Fahrbericht: Toyota Proace City Verso

Mit dem Proace City Verso bietet Toyota Interessenten einen Hochdachkombi mit zahlreichen praktischen Vorteilen und einem hohen Nutzwert, zugeschnitten auf ein kompakt proportioniertes Fahrzeug. Eine Premiere, handelt es sich bei der Baureihe des Toyota Proace City um eine Neuentwicklung im Hause Toyota. War der Hersteller zuvor nicht in diesem Segment vertreten. Nun ergänzt die kompakte Modellfamilie den Transporter/Van Toyota Proace. Mit seinen Außenmaßen rundet das Angebot des Toyota Proace City das Portfolio nach unten hin ab. Dabei differenziert der Hersteller auch in dieser Kategorie zwischen dem Nutzfahrzeug Proace City und der Pkw-Edition Proace City Verso. Die sich Dir in meinem Fahrbericht ausführlich präsentiert.

Der gesteigerte Nutzwert eines Hochdachkombi steckt zudem im Detail. Mit den zahlreichen Ablagen, Fächern und Lösungen an Bord, finden nicht nur Familien großen Gefallen am Toyota Proace City Verso. „Freizeitorientierte Kunden“ nennt sich die Zielgruppe, die neben Familien mit Kindern oder Hundebesitzer gefallen an der Vielfältigkeit und dem Nutzwert eines Proace City Verso finden.

Der Toyota Proace City ist als Kastenwagen und in der von mir gefahrenen Pkw-Variante Verso verfügbar. Ob Nutzfahrzeug oder Verso, beide Modelle sind in zwei Karosserielängen erhältlich. Mein Testwagen misst in der Variante L1 4,40 Meter, der Radstand beträgt 2.79 Meter. Die Ausführung L2 erzielt eine Außenlänge von 4,75 Meter. Der Längenzuwachs von 35 Zentimeter schlägt sich in einem Radstand von 2,98 Meter nieder.

Innen angelangt, spielt die Version L2 ihre Vorteile bei Ladevolumen und maximaler Ladelänge aus. Flexibel nutzbar ist der Toyota Proace City in allen Karosserien. Über Platzmangel kann ich mich in meinem Testwagen in L1 keineswegs beschweren. Zudem die kürzere Version mit dem größten Ladevolumen im Segment aufwarten kann. Als Kastenwagen fasst der Toyota City ohne Mühen zwei Europaletten.

Mit Blick auf die Pkw-Variante variiert das Stauvolumen abhängig von der gewählten Karosserielänge zwischen 571 bis 2.693 Liter. Mein Testwagen bietet als Fünfsitzer in der Version L1 in der Standard-Konfiguration 597 bis 2.126 Liter.

Hast Du beim Kastenwagen die Wahl zwischen zwei Einzelsitzen oder einer Sitzbank mit drei Plätzen ist der Toyota Proace City Verso ausschließlich mit den Einzelsitzen ausgestattet. Somit entfällt hier die „Smart Cargo“-Option. Diese adaptiert Toyota aus dem großen Proace und erlaubt, die äußeren Sitze wegzuklappen und lange sowie sperrige Gegenstände durch eine Öffnung in der Bordwand bis in den Beifahrerraum zu schieben. Nun gut, hier und heute nehme ich im Proace City Verso Platz.

Der Hochdachkombi gibt mit der weit aufschwingenden Heckklappe einen großen Zugang zum Gepäckabteil frei. Bei diesem verregneten Sommer tritt die Kofferraumklappe zudem als idealer Regenschutz in Erscheinung. Einkäufe und das Ladegut lassen sich so bequem im Trockenen ein- und ausladen, sowie platzieren. Die separat öffnende Heckscheibe erlaubt darüber hinaus einen schnellen und unkomplizierten Zugriff, beispielsweise in einer beengten Parksituation.

Benötige ich mehr Raum, lege ich Hand an die zweite Sitzreihe an. Hier kannst Du abhängig von der Ausstattung zwischen drei Einzelsitzen oder einer durchgängigen Sitzbank auswählen. Ich favorisiere in meinem Testwagen die Flexibilität, lassen sich die Sitze einzeln umklappen. Käufer mit Kindern verfügen bei jedem der drei Einzelsitze über eine Isofix-Kindersitzbefestigung. Im Wettbewerberumfeld nicht selbstverständlich.

In den Modellen L2 lassen sich die Plätze 6 und 7 der dritten Reihe komplett herausnehmen und längs verschieben. Die Beifahrersitzlehne kann ich optional umlegen. Diese Variabilität trifft im Proace City Verso auf praktische und zahlreiche Ablagemöglichkeiten. Angefangen bei den Fächern unter dem Ladeboden oder den Sitzen. Schütze ich meine Gepäckstücke in diesem Fall vor äußeren Blicken. Dies gilt auch für die Dachfächer. Diese erstrecken sich ähnlich wie bei einem Flugzeug direkt unter dem Dach. Zugänglich über den Innen- und Kofferraum.

Trotz der Ablagen kannst Du diese mit der Option Panoramadach kombinieren, welches zusätzlich den Innenraum mit Licht durchflutet. In meinem Testwagen Team Deutschland L1 war das Skyview Glasdach für einen Aufpreis von 1.660 Euro verbaut. Aber auch ohne Panoramadach sorgen die LED-Leseleuchten für ein helles Ambiente.

Im Vergleich mit einem herkömmlichen PKW weicht die Sitzposition eines Hochdachkombi selbstverständlich ab. Die angenehm erhöhte und aufrechte Sitzposition weiß durchaus zu gefallen. Bedienerfreundlich und übersichtlich gestaltet präsentiert sich der Toyota Proace City Verso für seine Klasse zudem von seiner anmutenden Seite.

Billigcharme kommt trotz Hartplastik-Elementen nicht auf, stattdessen sticht die Konnektivität und solch Features wie das Head-up-Display positiv hervor. Hätte ich letzteres nun wirklich nicht im Toyota Proace City Verso erwartet. Es spiegelt die gefahrene Geschwindigkeit, Tempolimits und Warnhinweise in das Sichtfeld. Einziger Wermutstropfen, Toyota stattet das Auto einzig in der höchsten Ausstattung Executive damit aus. Dann zwar serienmäßig an Bord, ist das Element in den anderen Varianten leider nicht gegen Aufpreis verfügbar.

Der acht Zoll Touchscreen und das Multimedia-System Toyota Pro Touch ist ausgenommen das Basismodell wiederum Serie und bietet mir die Möglichkeit mein Smartphone mittels Apple CarPlay und Android Auto ins Fahrzeug einzubinden.

Das Navigationssystem inklusive 3D-Darstellung und Sprachsteuerung verlangt in meinem getesteten Modell einen Aufpreis von 890 Euro. Bei der Routenführung liefert mir das System über TomTom Traffic Echtzeit-Verkehrsinformationen und stellt mir in diesem Rahmen Online-Dienste und lokale Wetterhinweise zur Seite und unterstützt mich bei der Parkplatzsuche.

Kompatible Smartphones können über die induktive Ladefläche kabellos aufgeladen werden. Dieses Ausstattungsmerkmal ist, wie aber auch schon das Head-up-Display, der höchsten Ausstattung vorbehalten und dort serienmäßig verbaut.

Nun bin ich dann aber doch etwas von den praktischen Qualitäten des Toyota Proace City Verso abgewichen. So werfe ich nochmal einen Blick in den Kofferraum. Die höhenverstellbare Kofferraumabdeckung ermöglicht abhängig vom Ladegut-Inhalt ein flexibles und sicheres beladen und hält darüber hinaus Gewichten von bis zu 25 Kilogramm stand. Schnellen Zugriff erlange ich über das Fenster in der Heckklappe.

Dachträger und -boxen, Fahrrad- und Skiträger, Transporttaschen, Aufbewahrungs- und Kühlboxen… ein Blick in die Aufpreisliste lohnt sich, das Angebot ist vielfältig und steigert den Nutzwert des Hochdachkombis um ein weiteres. Hundebesitzer erfreuen sich an den zahlreichen Zubehörartikeln von Hunderampen, Hundetransportboxen in verschiedenen Ausführungen sowie weiterem Hundezubehör.

Campingfreunde und Abenteurer werden bei den erhältlichen Campingboxen, Dachzelten oder Markisen aufhorchen. Das Camping-Zubehör für den Toyota Proace City Verso umfasst zum Beispiel diese Highlights:

Die sogenannte QUQUQ Campingbox für 2.390 Euro enthält eine Kochschublade, zwei Wasserkanister, ein zusätzliches Staufach, einen optionalen Kühlbox-Auszug und ein ausklappbares Doppelbett. Die weiteren Bestandteile der Campingbox können von der geöffneten Heckklappe aus verwendet werden. Die bei den Toyota Vertragshändlern erhältliche Box inklusive weiterer Bestandteile kann für 99 Euro um ein Camping-Set mit Tisch und zwei Stühlen ergänzt werden.

Für 1.699 Euro verwandelst Du Deinen Toyota Proace City Verso in einen noch bequemeren Camper. Das Dachzelt ARB Simpson III bietet mit einer Liegefläche von 2,40 x 1,40 Meter und einer Höhe von 1,30 Meter Schlafmöglichkeiten für zwei Personen. Darüber hinaus stellt Toyota drei Alternativen an Hartschalendachzelten zur Auswahl, die unter anderem Platz für zwei Erwachsene mit Kind bieten.

Markisen sind abhängig von Marke und Angebot zu Preisen bis 449 Euro erhältlich. Je nach Modell kann der Sonnenschutz um Seiten- und Frontwände erweitert werden.

Camper und Abenteurer geraten gerne mal auf ihren Reisen und Erkundungen in schwierigeres Terrain. In diesem Fall erweist sich der Hochdachkombi mit seinem Toyota Traction Select-System durchaus als gewappnet. Natürlich schließt auch dieses bedingt durch die Karosserie und mangels 4×4 Antrieb den harten Offroad-Einsatz aus, doch zumindest steigern die Fahrprogramme Sand, Gelände und Schnee die Traktion in den entsprechenden Fahrsituationen. Mittels Drehregler wechsele ich vom Normal-Modus spielend in einen der drei alternativen Fahrprogramme.

Die Anhängerstablisierungskontrolle lernen Fahrer von Hängern schätzen. Ungebremst nimmt der Toyota Proace City Verso bis zu 1,5 Tonnen an den Haken. Die nutzbare Zuladung beträgt abhängig von Ausstattung und Motor 573 bis 690 Liter. Ob im beladenen oder im leeren Zustand, die komfortable Note des Proace City Verso gefällt mir im Test. Schaukelt das Auto dennoch nicht weich auf.

Gehe ich Kurven flotter an, kommt kein unsicheres Gefühl auf. Wie nicht anders zu erwarten für einen Hochdachkombi, legt sich die Karosserie aber gerade im oberen Bereich spürbar in die Kurve. Der dynamische Ritt ist für ein Auto dieser Klasse keine bevorzugte Fahrweise, strebe ich diesen dennoch an, beginnt das ESP ordentlich zu arbeiten. Das System bremst den kompakten Van teils erheblich ein. Das sichere Fahrgefühl geht nicht verloren.

Zweifelsohne liegt ihm die entspannte Gangart besser. Und so verliert sich in den Tests rasch der Schreck vor langen Autobahnpassagen oder schlecht ausgebauten Straßen, meistert das Auto diese ohne großen Mühen. Das Fahrwerk lässt keine Ermüdungserscheinungen aufkommen.

Beim Blick zum großen Bruder Toyota Proace bzw. Proace Verso findet sich neben den konventionell betriebenen Modellen die neuen vollelektrischen Versionen. Beim kleineren City setzt Toyota bei beiden Karosserien derzeit auf zwei 1,2 Liter Benziner und 1.5 Liter Dieselmotoren. Der Basisdiesel mit 75 PS entfällt.

Das Leistungsspektrum erstreckt sich daher von 75 kW/102 PS bis hin zu den Aggregaten mit 96 kW/130 PS. Der PKW-Variante PROACE City Verso mit 130 PS Benzinmotor stellt Toyota eine 8-Stufen-Automatik serienmäßig zur Seite. Die Getriebe-Alternative hätte ich gerne in meinem Test erfahren, nicht, dass das Schaltgetriebe großen Anlass zur Beanstandung gegeben hätte, doch ich könnte mir diese Kombi gut im Fahrzeug vorstellen.

Da ich im Test allerdings den 1.2 Turbobenziner mit 81 kW/110 PS erfahren durfte, bestand die Möglichkeit nicht. Bleibt die Automatik mit acht Gängen ausschließlich dem Topbenziner vorbehalten. Der gleich starke Diesel ist an das 6-Gang-Schaltgetriebe gekoppelt und der kleine Diesel muss sogar mit fünf Gängen auskommen.

Die Start-Stopp-Automatik zeichnet alle Modelle aus und hilft Sprit einzusparen. In Bezug auf meinen Testwagen, den Toyota Proace City Verso 1.2 Liter Turbo-Benziner mit 110 PS und Sechsgang-Schaltgetriebe gibt der Hersteller 5,5 bis 5,3 Liter im kombinierten Fahrzyklus an. Die CO2-Emissionen belaufen sich auf 125 bis 122 Gramm pro Kilometer. In der Praxis erzielte ich im Test im alltäglichen Fahrbetrieb um die 7 Liter. Ein Spritsparer ist der Toyota Proace City Verso somit nicht.

Geht es für Dich mit den Benzinmodellen einmal im Jahr oder alle 20.000 Kilometer zur Inspektion, dehnt Toyota die Wartungsintervalle bei den Dieselmotoren auf zwei Jahre oder 40.000 Kilometer. Mit einer Garantieleistung von drei Jahren bis 100.000 Kilometer Laufleistung möchte der Hersteller die angestrebte Zuverlässigkeit untermalen.

Unter dem Begriff „Toyota Safety Sense“ schnüren die Japaner ein Sicherheitspaket, welches von Haus aus das Pre-Collision-System mit Fußgänger-Erkennung, eine autonome Notbremsfunktion, die eCall-Notruffunktion, die Müdigkeitserkennung, einen Spurhalteassistenten mit aktiver Lenkunterstützung, eine Verkehrszeichenerkennung und einen Tempomaten umfasst.

Die Standardausstattung kann sich gerade in Anbetracht der Fahrzeugklasse sehen lassen. Darüber hinaus baut Toyota dieses Angebot um zwei weitere Ausbaustufen aus. Sprich, in Level 2 finde ich an Bord des Proace City Verso eine erweiterte Funktionsweise der Verkehrszeichenerkennung, Müdigkeits-Warnung und Fernlicht-Assistent vor. In der nächsthöheren Stufe baut Toyota den Umfang um eine adaptive Geschwindigkeitsregelanlage und den Totwinkel-Assistent aus.

Mit dem Smart Active Vision-System im Fahrzeug manövriere ich das Auto über die zwei speziellen Kameras im Handumdrehen auch in die kleinste Lücke. Sie verschaffen mir den optimalen Überblick, unübersichtliche Bereiche sowohl hinter als auch neben dem Fahrzeug werden mir in Echtzeit übermittelt.

Die Nutzfahrzeug-Variante klammere ich an dieser Stelle bewusst aus und widme mich abschließend ausschließlich dem Pkw-Modell. Dieses erhältst Du in der Einstiegsvariante „Combi“ ab 20.810 Euro. Eine Klimaanlage, USB- und Bluetooth-Schnittstellen, DAB-Radio, der Lichtsensor, ein höhenverstellbarer Fahrersitz, elektrisch einstell- und beheizbare Außenspiegel, elektrische Fensterheber vorne und die zuvor erwähnten Elemente des Toyota Safety Sense Sicherheitspaketes sind im Preis inklusive.

Verfügbar ist der Toyota Proace City Verso in den Karosserien L1 und L2 mit fünf oder sieben Sitzen sowie in insgesamt vier Ausstattungen. An Bord der höheren Niveaus finden sich am Beispiel meines Testwagens in der Variante Team Deutschland L1 und mit 1.2 Liter Turbobenziner mit 81 kW für 27.040 Euro eine Rückfahrkamera, Parksensoren rundum, eine Klimaautomatik und das Multimedia-Audiosystem Toyota ProTouch mit Acht-Zoll-Touchscreen und Smartphone-Integration via Apple CarPlay, Android Auto und Mirror Link.

Einzig die Team Deutschland Ausstattung ist mit allen Motoren kombinierbar. Der getestete Proace City Verso beinhaltet zudem einen Regensensor und Fernlichtassistent, 16-Zoll-Leichtmetallfelgen. Das Topmodell Executive verfügt über 17 Zöller, den Head-up-Display, Keyless Entry und zahlreiche weitere Komfortmerkmale.

Bei Interesse sind diese wiederum unter den Optionen zu finden. Ist dort u.a. das im Ececutive enthaltene Navigationssystem, der Easy Park Assist oder das Skyview Panorama-Glasdach gelistet.

Stand: August 2021; Test und Fotos: Lexi Lind

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