aber nicht zwingend unkomfortabel daher und wirkt recht ausgewogen.

Die Handlichkeit verwundert bei dieser Fahrzeuggröße nicht, dennoch sei an dieser Stelle die direkt abgestimmte geschwindigkeitsabhängige Servolenkung erwähnt.

Der neue 1,2-Liter-Duratec-Motor ist im Ford KA+ in den Leistungsstufen 51 kW (70 PS) und 63 kW (85 PS) erhältlich. Womit die Motorenauswahl aber auch schon ausgeschöpft ist.

Auf den vom Hersteller bekannten und preisgekrönten 1,0-Liter-EcoBoost-Dreizylinder hat man hier nämlich verzichtet, leider. Ford selbst rechtfertigt die Entscheidung mit Blick auf den Preis, könnte dieser dann nicht mehr gehalten werden.

Und so geht diese Ersparnis zu Lasten des Fahrspaßes, denn selbst der 85 PS-Version mangelt es an Drehfreude. Und so haben die 112 Newtonmeter stets ihre Mühe und letztlich vergehen 13,3 Sekunden für den Sprint aus dem Stand heraus auf Tempo 100. Der Motor verlangt hohe Drehzahlen, der Griff zum manuellen Fünfganggetriebe fällt dabei aber nicht negativ ins Gewicht, ist dieses für einen Kleinwagen gut und knackig geführt. Wer sich der Topspeed von 169 km/h nähert, wird jedoch den sechsten Gang vermissen.

Unabhängig von der gewählten Leistungsstufe gibt Ford den Verbrauch für den KA+ mit fünf Litern auf hundert Kilometer an, im kombinierten Zyklus entspricht das einem CO2-Ausstoß von 114 g/km.

Ford möchte mit dem KA+ gezielt den preisbewussten Kunden ansprechen, der auf hohen Nutzen wert legt, betonten Lifestyle-Flair oder „unnötige“ Spielereien sucht man hier vergeblich. Den Sicherheitsaspekt vernachlässigen die Verantwortlichen aber dennoch nicht. Wenn auch ohne Assistenz-Systeme an Bord, zählen sechs Airbags, ein Reifendruckkontrollsystem und ein Berganfahr-Assistent zum serienmäßigen Umfang.

Das kleinste Mitglied in der Ford-Familie startet mit dem 51 kW starken Ford KA+ ab 9.990 Euro. Um das Angebot klar und übersichtlich zu halten, stellen die Kölner dem Basismodell lediglich einen KA+ Cool & Sound und eine White-Edition mit 63 kW zur Seite. Veranschlagt werden diese für 11.600 bzw. 12.150 Euro.

Von Haus aus bereits mit elektrischen Fensterhebern vorn, elektrisch verstellbaren Seitenspiegeln oder beispielsweise einer Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung ausgestattet, kommt der neue KA+ keineswegs so spärlich daher, wie vielleicht vermutet.

Eine Audio- und Klimaanlage ist allerdings hier nur gegen einen Paketaufpreis von 950 Euro oder aber in den beiden höheren Varianten enthalten. Das sprachgesteuerte Kommunikations- und Entertainmentsystem Ford SYNC erlaubt dann aber auch die Sprachsteuerung der eigenen Smartphone-Apps via App-Link.

Fällt die Entscheidung auf eine dieser Versionen, stehen dem Käufer auch solche Extras wie eine elektronische Klimaanlage, ein Lederlenkrad inklusive Geschwindigkeitsregelanlage, beheizbare Vordersitze, elektrische Fensterheber hinten, elektrisch verstell-, beheiz- und anklappbare Seitenspiegel, getönte Scheiben, DAB-Radio, Einparkhilfen als Einzeloptionen oder in attraktiv geschnürte Pakete zur Wahl.

Stand: Januar 2017; Test und Fotos: CARWALK – Der Autoblog

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2 Gedanken zu “Die Neuausrichtung: Ford KA+

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