Deutschland zählt für Volvo Cars zu den fünf wichtigsten Märkten weltweit — neben China, den USA und Großbritannien, und damit sogar noch vor dem Heimatmarkt Schweden. Entsprechend hoch ist die Relevanz der Modellpalette hierzulande. Allen voran eines Fahrzeugs, das sich über Jahre hinweg zum absoluten Bestseller entwickelt hat.

Der XC60 ist nicht nur das meistverkaufte Volvo Modell in Deutschland, sondern zugleich der erfolgreichste Volvo aller Zeiten. Seit seiner Markteinführung im Jahr 2008 wurden weltweit mehr als 2,7 Millionen Einheiten verkauft — ein eindrucksvoller Beleg dafür, wie treffsicher die Schweden den Nerv der Premium-SUV-Kundschaft getroffen haben.
In Deutschland sind mittlerweile rund zwei Drittel aller neu zugelassenen Volvo Modelle elektrifiziert unterwegs. Allein 45 Prozent entfallen auf Plug-in-Hybride, die zumindest zeitweise rein elektrisch und damit lokal emissionsfrei bewegt werden können. Auch der XC60 folgt diesem Ansatz und ist mit zwei modernen Plug-in-Hybridantrieben erhältlich.
Die aktuell angebotene zweite Generation des XC60 wird seit 2017 produziert, nachdem die erste Baureihe von 2008 bis 2017 lief. Ein umfassendes technisches Facelift erhielt das SUV zuletzt zum Modelljahr 2022. Für das aktuelle Modelljahr 2026 haben die Schweden erneut nachgeschärft. Unter anderem mit überarbeitetem Infotainment, einem neu gestalteten Kühlergrill sowie aufgefrischten Materialien im Innenraum.

Für meinen Test habe ich mir den elektrifizierten Bestseller in seiner stärksten Ausführung vorgenommen: den XC60 Plug-in-Hybrid T8 AWD in der Ausstattungslinie Ultra Bright — und ihn im Alltag wie auf der Langstrecke ausführlich erfahren.
Das Modelljahr 2026
Schon auf den ersten Blick zeigt der Volvo XC60 T8 AWD Plug-in Hybrid, dass Volvo seinem Bestseller zum aktuellen Modelljahr eine behutsame, aber wirkungsvolle Frischekur spendiert hat. Auffälligstes Erkennungsmerkmal ist der neu gestaltete Kühlergrill, in dessen Zentrum weiterhin selbstbewusst das ikonische Logo thront. Neu interpretiert wurde auch die Grillgestaltung selbst. Anstelle der klassischen Wasserfall-Optik setzt Volvo nun auf ein grafischeres Muster mit diagonal entgegenlaufenden Elementen, das der Front mehr Tiefe und Modernität verleiht, ohne die markentypische Identität aufzugeben.
Ergänzt wird die überarbeitete Front durch neue Felgendesigns sowie dezent abgedunkelte Rückleuchten, die dem Heck eine noch prägnantere Signatur verleihen.
Auch die Farbpalette wurde erweitert: Mit Forest Lake und Aurora Silver halten zwei komplett neue Lackierungen Einzug, während Mulberry Red erstmals für den XC60 verfügbar ist und meinem Testwagen eine besonders ausdrucksstarke Note verleiht.

Im Innenraum greifen aufgefrischte Dekore, neue Einlagen sowie hochwertige Materialien wie Nordico oder Navy Herringbone Weave den Modernisierungsansatz auf und schaffen ein noch exklusiveres Ambiente — doch dazu später mehr im Detail.
Formal bleibt sich Volvo treu und setzt weiterhin auf jene skandinavische Designsprache, die Eleganz, Klarheit und Souveränität miteinander verbindet. Der XC60 wirkt kraftvoll, ohne laut zu sein, selbstbewusst, ohne sich aufzudrängen. Genau diese zurückhaltende Präsenz macht einen großen Teil seiner Faszination aus.
Ausgewogene, langgestreckte Proportionen, kurze Überhänge an Front und Heck sowie die leicht nach hinten versetzte Fahrgastzelle sorgen für eine dynamische Grundhaltung. Klare Linienflächen treffen auf sanft modellierte Übergänge und verleihen dem SUV eine fast skulpturale Erscheinung — typisch Volvo, typisch skandinavisch.
Unterschiede zwischen den Varianten
Je nach Ausstattungslinie variiert die optische Ausprägung deutlich und betont so den individuellen Charakter des Fahrzeugs. In den höheren Linien Plus und Ultra haben Käufer die Wahl zwischen den Designausführungen Bright und Dark. Während Bright mit gezielten Chromakzenten eine besonders elegante, luxuriöse Anmutung erzeugt, setzt Dark auf hochglänzende schwarze Designelemente und verleiht dem XC60 eine spürbar sportlichere Attitüde.

Entsprechend differenziert sich auch die Frontgestaltung: In den Varianten Essential, Core sowie den Bright-Ausführungen dominiert ein stilvoller Chromgrill, während die Dark-Interpretation mit horizontalen Streben und hochglänzender schwarzer Einfassung arbeitet. Ergänzt wird dieser Look durch schwarze Außenspiegelkappen, Fensterrahmen und Dachreling sowie eigenständig gestaltete Front- und Heckschürzen.
Noch konsequenter tritt die Black Edition auf. Hier sind Modellschriftzüge, Embleme und Logos vollständig in Schwarz gehalten. Ein bewusst reduzierter, dafür umso markanterer Auftritt. Die Bright-Versionen sowie Essential und Core setzen hingegen weiterhin auf zusätzliche Chromakzente an Stoßfängern, Heckpartie und Türschwellern.
Ein unverwechselbares Markenzeichen bleiben die T-förmigen LED-Tagfahrleuchten im charakteristischen „Thors Hammer“-Design. Sie verleihen der Front nicht nur Wiedererkennungswert, sondern auch eine technische Präzision, die perfekt zur klaren Formensprache passt.

Schnörkellos und kraftvoll präsentiert sich schließlich die Heckansicht. Die markentypisch gezeichneten LED-Rückleuchten — nun leicht abgedunkelt — betonen die Breite des Fahrzeugs und runden den selbstbewussten Auftritt stimmig ab.
Innenraum, Infotainment & Raumangebot
Im Innenraum folgt der Volvo XC60 T8 AWD Plug-in Hybrid konsequent jener skandinavischen Designphilosophie, die man mittlerweile sofort mit der Marke verbindet: kühl in der Klarheit, zugleich warm in Materialwahl und Atmosphäre. Gerade im direkten Wettbewerbsumfeld gelingt Volvo dieser Spagat besonders gut — reduziert, aber nie nüchtern.
Zum aktuellen Modelljahr werten neue, verantwortungsvoll produzierte Polsterungen das Ambiente zusätzlich auf. Dazu zählen das von Volvo entwickelte Nordico mit Bio-Anteil sowie Navy Herringbone Weave aus recycelten Premium-Textilien. Beide Materialien unterstreichen den nachhaltigen Anspruch, ohne beim haptischen Eindruck Kompromisse einzugehen.

Horizontale Linienführungen strukturieren das Cockpit und erzeugen ein spürbares Raumgefühl. Aufgebrochen wird diese Weite durch die Lüftungsdüsen an den äußeren Enden der Armaturentafel sowie den freistehenden, hochkant positionierten Touchscreen im Tablet-Format — das zentrale Bedienelement des Innenraums.
Infotainment & Konnektivität
Zum Modelljahr 2026 hält die neueste Generation des Volvo Infotainmentsystems Einzug. Es basiert auf Android Automotive und wurde gemeinsam mit Google entwickelt. Der zentrale Touchscreen misst 11,2 Zoll, bietet eine um 21 Prozent erhöhte Pixeldichte und stellt Inhalte entsprechend schärfer dar. Die Menüstruktur wurde vereinfacht, häufig genutzte Funktionen sind mit weniger Klicks erreichbar.
Google Maps, Google Assistant sowie weitere Apps sind tief ins System integriert und ermöglichen eine Bedienlogik, die viele Nutzer bereits aus ihrem Smartphone-Alltag kennen. Navigation inklusive Echtzeit-Verkehrsdaten, sprachgesteuerte Fahrzeugfunktionen oder Musikstreaming lassen sich intuitiv per Sprachbefehl steuern. Auch Over-the-Air-Updates gehören zum Systemumfang, sodass Software und Funktionen über den gesamten Lebenszyklus hinweg aktuell bleiben.

Ergänzt wird das Setup durch eine 12,3 Zoll große digitale Instrumentenanzeige mit verschiedenen Darstellungsmodi sowie — je nach Ausstattung — ein Head-up-Display, das fahrrelevante Informationen direkt ins Sichtfeld projiziert.
Trotz fortschreitender Digitalisierung verzichtet Volvo nicht vollständig auf physische Bedienelemente. Ein zentraler Lautstärkeregler sowie Multifunktionstasten am Lenkrad bleiben erhalten — ein sinnvoller Mix aus Touch- und haptischer Steuerung, den ich sehr begrüße.
Sitzkomfort & Raumgefühl
Bereits serienmäßig nehmen Fahrer und Beifahrer auf komfortabel ausgeformten Sitzen Platz, die elektrisch in der Höhe einstellbar sind und über eine Lendenwirbelunterstützung verfügen. Optional reicht das Spektrum bis hin zu elektrisch einstellbaren Komfortsitzen mit Memory-Funktion, ausziehbarer Beinauflage, Sitzbelüftung sowie Massagefunktion.

Auch im Fond überzeugt der XC60 mit großzügigen Platzverhältnissen. Selbst großgewachsene Mitfahrer finden ausreichend Bein- und Kopffreiheit, während die ausgeformten äußeren Rücksitze ebenfalls hohen Langstreckenkomfort bieten. Die Kopfstützen lassen sich praktischerweise elektrisch absenken, um die Sicht nach hinten zu verbessern, während sich die Rücksitzlehnen im Verhältnis 60:40 oder komplett umlegen lassen.
Panorama-Glasdach & Wohlfühlklima
Für ein besonders luftiges Raumgefühl sorgt das serienmäßige Panorama-Glasdach, das sich weit öffnen oder zur Belüftung aufstellen lässt. Es erstreckt sich bis über die Fondpassagiere und zählt zu den größten zu öffnenden Glasdächern innerhalb der Volvo Modellpalette. Ein elektrisch gesteuerter Sonnenschutz verhindert bei Bedarf übermäßige Aufheizung des Innenraums.
Kofferraum & Variabilität
Auch beim Ladeabteil zeigt sich der XC60 praxisorientiert. Der Kofferraum ist gleichmäßig geschnitten und bietet bei aufrechter Rückbank 468 Liter Volumen. Werden die Lehnen umgelegt, entsteht eine ebene Ladefläche mit bis zu 1.395 Litern Stauraum.

Die weit öffnende Heckklappe ermöglicht einen komfortablen Zugang, während sich diese ab Core elektrisch oder per Fußsensor öffnen und schließen lässt. Verzurrösen, Taschenhaken, Trennnetz sowie zusätzliche Staufächer im Ladeboden erhöhen den Alltagsnutzen zusätzlich. In Verbindung mit dem Luftfahrwerk kann das Heck für leichteres Be- und Entladen um fünf Zentimeter abgesenkt werden.
Motor & Antrieb
Den Einstieg in die elektrifizierte Antriebswelt bildet beim Volvo XC60 Plug-in Hybrid zunächst der T6 AWD. Hier kombiniert Volvo einen aufgeladenen Benzin-Direkteinspritzer mit einem erstarkten Elektromotor. Während der Verbrenner 186 kW (253 PS) und 350 Nm Drehmoment beisteuert, liefert der E-Motor zusätzliche 107 kW (145 PS) sowie 309 Nm. Die elektronisch limitierte Systemleistung summiert sich auf kraftvolle 257 kW (350 PS).
Die Speerspitze markiert jedoch der von mir gefahrene T8 AWD. Der Zweiliter-Turbo leistet hier 228 kW (310 PS), flankiert vom identischen Elektromotor mit 107 kW (145 PS). Das maximale Drehmoment steigt auf 400 Nm seitens des Verbrenners plus 309 Nm elektrisch. In beiden Leistungsstufen erfüllt der Plug-in-Hybrid selbstverständlich die aktuelle Abgasnorm Euro 6e.

Im Fall des T8 bedeutet das: null auf hundert in gerade einmal 4,9 Sekunden — ein Wert, der in dieser Fahrzeug- und Gewichtsklasse durchaus Eindruck hinterlässt. Die Höchstgeschwindigkeit ist Volvo-typisch bei 180 km/h elektronisch abgeregelt. Rein elektrisch sind bis zu 140 km/h möglich, was den E-Modus auch jenseits des Stadtverkehrs alltagstauglich macht.
Die Kraftübertragung übernimmt serienmäßig eine auf den Hybridantrieb abgestimmte Achtgang-Automatik. Sie wechselt die Gänge komfortabel, aber mit der nötigen Präzision, wenn Leistung abgerufen wird. Wer maximal effizient unterwegs sein möchte, aktiviert die Eco-Funktion. Motorsteuerung, Schaltpunkte und Ansprechverhalten werden entsprechend angepasst, parallel arbeitet die Klimatisierung im Eco-Climate-Modus energieschonender.
Verbrauch & Effizienz im Alltag
Seine Sparsamkeit spielt der XC60 T8 — wie jeder Plug-in-Hybrid — vor allem dann aus, wenn die Batterie konsequent genutzt und regelmäßig geladen wird. Im elektrischen Betrieb lag der Verbrauch meines Testwagens bei 26,5 kWh pro 100 Kilometer inklusive Ladeverluste.

Die offiziellen WLTP-Werte fallen naturgemäß optimistischer aus: 3,3 l/100 km kombiniert bei 12,8 kWh/100 km. Mit leerer Batterie gibt Volvo 7,3 l/100 km an.
Die Realität pendelt sich — fährt man überwiegend im Hybridbetrieb ohne konsequentes Nachladen — eher im Bereich klassischer Benziner dieser Leistungsklasse ein. In meinem Test bedeutete das rund 8 bis 9 Liter auf 100 Kilometer.
Batterie & Laden
Verbaut ist die größere, mit dem Update eingeführte Lithium-Ionen-Batterie mit 18,8 kWh brutto, wovon rund 14,9 kWh netto nutzbar sind. Gegenüber der früheren 11,6-kWh-Einheit ein spürbarer Fortschritt.
Nach WLTP ermöglicht das elektrische Reichweiten von 77 bis 80 Kilometern. Im Alltag — abhängig von Temperatur, Topografie und Fahrprofil sind realistische 55 bis 70 Kilometer drin.

Die Batterie sitzt platzsparend im Mitteltunnel, was sich positiv auf Schwerpunkt und Innenraumlayout auswirkt.
Geladen wird serienmäßig mit 3,7 kW an der Wallbox, eine Vollladung dauert so rund fünf Stunden. Optional beziehungsweise ausstattungsabhängig ist ein 6,4-kW-On-Board-Charger erhältlich, der die Ladezeit auf etwa drei Stunden verkürzt.
Eine DC-Schnellladefunktion hätte ich mir zum aktuellen Modelljahr dennoch gewünscht. Viele moderne PHEV bieten diese inzwischen und fördern damit die elektrische Nutzung im Alltag spürbar.

Geladen wird per externem Kabel über den Anschluss hinter der Klappe am vorderen linken Kotflügel — klassisch PHEV, unkompliziert im Handling.
Fahrgefühl im Hybridalltag
Im reinen Elektrobetrieb lässt sich das große SUV angenehm leise und souverän bewegen. Beinahe wie ein vollwertiges Elektroauto, solange Energie im Akku ist. Ist diese aufgebraucht, schaltet sich der Verbrenner nahezu unmerklich zu. Das Zusammenspiel beider Antriebe wirkt sehr harmonisch, Übergänge sind weich und akustisch zurückhaltend.
Wird spontan Leistung abgerufen, benötigt das System gelegentlich einen kurzen Moment, um sich zu sortieren. Im Sport- beziehungsweise Power-Modus ist das Antriebssystem jedoch deutlich reaktionsfreudiger vorkonditioniert, was spürbar mehr Spontanität bringt. Allerdings zulasten der Effizienz.

Unter Volllast schiebt der T8 beeindruckend kraftvoll an und untermalt das Ganze mit einem angenehm präsenten, aber nie aufdringlichen Klangbild.
Rekuperation & Segeln
Teil des Effizienzkonzepts ist die Segelfunktion „Eco-Coast“. Nimmt man bei Geschwindigkeiten ab etwa 65 km/h den Fuß vom Fahrpedal, entkoppelt der Antriebsstrang. Das Fahrzeug rollt im Leerlauf, kinetische Energie wird optimal genutzt.
Zusätzlich ermöglicht der XC60 das aus BEVs bekannte One-Pedal-Driving. Beim Lupfen des Fahrpedals verzögert das SUV spürbar bis hin zum Stillstand, besonders im urbanen Stop-and-Go ein echter Komfortgewinn.
Allrad & Fahrmodi
Je eine Antriebseinheit pro Achse ermöglicht einen effizienten elektrifizierten Allradantrieb. Abhängig von Lastzustand und Fahrweise arbeitet der Elektromotor allein oder gemeinsam mit dem Verbrenner.

Über das „Drive Mode“-Drehrad lassen sich die Charaktere des Antriebs gezielt variieren:
- Hybrid: Standardmodus, intelligente Verteilung zwischen E- und Verbrennerbetrieb
- Pure: rein elektrisch, bei Kickdown Zuschaltung des Benziners
- Power: maximale Systemleistung, direkteres Ansprechverhalten
- AWD: permanenter Allrad, ideal bei rutschigem Untergrund oder Anhängerbetrieb
- Off Road: optimierte Geländeeigenschaften bei niedrigen Geschwindigkeiten
Im Off-Road-Programm steigt die Bodenfreiheit um 40 mm, Bergabfahrhilfe und Lenkunterstützung werden angepasst, zusätzlich erscheinen Kompass und Höhenmesser im Display. Oberhalb von 40 km/h wechselt das System automatisch zurück in den Hybridmodus.
In Verbindung mit dem optionalen adaptiven Luftfahrwerk (Four-C) verändern sich je nach Fahrmodus zudem Dämpfercharakteristik, Lenkung, Bremsabstimmung und Antriebssetup.
Energiemanagement & Streckenstrategie
Über „Hold“ lässt sich der aktuelle Batteriestand konservieren, während „Charge“ ein aktives Nachladen über den Verbrenner ermöglicht.

Besonders clever: Wird ein Ziel ins Navigationssystem eingegeben, verteilt „Predictive Efficiency“ den elektrischen Energieeinsatz automatisch entlang der Route. So fährt der XC60 nicht stumpf zuerst elektrisch und danach rein fossil, sondern nutzt Strom dort, wo er den größten Effizienzvorteil bringt — etwa innerorts oder in Umweltzonen.
Fahrwerk & Fahrkomfort
Die Basis für das gewohnt komfortable und kultivierte Fahrerlebnis legt beim Volvo XC60 T8 AWD Plug-in Hybrid ein harmonisch abgestimmtes Fahrwerkslayout. An der Vorderachse arbeitet eine aufwendige Doppelquerlenker-Konstruktion, während hinten eine Integral-Achse mit innovativer, platz- und gewichtsparender Querblattfeder zum Einsatz kommt.
Optional steht eine adaptive Luftfederung in Kombination mit der aktiven Four-C-Fahrwerkstechnik (Continuously Controlled Chassis Concept) zur Verfügung. Die ich im Test erleben durfte. Die elektronische Dämpferregelung passt sich dabei permanent an Fahrbahnzustand und Fahrstil an. Gleichzeitig sorgt die integrierte Niveauregulierung dafür, dass die Bodenfreiheit unabhängig von Beladung oder Passagieranzahl konstant bleibt — ein spürbarer Vorteil sowohl im Alltag als auch auf längeren Reisen.

Unterstützt wird das stabile Fahrverhalten durch den elektronisch gesteuerten Allradantrieb des Hybridsystems. Gerade auf rutschiger Fahrbahn, bei Schnee oder Eis vermittelt der XC60 zusätzliche Souveränität und Traktion. Leistungsfähige Bremsanlagen, eine geschwindigkeitsabhängige Servolenkung sowie die fein abgestimmten Assistenzsysteme komplettieren das technische Gesamtpaket.
In der von mir gefahrenen Konfiguration mit adaptivem Luftfahrwerk eröffnen sich mehrere Fahrprogramme, die Charakter und Dämpferabstimmung gezielt variieren. Neben komfortorientierten Setups steht auch ein Dynamikmodus bereit, der das große SUV spürbar straffer auftreten lässt. Kurvengeschwindigkeiten meistert der XC60 damit erstaunlich gelassen — nicht zuletzt begünstigt durch den tiefen, ausgewogenen Schwerpunkt, der aus der zentral im Fahrzeug platzierten Batterie resultiert.
Und dennoch: So beeindruckend die fahrdynamischen Reserven auch sind, reizvoller empfand ich dieses souveräne Dahingleiten. Möglichst viele Strecken rein elektrisch, leise und gelassen zurückzulegen, passt schlicht besser zum Charakter dieses Antrieb. Leistung wäre jederzeit abrufbar, musste aber selten bewiesen werden.

Eine praktische Alltagserleichterung liefert das luftgefederte Fahrwerk ebenfalls. Per Knopfdruck lässt sich das Heck um rund fünf Zentimeter absenken. Gerade beim Be- und Entladen oder beim Ankuppeln eines Anhängers oder Wohnwagens ein spürbarer Komfortgewinn.
Allradangetriebenes Zugpferd
Auch als Zugfahrzeug zeigt sich der Plug-in-Hybrid standesgemäß aufgestellt. Gebremste Anhänger dürfen bis zu 2,25 Tonnen wiegen, ungebremste bis 750 Kilogramm. Die zulässige Dachlast liegt bei 100 Kilogramm — ausreichend Spielraum also für Transportaufgaben jenseits des reinen Familienalltags.
Wird der Allradmodus aktiviert, steht maximale Traktion im Fokus. Darauf aufbauend stellt der XC60 bei niedrigen Geschwindigkeiten zusätzlich den Off-Road-Modus bereit. In diesem hebt sich die Bodenfreiheit um 40 Millimeter, Bergabfahrhilfe und Lenkunterstützung werden angepasst, während Kompass und Höhenmesser in der digitalen Instrumentenanzeige Offroad-Ambitionen unterstreichen. Überschreitet man 40 km/h, wechselt das System automatisch zurück in den Hybridmodus.
Sicherheit & Assistenzsysteme
Beim Thema Sicherheit macht der Volvo XC60 T8 AWD Plug-in Hybrid keine halben Sachen — und das bereits ab der Basisversion. Schon serienmäßig fährt das Premium-SUV ein beeindruckend umfangreiches Arsenal an Fahrerassistenz- und Schutzsystemen auf.

Technische Grundlage bildet die moderne ADAS-Sensorplattform (Advanced Driver Assistance Systems). Sie kombiniert Kameras, Radar- sowie Ultraschallsensoren und arbeitet mit einer von Zenuity entwickelten Softwarearchitektur. Ein großer Vorteil dieser Struktur liegt in ihrer Skalierbarkeit: Funktionsumfänge lassen sich künftig vergleichsweise unkompliziert erweitern oder per Update optimieren.
Im Zentrum steht das weiterentwickelte automatische Notbremssystem. Es erkennt nicht nur vorausfahrende Fahrzeuge, sondern auch Motorradfahrer, Fußgänger, Radfahrer sowie Großtiere, ein in skandinavischen Märkten besonders relevantes Sicherheitsfeature.
Zusätzlich greift eine erweiterte Notbremsfunktion bei Gegenverkehr auf der eigenen Fahrspur ein: Erkennt das System eine drohende Frontalkollision, reduziert es die Geschwindigkeit per automatischem Bremseingriff um bis zu 10 km/h, um die Unfallschwere bestmöglich zu minimieren.

Ergänzt wird das Sicherheitsnetz durch eine Vielzahl präventiver Assistenzsysteme:
- Run-off Road Protection schützt Insassen, wenn das Fahrzeug unbeabsichtigt die Fahrbahn verlässt
- Kreuzungs-Bremsassistent entschärft kritische Situationen beim Linksabbiegen
- Road Edge Detection erkennt Fahrbahnbegrenzungen und unterstützt die Spurführung
- Oncoming Lane Mitigation wirkt aktiv gegen Frontalzusammenstöße
Gerät der XC60 versehentlich auf die Gegenfahrbahn, erfolgt bei erkanntem Gegenverkehr ein gezielter Lenkeingriff zurück in die eigene Spur. Ein subtiler, aber äußerst wirkungsvoller Sicherheitsmechanismus.
Über das cloudbasierte System „Connected Safety“ tauschen Volvo Fahrzeuge sicherheitsrelevante Informationen untereinander aus. Erkennt ein Fahrzeug beispielsweise Glätte oder eine Gefahrenstelle, werden nachfolgende Fahrer frühzeitig gewarnt — ein zusätzlicher digitaler Schutzschild im Alltag.

Auch beim Insassenschutz bleibt Volvo seiner Linie treu. Serienmäßig an Bord:
- Kopf-Schulter-Airbags für alle Sitzreihen
- Knie-Airbag für den Fahrer
- Schleudertrauma-Schutzsystem WHIPS
Dieses reduziert bei Heckkollisionen gezielt das Risiko von Halswirbelsäulenverletzungen.
Optionale Assistenzsysteme
Optional erweitert werden kann das Sicherheits- und Komfortspektrum unter anderem um:
- Pilot Assist für teilautonom unterstütztes Fahren bis 130 km/h
- Emergency Stop Assist, der das Fahrzeug selbstständig sicher zum Stillstand bringt, sollte der Fahrer nicht mehr reagieren
Gerade auf Langstrecken steigert das den Entspannungsfaktor spürbar.
Wie alle Pkw des schwedischen Herstellers seit 2020 wird auch der XC60 mit einer elektronisch begrenzten Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h ausgeliefert.
Beleuchten wir den Kostenfaktor
Der Volvo XC60 T8 AWD Plug-in Hybrid positioniert sich preislich klar im Premiumsegment, bringt dafür jedoch bereits ab Werk ein sehr umfangreiches Ausstattungsniveau mit. Insgesamt ist der elektrifizierte Schwede in fünf Ausstattungslinien erhältlich. Der Einstieg erfolgt über die Variante Essential ab 67.990 Euro.
Darüber staffeln sich die Linien Core, Plus und Ultra mit jeweils erweitertem Technik- und Komfortumfang. Während Core mit einem moderaten Aufpreis von 2.000 Euro ansetzt, wächst der Ausstattungsmehrwert bei Plus (+ 7.700 Euro) und (Ultra + 12.300 Euro) deutlich spürbar — hier investiert man vor allem in zusätzliche Assistenz-, Klang- und Komfortfeatures. Weitere Individualisierungsmöglichkeiten bündelt Volvo in Einzeloptionen sowie thematisch geschnürten Ausstattungspaketen.

Für den leistungsstärkeren T8 AWD ruft Volvo gegenüber dem T6 AWD Plug-in Hybrid einen Aufpreis von rund 3.000 Euro auf. Darüber hinaus ist die Topmotorisierung auch in der besonders fahraktiv ausgelegten Variante Polestar Engineered erhältlich.
Bereits die Serienausstattung der Basisversion zeigt, dass Volvo den XC60 nicht als abgespeckten Einstieg positioniert. Herzstück ist die aktuelle Generation des Android Automotive Infotainmentsystems inklusive Google Services wie Google Maps und Google Assistant. Bedient wird es über einen 11,2 Zoll großen, hochkant positionierten Touchscreen im Tablet-Format, flankiert von einer 12,3 Zoll großen digitalen Instrumentenanzeige der zweiten Generation. Ein High Performance Sound Audiosystem, eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik sowie Premium-Textil-Komfortsitze mit elektrischer Höheneinstellung für Fahrer und Beifahrer unterstreichen den gehobenen Anspruch bereits ab Werk. Ergänzt wird dies durch praktische Features wie Licht- und Regensensor, Berganfahrassistent, Einparkhilfe hinten mit automatischem Bremseingriff sowie eine elektrische Parkbremse.

Zum serienmäßigen Wohlfühlfaktor trägt auch das Volvo Luftreinigungssystem bei, das selbst kleinste Partikel und Pollen aus der einströmenden Luft filtert. Optional lässt sich dieses durch ein erweitertes Luftqualitätssystem mit PM2,5-Feinstaubfilterung und automatischer Luftüberwachung weiter ausbauen.
Mit dem Ausstattungssprung in Richtung Ultra wird das Komfort- und Sicherheitsniveau nochmals sichtbar angehoben. Hier integriert Volvo unter anderem das teilautonome Fahrassistenzsystem Pilot Assist inklusive adaptiver Geschwindigkeitsregelanlage sowie Emergency Stop Assist. Ergänzend erweitern Systeme wie Totwinkelassistent, Cross Traffic Alert mit Bremseingriff und Heckaufprallabschwächung das aktive Sicherheitsnetz. Auch klanglich und visuell legt Ultra nach — etwa mit dem Premium Sound System by Harman/Kardon, Head-up-Display sowie erweiterten Voll-LED-Scheinwerfern inklusive dynamischem Kurvenlicht und intelligentem Fernlichtassistenten.
Die Ausstattungslinien Plus und Ultra lassen sich darüber hinaus mit den Designausführungen Bright oder Dark kombinieren — je nachdem, ob der Fokus stärker auf luxuriöser Eleganz oder markanter Kontrastoptik liegen soll. Darauf aufbauend bietet Volvo den XC60 zusätzlich als Black Edition an.

„Black Edition Signature“
Eine besonders exklusive Interpretation stellt die Ultra Black Edition Signature dar, die preislich bei rund 83.000 Euro startet. Aufbauend auf der ohnehin üppigen Ultra-Dark-Konfiguration erweitert Volvo das Luxusniveau hier nochmals deutlich. Features wie Vier-Zonen-Klimaautomatik, 360-Grad-Kamera und Panorama-Glasschiebedach sind bereits integriert, während das Bowers-&-Wilkins-Soundsystem mit 1.410 Watt Leistung, 15 Lautsprechern und Dirac-Klangoptimierung audiophile Maßstäbe setzt. Im Innenraum nehmen Fahrer und Passagiere auf belüfteten Komfortsitzen mit Nappaleder-/Ledernachbildung Platz, inklusive Massagefunktion und elektrisch einstellbarer Seitenwangen. Details wie abgedunkelte Scheiben, ein Schalthebel aus Orrefors-Kristallglas sowie exklusive 21-Zoll-Black-Edition-Leichtmetallräder in Verbindung mit der Außenfarbe Vapour Grey runden den Auftritt ab.
„Polestar Engineered“
Noch stärker in Richtung Performance verschiebt sich der Charakter in der Ausführung Polestar Engineered. Hier erhält der XC60 T8 eine fahrdynamische Überarbeitung mit Öhlins-Stoßdämpfern, angepasster Feder- und Dämpferabstimmung sowie zusätzlicher Domstrebe zur Karosserieversteifung. Eine leistungsstarke Akebono-Bremsanlage mit Sechs-Kolben-Sätteln und geschlitzten, belüfteten Bremsscheiben sorgt für standfeste Verzögerung. Sichtbares Markenzeichen bleiben die goldlackierten Bremssättel hinter 21-Zoll-Leichtmetallfelgen im offenen Fünf-Speichen-Design — ein klarer Hinweis darauf, dass hier Komfort und Performance bewusst miteinander verschmelzen.
Stand: Februar 2026; Test und Fotos: Lexi Lind; Innenraumfotos: Volvo


