Suzuki Ignis: Klein, cool und stylisch

Es verwundert mich immer wieder, selbst die größten SUVs finden ihr Haupteinsatzgebiet im Großstadtdschungel. Mit dem Suzuki Ignis bist Du aber wirklich mit einem SUV für die Stadt unterwegs. Beschränkt auf das Wesentliche gefällt mir das Micro-SUV vor allem mit seiner unverwechselbaren Front und der knuffig-kompakten Seitenansicht mit dem hier deutlich werdenden kurzen hinteren Überhang und der erhöhten Bodenfreiheit. Und die kommt nicht von ungefähr, kannst Du statt Frontantrieb auch den ALLGRIP Allrad-Antrieb bekommen, mit dem der Ignis auch abseits befestigter Wege und somit auch außerhalb der City eine gute Figur macht. Aber auch nur mit vorne angetriebenen Rädern zeigt das kleine SUV was es kann, vor allem bei Schnee und Schneematsch zieht es unbeeindruckt seine Bahn. Der Winter kann kommen.

Micro-SUVs gibt es (noch) nicht viele, so auf Anhieb fällt mir da noch der Fiat Panda Cross ein. Während dieser aber doch optisch die niedliche Schiene verfolgt und den Kleinwagencharme nicht ablegen kann, ist der Suzuki Ignis cool, stylisch und puristisch. Mit seinen ungewöhnlichen Proportionen ist er mehr SUV, als Kleinstwagen, wenn er sich mit seinen 3,70 Meter auch als super wendiger Stadtfloh erweist. Das Zwergen-SUV ist hoch wie breit kann man sagen, bringt es der Ignis entsprechend auf- bzw. abgerundet auf 1,60 Meter.

Die Front mit den auffälligen LED-Scheinwerfern, dem ausdrucksstarken Kühlergrill und der markanten Frontschürze verleihen dem Micro-SUV eine eindrucksvolle Frontpartie. Diese Coolness bewahrt sich der Ignis auch im Profil. Nur die Heckpartie will mir so gar nicht gefallen und nicht zum Rest passen.

Wie außen, so geht der Ignis auch innen eigene Wege. Der günstige Preis macht sich zwar in einfachen Materialien bemerkbar, doch das Micro-SUV weiß dennoch zu gefallen. Besonders gut, machten sich in meinem Testwagen der orangefarbene Zuzieh-Türgriff innen und die Mittelkonsole in gleicher Aufmachung, darüber sitzt die zentrale Bedieneinheit für Heizung/Lüftung mit einer auch optisch schick gemachten Schalterleiste.

Der große Monitor thront über allem, mit dem vom Radio über Smartphone bis hin zum Navi alles intuitiv gesteuert werden kann. Android Auto und Apple CarPlay stehen Dir auf Wunsch ebenfalls zur Verfügung, das Abrufen von Echtzeit-Verkehrsinformationen und Online-Suchfunktionen ist dann ebenso möglich, wie die Bedienung per Sprachsteuerung.

So klein er auch ist, so überrascht er mit seinem geräumigen Innenraum und kann mit viel Platz für 4 Erwachsene (als AGS auch 5 Sitzplätze) und ordentlich Gepäck glänzen. Die auch vom Kofferraum aus bequem und um stolze 17 Zentimeter verschieb- sowie umklappbaren Rücksitze schaffen richtig viel Stauraum, so wächst das Ladevolumen von 260 bzw. 204 Liter beim ALLGRIP auf bis zu 1.100 Liter.

Suzuki hat beim Ignis so viel Platz und Flexibilität auf engstem Raum geschaffen, absolut beeindruckend und einzigartig. Dennoch muss ich auch die Schwachstellen aufzeigen. Die Ladekante ist recht hoch und Gepäckstücke müssen auch beim Ausladen wieder weit angehoben werden, ist eine Stufe von über 20 Zentimeter zu überwinden. Sind die Rücksitze umgeklappt, entsteht eine weitere große Stufe am Kofferraumboden. Und in den Abendstunden tappt man mangels Beleuchtung im wahrsten Sinne des Wortes im Dunkeln.

Wendig wie ein Kleinwagen und mit einer Bodenfreiheit von 180 mm doch abenteuerlustig wie ein SUV, so ist der Suzuki Ignis ein super praktisches Stadtauto und stellt zugleich den idealen Begleiter für Ausflüge aufs Land dar.

In punkto Fahrverhalten ist jedoch noch Luft nach oben, so steuerst Du mit dem auch nur in der Höhe verstellbaren aber mit Leder ummantelten Lenkrad, das Micro-SUV doch eher indirekt und gefühllos durch die Straßen. Und auch das Fahrwerk ist zu unausgewogen um einen wirklich sportlichen Fahrstil zu fördern. Letztlich verweigert sich der Suzuki aber schon rein optisch jeglicher Sportlichkeit, so hoch und schmal wie er da steht. Und doch meistert er auch diese Aufgabe sicher, regelt das ESP zuverlässig.

Vielmehr könnte sich der ein oder andere am Fahrkomfort stören. Der kurze Radstand macht sich bei schlecht ausgebauten Straßen einfach bemerkbar und so hoppelt der Suzuki Ignis auch gerne mal über das Kopfsteinpflaster und Schlaglöcher knallen nach innen durch. Aber wirklich böse nehmen konnte ich es ihm nicht.

Wirklich wohl fühlt sich der SUV-Zwerg auch auf Autobahnen nicht, hier hält zum einen der Motor nicht die entsprechenden Reserven bereit, wird dafür aber laut und gibt sich ein Battle mit den Windgeräuschen.

Viel mehr konnte mich der Suzuki Ignis mit seinen Qualitäten im Großstadtdschungel, abseits der asphaltierten Piste und bei verschneiten Straßen begeistern. Gerade mit dem ALLGRIP-Allradsystem.

Bei einem drohenden Verlust von Traktion an den Vorderrädern leitet der Ignis über eine Visco-Kupplung direkt Kraft an die Hinterachse. Mit der zusätzlichen Grip-Control-Funktion hat der Ignis auch auf schwierigem Terrain optimalen Grip. Auf trockener Fahrbahn hingegen werden ausschließlich die Vorderräder angetrieben, um den Kraftstoffverbrauch möglichst gering zu halten.

Erhältlich ist das Micro SUV entweder mit Front- oder Allradantrieb, der 4×4-Aufschlag beträgt 1.500 Euro. Während Du Dich zwischen Allrad und Mild-Hybrid-System entscheiden musst, können diese nicht miteinander kombiniert werden, nimmt Dir Suzuki die Wahl bei den Motoren.

Angetrieben wird der offroadfähige Zwerg ausschließlich von einem 1,2-Liter-DUALJET-Benzinmotor, der 90 PS / 66 kW leistende Vierzylindermotor ist dabei an eine 5-Gang-Schaltung gekoppelt und in der frontangetriebenen Version alternativ mit einem automatisierten 5-Gang-Schaltgetriebe, kurz AGS, verfügbar.

In meinem Fahrzeug war der klassische Handschalter verbaut, hiermit und seinen 120 Newtonmeter Drehmoment sowie dem geringen Fahrzeuggewicht von gerade mal 885 Kilo war ich im Stadtverkehr flott unterwegs, für den Spurt aus dem Stand auf Tempo 100 km/h benötigt er dann aber schon 12,2 Sekunden. Mit zunehmendem Tempo wird er spürbar träger, wird aber immerhin bis zu 170 km/h schnell. Die Versionen mit ALLGRIP büßen hier nochmal fünf Stundenkilometer ein, beschleunigen allerdings in 11,9 Sekunden von null auf 100 km/h. Die Mild-Hybrid-Variante schafft es nochmals 0,1 Sekundenn schneller.

Unabhängig von Front-, Allrad- oder Hybridantrieb, überzeugt der Suzuki Ignis mit tollen Verbrauchswerten. Im realen Alltag war ich meist mit 5 bis 5,5 Liter unterwegs. Der durchschnittliche Kraftstoffverbrauch beläuft sich beim Fronttriebler auf 4,7 Liter je 100 Kilometer bei CO2-Emissionen von 107 g/km.

Die Allradmodelle bringen zum einen 60 Kilo mehr auf die Waage und gönnen sich laut Suzuki 5,2 Liter auf hundert Kilometer, entspricht 118 g/km CO2.

Beim SHVS unterstützt das Mild Hybrid System beim Start und der Beschleunigung mit beim Bremsen gewonnenem Strom. Laut Datenblatt kommt der Suzuki Ignis dann sogar auf 4,3 Liter auf 100 Kilometer, der CO2-Ausstoß beträgt dann nur noch 98 g/km. Allerdings schließt das Mild Hybrid System den Allradantrieb aus und ist mit 850 Euro einzuberechnen. Diesen Aufpreis muss man erst mal wieder rein fahren.

Auch ohne das bereits ab der Basisversion optional erhältliche Notbremssystem, kurz DCBS, erhält der Ignis insgesamt drei von fünf möglichen Sternen im Euro NCAP-Test. Die maximale Fünf-Sterne-Bewertung erzielte das Micro-SUV mit dem Dual-Camera-basierten Assistenzpaket ausgestattet.

Wenn Du damit ausgestattet bei einer Fahrgeschwindigkeit ab ca. 60 Stundenkilometer die Fahrspur verlässt, ohne den Blinker zu betätigen, spürst Du ein Vibrieren im Lenkrad und wirst zusätzlich durch eine leuchtende Anzeige in der Instrumenteneinheit gewarnt. Neben diesem Spurhaltewarnsystem, hat das Micro-SUV dann auch eine Müdigkeitserkennung in petto.

Auch dieses System warnt ab ca. 60 km/h, treten Anzeichen für ein unsicheres oder unaufmerksames Fahrverhalten auf, ertönt ein Warnsummer und auf der Instrumententafel leuchtet eine Warnanzeige auf.

Serienmäßig mit an Bord sind stets sechs Airbags, das elektronische Stabilitätsprogramm ESP sowie ISOFIX-Kindersitzbefestigungen auf den beiden äußeren Rücksitzen.

So viel kostet der Suzuki Ignis: Die Preise reichen von der Basisausstattung für 12.740,- Euro über die Ausstattungslinie Club – hier bekennt der Ignis Farbe und setzt auf farbige Innenraum-Dekorelemente, ein zweifarbiges Armaturenbrett, in Wagenfarbe lackierte und elektrisch verstellbar Außenspiegel und passende Türgriffe sowie eine schwarze A- und B-Säule – und die Variante Comfort bis hin zu 17.940,- Euro für den sehr gut ausgestatteten Comfort+ mit Allgrip Allrad. Hier sind dann auch der Müdigkeitswarner, ein Spurverlassenswarner, eine Bergan- und -abfahrhilfe, eine Kamera-gestützte aktive Bremsunterstützung und auch Keyless Start, sowie eine Klimaautomatik, ein Tempomat mit Geschwindigkeitsbegrenzer und die Navigation an Bord.

Zahlreiche Möglichkeiten zur Individualisierung bietet Suzuki vom Dekorelement am Frontgrill bis hin zum zweifarbig lackierten Dachkantenspoiler an.

Stand: September 2018; Test: CARWALK – Der Autoblog; Fotos: Suzuki

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