Mercedes-Benz C-Klasse Coupé

Diese Mercedes-Benz C-Klasse ist mehr als nur eine C-Klasse, vermittelt mir das Coupé nicht nur das Gefühl in einer Fahrzeugklasse höher zu sitzen, es steht auch in Emotion und Sinnlichkeit den Großen – Mercedes E- und S-Klasse Coupé – in nichts nach. Hier von Mittelklasse-Niveau zu sprechen wäre irgendwie vermessen, wie ich finde.

Der von mir gefahrene C 300 vereint zudem zwei Charaktere in sich, den komfortablen Benz und den rassigen Sportler. Wenn der ein oder andere auch beanstanden wird, dass hier lediglich ein Vierzylinder verbaut wurde, so konnte ich mich spätestens im aktivierten Sport bzw. Sport Plus Modus daran nicht mehr stören.

Aktuell bekommst Du auf dem Genfer Autosalon das künftige Facelift für die Limousine und das T-Modell der Mercedes-Benz C-Klasse zu sehen. Diese beiden Karosserievarianten werden voraussichtlich im Herbst diesen Jahres zum Händler rollen. Coupé und Cabriolet werden somit nicht vor 2019 aufgefrischt. UPDATE: Mercedes zieht den Verkaufsstart anscheinend für die gesamte Baureihe auf Juli 2018 vor. Ungewöhnlich. Ob es am Ende wirklich dabei bleibt, erfährst Du natürlich hier. Denn Preise stehen für das neue Coupé dennoch nicht fest.

Dass die Stuttgarter ohnehin nur dezente Optimierungen an der Baureihe vornehmen mussten/müssen zeigt ein Blick auf das aktuelle C-Klasse Coupé auf. Was für eine sinnliche Linienführung, warum hier große Veränderungen vornehmen.

Die Reaktionen auf mein Testfahrzeug zeigten außerdem deutlich auf, die optische Wirkung ist auf absolutem Oberklasse-Niveau, dass es sich hier „lediglich“ um eine C-Klasse handelte, sorgte stets für Staunen.

Die Mittelklasse-Baureihe von Mercedes-Benz steht auch als Limousine und Kombi sehr gelungen und stolz da – keine Frage. Doch das Coupé geht schon ab der A-Säule völlig eigene Wege und steht für eine Extravaganz und Exklusivität, wie sie die großen Coupés versprühen.

Das Interieur folgt der mir bereits aus der Limousine bekannten Mercedes-Benz Designphilosophie, in wie weit sich das Facelift hier bemerkbar macht, erfährst Du in diesem Ausblick auf die künftige Mercedes-Benz C-Klasse.

In meinem Testfahrzeug mit Automatikgetriebe ist die Mittelkonsole recht luftig, befindet sich doch der Wählhebel direkt am Lenkrad. Zentrales Bedienelement in der Mittelkonsole ist somit der Drehcontroller, der zudem über ein Touchpad verfügt. Wie von Deinem Smartphone gewohnt, kannst Du so alle Funktionen des Multimediasystems per Fingerwisch steuern und bequem Buchstaben und Zahlen eingeben. Solltest Du Dich mit dem serienmäßigen Audio 20 USB System „begnügen“, werden für das Touchpad jedoch 130,90 Euro fällig.

Den Überblick behältst Du dank gut einsehbarem und mittig auf dem Armaturenbrett platzierten Display. Das schicke 7 Zoll große Tablet-Display ist übrigens nicht als Touchscreen ausgeführt, so auch bei der gewählten Option COMAND Online.

Der hier wiederum 8,4 Zoll große Bildschirm trifft auf die in meinem Fahrzeug zahlreichen Bedienmöglichkeiten bis hin zur Sprachbedienung LINGUATRONIC, eine Festplattennavigation, eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung, Life Traffic Informationen, Remote Online Dienste, WLAN-/WIFI-Hotspots oder auch Mercedes-Benz Apps.

Mit 3.510,50 Euro schlägt dieses Paket allerdings auch ordentlich zu und für das digitale Radio DAB+ sind tatsächlich weitere 487,90 Euro fällig. Und die moderne Smartphone Integration via Apple CarPlay und Android Auto lässt sich Mercedes-Benz mit weiteren 416,50 Euro bezahlen.
Und wenn ich schon gerade dabei bin, das tolle Head-up-Display verlangt Dir nochmal 1.178,10 Euro ab.

Ja, da kann einem schnell schwindelig werden.

Und wer möchte, kann bei den Sitzen gleich munter weiter machen. Ist das feine Gestühl in Integralsitzoptik nicht von Haus aus vollelektrisch einstell- oder gar beheizbar. Selbst für den automatischen Gurtbringer verlangen die Stuttgarter 261,80 Euro, der aber zweifelsohne ein leichteres Anlegen des Sicherheitsgurtes beim Anschnallen ermöglicht.

Die Coupé-Sitzanlage mit Einzelsitzcharakter im Fond findest Du aber stets in allen Coupé-Varianten serienmäßig vor. Dass der Zustieg dorthin bei einem Zweitürer nicht so barrierefrei ist wie bei einer Limousine, sollte klar sein. Und wer sich bewusst für ein sportliches Coupé entscheidet, geht auch gerne solch Einschränkungen ein. Erst mal Platz genommen, möchte man als Großgewachsener dort auch nicht unbedingt auf Dauer verweilen. Wenn der Sitzkomfort auch deutlich besser ist, als von mir erwartet, reicht die Kopffreiheit einfach nicht raus, um hier bequem zu sitzen.

Eine überraschend große Alltagstauglichkeit bietet mir der Kofferraum, der mit einem Volumen von 400 Litern glänzen kann und durch eine weit öffnende Heckklappe gut erreichbar ist, wenn auch eine hohe Ladekante in Kauf genommen werden muss.

Kaum zu glauben jedoch, die Schwaben verlangen für die Möglichkeit, den Kofferraumdeckel über einen Griff direkt am Deckel zu öffnen 357 Euro. Mit der sogenannten Kofferraumdeckel-Komfortschließung lässt sich dieser auch durch einen Schalter in der Fahrertür öffnen und schließen. Ansonsten ist dies nur mittels Funkfernbedienung möglich.

Die Funktion, die Gepäckraumklappe berührungslos und vollautomatisch zu Öffnen und Schließen ist im Keyless-Go Komfort-Paket enthalten, inkl. Kofferraumdeckel-Fernschließung und Keyless-Go ist der Preis mit 1.071,00 Euro allerdings nicht klein gehalten.

Wie Eingangs erwähnt, findest Du unter der Haube des C 300 einen Vierzylinder-Turbo und keinen V6-Benziner, entsprechend unspektakulär geht der Schwabe auch zunächst ans Werk.

Zu hören ist hier erst mal nix – zumindest kaum etwas, ein sonores Motorenblubbern, Fehlanzeige.
Wer das Gaspedal bemüht, wird nach einem kurzen Moment aber bereits mit souveränem Vortrieb belohnt. Was den Sound anbelangt, hält sich das Coupé aber immer noch zurück.

Wenn sich der 300er mit seinen maximal 370 Newtonmetern durchaus als drehfreudig erweist und in gerade mal knackigen sechs Sekunden aus dem Stand heraus auf Tempo 100 prescht, wird er aber doch so richtig erst im Sport bzw. Sport+ Modus zum Leben erweckt.

Denn jetzt scheint das Mercedes-Benz C-Klasse Coupé seinen komfortablen Designer-Anzug gegen einen Rennoverall einzutauschen, die 245 Pferdestärken (180 kW) machen sich jetzt auch akustisch bemerkbar. Wenn der wunderschön kernige Motorensound auch künstlich verstärkt wird, so klingt er und zaubert mir ein Lächeln auf die Lippen.

Zudem sorgt er für die passende Untermalung, denn das C-Klasse Coupé spricht nun spürbar spontaner an, schaltet noch zackiger und das ohnehin serienmäßig tiefergelegte Fahrwerk ist deutlich straffer. Das Fahrzeug giert jetzt förmlich nach Gas und so freue ich mich auf jede Kurve die vor mir liegt.

So ist es letztlich auch viel mehr die Performance, die mich reizt, als die mögliche Topspeed von 250 km/h, die das 300er Coupé aber ebenso beeindruckend meistert, wie die geforderten Bremsmanöver.

Selbst aus diesem hohen Tempo heraus, erweist sich die Anlage als standfest, aus der Ruhe bringt den Stuttgarter so schnell nichts. Selbst eine starke Beanspruchung macht ihm nichts zu schaffen, mit gerade mal 34,3 Metern erweist sich der Bremsweg von Tempo 100 auf 0 zudem als knackig kurz.

Die Charakter-Verwandlung gelingt dem Agility Control Fahrwerk wirklich eindrucksvoll, aus dem gemütlichen Dahingleiten heraus reicht ein einfacher Tastendruck und ich bin animiert. Selbst wenn ich es mal bunter treibe, greift das ESP nicht mit brutaler Härte ein, sondern regelt sehr feinfühlig und hält den Schwaben sicher auf Kurs.

Während ich mit der Einstellung „Individual“ das Fahrzeug ganz nach meinen Vorlieben abstimmen kann, steht den zwei Sport-Modi der alltagstaugliche Comfort-Modus und der Spritspar-Modus Eco gegenüber.

Und so entspannt sich das Coupé dann auch fahren lässt, die Sport-Modi sind einfach zu reizvoll. Zwar bleiben Bodenwellen und Schlaglöcher bei aktiviertem Sport-Trimm nicht unbemerkt, von brutaler Härte kann aber nicht die Rede sein und so bewahrt sich das Mercedes-Benz C-Klasse Coupé zu jederzeit seinen Komfortanspruch.

Die elektromechanische Direktlenkung spricht spontan an, vermittelt mir ein tolles Lenkgefühl und erweist sich als wunderbar präzise und das alles im Sport-Modus sogar noch eine Spur besser.

Die Kraft überträgt die tolle 9G-TRONIC die mir mittels DIRECT SELECT Schaltwippen am Lenkrad auch ein manuelles Eingreifen möglich macht. Das Getriebe verrichtet seine Arbeit jedoch so gut, da ist das nicht zwingend nötig. Und auch hier gilt, im Sport-Fahrprogramm drehen die Gänge höher aus, das Schalten geht noch sportlicher vonstatten und beim Hochschalten in Sport Plus ist dem Coupé stets ein sanftes Knallen zu entlocken.

Da hat Mercedes-Benz wirklich ein großartiges Fahrwerk/Motor-Paket geschnürt, einzig beim Verbrauch kann das C 300 Coupé nicht so glänzen. Sind bei der verlockenden Performance doch mit locker neun Liter eher zehn zu rechnen und dann empfiehlt Mercedes auch noch das teure Super Plus. Auf Langstrecke im Eco-Modus begnügt sich das Coupé bei „vernünftiger“ Fahrweise aber mit spürbar weniger. Der Vollständigkeit wegen, die Stuttgarter geben den Verbrauch im kombinierten Fahrzyklus mit 6,8 Litern an, entspricht einem CO2-Ausstoß von 154 g/km.

Und auch in Sachen Assistenzsysteme steht das C-Klasse Coupé seinen großen Geschwistern in nichts nach.

Bereits serienmäßig findest Du den Müdigkeitswarner ATTENTION ASSIST sowie den COLLISION PREVENTION ASSIST PLUS vor. Diese beiden Helfer mindern in jedem Fall die Unfallschwere oder vermeiden Auffährunfälle sogar gänzlich. Die ADAPTIVE BRAKE inklusive Berganfahrhilfe, Vorfüllen, Trockenbrems- und HOLD-Funktion sind ebenso von Haus aus im Coupé verbaut, wie z. B. die Lenk-Assistent-Funktion STEER CONTROL und der Seitenwind-Assistent.

Diesen Umfang kannst Du auf Wunsch mit dem Fahrerassistenzpaket Plus um zahlreiche weitere Systeme ergänzen. Sei es die DISTRONIC PLUS mit Lenk-Assistent und Stop&Go-Pilot,
die PRE-SAFE Bremse mit Fußgängererkennung, der aktive Spurhalte- und Totwinkel-Assistent oder der Bremsassistent BAS PLUS. Der nicht nur vorausfahrende oder stehende Fahrzeuge erkennt, dank dem enthaltenden Kreuzungs-Assitent warnt dieser im Paket enthaltene Assistent Dich auch vor Querverkehr. Mit 2.499 Euro ist das Fahrerassistenzpaket Plus allerdings alles andere als preiswert.

Das in meinem Modell verbaute Park-Paket inklusive Park-Pilot und PARKTRONIC und Rückfahrkamera würde mit weiteren 1.225,70 Euro zuschlagen und wer dann noch die Kamera am Heck durch die 360°-Kamera ersetzen möchte, muss weitere 380,80 Euro drauflegen.

Bei der Türanzahl beschränkt sich das Coupé zwar auf zwei Türen, doch die Motorenauswahl ist auch beim C-Klasse Coupé mehr als umfangreich. Die drei AMG-Varianten mal außer Acht gelassen, fährt der Schwabe auf Seiten der gerade verpönten Dieselmotoren mit zwei Aggregaten vor, wahlweise mit 170 oder 204 PS und alternativ beide mit Allradantrieb erhältlich.

Die Preise beginnen allerdings mit dem Benziner C 180 bei 36.033,20 Euro. Über dem frontangetriebenen Einstiegsmodell mit 156 PS rangiert bei den Ottomotoren, der 184 PS starke C 200 – ebenfalls als 4MATIC verfügbar – der C 250 mit 211 PS, der von mir gefahrene C 300 und der 333 PS starke Sechszylinder C 400 4MATIC für 53.585,70 Euro.

Die für das Mercedes-Benz C-Klasse Coupé C 300 fälligen 45.255,70 Euro habe ich in meinem Testfahrzeug dann aber doch um einiges getoppt, wie Du aus meinem Bericht bereits herauslesen konntest. Die umfangreiche Preisliste führt einfach derart viele Sonderausstattungen auf, die allerdings nicht nur reizvoll sondern leider auch meist kostspielig sind.

Stand: März 2018; Test: CARWALK – Der Autoblog; Fotos: Mercedes-Benz

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