Toyota Prius Plug-in Hybrid im Test: Der Hybridpionier wird erwachsen

Beim Toyota Prius betreten wir ein Stück Automobilgeschichte. Kaum ein anderes Modell hat die Elektrifizierung so nachhaltig geprägt – und das über einen erstaunlich langen Zeitraum hinweg. Seit seinem Debüt im Jahr 1997 setzte das erste elektrifizierte Großserienfahrzeug früh Maßstäbe und gab einen Vorgeschmack auf viele Entwicklungen, die heute unter dem Begriff Elektromobilität selbstverständlich erscheinen. Vor allem aber machte der Prius elektrifizierte Antriebstechnik erstmals für einen breiten Kundenkreis zugänglich.

Inzwischen blickt das Modell auf mehr als ein Vierteljahrhundert Geschichte zurück. International – also außerhalb Japans – startete der Prius im Jahr 2000, und spätestens mit der zweiten Generation ab 2003 wurde er weltweit zum Sinnbild des Hybridantriebs. Zwar war der Prius nicht das erste Hybridfahrzeug überhaupt, doch er war das erste, das den Sprung in große Stückzahlen schaffte und damit die Technologie aus der Nische holte.

Für Toyota war der Prius dabei weit mehr als nur ein weiteres Modell im Portfolio. Er wurde zum Image- und Technologieträger der Marke. Gleichzeitig zeigt ein Blick auf die einzelnen Generationen, wie konsequent sich der Prius im Laufe der Jahre weiterentwickelt hat.

Besonders deutlich wird das bei der aktuellen Generation. Sie hat den Prius endgültig vom einst eher nüchternen Öko-Mobil zu einer Design- und Technologie-Ikone transformiert. Ein wichtiger Schritt, schließlich ist die Konkurrenz im elektrifizierten Segment in den vergangenen Jahren deutlich größer geworden.

Für meinen aktuellen Autotest habe ich mir den Toyota Prius Plug-in Hybrid vorgenommen, der mir in seinem knalligen Gelb nicht nur technisch, sondern auch optisch den Beginn des Frühlings versüßt hat.

Design – Zwischen Prius und Lamborghini?

Die Mustard Metallic Lackierung meines Testwagens (790 Euro) hätte kaum besser zum Frühlingsbeginn passen können. Nach einem langen, grauen Winter wirkt dieses Gelb wie ein kleiner Energieschub auf vier Rädern. Und plötzlich ertappte ich mich bei einem Gedanken, den ich bei einem Prius so noch nie hatte: Warum erinnert mich diese Silhouette gerade ein kleines bisschen an einen Lamborghini?


Prius vs. Lambo – zwei Keile, ein wahrlich ungleiches Duo.

Natürlich bleibt das ein augenzwinkernder Vergleich – doch ein Blick in die Fotogalerie zeigt, warum der Gedanke überhaupt aufkommt. Die flache Linienführung, die stark gespannte Dachlinie und die ausgeprägte Keilform verleihen dem Prius eine Präsenz, die deutlich dynamischer wirkt als bei seinen Vorgängern. Türkeil-Charme trifft hier auf futuristische Hybrid-Ikone.

Neben dem lebendigen Hingucker Mustard Metallic wächst die Farbpalette des Prius auf insgesamt sieben Außenlackierungen. Zur Auswahl stehen Indigo Blau, Karmina Rot Metallic, Platinum-Weiß-Perleffekt, Shimmering Silver, Tiefschwarz Mica Metallic sowie das dezente Ash Metallic.

Der Prius war schon immer für seinen außergewöhnlichen Auftritt bekannt. Doch keine Generation zuvor stand für meinen Geschmack so stimmig und ausgewogen auf der Straße wie die aktuelle. Der gesamte Look wirkt gereifter, klarer und harmonischer. Kein Wunder also, dass die fünfte Generation bereits vor ihrem Marktstart im Sommer 2023 für ihre Neuinterpretation mit dem renommierten Red Dot Design Award ausgezeichnet wurde – und dort sogar die höchste Ehrung „Best of the Best“ erhielt.

Die ikonische Keilform bleibt dabei erhalten, verbindet sich nun jedoch mit einem progressiveren Design und einer deutlich schlankeren, sportlicheren Silhouette. Der höchste Punkt der eleganten Dachlinie liegt im hinteren Bereich hinter der Fahrertür – eine subtile Veränderung gegenüber dem Vorgänger. Verstärkt wird dieser Eindruck durch die um 50 Millimeter reduzierte Fahrzeughöhe. Gleichzeitig wurde der Prius insgesamt um 46 Millimeter kürzer, während der Radstand um 50 Millimeter zulegte. Zusammen mit den bis zu 19 Zoll großen Rädern entsteht so ein deutlich coupéhafterer Auftritt.

Die exklusiven Aluminiumräder tragen dabei nicht nur optisch zum dynamischen Erscheinungsbild bei. Ihr Design hilft auch, den Luftstrom entlang der Fahrzeugseiten gezielt zu führen und damit die Stabilität zu verbessern. Je nach Ausstattung rollen die Räder im schwarz polierten 10-Speichen-Design auf bis zu 19 Zoll großen Felgen – serienmäßig in der Executive-Ausstattung. Die Basisversion begnügt sich mit 17-Zoll-Aerodynamik-Radabdeckungen in Dunkelgrau.

Überhaupt spielte Aerodynamik bei der Gestaltung eine zentrale Rolle. Die klaren Linien und Flächen orientieren sich am natürlichen Luftstrom und tragen dazu bei, die Effizienz weiter zu steigern. Aktive Luftklappen im Kühlergrill optimieren die Luftzufuhr und Kühlung, während Front- und Heckstoßfänger so gestaltet wurden, dass die Luft möglichst gleichmäßig um das Fahrzeug herumgeleitet wird. Neben einem stabileren Fahrverhalten reduziert dies auch die Windgeräusche.

Am Heck fällt der nun mittig platzierte Modellschriftzug unterhalb der markanten, dreidimensional gestalteten und durchgehenden Rückleuchte ins Auge. Kleine, bewusst platzierte Prius-Logos rund um das Fahrzeug unterstreichen die Liebe zum Detail. Ein weiteres Design-Highlight sind die versteckt integrierten Türgriffe der hinteren Türen, die den klaren Linienfluss zusätzlich betonen.

Optional erhältlich ist außerdem ein Panoramadach (690 Euro in der Ausstattung Executive), das den Innenraum mit viel Licht durchflutet und das luftige Raumgefühl weiter verstärkt. Das Solardach-Ladesystem bleibt hingegen dem höchsten Ausstattungsniveau vorbehalten und ist dort bereits im Preis enthalten.

Innenraum: Tief sitzen – zwischen Licht und Schatten

Beim Einsteigen in den neuen Toyota Prius wird sofort klar, dass hier nicht der Zeitgeist der hochbeinigen SUV-Welt regiert. Im Gegenteil: Die flache, aerodynamisch gezeichnete Karosserie verlangt beim Ein- und Ausstieg eine kleine Verbeugung. Die Sitzposition fällt spürbar niedriger aus, als ich es aus vielen aktuellen Testwagen gewohnt bin – doch genau das verleiht dem Prius einen angenehm sportlichen Charakter. Für mich persönlich ein klarer Pluspunkt, denn dieser tiefe Sitz vermittelt ein unmittelbares, fast schon klassisches Fahrgefühl, das man in Zeiten von immer höheren Fahrzeugen fast ein wenig vermisst.

Auch das Lenkrad ist vergleichsweise tief positioniert und unterstützt dieses cockpitartige Gefühl. Neu ist hingegen die Bedienung des Automatik-Wahlhebels: Wer den Rückwärtsgang einlegen möchte, muss zunächst den Umweg über die Drive-Stellung nehmen. Das wirkt etwas ungewohnt und verlangt eine Eingewöhnung.

Eine der auffälligsten Veränderungen gegenüber dem Vorgänger betrifft die Instrumente. Diese sitzen nun wieder dort, wo man sie erwartet – direkt hinter dem Lenkrad. Ein 7-Zoll-TFT-LCD-Display liefert die wichtigsten Informationen im direkten Blickfeld des Fahrers, während in der Mittelkonsole ein 12,3-Zoll-Touchscreen für Navigation, Entertainment und diverse Fahrzeugeinstellungen zuständig ist. Bei der Klimabedienung setzt Toyota weiterhin auf physische Tasten und Regler. Ein Detail, das im Alltag einfach praktischer ist als das ständige Tippen durch Menüs.

Und Menüs gibt es im Prius durchaus reichlich. Viele Einstellungen werden über das Kombiinstrument und die Lenkradtasten vorgenommen. Man muss sich teils durch mehrere Ebenen kämpfen. Aufgaben, die auf dem großen Touchdisplay deutlich sinnvoller aufgehoben wären. Generell verlangt die Bedienung des Prius etwas Eingewöhnung.

Optisch präsentiert sich der Innenraum in Schwarz mit vielen Ecken und Kanten. Bei Materialien und Verarbeitung gibt es jedoch noch Luft nach oben. Hier merkt man an einigen Stellen, dass der Prius stärker auf Funktionalität als auf luxuriösen Anspruch setzt.

Das Multimedia-System arbeitet mit einem cloudbasierten Navigationsdienst, der Echtzeit-Verkehrsdaten nutzt und Routeninformationen bereits im Voraus herunterlädt, sodass die Navigation auch bei kurzzeitig fehlender Verbindung zuverlässig funktioniert. Über Wireless Apple CarPlay oder Android Auto lassen sich zudem problemlos Smartphone-Dienste einbinden. Ein integrierter Webbrowser ermöglicht Musik- und Videostreaming oder den Zugriff auf aktuelle Nachrichten. Unterstützt wird das Ganze vom Sprachassistenten „Hey Toyota“, der auf natürliche Sprache reagiert. Sätze wie „Ich habe Hunger“ führen dann beispielsweise direkt zu Restaurantempfehlungen in der Umgebung.

Sitzkomfort & Kofferraum

Die Sitze sind mit schwarzem synthetischem Leder bezogen und bieten vorne gute Platzverhältnisse. Selbst Personen mit einer Körpergröße von bis zu zwei Metern finden eine passende Sitzposition, da sich die Sitze weit genug zurückschieben lassen und auch die Kopffreiheit ausreichend bemessen ist. In der zweiten Reihe profitieren Passagiere zunächst von einer überraschend großzügigen Beinfreiheit. Sind die Vordersitze auf etwa 1,85 Meter große Fahrer eingestellt, können selbst Zwei-Meter-Insassen ihre Beine noch ordentlich sortieren. Allerdings fordert die stark abfallende Dachlinie ihren Tribut. Bereits ab rund 1,80 Meter Körpergröße kommt man dem Dachhimmel spürbar näher.

Auch bei den Ablagen hat Toyota nachgebessert. Das Handschuhfach wächst von 5,4 auf nun 7,0 Liter, und das Staufach in der Mittelkonsole lässt sich nun auch von hinten öffnen, sodass Fahrer und Beifahrer gleichermaßen Zugriff haben. Beim Kofferraum sorgt die neue Batterieposition ebenfalls für ein kleines Plus: Das Volumen steigt von 251 auf 284 Liter nach VDA-Norm. Dennoch bleibt der Gepäckraum eher kompakt. Die Rücksitzlehnen lassen sich asymmetrisch umklappen, allerdings fehlt eine Durchlademöglichkeit. Das Umlegen funktioniert unkompliziert, muss jedoch von der Rückbank aus erfolgen, im Kofferraum selbst gibt es keine entsprechende Entriegelung. Immerhin können die Kopfstützen montiert bleiben.

Die Möglichkeiten zur Ladungssicherung fallen überschaubar aus. Im Kofferraum gibt es lediglich links ein offenes Fach, während Taschenhaken oder gar ein variables Schienensystem komplett fehlen. Serienmäßig an Bord ist hingegen eine elektrisch betätigte Heckklappe, deren Öffnungshöhe sich einstellen lässt. Erst Personen über zwei Meter müssen hier wirklich auf ihren Kopf achten. Die Ladekante liegt in akzeptabler Höhe, allerdings stört beim Ausladen die Stufe. Einen höhenverstellbaren Ladeboden bietet der Prius leider nicht.

Trotz dieser Einschränkungen ist der Kofferraum ordentlich nutzbar und sinnvoll geschnitten. Die faltbare Abdeckung lässt sich problemlos im Laderaum verstauen, und bei umgeklappten Rücksitzen entsteht eine nahezu ebene Ladefläche, die nur minimal ansteigt.

Motor: Deutlich mehr Kraft im Hybrid-Herz

In seiner fünften Generation wird der Toyota Prius ausschließlich als Plug-in-Hybrid angeboten. Damit verabschiedet sich der Hybridpionier von der klassischen Vollhybrid-Variante und setzt vollständig auf die Kombination aus extern ladbarer Batterie und elektrischer Fahrleistung. Unter der Haube arbeitet erstmals ein 2,0-Liter-TNGA-Benziner in Verbindung mit der dritten Generation des Toyota Plug-in-Hybridsystems. Eine Antriebseinheit, die auf den Erfahrungen aus über zwei Jahrzehnten Prius-Entwicklung aufbaut und seit dem ersten Prius Plug-in Hybrid von 2012 kontinuierlich weiterentwickelt wurde.

Der größere Hubraum ersetzt das bisherige 1,8-Liter-Aggregat, gleichzeitig legt die Leistung des Antriebsstrangs deutlich zu. Während der Plug-in-Hybrid der vierten Generation noch mit maximal 122 PS unterwegs war, bringt es der neue Prius auf eine Systemleistung von 223 PS. Dafür kombiniert Toyota einen Zweiliter-Benziner mit 151 PS mit einem 120 kW beziehungsweise 163 PS starken Elektromotor.

Besonders der deutlich kräftigere Elektromotor verändert den Charakter des Antriebs spürbar. Mit seinen 163 PS ist er nun sogar stärker als der Verbrenner und kann viele Leistungsanforderungen alleine stemmen. Entsprechend souverän fühlt sich der Prius im Alltag an. Der Hybridantrieb arbeitet spürbar spontaner, reagiert direkter auf Gasbefehle und wirkt insgesamt deutlich harmonischer als im Vorgänger. Der Komfortgewinn trifft auf eine gesteigerte Performance.

Beim Kick-down wirkt das Zusammenspiel von Elektromotor und Verbrenner im ersten Moment nicht immer so souverän, danach schiebt der Prius jedoch kraftvoll und gleichmäßig nach vorne. Im normalen Fahrbetrieb agiert der Plug-in-Hybrid dagegen angenehm unaufgeregt. Das bekannte e-CVT-Getriebe verrichtet seine Arbeit dabei erstaunlich unauffällig und vermeidet die früher kritisierte Geräuschkulisse.

Die Fahrleistungen können sich sehen lassen: Von 0 auf 100 km/h vergehen im Zusammenspiel beider Motoren 6,8 Sekunden. Im EV-Modus ist die Höchstgeschwindigkeit auf 135 km/h begrenzt, mit Unterstützung des Verbrenners erreicht der Prius eine Topspeed von 177 km/h.

Die fahrende Person kann zudem beeinflussen, wie das Hybrid-System arbeitet. Im Modus Auto EV/HV entscheidet das Fahrzeug selbstständig über den optimalen Einsatz der beiden Antriebe. Hold Charge hält den aktuellen Ladezustand der Batterie konstant, während im EV-Modus rein elektrisch gefahren wird.

Batterie & Reichweite

Die Lithium-Ionen-Batterie wächst deutlich, Statt 8,8 kWh stehen dem Prius PHEV nun 13,6 kWh zur Verfügung. Gleichzeitig wurde das Batteriepaket kompakter konstruiert und unter dem Rücksitz platziert, obwohl es rund 30 Prozent weniger Zellen nutzt als zuvor.

Die größere Kapazität ermöglicht auch neue Funktionen wie Regeneration Boost, bei der sich die Energierückgewinnung verstärken lässt. Drei Stufen – sanft, mittel und stark – stehen zur Auswahl. Ein echtes One-Pedal-Driving bietet der Prius allerdings weiterhin nicht.

Unter optimalen Bedingungen ermöglicht die Batterie eine elektrische Reichweite von bis zu 86 Kilometern nach WLTP. In meinem Alltagstest lag die realistische Distanz etwa 20 Kilometer darunter. Im Stadtverkehr kann die elektrische Reichweite laut Hersteller sogar bis zu 111 Kilometer erreichen.

Der Normverbrauch wird mit lediglich 0,5 Litern Benzin und 11,4 kWh Strom pro 100 Kilometer angegeben, was kombinierten CO₂-Emissionen von gerade einmal 11 Gramm pro Kilometer entspricht. Im Alltag bestätigt sich zumindest die grundsätzliche Effizienz des Systems. Wie niedrig der Kraftstoffverbrauch ausfällt, hängt stark davon ab, wie oft man rein elektrisch unterwegs ist. Im EV-Betrieb liegt der Stromverbrauch bei rund 18 kWh pro 100 Kilometer. Fährt man mit leerer Batterie im Hybridmodus, pendelt sich der Benzinverbrauch bei unter fünf Litern Super auf 100 Kilometer ein.

Zur Effizienz trägt auch das Predictive Efficient Drive System bei. Es analysiert regelmäßig gefahrene Strecken sowie den individuellen Fahrstil und optimiert automatisch den Einsatz des Elektromodus.Mit zunehmender Nutzung lernt das System weiter und nutzt die verfügbare elektrische Energie immer effizienter.

Neben den üblichen Fahrprogrammen Normal, Eco und Sport lässt sich das Fahrerlebnis über Drive Mode Select zusätzlich individualisieren. Dabei können Antriebs-, Lenkungs- und Klimaeinstellungen individuell kombiniert und gespeichert werden.

Geladen wird die Batterie über ein 3,3-kW-Bordladegerät, das den Akku in rund vier Stunden von null auf hundert Prozent bringt. Während der Fahrt lädt sich die Batterie zusätzlich über den Verbrennungsmotor sowie durch Rekuperation beim Bremsen.

Eine Besonderheit stellt das optionale Solardach dar, das in der Topausstattung „Advanced“ serienmäßig verbaut ist. Es liefert bis zu 185 Watt Leistung und kann erstmals direkt die Fahrbatterie laden. Unter optimalen Bedingungen sollen so bis zu 70 Kilometer zusätzliche Reichweite pro Woche entstehen. Bleibt der Prius länger in der Sonne geparkt, lädt das System die Batterie sogar automatisch weiter.

Näher an der Straße, näher an der fahrenden Person

Dass der neue Toyota Prius heute nicht nur effizient, sondern auch deutlich dynamischer wirkt, liegt nicht zuletzt an seiner technischen Basis. Die fünfte Generation steht auf der zweiten Generation der Toyota New Global Architecture, kurz TNGA, und nutzt die weiterentwickelte Toyota GA‑C Plattform. Ein interessanter Blick zurück: Bereits der Vorgänger war einst das erste Serienfahrzeug weltweit, das nach der TNGA-Philosophie entwickelt wurde – der Prius bleibt also auch hier ein technologischer Wegbereiter.

Ein wesentlicher Beitrag zum verbesserten Fahrgefühl kommt von der überarbeiteten Gewichtsverteilung. Die Batterie wandert unter die Rücksitze, während der Kraftstofftank flacher und weiter vorne positioniert wurde. Das Ergebnis ist ein spürbar niedrigerer Schwerpunkt. Zusammen mit dem aerodynamisch optimierten Unterboden entsteht ein Fahrgefühl, das deutlich stabiler wirkt und mir im Test vermittelt, enger mit der Straße verbunden zu sein.

Auch das Fahrwerk selbst wurde neu abgestimmt. Vorn arbeitet eine MacPherson-Federbeinachse, hinten eine Doppelquerlenker-Konstruktion. Eine Kombination, die sowohl den Fahrkomfort als auch die Fahrstabilität verbessert. Im Alltag macht sich das schnell bemerkbar, werden Unebenheiten deutlich feinfühliger abgefedert, Stöße von Kopfsteinpflaster oder abrupten Fahrbahnabsätzen gelangen weniger ungefiltert in den Innenraum.

Doch der Prius kann inzwischen mehr als nur komfortabel gleiten. Auch wenn das Tempo einmal anzieht, bleibt das Fahrzeug angenehm neutral und gut kontrollierbar. Gerade auf kurvigen Straßen überrascht der Hybrid mit einer Agilität, die man diesem Modell früher kaum zugetraut hätte. Die Lenkung arbeitet ausgewogen und präzise, während das Fahrwerk stets ein verbindliches Gefühl vermittelt.

Die fünfte Prius-Generation sieht also nicht nur sportlicher aus, sie fährt sich auch so. Lenkbefehle setzt der Prius ohne spürbare Verzögerung um und fühlt sich auf kurvigen Landstraßen wohler denn je. Ein weiterer Beweis dafür, wie sehr sich der einstige Effizienz-Pionier inzwischen auch fahrdynamisch weiterentwickelt hat.

Sicherheit – Toyota T-Mate denkt mit

Beim Thema Sicherheit macht der neue Toyota Prius keine halben Sachen. Toyota stattet den Hybridpionier mit der neuesten Generation des T-Mate Systems aus, das die bekannten Toyota Safety Sense Assistenzsysteme bündelt und um zahlreiche neue Funktionen erweitert. Ziel ist ein Fahrerlebnis, das nicht nur komfortabler, sondern vor allem entspannter wird – weil viele elektronische Helfer im Hintergrund aufmerksam mitdenken.

Das teilautonome Advanced Park System, das in der Ausstattung Advanced verfügbar ist, nimmt einem das Einparken ab. Mithilfe von vier Panoramakameras und zwölf Ultraschallsensoren erkennt der Prius passende Parklücken und manövriert selbstständig hinein. Der Fahrer behält die Umgebung im Blick und greift nur bei Bedarf ein. Besonders clever: Das System kann häufig genutzte Parkplätze – etwa vor der eigenen Haustür oder am Arbeitsplatz – speichern. Unter bestimmten Voraussetzungen lässt sich der Einparkvorgang sogar per Smartphone starten, während man bereits neben dem Fahrzeug steht.

Auch im täglichen Verkehr sorgt der Prius für zusätzliche Aufmerksamkeit. Ein Panoramamonitor liefert bei langsamen Rangiermanövern eine Rundumsicht auf die unmittelbare Umgebung, während der Toter-Winkel-Monitor und der Querverkehrswarner mit automatischer Bremsfunktion beim Spurwechsel oder beim Rückwärtsfahren vor Fahrzeugen und anderen Verkehrsteilnehmern warnen.

Neu ist außerdem eine Fahrerüberwachungskamera, die den Zustand des Fahrers kontinuierlich analysiert. Erkennt das System Anzeichen von Ablenkung, Müdigkeit oder sogar einen möglichen medizinischen Notfall, reagiert das Fahrzeug entsprechend. Bleibt eine Reaktion des Fahrers aus, bringt ein Nothaltsystem das Fahrzeug – in Kombination mit dem Spurhalteassistenten – kontrolliert zum Stillstand.

Die Verkehrszeichenerkennung wurde ebenfalls erweitert. Sie zeigt aktuelle Verkehrszeichen direkt im Instrumentendisplay an und warnt den Fahrer – entsprechend der neuesten EU-Vorschriften – optisch und akustisch, wenn beispielsweise ein Tempolimit überschritten wird oder ein Verbotsschild übersehen wurde.

Die adaptive Geschwindigkeitsregelung arbeitet nun noch intelligenter. Per Knopfdruck lässt sich das System an die aktuell erkannte Geschwindigkeitsbegrenzung anpassen, während ein optionaler Geschwindigkeitsbegrenzer verhindert, dass die vom Fahrer festgelegte Geschwindigkeit überschritten wird. Der Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug lässt sich in vier Stufen einstellen, und das System erkennt inzwischen mehrere Fahrzeuge gleichzeitig, sogar auf benachbarten Fahrspuren. Das erleichtert Überholvorgänge und verhindert gleichzeitig ein versehentliches Einscheren.

Auch das Pre-Collision-System wurde deutlich weiterentwickelt. Frontkamera und Sensoren decken nun einen deutlich größeren Bereich vor dem Fahrzeug ab und erkennen Gefahren früher. Darunter Motorräder, Radfahrer oder Objekte am Straßenrand. Verbesserte Millimeterwellen-Radarsensoren registrieren zudem Hindernisse näher an der Fahrzeugfront als zuvor.

Der Spurhalteassistent profitiert ebenfalls von der erweiterten Sensorik. Er erkennt nun auch Fahrbahnbegrenzungen wie Mauern oder Barrieren und sorgt beim Überholen durch leichte Lenkeingriffe für mehr Abstand zu Fahrzeugen auf benachbarten Spuren, ohne die eigene Spur zu verlassen.

Eine besonders interessante Ergänzung ist der sogenannte proaktive Fahrassistent. Er unterstützt den Fahrer in typischen Alltagssituationen durch sanfte Brems- oder Lenkeingriffe. Etwa am Kurveneingang oder wenn sich Fußgänger, Radfahrer oder ein vorausfahrendes Fahrzeug nähern.

Abgerundet wird das Sicherheitskonzept durch einen serienmäßigen mittleren Frontairbag zwischen Fahrer und Beifahrer. Bei einem Seitenaufprall verhindert er, dass beide Insassen miteinander kollidieren.

Klare Struktur, drei Varianten

Toyota hält das Angebot beim Toyota Prius Plug-in Hybrid angenehm übersichtlich. Ein Antrieb, drei Ausstattungslinien – und damit eine klare Struktur, die die Entscheidung für Interessenten deutlich einfacher macht.

Der Einstieg in die Prius-Welt beginnt aktuell bei 45.990 Euro. Bereits die Basisversion bringt eine umfangreiche Serienausstattung mit und legt damit den Grundstein für ein Fahrzeug, das Komfort, moderne Assistenzsysteme und effiziente Antriebstechnik miteinander verbindet.

Wer sich für die Executive-Variante entscheidet, sollte rund 2.000 Euro Aufpreis einplanen. Dafür legt der Prius bei Komfort und Ausstattung noch einmal nach und wirkt insgesamt eine Spur hochwertiger. Für viele dürfte genau diese Variante den sprichwörtlichen Sweet Spot im Angebot darstellen.

An der Spitze der Modellpalette steht die Advanced-Version, die einen Einstiegspreis von 53.490 Euro notiert. Hier bündelt Toyota die umfangreichste Ausstattung sowie zusätzliche Komfort- und Technikfeatures.

So bleibt das Angebot bewusst überschaubar – und der Prius konzentriert sich auf das, was ihn seit jeher auszeichnet: effiziente Antriebstechnik, moderne Assistenzsysteme und ein eigenständiges Design, das sich inzwischen selbstbewusst von seinem einstigen Öko-Image emanzipiert hat.

Stand: März 2026; Test und Fotos: Lexi Lind; Innenraumfoto: Toyota

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