MINI Cooper S Clubman – Wenn der MINI zum MAXI wird.

Im Jahr 1969 war im MINI-Portfolio erstmals ein Clubman mit zweiflügliger Hecktür und erweiterten Transportfähigkeiten aufgeführt. Die MINI-Generation des 21. Jahrhunderts kann man zwar kaum mehr mit den Urmodellen vergleichen, aber dennoch setzte auch die im Jahr 2007 wiederbelebte „Kombi“-Variante auf altbewährte Tugenden. Mit dem von MINI bezeichneten Shooting-Brake-Konzept erfüllte auch der MINI Clubman der Neuzeit den Kundenwunsch nach mehr Raum für sich und die eigenen Siebensachen. Mit der jüngst eingeführten Modellgeneration lässt MINI den Vorgänger abermals größentechnisch hinter sich und setzt zudem auf noch mehr Eigenständigkeit im Vergleich zu den anderen Karosserievarianten, darüber hinaus hat der XL-MINI zahlreiche weitere Neuerungen im Gepäck.

Wenn der MINI zum MAXI wird. 27 Zentimeter länger als der klassische MINI, kommt der CLUBMAN auf stolze 4,25 Meter. Mit dem knuffigen MINI hat diese langgestreckte Version wahrlich nichts mehr zu tun, übernimmt aber dennoch die Front der klassischen Karosserie.

Auf die sogenannte und vom Vorgänger her bekannte Clubdoor (zusätzliche und gegenläufig öffnende Tür auf der Beifahrerseite hinten) verzichtet man nun und setzt stattdessen auf vier vollwertige Türen, die dem Fahrzeug allerdings noch mehr Länge verleihen. So ist die Silhouette wirklich sehr gestreckt und die Dachlinie entsprechend langgezogen.

Wenn der MINI Clubman von vorn praktisch nicht von seinen kürzeren Brüdern zu unterscheiden ist, so geht er am Heck völlig eigene Wege. Den seit jeher charakteristischen Split Doors am Heck bleibt man aber seit Anbeginn treu.

Mit den Türen teilt sich natürlich auch das Heckfenster, in jeder Hälfte ist ein kleiner Scheibenwischer montiert. Die Türen öffnen bis weit nach außen und verleihen dem Fahrzeug im geschlossenen Zustand ein gelungene Breite. Die völlig neue Ausrichtung ist kein Vergleich zum Vorgänger. So auch die neu gestalteten, horizontal ausgerichteten Heckleuchten, die sich perfekt in die Türflügel integrieren und von Chrom eingefasst sind.

Mit den unterschiedlichen Ausstattungsvarianten fallen auch optische Differenzierungen auf, so setzt der rassige Cooper auf zusätzliche Chrom-Elemente und S-Logos am Kühlergrill oder den Air Curtains und Air Breather, die zur Optimierung der Luftführung dienen.

Außerdem besitzt diese Modellvariante eine eigenständigen Frontschürze mit Kühllufteinlässen für die Bremsen sowie eine zusätzliche Öffnung in der Motorhaube. Zudem wurde der Stoßfänger aerodynamisch optimiert und im optischen Diffusor sind die außen platzierten Endrohre untergebracht.

Der Individualität ist damit aber noch längst keine Grenze gesetzt, kann der Kunde nicht nur aus einem großen Sortiment an Farben auswählen, auf Wunsch und tatsächlich ohne Aufpreis kann das Dach und die Außenspiegelkappen in einer der Kontrastfarben Weiß, Silber und Schwarz lackiert werden. Bei MINI immer gern gesehen, sind auch die weißen oder schwarzen Motorhaubenstreifen.

Der Größenzuwachs macht sich beim aktuellen MINI Clubman auch beim Radstand deutlich bemerkbar, übertrifft dieser den Fünftürer um stolze zehn Zentimeter. Aber auch ein Vergleich mit der Vorgänger-Generation zeigt auf, das die aktuelle Version diesen mit 12 Zentimeter mehr Radstand übertrifft.

Mit Blick auf den Kofferraum schlägt sich das in einem Plus von hundert Litern nieder, so fasst der Clubman bereits bei genutzter Rücksitzbank 360 Liter. Noch deutlicher wird die Steigerung beim Umlegen der Fondsitzlehnen (serienmäßig im Verhältnis 60 : 40 / optional im Verhältnis 40 : 20 : 40), kommt die praktische Karosserievariante dann auf ein Fassungsvermögen von 1.250 Liter – weitere 320 Liter mehr als noch im Vorgänger.

Die zweiflüglige Hecktür lässt sich übrigens nicht nur manuell öffnen, dank optionalem Komfortzugang ist sogar das berührungslose Öffnen der Split Doors möglich, es reicht eine Fußbewegung unter der Heckschürze aus.

Sind die Habseligkeiten nun verstaut, kann ich mir den Innenraum näher ansehen. Zunächst nehme ich mal auf der Rücksitzbank Platz.

Während sich der Vorgänger noch mit zwei Vordertüren und einer kleinen zusätzlichen schmalen Tür auf der Beifahrerseite begnügen musste, ermöglicht die klassische Viertürer-Konfiguration natürlich einen deutlich einfacheren Ein- und Ausstieg.

Um seine Kniescheiben muss man in diesem MINI wahrlich nicht fürchten, finde ich hier auch auf der Rücksitzbank ein großzügiges Raumangebot vor.

Vorn präsentiert sich auch der Clubman ganz in MINI-Manier. Mit viel Liebe zum Detail, finden feine Materialien bis hin zum gebürsteten Alu in hochwertiger, massiver Verarbeitung Verwendung. Blickfang ist und bleibt das große Rundinstrument in der Mitte des Armaturenbrettes, in dem im Falle meines Testwagens der große 8,8 Zoll Bildschirm verbaut ist. Die Anzeige für Fahrzeug-, Infotainment-, Telefon- und Navigationsfunktionen wird von einem LED-Ring eingefasst, der gegen Aufpreis sogar mit einer interaktiven Lichtinszenierung auf die aktuelle Fahrsituation oder einzelne Bedienschritte reagiert.

Des weiteren bietet MINI optional indirekt illuminierte Dekorleisten und ein Lichtpaket mit LED-Innenraum- und Ambientebeleuchtung an. Wer das MINI Excitement Paket ordert, kann die Farben stufenlos variieren und wird außerdem von einem auf den Boden projizierten MINI Logo empfangen – dieses entspringt für jeweils 20 Sekunden einer Lichtquelle im Außenspiegel.

Aber so schnell will ich ja gar nicht aus dem Lifestyle-Kombi wieder heraus und verweile lieber in den im Cooper serienmäßig verbauten Sportsitzen.

Von hier aus erreiche ich den Controller in der Mittelkonsole, der mich diverse Funktionen mühelos ansteuern lässt. Die Bedieneinheiten für Heizung und Klimatisierung finde ich über von MINI als Toggle-Schalter bezeichnete Elemente unter dem Zentralinstrument. Über einen dort platzierten und in Rot gehaltenen Schalter wird auch der Motor gestartet bzw. gestoppt.

Reizvolle Extras hat MINI wirklich einige im Angebot, an dieser Stelle sei jedoch nur noch das ausfahrbare Head-Up-Display und die Optionen MINI Connected erwähnt.

Erlaubt letztere nicht nur die umfassende Integration vom Smartphone mit dem Fahrzeug, auch internetbasierte Dienste können genutzt werden. In Verbindung mit MINI Connected XL umfasst das Navigationssystem auch die Funktion Journey Mate inklusive der Funktionen zur Reisevorbereitung und -begleitung sowie Echtzeit Traffic Radar. Aber auch weitere Apps im Bereich Infotainment und Social Networks können ins Fahrzeug geholt werden und über den MINI Controller gesteuert werden.

Beim MINI Navigationssystem Professional handelt es sich sogar um einen Touch Controller, der über eine berührungssensitive Oberfläche verfügt, der 8,8 Zoll große Bordmonitor ist ebenfalls im Umfang enthalten.

Mit der fest verbauten SIM-Karte an Bord stehen Dir außerdem der Intelligente Notruf mit automatischer Ortung und Unfallschwere-Erkennung sowie die MINI TeleServices zur Verfügung.

Ein MINI, noch dazu als Cooper, muss einfach ein straffes Fahrwerk haben. Aber dennoch präsentiert sich der Clubman gerade auf der Autobahn deutlich komfortabler und erweist sich als wunderbar langstreckentauglich.

Die adaptiven Dämpfer inklusive den Mini-Drive-Modes (Mid, Green und Sport) zählen zwar zu den Extras in meinem Testwagen, erlaubten aber eine tolle Spreizung und Anpassung an die jeweilige Situation.

Und gerade im aktivierten Sport-Modus wieselt der Clubman in Verbindung mit der extrem direkten und straffen Servotronic-Lenkung zackig und mit hohem Tempo um die Kurven. Im direkten Vergleich mit dem Fünftürer merkt man zwar, dass hier noch ein „Pürzel“ dranhängt, aber in Punkto Fahrwerk macht auch diesem MINI einfach niemand etwas vor und so macht sich das längere Heck keineswegs störend bemerkbar. So muss ein MINI sein, und wer es ganz flott liebt, der schaltet die Fahrstabilitätsregelung DSC aus und fährt sich in einen Rausch.

Kleine Randnotiz: Für einen Aufpreis von 2.000 Euro ist der von mir gefahrene COOPER S jetzt auch in der allradangetrieben ALL4 Variante verfügbar.

Bei einer Vollbremsung krallt sich die auch im Normalfall schnell ansprechende und sanft zu dosierende Bremsanlage mächtig in den Asphalt und verzögert die XL-Version des MINI auch aus hohem Tempo heraus sehr souverän und zuverlässig.

Im MINI Cooper SD Clubman haben die Briten den bis dato für die Marke stärksten Diesel verbaut. Das von mir getestete Benziner-Pendant überbietet die Leistung von 140 kW/190 PS um weitere zwei PS.

Mit 141 kW / 192 PS versehen holt der 2,0 Liter Vierzylinder-Benzinmotor mit MINI TwinPower Turbo Technologie ein maximales Drehmoment von 280 Newtonmetern aus dem MINI Cooper S Clubman, das mittels Overboost sogar kurzzeitig auf 300 Newtonmeter angehoben werden kann.

Von unten raus präsentiert sich der MINI Cooper S Clubman bereits druckvoll und animierend, 7,2 Sekunden vergehen letztlich für den Sprint aus dem Stand auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit ist bei 228 km/h erreicht.

Die Schaltarbeit gelingt dabei serienmäßig mit einem knackigen 6-Gang Handschalter, der im Grunde keinen Anlass zur Kritik gibt. Dennoch seien an dieser Stelle auch zwei Optionen erwähnt, denn MINI stellt dem Cooper S alternativ eine 8-Gang Steptronic oder aber ein 8-Gang Steptronic Sport Getriebe zur Wahl, letzteres erlaubt auch den manuellen Vorgang per Schaltwippen am Lenkrad und umfasst außerdem eine Launch Control Funktion.

Der von MINI angegebene Wert von 6,3 Litern (147 g/km CO2) ist bei sehr zurückhaltender Fahrweise und im aktivierten Green-Modus tatsächlich zu realisieren. Wer natürlich den Cooper erleben möchte, muss mit mindestens 1 ½ Litern und mehr rechnen.

Wem der Clubman übrigens noch nicht stark genug sein sollte, MINI hat mittlerweile auch einen allradangetriebenen John Cooper Works Clubman im Portfolio, dieser bringt es sogar auf 231 PS und legt auch optisch nochmals einen drauf.

Neben den serienmäßigen Sicherheitsstandards kann der MINI Clubman für fast tausend Euro um den Driving Assistant ergänzt werden. Dieser umfasst eine kamerabasierte Geschwindigkeits- und Abstandsregelung sowie die Auffahr- und Personenwarnung mit Anbremsfunktion. Zunächst werden Sie durch optische und akustische Signale gewarnt. Droht eine Kollision mit einem Fußgänger oder ein Aufprall im Stadtverkehr wird darüber hinaus ein automatischer Bremsvorgang ausgelöst.

Im Preis enthalten ist im Paket auch die Verkehrszeichenerkennung und der Fernlichtassistent.

Der MINI ist jedoch nicht nur die Größe betreffend MAXI. Ab 22.200 Euro zu haben, legst Du für den MINI Clubman COOPER S schon 27.500 Euro hin. Und das es bei diesem Preis bei all den Annehmlichkeiten nicht zwingend bleibt, sollte mein Test aufgezeigt haben.

Abschließend nur eine kurze Übersicht unserer Highlights, mehr findest Du bei MINI direkt:

2-Zonen-Klimaautomatik für 500 Euro
Sitzheizung für Fahrer und Beifahrer für 330 Euro
Navigationssystem für 900 Euro
Head-up-Display für 600 Euro
Komfortzugang für 390 Euro
Rückfahrkamera für 380 Euro
Durchladesystem für 200 Euro
Panorama-Glasdach für 980 Euro
Dynamische Dämpfer Control für 500 Euro
HiFi Lautsprechersystem Harman Kardon für 790 Euro

Stand: Januar 2017; Test und Fotos: CARWALK – Der Autoblog

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