Thema: Dieselpartikelfilter

Die Diskussion um Feinstaub und NOx ist unaufhörlich am brodeln und so verwundert es mich ehrlich gesagt, dass die Förderung zur Nachrüstung eines Rußpartikelfilters für Autos oder Nutzfahrzeuge bis 3,5 Tonnen vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) nicht verlängert wurde. Denn wenn auch Dieselfahrzeuge, wie Du sie in meinem Testportfolio findest, bereits von Haus aus mit Partikelfiltern bestückt sind, so ist bei älteren Modellen absolut Nachholbedarf angesagt. Und so solltest Du die eingestellte Förderung nicht zum Anlass nehmen, nichts zu tun!

Bringt die Nachrüstung bei den meisten älteren Diesel-Pkw ohnehin weitaus mehr als nur den Erhalt der grünen Plakette mit sich. Denn sollte Dein Auto nicht zu alt oder dem Verfall nah sein, steigerst Du mit der Nachrüstung des Rußfilters auch den Wiederverkaufswert, einen Pkw ohne bekommst Du in der heutigen Zeit sowieso nur schwer wieder verkauft.

Durch die Nachrüstung von Dieselfahrzeugen mit Partikelfiltern schonst Du aber vor allen Dingen die Gesundheit und unsere Umwelt – auf die es doch besonders zu achten gilt. Und der einhergehenden Erderwärmung sollten wir doch dringend einen Riegel vorschieben, ebenso der verkehrsbedingten Luftbelastung in unseren Städten.

Ein Rußpartikelfilter dient zur Reduzierung der im Abgas von Dieselaggregaten vorhandenen Partikel. Dabei wird zwischen einem Wandstromfilter und einem Nebenstromfilter unterschieden, nutzen Hersteller je nach Fahrzeug eines dieser beiden Systeme. Da jedoch beide Varianten Komponenten aus Vlies oder anderen Materialien verwenden, die im Laufe ausgetauscht werden müssen, müssen auch bereits verbaute Dieselpartikelfilter aktueller Fahrzeuge zu gegebener Zeit erneuert werden. Mit den nötigen Kenntnissen, kannst Du diesen Austausch selbst vornehmen. Die Nachrüstung bei älteren Fahrzeugen sollte jedoch von der Werkstatt übernommen werden.

Nachrüsten oder nicht? Diese Frage stellt sich für viele von uns ohnehin nicht, gerade Bewohner der Ballungsgebiete sind gezwungen zu handeln, und der spontane Erwerb eines Neufahrzeuges würde doch zweifelsohne ein tiefes Loch in den Geldbeutel reißen.

Doch der Wohnort allein ist es nicht einmal, zählst Du zu Deutschlands Vielfahrern, scheint schon jetzt eine entsprechende Umweltplakette unumgänglich. Denn wagst Du Dich in eine Umweltzone ohne Plakette, riskierst Du sowohl ein Bußgeld wie auch Punkte.

Und in Deutschland gibt es mittlerweile in über 60 Städten die sogenannten Umweltzonen, die ein Befahren mit einer gelben, roten oder fehlenden Plakette untersagen. Nur wer mit der grünen Plakette ausgestattet ist, hat freie Fahrt und kann sich mit seinem Fahrzeug in ALLEN Umweltzonen frei bewegen.

Wer kann nachrüsten?

Bist Du noch mit einem Fahrzeug ohne Kat unterwegs, gehört Dein Pkw zur Schadstoffgruppe 1, so erhältst Du leider keine Plakette.

Und auch bei Dieselautos mit geregeltem Katalysator und der Schadstoffklasse Euro 2 bringt die Nachrüstung nur bedingt Vorteile, zwar würdest Du künftig die Luft etwas weniger verschmutzen, doch letztlich nur die Euro 3 erreichen und somit die gelbe Plakette erhalten.

Bist Du jedoch im Besitz eines PKW oder eines leichten Nutzfahrzeuges, das bereits die Euro 3 Norm erfüllt, erhältst Du durch die Nachrüstung eines Partikelfilters die grüne Plakette.

Solltest Du Dir bei der Zuordnung in eine Schadstoffgruppe unsicher sein, kannst Du Dir mittels Emissionsschlüssel, den Du in Deinen Fahrzeugpapieren findest, hier einen genauen Überblick verschaffen.

Ausnahmeregelungen für Umweltzonen

Während die deutsche Umwelthilfe tatsächlich Dieselfahrverbote durchsetzen möchte, gelten aktuell in unseren Umweltzonen aber noch diverse Übergangs- und Ausnahmeregelungen. Gerade als Anwohner und/oder Gewerbetreibender solltest Du Dich darüber bei Deiner städtischen Behörde schlau machen. Kommt es hier ganz auf die Regelung Deiner Stadt an, denn aktuell gibt es noch keine einheitlichen Bestimmungen in Deutschland. Auf Deinen Antrag hin können entsprechend Ausnahmegenehmigungen für einzelne Fahrzeuge erteilt werden und Du könntest die Umweltzonen auch ohne die eigentlich notwendige Plakette befahren.

Außerdem vom Fahrverbot ausgenommen sind z.B. Oldtimer mit H- oder 07-Kennzeichen, Motorräder und 3-rädrige Kraftfahrzeuge, Arbeitsmaschinen, land- und forstwirtschaftliche Zugmaschinen, Behinderten-Kraftfahrzeuge oder Fahrzeuge die über Sonderrechte verfügen.

Welche Kosten kommen auf Dich zu?

Die Kosten für die Nachrüstung des Rußpartikelfilters variieren je nach Fahrzeug, Anbieter und Einbau zwischen 600 und 1.500 Euro. Da bei der Nachrüstung keine zusätzliche AU (Abgasuntersuchung) notwendig ist, fallen diesbezüglich aber keine weiteren Kosten an.

Dabei ist die Nachrüstung nicht nur für Dieselfahrzeuge ohne Partikelfilter interessant, müssen auch bereits verbaute Filter nach einer gewissen Zeit ausgetauscht werden. Da nicht jeder Rußpartikelfilter für jedes Fahrzeug passend ist, empfiehlt sich ein Abgleich der Teilenummern, um das richtige Ersatzteil für den Austausch zu finden.

Stand: November 2017; Text: CARWALK – Der Autoblog

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