Land Rover Discovery Sport

Mit 4,59 Meter deutlich kürzer als der große Discovery, kann aber auch der Discovery Sport dank neuer Mehrlenker-Hinterachse mit einer 5+2-Sitzkonfiguration aufwarten und löst zugleich den beliebten Freelander ab. Optisch gemeinsam hat der neue Offroader mit keinem der beiden etwas, vereint aber deren Vorzüge und setzt auf den Lifestyle-Charakter der Stil-Ikone Range Rover Evoque. Doch den Land Rover Discovery Sport zeichnet noch so einiges mehr aus. Denke ich da nur an die Offroad-Qualitäten, das neue Infotainmentsystem oder den Fußgänger-Airbag.

Land Rover Discovery Sport 07Der neue Land Rover Discovery Sport versprüht den modernen Flair eines Evoque, setzt aber zugleich auf die Eleganz des großen Range Rover. Die neue weniger kantige Designrichtung kommt so auch hier hervorragend zum Tragen. Für einen Land Rover ein wahrlich charakteristisches Designmerkmal ist der Zwei-Streben-Kühlergrill mit sechseckigem Maschengeflecht, dieser trifft beim neuen Discovery Sport auf einen schicken Unterfahrschutz und auf modern gestaltete Leuchteinheiten an der Front wie aber auch am Heck. Der Unterfahrschutz wird hier von zwei Auspuff-Endrohren umrahmt.

Die Seitenansicht präsentiert sich für ein SUV sehr dynamisch und windschnittig, besonderer Hingucker stellt dabei die stark nach vorn geneigte, in Wagenfarbe lackierte C-Säule dar, sticht diese durch die in Hochglanz-Schwarz gehaltenen Fenstereinfassungen noch mehr hervor. Das Dach, auch erhältlich in den Kontrastlackierungen Santorini Black oder Corris Grey verjüngen den Auftritt des Land Rovers zusätzlich.

Während das optionale Black-Designpaket den äußeren Look weiter individualisiert, kann auch das Interieur nach Belieben gestaltet werden und differenziert zudem zwischen den einzelnen Ausstattungsvarianten. Die Stoffbezüge im Basismodell werden in den anderen Niveaus durch schicke Lederausführungen – erhältlich in unterschiedlichen Farben und Varianten, bis hin zu feinstem Windsor-Leder – ersetzt.

Land Rover Discovery Sport 02Die Anmutung wirkt gegenüber der letzten Freelander-Generation nochmals hochwertiger. Unabhängig von der Ausstattung ist die Innenraumgestaltung zudem sehr ansprechend, unterscheidet sich allerdings. So ist die Mittelkonsole in den beiden höheren Varianten nicht nur größer dimensioniert, sondern wartet auch mit einer verschiebbaren Armlehne sowie einem Ablagefach inklusive Jalousie auf. Die dort platzierten Getränkehalter können nach Bedarf herausgenommen werden.

Dreh und Angelpunkt ist aber zweifelsohne der Acht-Zoll-Touchscreen, lassen sich hierüber doch zahlreiche Funktionen steuern, ob die Audioeinheit, das Navigationssystem, die Fahrwerkseinstellungen, die Innenraumbeleuchtung oder gar die Sitzheizung. Wenn an sich der Vorgang durch Wischen wie bei einem Tablet einfach ist, so sollte man sich zunächst aber durch die einzelnen Menüebenen arbeiten und einen Überblick verschaffen. Mittels der sogenannten „InControl“-Technologie lassen sich sogar auf dem Handy befindliche Apps direkt über den Touchscreen bedienen.

Das neue Premium-Infotainmentsystem kann außerdem um die „Dual View“-Funktion ergänzt werden, die es dem Beifahrer ermöglicht einen Film anzusehen, während der Fahrer auf dem selben Display beispielsweise auf die Navigationsanzeige blickt. Ein weiteres System unterhält zudem die Gäste im Fond.

Land Rover Discovery Sport 03Wenn auch nur neun Zentimeter länger als der Freelander, so wirkt der neue Discovery Sport gerade im Inneren deutlich üppiger, die Platzverhältnisse sind in Reihe eins und zwei sehr großzügig.

Während die in der Neigung verstellbaren Fondsitzlehnen und die um 16 Zentimeter verschiebbare Rückbank (ausgenommen Basisvariante) sowohl die Flexibilität als auch den Komfort zusätzlich steigern, beherbergen die aufpreispflichtigen und einfach herausklappbaren Notsitze in der dritten Reihe nur zwei Kinder oder kleine Erwachsene sehr bequem.

Der Laderaum schrumpft bei sieben genutzten Plätzen von sehr üppigen 829 auf 194 Liter, kann aber andererseits auch auf maximal 1.698 Liter vergrößert werden.

Du kannst das Ladeabteil je nach Bedarf mit einer Laderaumwanne, einem Gepäckraum-Schienensystem, einem Gepäck-/Hundeschutzgitter sowie weiteren Raffinessen aufrüsten.

Die elektrisch öffnende bzw. schließende Heckklappe ist ebenfalls erhältlich, verlangt aber abgesehen von der Topausstattung – die damit serienmäßig aufwartet – einen weiteren Aufpreis von 500,- Euro.

Land Rover Discovery Sport 06Die völlig neu entwickelte Mehrlenker-Hinterachse schafft zum einen mehr Raum im Inneren und zum anderen eine sehr ausgewogene Fahrwerksabstimmung. Wenn auch der neue Land Rover-Ableger den Namenszusatz „Sport“ trägt, so liegen seine Stärken letztlich aber beim Komfort und natürlich – wie es sich für einen Land Rover gehört – bei der Geländetauglichkeit!

Der neue Land Rover Discovery Sport greift abhängig von der Motorisierung auf zwei unterschiedliche Allradsysteme zu. Während es sich bei der „EfficientDriveline“ um einen permanenten Allradantrieb mit Haldex-Kupplung handelt, schaltet die „Active Driveline“ bedarfsgerecht und vom Fahrer unbemerkt den Allradantrieb zu, verzichtet aber ebenfalls nicht auf das Terrain-Response-System inklusive der vier Fahrprogramme.

Wer die adaptive Fahrwerkssteuerung „Adaptive Dynamics“ inklusive „MagneRide“-Dämpfer ordert, ergänzt die Fahrprogramme „Normal“, „Gras/Schotter/Schnee“, „Schlamm“ und „Sand“ außerdem um den Sport-Modus „Dynamic“.

Doch zurück zu den Offroad-Qualitäten des neuen Discovery Sport, der nicht nur mit einer Bodenfreiheit von 212 Millimeter, einem Böschungswinkel von 25 Grad vorn und 31 Grad hinten sowie einem Rampenwinkel von 21 Grad glänzen kann, sondern zusätzlich mit einer unglaublichen Wattiefe von 60 Zentimeter auffährt. Die ich dank des Wade Sensing-Systems erhältlich für 350,- Euro auch tatsächlich und vor allen Dingen unbesorgt durchfahren kann.

Land Rover Discovery Sport 04In der Stadt werden wir solchen Hürden wohl weniger gegenüberstehen, soll der Discovery Sport aber doch genau hier zuhause sein und die Metropolen dieser Welt erobern.

Besonders interessant dürfte hier die künftige Version mit reinem Frontantrieb sein, der eD4-Turbodiesel erhältlich ab 32.250,- Euro. Somit stellt diese Variante nicht nur den Einstieg in den Discovery Sport dar, sondern ist mit einem CO2-Ausstoß von lediglich 119 g/km auch die effizienteste Modellvariante.

Dir stehen zudem drei weitere Motorisierungen zur Wahl. Während Du Dich beim TD4 und SD4 zwischen einem Sechsgang-Schaltgetriebe und der neuen Automatik entscheiden kannst, ist der Si4-Benziner von Haus aus an die großartige Neunstufenautomatik gekoppelt.

Gangwechsel sind kaum zu spüren, mittels „Skip-shift“-Funktion ist es dem Getriebe beispielsweise bei flotter Fahrweise auch möglich Gänge zu überspringen oder mittels Schaltwippen am Lenkrad auch manuell einzugreifen. Was während meiner Testfahrt einzig im Gelände notwendig war.

Land Rover Discovery Sport 05Welche Motor-/Getriebe-Kombination letztlich am meisten anspricht, muss jeder für sich entscheiden, ich persönlich finde an dem 140 kW / 190 PS starken SD4 inklusive dem Automatik-Getriebe sehr großen Gefallen. Die Übertragung wie auch die Entfaltung der Kraft und dem maximalen Drehmoment von 420 Newtonmeter ist hier in jeder Situation kraftvoll und kultiviert. Die fast 1,9 Tonnen werden in 8,9 Sekunden aus dem Stand heraus auf Tempo 100 befördert, maximal sind 188 km/h drin. Gut, hier wäre noch Luft nach oben, aber komme ich auch hiermit auf unseren Autobahnen sehr gut zurecht.

Im Datenblatt des Land Rover Discovery Sport SD4 steht ein Durchschnittsverbrauch von 6,1 Liter sowie ein CO2-Ausstoß von 161 g/km niedergeschrieben. Im alltäglichen Fahrbetrieb sollte man jedoch mit ein, zwei Litern mehr rechnen.

Nach Volvo zieht nun auch Land Rover mit einem serienmäßigen Fußgänger-Airbag nach, bietet diesen jedoch erstmals bei einem SUV an. Dies gilt auch für den Autonomen Bremsassistenten, der bis zu 80 Stundenkilometer die Aufprallschwere reduziert und bis Tempo 50 sogar Unfälle verhindern kann.

Land Rover Discovery Sport 01Die Liste an weiteren Assistenzsystemen ist lang: Beim Spurhalteassistent angefangen, über eine Verkehrsschilderkennung, eine Anhängerstabilitätskontrolle, ein Warnsystem für den toten Winkel mit Annäherungssensor und Kollisionswarnsystem beim Rückwärtsfahren, eine Einparkhilfe oder gar ein Ein- und Ausparkassistent … allerdings sind diese meist nicht im Preis inbegriffen.

Ebenso eine Vielzahl der von mir erwähnten Komfortfeatures und so entferne ich mich bei der Konfiguration des Land Rover Discovery Sport im Nu von den Basispreisen, die je nach Ausstattungs- und Motorvariante von 32.250,- bis 54.550,- Euro reichen.

Stand: März 2015; Test: CARWALK; Fotos: CARWALK / Land Rover

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