Weltpremiere des Kia Stinger in Detroit

Es ist schon ein paar Jährchen her, doch Kia zeigte bereits im Jahr 2011 mit einer aufregenden Gran Turismo Studie welch sportliches Potential in der Marke steckt. Und nun ist es tatsächlich soweit, Kia geht in den Angriff über und zeigt auf der aktuell gestarteten North American International Auto Show (NAIAS) die serienreife Sportlimousine Kia Stinger.

Mit dieser Weltpremiere präsentieren die Koreaner das bisher leistungsstärkste Modell in der Kia-Geschichte und zielen es direkt auf die Großen im Segment ab. Und eine Ansage ist hier nicht nur die Optik, schon der Name allein signalisiert, „Achtung, hier kommt Kia!“. Steht der Name „Stinger“ zu Deutsch für „Stachel“.

Wie schon die Studie wurde auch nun das Serienmodell von den Frankfurter Kia-Designern entworfen und gar nicht mal so groß verändert. Die markentypische Tigernase darf natürlich auch bei diesem Kia nicht fehlen und so geht es von der schnittigen Front über die lange Motorhaube und den schlanken Flanken über einen langen Radstand und nach hinten versetztes Cockpit bis zu den kraftvollen Hüften.

Nicht weniger polarisierend ist dabei das Heck des Stinger . Mit einem Heckdiffusor und vier ovale in die Heckschürze integrierte Auspuffendrohre steht der Kia auch hier für rassige Sportlichkeit. Ein gelungener Gran Turismo, durch und durch.

Neue Wege gehen die Koreaner auch beim Interieur-Design und ist ebenfalls auf ein sportliches Fahrerlebnis zugeschnitten, verwöhnt die Insassen aber zugleich mit einer luxuriösen Ausstattung. Die bequemen, stark konturierten Sitze sind mit Bezügen aus sehr weichem Nappaleder erhältlich, und der Fahrersitz bietet durch elektrisch einstellbare Luftpolster in der Rückenlehne und den Seitenpolstern hervorragenden Halt.

Zu den modernen Cockpit-Technologien des Kia Stinger gehört das höhenverstellbare Head-Up-Farbdisplay, das zentrale Fahrinformationen auf die Frontscheibe projiziert. In der Zentralkonsole befindet sich eine induktive Ladestation für Smartphones, eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung ist Standard, und viele Fahrzeugsysteme lassen sich über die Bedienelemente des Multifunktionslenkrads steuern.

Ein hohes Ausstattungsniveau trifft dabei auf diverse Fahrerassistenzsysteme. So bringt Kia in der Sportlimousine erstmals die Müdigkeitserkennung DAA (Driver Attention Alert) zum Einsatz. Der Vorbeugung von Frontalkollisionen mit anderen Fahrzeugen oder auch Fußgängern dient dagegegen das System FCA (Forward Collision Assistance), das einen autonomen Bremsassistenten (Autonomous Emergency Braking, AEB) mit Fußgängererkennung beinhaltet. Die adaptive Geschwindigkeitsregelanlage (Advanced Smart Cruise Control, ASCC) hält den eingestellten Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug und bremst den Kia Stinger in dichtem Verkehr wenn nötig sogar bis zum Stillstand ab. Der Spurhalteassistent (Lane Keeping Assist System, LKAS) warnt den Fahrer, wenn das Fahrzeug unbeabsichtigt seine Spur verlässt und führt gleichzeitig einen korrigierenden Lenkeingriff durch, um das Fahrzeug wieder in die Spur zu bringen. Und beim Zurücksetzen aus Parklücken überwacht der Querverkehrwarner (Rear Cross Traffic Alert, RCTA) den Bereich hinter dem schicken Stinger und weist Dich auf Fahrzeuge hin, die Deinen Weg kreuzen.

Doch hält der Kia Stinger auch leistungsseitig was die Optik verspricht?

Zwei turboaufgeladene Benzindirekteinspritzer stehen Dir zur Wahl: Die Einstiegsvariante kommt auf 188 kW/255 PS und mobilisiert aus zwei Liter Hubraum ein maximales Drehmoment von 353 Nm, klingt ja schon mal nicht schlecht.

Doch wirklich interessant wird es beim 3,3-Liter-V6 Twin-Turbo, mit einer Leistung von voraussichtlich 286 kW / 365 PS und einem maximalen Drehmoment von 510 Nm ab 1.300 Touren, kann der Kia Stinger auch in diesem Punkt mit den Oberklasse-Mitbewerbern mitspielen. Lediglich 5,1 Sekunden soll sich der GT von null auf 100 Stundenkilometer genehmigen und maximal 269 Stundenkilometer schnell werden.

Gekoppelt an eine achtstufige Automatik, stellt diese die zweite, speziell auf Heckantrieb ausgelegte Generation des modernen Getriebes dar, das von Kia selbst entwickelt wurde. Über Schaltwippen am Lenkrad soll sich das Getriebe auch per Hand schalten lassen.

Wahlweise wird der neue Kia Stinger mit Heck- oder Allradantrieb erhältlich sein. Auch der Allradantrieb ist heckbetont ausgelegt und beinhaltet für eine optimale Kontrolle auf trockenen wie nassen Straßen ein neues dynamisches Torque-Vectoring-System (Dynamic Torque Vectoring Control), das je nach Lenkvorgabe und Straßenverhältnissen das Drehmoment gezielt an die Räder mit maximaler Bodenhaftung leitet, um auch bei widrigen Bedingungen das Fahrzeug auf dem vom Fahrer vorgegebenen Kurs zu halten. Die Ausführungen mit Heckantrieb verfügen über ein mechanisches Sperrdifferential, mit dem sich die Antriebskraft gleichmäßig auf beide Hinterräder verteilen lässt.

Der Stinger ist der erste Kia mit Dynamic Stability Damping Control. Mit diesem System lassen sich die Dämpfungs- und Handling-Eigenschaften des präzisen und verlässlich reagierenden Fahrwerks elektronisch variieren und so dem individuellen Fahrstil und den Straßenverhältnissen anpassen. Mit den fünf Fahrmodi (Personal / Eco / Sport / Comfort / Smart) lässt sich auch die Lenkunterstützung variieren. Der Kia Stinger verfügt über die elektronische Servolenkung R-MDPS.

Last but not least ist der 3,3-Liter-Benziner von Haus aus mit innenbelüfteten Scheibenbremsen von Brembo sowie Vierkolben-Bremssättel vorn und Zweikolben-Bremssättel hinten bestückt, eben ganz wie bei den Großen.

Allerdings müssen wir uns noch bis Ende 2017 gedulden…

Stand: Januar 2017; Fotos: Kia

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