Neuer Opel Astra krönt Jubiläum

Der neue Opel Astra tummelt sich im unbestritten größten und hartumworbensten Segment im Automobilbereich, stets den Platzhirsch VW Golf im Visier. So viele Hersteller haben bereits versucht, am Thron des mächtigen Volkswagen-Konzerns zu rütteln, doch so emotional, innovativ und preislich attraktiver die Modelle auch waren, an die Verkaufszahlen der Wolfsburger kamen sie einfach nicht heran. Ein Lied davon singen kann zweifelsohne Opel. Und auch die elfte Generation Astra kommt nicht um den Vergleich mit dem Bestseller umhin.

Opel Astra 03Doch genau der kommt zu einer Zeit, in der sich Volkswagen selbst zu demontieren scheint oder zumindest von den Amis demontiert wird, das sei an dieser Stelle dahingestellt und auch nicht relevant. Geht es doch hier um den neuen Opel Astra der dem Golf nicht nur das Wasser reichen kann sondern diesen auch zweifelsohne hinter sich lässt. VW Abgas-Skandal hin oder her.

Zahlreiche Technologien und interessante Ausstattungsdetails sollten den VW Golf doch wahrlich das Fürchten lernen. Sind doch einige dieser Highlights aus deutlich höheren Klassen bekannt und in der Kompaktwelt eine Rarität.

Eine erste Sitzprobe zeigte bereits auf, wie begeistert wir von dem neuen Kompakten aus Hessen sind. Nun kurz nach der großen Premiere auf der IAA hat Opel bereits zu einer ersten Testfahrt eingeladen.

Die Aerodynamik spiegelt der Astra nicht nur in einem vorbildlichen cw-Wert von 0,28 wieder, allein die Optik strahlt bereits im Stand diese gewisse Agilität aus. Filigran und sehr stimmig gezeichnet … gerade im Vergleich mit der auch schon schickenVorgänger-Variante fallen die gewonnene Schnittigkeit und die zusätzlichen markanten Sicken auf.

Besonderer Augenmerk fällt auf die neue und raffiniert gestaltete C-Säule. Die schwarz glänzende Finne zwischen Dachhimmel und Kofferraum lässt das Dach scheinbar schweben und mündet meines Erachtens in der Schokoladenseite des Opel Astra, dem Heck. Breit, breeiiit, breeeiiiiiit. Für diesen stämmigen Eindruck sorgen viele Designelemente, ob es nun die Rückleuchten, der Stoßfänger oder die Licht-Schattenspiele sind.

Opel Astra 06Doch komme ich nun zu dem Technikhighlight und Alleinstellungsmerkmal in der Kompaktwagen-Klasse, dem LED-Matrix-Licht.

Dabei handelt es sich um weit mehr als nur ein automatisches Fernlicht, davon konnte ich mich jetzt bei einer Nachtfahrt auch in der Praxis überzeugen. Sobald ich mit dem neuen Opel Astra die Stadt verlassen habe, schaltete sich im Auto-Modus dauerhaft das Fernlicht ein.

Allerdings wurde weder der entgegenkommende noch der vorausfahrende Verkehr geblendet, während die übrigen Bereiche jedoch weiterhin hell ausgeleuchtet wurden. Die 16 LED-Segmente passten sich automatisch und blitzschnell an die jeweilige Verkehrssituation an und schalteten sich entsprechend zu oder ab.

Und zu alledem ist das LED-Matrix-Licht erschwinglich und ausstattungsabhängig in der Version Dynamik für 1.150 Euro, in der Variante Innovation für 1.350 Euro oder aber in Kombination mit dem Innovationspaket für 1.750 Euro erhältlich. Die beiden Einstiegsniveaus sind leider nicht mit der Matrix-Lichttechnologie kombinierbar.

Im Zusammenspiel mit der neuen Generation der Opel Frontkamera „Opel Eye“ wird aber nicht nur das IntelliLux Matrix LED Licht gesteuert. Im Funktionsumfang enthalten sind zudem weitere Assistenten, darunter der Frontkollisionswarner inklusive der automatischen Gefahrenbremsung, der verbesserte Verkehrsschildassistent und der Spurassistent mit durchaus bestimmenden Lenkrad-Impulsen.

Nicht zu vergessen, die automatische Notbremsfunktion zur Kollisionsminderung und -vermeidung, oder die Abstandsanzeige und der Abstandswarner der vor unangenehmen Bußgeldern oder gar Führerscheinentzug wegen zu dichtem Auffahren schützt.

Opel Astra 07Zahlreiche Airbags, ein Berganfahrassistent, ein Toter-Winkel-Warner und ein automatisch lenkender Parkassistent müssen natürlich in punkto „Sicherheit beim neuen Opel Astra“ ebenfalls eine Erwähnung finden.

Außen kompakter, doch im Inneren größer geworden, bringt der neue Astra dank der neuen und konsequent auf Leichtbau ausgelegten Architektur auch bis zu 200 kg weniger auf die Waage, eine sehr wichtige Änderung zu der ich später noch einmal komme.

Um ganze 23 Millimeter ist der Radstand geschrumpft und dennoch haben es die Verantwortlichen geschafft, im Inneren spürbar mehr Raum zu schaffen. Der Zuwachs macht sich im Fond bereits auf den ersten Sitz bemerkbar. Sitzriesen reisen nun auch im Opel Astra unglaublich bequem und komfortabel. Die Beinfreiheit verzeichnet hier ein Plus von 35 Millimetern, während die Kopffreiheit um 22 Millimeter angewachsen ist.

Die neue Sitzentwicklung lässt mich aber gerade auf den vorderen Plätzen fürstlich reisen. Zahllose Verstellmöglichkeiten, Sitzventilatoren ja sogar eine Massagefunktionen verwöhnen den Fahrer wenn gewünscht auf Oberklasseniveau.

Die nochmals verbesserten Ergonomiesitze mit dem Gütesiegel der Aktion Gesunder Rücken variieren preislich je nach „Verwöhnumfang“ zwischen attraktiven 685 und 2.300 Euro. Wobei in letzterem Fall sowie im Aufpreis von 1.750 Euro auch eine Lenkradheizung, beheizte Fondplätze und eine Lederausstattung enthalten sind.

In der Vergangenheit sehr oft von mir bemängelt, nun endlich geändert. Die deutliche Schalterreduzierung sorgt für ein aufgeräumtes Interieur und schafft in Verbindung mit der neuen Designausrichtung ein harmonisches, gelungen und stilvoll gezeichnetes Cockpit, dessen Verarbeitungsqualität sich absolut sehen lassen kann.

Opel Astra 02Ebenso das Angebot an Infotainment-Systemen, mit Opel IntelliLink holt der Hersteller die Welt der Smartphones und Apps in den neuen Opel Astra und bietet dem Kunden gleich zwei preislich fair positionierte Systeme an. Während das R 4.0 IntelliLink bereits mit Apple CarPlay und Android Auto kompatibel ist und so die Navigation per Apple Maps oder Google Maps möglich macht, müssen sich Android-Interessenten bei dem Navi 900 IntelliLink-System noch bis 2016 gedulden.

Der Astra ist nicht nur das erste Modell bei Opel, das bereits ab Marktstart mit Opel OnStar verfügbar ist, dieses Highlight ist ebenfalls eine Seltenheit in der Automobilwelt. Doch was verbirgt sich hinter Opel OnStar?

Bei Opel OnStar handelt es sich um einen persönlichen Online- und Service-Assistenten der dem Astra-Käufer 365 Tage oder im Falle des nächsten Jahres 366 Tage 😉 im Jahr treu zur Seite steht und umfangreiche Service-Funktionen wie eine Notfallhilfe und einen Pannenservice sowie eine Fernbedienung via der MyOpel Smartphone-App beinhaltet. Außerdem wird der neue Opel Astra dank OnStar zum leistungsstarken 4G/LTE-WLAN-Hotspot mit dem sich bis zu sieben Geräte verbinden lassen.

Eine direkte Verbindung zu Opel OnStar lässt sich mittels drei Tasten herstellen, mit der blauen Service-Taste lassen sich Dienste wie die Fahrzeugdiagnose oder die automatische Zieleingabe nutzen. Ist der Fahrer beispielsweise auf der Suche nach der nächstgelegenen Tankstelle, ein Knopfdruck genügt und eine freundliche Opel On Star Service-Beraterin liefert Dir prompt die Antwort und lädt das gewünschte Ziel direkt an Dein Navigationssystem.

Die rote SOS-Taste verspricht dagegen im Ernstfall sofortige Hilfe, sollte es den Insassen nicht mehr möglich sein die entsprechende Taste zu drücken, erkennt dass System einen Unfall und stellt automatisch eine Verbindung her.

All denjenigen, die zu Zeiten von Datenspeicherung und –klau lieber die Kontrolle behalten, sei die sogenannte Privat-Taste ans Herz gelegt. Nun bleibt Dein Aufenthaltsort verborgen. Einzig im Falle einer Airbag-Auslösung gibt Opel OnStar die Standortdaten automatisch frei. Safety First.

Opel Astra 05Darüber hinaus kannst Du mittels der MyOpel Smartphone-App das System auch abseits des Fahrzeuges kontaktieren, im Falle eines Diebstahls eine wirklich sehr dankbare App. Außerdem lassen sich wichtige Fahrzeugdaten auch von unterwegs abrufen oder sogar der Wagen auf- oder abschließen.

Die Nutzung des gesamten Opel OnStar-Service-Angebotes steht dem Kunden die ersten zwölf Monate kostenlos zur Verfügung.

Schon zu Beginn hat Opel ein breites Motorenspektrum im Angebot, bestehend aus Aggregaten rein aus der neuen Generation. Ob nun der Dreizylinder 1.0 ECOTEC Turbo oder der rundum neue 1.4 Liter ECOTEC Turbo in den beiden Leistungsstufen 92 kW/125 PS und 110 kW/150 PS. An der Spitze positioniert sich der 200 PS starke 1.6 Liter ECOTEC Turbo. Auf der Dieselmotorenseite hat Opel den 1.6 CDTI Flüsterdiesel in drei Leistungsstufen von 70 kW/95 PS bis 100 kW/136 PS im Angebot, der seinen Namen absolut zu Recht trägt.

Je nach Wahl sind die Aggregate an manuelle Schaltgetriebe mit fünf bzw. sechs Gängen, ein automatisiertes Schaltgetriebe Easytronic oder eine Sechsgang-Automatik gekoppelt.

Im Detail möchte ich auf den neuen 1.0 ECOTEC Direct Injection Turbo mit 77 kW/105 PS und 170 Newtonmeter Drehmoment näher eingehen, der Dreizylinder ersetzt künftig den 1,6-Liter-Vierzylinder der vorherigen Generation und sorgt für einen weiteren Überraschungsmoment.

Im ADAM und Corsa bereits eingesetzt, hat der 1.0 ECOTEC Direct Injection Turbo es doch mit dem neuen Opel Astra wahrlich mit einem anderen Kaliber zu tun.

Opel Astra 04Natürlich spielt die Gewichtsersparnis von maximal 200 Kilo (abhängig von Modell und Ausstattung) – in jedem Fall aber mindestens 120 Kilogramm – dem kleinsten Benziner in die Hände. Doch dieses Ansprechverhalten und diese Elastizitätswerte hätte ich nun wirklich nicht erwartet.

In 11,2 Sekunden gelingt dem Opel Astra der Spurt von 0 auf 100 km/h, in gerade mal 13 Sekunden meistert er selbst im fünften Gang den Zwischensprint von 80 auf 120 km/h. Und auch auf kurvenreichen Bergauf-Passagen vermittelt der Dreizylinder zu keiner Zeit das Gefühl untermotorisiert zu sein.

Übrigens zeigt sich das Fahrwerk auch hier von seiner besten Seite. Der Rüsselsheimer liegt satt auf der Straße und lässt sich spielerisch neutral und präzise durch die Kehren jagen. Die neue geschwindigkeitsabhängige Servounterstützung der Zahnstangenlenkung arbeitet nun elektrisch statt hydraulisch, stets das Handling und die Kraftstoffreduzierung im Blick.

Auf der Autobahn wird der kleine 1.0 Turbo sogar 200 Stundenkilometer schnell und wird dank des vorbildlichen Fahrkomforts zum angenehmen Langstreckengleiter. Doch ob bei spritzigen Touren oder beim Cruisen, erstaunlich ist die enorme Laufruhe mit der das Aggregat ans Werk geht. Opel hat nicht nur „Flüsterdiesel“ unter der Haube …

Während die Leichtbau-Architektur (Leergewicht liegt jetzt bei 1.263 Kilo) einerseits die Agilität steigert, reduziert sie andererseits den Kraftstoffverbrauch und den CO2-Ausstoß.

In Kombination mit der Easytronic 3.0 sichert sich der 1-Liter-Dreizylinder in der ecoFLEX-Version mit Start/Stop-System und rollwiderstandsarmen Reifen sogar den Titel „wirtschaftlichster und sauberster Benziner in seinem Segment“.

Opel AstraIm kombinierten Zyklus soll der Kompakte so 4,2 Liter auf 100 Kilometer verbrauchen, was einem CO2-Ausstoß von 96 Gramm pro Kilometer entsprechen würde. Was nochmals einer Reduzierung von 0,2 Liter und bis zu sechs Gramm pro km weniger CO2 gegenüber der konventionell geschalteten Variante zur Folge hat. Dass diese Werte einzig auf dem Prüfstand zu realisieren sind, sollte klar sein. Hier hat der Astra keine bergigen Passagen zu meistern, die Klimaanlage arbeitet nicht usw.. Im Alltag liegt der Durchschnittsverbrauch daher voraussichtlich zwischen 5,5 und sechs Litern.

Ebenfalls abhängig von der Motorisierung kommen in den Astra-Modellen unterschiedlich große Bremsscheiben zum Einsatz. Als sehr zuverlässig und standfest erwiesen sich alle Varianten während unserer ersten Ausfahrt. Dabei spricht die Bremse stets auf leichten Tritt fest an.

Derzeit feiert der neue Opel Astra auf der 66. Internationalen Automobil-Ausstellung seine große Publikumspremiere, ab dem 10. Oktober 2015 rollt er dann direkt weiter zum Händler. Die Kombi-Variante Sports Tourer ist ebenfalls in Frankfurt zu sehen und kann auch ab dem 10.10. bestellt werden, findet aber erst im Frühjahr 2016 den Weg auf die Straße.

Ab 17.260 Euro erhältlich, liegt der neue Opel Astra preislich mit dem vorherigen Astra J gleichauf und lässt das Wolfsburger Pendant hier bereits spürbar hinter sich. Eine Preisspanne die mit den höher angesiedelten Ausstattungslinien und zahlreichen möglichen Innovationen sogar noch deutlich größer wird.

Opel Astra 08

Erstes Opel Kompaktmodell – Kadett 1 aus dem Jahr 1936

Stand: September 2015; Test und Fotos: CARWALK

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