Mitsubishi Eclipse Cross

Tatsächlich, fünf Jahre liegt es nun schon zurück, dass Mitsubishi ein rundum neues Modell vorgestellt hat. Die Japaner möchten und müssen ehrlich gesagt auch endlich wieder durchstarten, und das will der Hersteller jetzt mit dem dritten SUV der Marke, dem Mitsubishi Eclipse Cross. Wer sich an das in den USA von 1989 bis 2012 gebaute Sportcoupé erinnert, der darf sich davon jedoch nicht in die Irre führen lassen. Hält dieses lediglich als Namensgeber her, obwohl ein bisschen Coupé steckt ja dann doch in diesem SUV, handelt es sich bei dem Eclipse Cross schließlich um die noch selten vertretene Gattung SUV-Coupé.

Ein Segment, das bis dato von solch Größen wie dem Range Rover Evoque oder dem BMW X6 bzw. X4 oder den Modellen aus dem Hause Daimler angeführt wird. An deren Erfolg wird der Eclipse Cross mit Sicherheit nicht rütteln können, viel mehr wird er sich mit solch Exoten wie dem Nissan Juke oder Toyota C-HR messen. Doch letztlich ist das Wettbewerbsumfeld beim Eclipse sogar noch weitaus größer, muss er sich auch gegen die klassischen Kompakt-SUVs wie den Hyundai Tucson, den Opel Mokka X, den VW T-ROC und all die anderen behaupten.

In Europa liegt der Verkaufsanteil der Marke Mitsubishi von SUVs und Pickups bei stolzen 77 Prozent, womit die Entscheidung, das Portfolio um ein weiteres Modell auszubauen, nicht verwundert. Zwischen ASX und Outlander positioniert die Marke nun den Eclipse Cross, die jedoch allesamt auf der gleichen Plattform basieren. Eine Tatsache, die sich aber künftig ändern und die Spreizung somit deutlicher wird.

Möglich wird dies durch die neue Allianz von Mitsubishi mit der Renault-Nissan-Group. Der Mitsubishi Eclipse ist somit erst der Anfang einer SUV-Offensive, hierzulande hat Mitsubishi lediglich noch den Kleinwagen Space Star im Angebot, der für die Marke aber auch weiterhin eine tragende Rolle spielt.

Ob der Mitsubishi Eclipse Cross konkurrenzfähig ist? Dieser Frage bin ich bei einer ersten Ausfahrt (wenn auch noch mit einem Vorserienmodell) auf den Grund gegangen.

Mitsubishi möchte mit dem Eclipse Cross polarisieren und sich vom gängigen Bild auf unseren Straßen abheben, dieses Vorhaben ist zweifelsohne geglückt. Darüber hinaus führt das SUV-Coupé die neue Formensprache der Marke ein.

Nah an der im Jahr 2015 gezeigten Studie „XR-PHEV II“, sind mir die Designer aber leider am Heck zu weit von dieser abgedriftet. Zwar ist der Kern zu erkennen und so bewahrt sich auch das Serienmodell das über die gesamte Wagenbreite reichende LED-Rückleuchtenband und die horizontal geteilte Heckscheibe, doch statt der modernen und mutigen Karosserieführung wie es noch beim Konzeptfahrzeug zu sehen war, wirkt der Abschluss des Serienmodells eher angestaubt.

Zudem fehlt mir die Stimmigkeit. Wirklich schade, finde ich an der sehr ausdrucksstarken Front großen Gefallen und auch die markante Seitenlinie ist für ein SUV-Coupé sehr gelungen.

Eigens für den Eclipse Cross entwickelt, präsentiert sich auch der rote Lack. Nach dem speziellen und sogenannten Takumi-Verfahren aufgetragen, besteht die Lackierung aus einem semitransparenten, mit Mica-Partikeln angereicherten und auf mehreren Grundschichten aufgetragenem Rotlack, der mit einer finalen Deckschicht aus Klarlack überzogen ist.

Diesen speziellen Lack musst Du mit 890 Euro einberechnen, wer sein SUV-Coupé in einen der anderen zur Wahl stehenden Metallic-/Perleffekt-Lackierungen hüllt, spart an dieser Stelle 300 Euro ein.

Das abfallende Dach lässt eine sehr knappe Kopffreiheit auf der Rücksitzbank vermuten, doch selbst mit meinen 1,80 Metern saß ich auch hier bequem. Die Beinfreiheit ist für diese Fahrzeugklasse unglaublich üppig und dann lässt sich die Bank im Fond nicht nur geteilt im Verhältnis 60:40 umlegen, ich kann sie sogar um bis zu 20 Zentimeter längs verschieben und die Lehnen in der Neigung verstellen.

Je nach Arretierung der hinteren Sitze hält mir der Kofferraum so ein Gepäckvolumen von 378 und 485 Liter bereit. Nicht übermäßig, aber ausreichend. Nur mit 1.159 Liter maximalem Kofferraumvolumen kann der Eclipse Cross nicht wirklich punkten und auch eine elektrische Heckklappe gibt es nicht. Hier hinkt Mitsubishi den Mitbewerbern deutlich hinterher. Die zweigeteilte Heckscheibe bringt zudem den Nachteil mit sich, den Blick nach hinten einzuschränken.

Die horizontal geteilten und dreidimensional gestalteten Armaturen erinnern mich an die Heckansicht, wirken aber zumindest moderner in der Ausführung. In Materialien und Verarbeitung hat Mitsubishi ohnehin spürbar investiert, wenn sich mit den Schaltern für die Sitzheizung auch noch sehr antiquierte Elemente eingeschlichen haben.

Und auch das neu eingeführte Touchpad wirkt etwas ungewöhnlich, lässt sich aber sehr gut steuern, so kann ich sogar die Lautstärke durch Wischen nach unten bzw. oben regeln. Die übrigen Funktionen habe ich letztlich aber doch per 7 Zoll Touchscreen bedient.

Der Mitsubishi Eclipse Cross setzt mit „Smartphone Link Display Audio“ bewusst auf die Vernetzung mit dem eigenen Smartphone und verbindest Du dieses per Kabel mit dem Fahrzeug, kann es auch schon losgehen. Du kannst nun diverse Apps und Funktionen Deines Telefons über den Bildschirm im Fahrzeug bedienen. Mitsubishi unterstützt sowohl Android Auto wie auch das Apple-Betriebssystem CarPlay.

Ich als Android Nutzer konnte während meiner Ausfahrt die Dienste Google Play und vor allen Dingen Google Maps perfekt nutzen. Apropos, dass Mitsubishi sich auf die Smartphone-Integration verlässt, wird auch in punkto Navigationssystem deutlich, ist eine fest installierte Version ausschließlich in der Version TOP für 400 Euro erhältlich.

Je nach Ausstattung hast Du auch ein Head-up-Display an Bord, über eine Plexiglasscheibe im direkten Sichtfeld zeigt mir der Mitsubishi Eclipse Cross die Geschwindigkeit, die adaptive Geschwindigkeitsregelung sowie diverse aktive Assitenzsysteme und Statusinformationen zu Türen und Sicherheitsgurten an. Bei der Turn-by-Turn-Navigation werden mir zudem die Fahrtrichtungspfeile angezeigt.

Die Frontantriebsvariante stand mir zur Ausfahrt zwar noch nicht zur Verfügung, aber da der Verkaufsanteil bei den Allradmodellen im Hause Mitsubishi bei 49 Prozent liegt …

Mit dem Allradsystem „Super All Wheel Control“, kurz S-AWC, verfügst Du auch über die Fahrdynamikregelung „Active Yaw Control“ und somit über die Fahrprogramme Auto, Snow und Gravel. Mittels „Drive Mode“-Schalter kannst Du zwischen den Fahrprogrammen wählen. Während „Auto“ für den alltäglichen Einsatz und normale Fahrbedingungen vorgesehen ist, kannst Du bei schneebedeckter oder rutschiger Straße auf „Snow“ wechseln. Der Modus „Gravel“ soll Dir auf unbefestigtem Terrain souveränes Vorankommen garantieren.

Die Optik betreffend, fällt beim Eclipse Cross gerne das Wort Dynamik und während das SUV-Coupé zweifelsohne hier auf Sportlichkeit setzt, so verfliegt diese bei Fahrtantritt ziemlich schnell. Und selbst wenn das Fahrwerk den sportlichen Ritt meistern würde, so lässt die Motor/Getriebe-Kombination diesen gar nicht erst aufkommen.

Auf Seiten des Komforts muss sich der Eclipse Cross allerdings auch die ein oder andere Schwäche eingestehen. Schlagen gerade Bodenwellen, die Raser in der Stadt einbremsen sollen, ordentlich nach innen durch, das sowohl akustisch und auf den hinteren Plätzen sogar körperlich hart. Ansonsten kann der Eclipse Cross mit seiner angenehm komfortablen Abstimmung gefallen.

Während der Motor auf der Autobahn bei Richtgeschwindigkeit überraschenderweise so gar nicht in Erscheinung tritt – ausgenommen ich fordere die Leistung mit einem durchgetretenen Gaspedal – so treten bereits bei Tempo 120 Windgeräusche auf. Dies mag aber durchaus am Vorserienmodell liegen, konnte Mitsubishi auch beim Outlander mit späteren zusätzlichen Dichtungen diesem Problem beikommen.

Zur Markteinführung tritt der Mitsubishi Eclipse Cross einzig mit einem neu entwickelten 1,5-Liter-Turbobenziner an, doch ob das SUV-Coupé mit 120 kW/163 PS unter der Haube so wirklich konkurrenzfähig ist, bleibt fraglich. Zumal der Motor als Allradler ausschließlich mit einem CVT-Getriebe ausgeliefert wird. In der Version mit Frontantrieb hast Du zumindest die Wahl zwischen dieser stufenlosen Automatik und einer Handschaltung mit sechs Gängen.

Zwar ist durchaus auch die Rede von einem Diesel, doch voraussichtlich wird dieser frühestens in einem Jahr verfügbar sein. Wenn es denn dann soweit sein sollte, wäre der stets allradangetriebene Selbstzünder übrigens an eine Achtgang-Wandlerautomatik gekoppelt.

Eine elektrifizierte Variante scheint ebenfalls in Planung, aber letztlich hüllt sich Mitsubishi diesbezüglich noch in Schweigen. Um eine Plug-in-Version wie im Outlander wird es sich jedoch nicht handeln, so viel haben die Verantwortlichen schon verraten.

Erleben durfte ich bei meiner ersten Ausfahrt den allradangetriebenen Benziner inklusive CVT. Aus meiner Abneigung gegen stufenlose Automatikgetriebe habe ich nie ein Geheimnis gemacht und wenn auch das CVT-Getriebe im Eclipse Cross sportlich Ambitionierten im Kern aufstoßen wird, so konnte mich Mitsubishi mit seiner Lösung dennoch überraschen und bei komfortabler Gangart auch überzeugen.

Gelang es den Japanern, den für CVT-Getriebe typischen und so nervigen Aufheul-Effekt und das lähmende Verzögerungsgefühl deutlich zu reduzieren. Nur unter Volllast konnten sie ihm diese nicht austreiben und der ansonsten so wunderbar ruhige Motor tritt dann plötzlich akustisch in Erscheinung. Wenn er auch bei weitem nicht so aufschreit wie manch Mitbewerber, so fühlt man sich beim sportlichen Ritt einfach nicht wohl.

Schade eigentlich, würde das maximale Drehmoment von 250 Newtonmetern bereits ab 1.500 Umdrehungen bereit stehen. Der manuelle Eingriff über Schaltwippen am Lenkrad bringt zwar etwas Besserung mit sich, simuliert Mitsubishi hier mittels Software acht programmierte Gänge, doch letztlich bleibt das CVT eine Getriebevariante, die jeglich vorhandenes Sport-Potential zu Nichte macht. Und so entschleunigte mich der Eclipse Cross regelrecht, was sich wiederum in angenehmen Verbrauchswerten niedergeschlagen hat.

Die Verbrauchs- und CO2-Emissionswerte liegen laut Hersteller beim 1.5 T-MIVEC ClearTec 4WD CVT bei 7,0 Litern auf hundert Kilometern und 159 g/km CO2, der Mitsubishi Eclipse Cross erfüllt die Abgasnorm Euro 6b und verfügt serienmäßig über das sehr gut funktionierte automatische Start-Stopp-System „AS&G“, was den Verbrauch innerorts auf 8,2 Liter reduzieren soll.

Dem technologischen Fortschritt folgt Mitsubishi nicht nur in Sachen Infotainment und Konnektivität, seitens der Sicherheit kann der Eclipse Cross je nach Ausstattungsversion serienmäßig mit einem Frontkollisionswarner zur Vermeidung von Unfällen mit Fußgängern oder Fahrzeugen, einem Spurhalteassistent, einem Totwinkelwarner mit Spurwechselassistent und einem Rückwärts-Querverkehrswarner aufwarten.

Das sogenannte „Mis-acceleration Mitigation System“ soll darüber hinaus jene Unfälle vermeiden, bei denen Gas- und Bremspedal verwechselt wurden. Das heißt, im Falle einer abrupten Betätigung des Gaspedals bei stehendem Fahrzeug greift diese Technologie ins Motormanagement ein und verhindert einen Aufprall mit anderen Fahrzeugen oder Hindernissen.

Sicherheit vermittelt auch das 360°-Kamerasystem einschließlich Rückfahrkamera sowie die weiterentwickelte adaptive Tempoautomatik „ACC“. Diese überwacht nun nicht nur den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug und reduziert im Bedarfsfall Dein Tempo, Mitsubishi kann den Eclipse Cross nach dem Anhalten auch im Stillstand halten.

In Verbindung mit dem CVT-Automatikgetriebe hast Du außerdem eine elektronische Parkbremse an Bord, dessen Auto-Hold-Funktion beim Anfahren an Steigungen ein Zurückrollen verhindert.

Wenn er jetzt noch eine Verkehrszeichenerkennung an Bord hätte! Ein Feature, das ich einfach lieben gelernt habe …

An Motoren mangelt es dem Mitsubishi Eclipse Cross zwar, an Ausstattungsvarianten jedoch nicht. Die Versionen BASIS, PLUS und TOP werden zum aktuellen Marktstart darüber hinaus um eine Intro Edition erweitert.

Die Einstiegsversion setzt mit 21.990 Euro natürlich eine beeindruckende Bestmarke, glänzt der frontgetriebene Eclipse Cross mit manuellem Sechsgang-Schaltgetriebe dann bereits mit solch Ausstattungsmerkmalen wie den elektrisch einstell- und beheizbaren Außenspiegeln, einer Klimaautomatik, Licht- und Regensensor, einer verschiebbaren Rücksitzbank, elektrischen Scheiben rundum, einer höhen- und tiefenverstellbaren Sicherheitslenksäule, 7 Airbags, dem Auffahrwarnsystem mit Fußgängererkennung und Notbremsassistent, dem Fernlicht- und Spurhalteassistent, der Tempoautomatik mit Geschwindigkeitsbegrenzer und noch einigem mehr.

Eine Bluetooth-Audioschnittstelle bzw. eine Schnittstelle mit Freisprecheinrichtung ist aber leider erst in der nächst höheren Version PLUS enthalten. Das gilt auch für das Infotainmentsystem Smartphone Link Display Audio mit Android Auto / Apple CarPlay sowie 7-Zoll-Touchscreen.

Wer in dem von mir gefahrenen 1.5 T-MIVEC ClearTec 4WD CVT Platz nehmen oder aber die 2WD-Version an das CVT-Getriebe koppeln möchte, ist ohnehin gezwungen mindestens mit dieser Version einzusteigen. Denn erst diese ist wie auch TOP und Intro Edition in allen drei erhältlichen Antriebskonfigurationen verfügbar.

Für 25.490 bis 29.190 Euro umfasst die Version PLUS außerdem einen digitalen Radioempfang (DAB+), eine Zweizonen-Klimaautomatik, ein Multifunktionslenkrad, eine zweistufige Sitzheizung vorn, ein schlüsselloses Zugangssystem „Smart Key“ mit Start-Stopp-Knopf und die Touchpad-Steuerung.

Die höchste Ausstattungsstufe TOP (erhältlich zwischen 30.990 und 34.890 Euro) legt noch Bi-LED-Scheinwerfer, ein Head-up-Display, einen elektrisch einstellbaren Fahrersitz, ein beheizbares Lenkrad, Lederbezüge, eine zweistufige Sitzheizung für die äußeren hinteren Sitzplätze und das Premium-Soundsystem von Rockford Fosgate sowie die übrigen Sicherheitsfeatures drauf.

In der Top-Version hast Du außerdem die Möglichkeit Deinen Eclipse Cross für tausend Euro mit einem elektrischen Panorama-Glasschiebe-/Hubdach oder für 400 Euro mit dem Mitsubishi Multi Communication System (MMCS) inklusive Navigation einschließlich SD-Kartenschacht (32 GB) und dynamischer Routenführung (TMC) auszustatten.

Wer schnell ist, kann mit der ab 28.990 Euro erhältlichen Intro Edition Geld sparen, beinhaltet diese über die PLUS-Variante hinaus, einige Komfort- sowie die Sicherheitsmerkmale der TOP-Ausstattung.

Stand: November 2017; Test: CARWALK – Der Autoblog; Fotos: CARWALK – Der Autoblog / Nissan

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