Kia-Diesel unter Strom

Kia wird noch in diesem Jahr seinen ersten 48-Volt-Diesel-Mildhybrid auf den Markt bringen. Premiere feiert das neue Antriebssystem namens „EcoDynamic+“ im Kompakt-SUV Kia Sportage, den ich bereits Mitte Juli erfahren darf und der ab dem dritten Quartal mit der neuen, umweltschonenden Technologie erhältlich ist. 2019 folgt der Einsatz im Kia Ceed, dessen dritte Generation in diesem Sommer in Deutschland eingeführt wird. Mein ersten Fahrbericht über den neuen Ceed findest Du auf CARWALK übrigens ab dem 20. Juni.

Das Dieseltriebwerk wird bei diesem Mildhybridantrieb durch ein 48-Volt-System ergänzt. Dessen drei zentrale Komponenten sind eine kompakte Lithium-Ionen-Batterie (Kapazität: 0,46 kWh), ein leistungsstarker Mildhybrid-Startergenerator (MHSG) und ein Gleichspannungswandler für den Energieaustausch zwischen den beiden Bordnetzen (48V/12V). Der Startergenerator ist über einen Riemen mit der Kurbelwelle verbunden und mobilisiert eine elektrische Leistung von bis zu 10 kW. Dadurch kann dieser Elektromotor den Verbrennungsmotor in vielen Fahrsituationen unterstützen. Wenn das Aggregat als Generator arbeitet, ermöglicht es zudem eine sehr effiziente Energierückgewinnung.

Das neue Mildhybridsystem führt zu einer weiteren Reduzierung von Kraftstoffverbrauch und CO2-Emissionen, lässt sich aber mit vergleichsweise geringem Aufwand in die bestehende Architektur eines Antriebsstrangs integrieren – und mit nur minimalen Auswirkungen auf das Raumangebot, denn die 48-Volt-Batterie ist unter dem Gepäckraumboden platziert (je nach Modell). Zudem kann bei diesem Antriebssystem die 12-Volt-Batterie deutlich kleiner sein als üblich, da die 48-Volt-Batterie bei Bedarf Energie in das 12-Volt-Bordnetz einspeist.

Das Diesel-Mildhybridsystem von Kia reduziert die CO2-Emissionen nach dem neuen Testzyklus WLTP (Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure) um bis zu vier Prozent. Nach dem bisherigen NEFZ (Neuer Europäischer Fahrzyklus) entspricht das umgerechnet einer CO2-Einsparung von bis zu sieben Prozent. Neben dem 48-Volt-System beinhaltet der „EcoDynamics+“-Diesel ein modernes SCR-Abgasreinigungssystem, das unter anderem die Stickoxid-Emissionen deutlich reduziert.

Das Zusammenspiel von Verbrennungsmotor und 48-Volt-System wird durch eine erweiterte elektronische Steuereinheit geregelt. Diese ECU (Electronic Control Unit) sorgt mit Hilfe eines Wechselrichters (Inverter) auch für einen nahtlosen Übergang zwischen den beiden Betriebsarten des Startergenerators: dem Antriebs- und dem Lademodus.

Im Antriebsmodus unterstützt der Startergenerator als Elektromotor das Dieseltriebwerk. Bei starker Beschleunigung kann der E-Motor zusätzliches Drehmoment zur Verfügung stellen, während er beim leichten Beschleunigen dem Verbrenner Arbeit abnimmt und dadurch dessen Motorlast und Kraftstoffverbrauch reduziert. Im Lademodus wandelt der Startergenerator beim Abbremsen, Bergabfahren oder Ausrollen vor einer Ampel die dadurch gewonnene kinetische Energie in elektrische um, die dann in der 48-Volt-Batterie gespeichert wird.

Während 12-Volt-Start-Stopp-Systeme den Verbrennungsmotor nur im Stand abschalten können, setzt der neue 48-Volt-Mildhybrid von Kia die Start-Stopp-Funktion auch im Fahrbetrieb ein. Wenn die Batterie ausreichend geladen ist, wird beim Ausrollen oder Bremsen der Motor automatisch abgeschaltet. Sobald Du das Gaspedal betätigst, schaltet sich der Verbrenner sofort und fast unmerklich wieder ein. Dieser schnelle und äußerst komfortable Motorstart ist neben der Emissionsreduzierung und dem zusätzlichen Drehmoment ein wichtiger weiterer Vorzug der 48-Volt-Technologie.

Das Diesel-Mildhybridsystem von Kia lässt sich mit Schalt- und Automatikgetrieben kombinieren und kann bei Front-, Heck- und Allradantrieb eingesetzt werden. Der Hersteller plant darüber hinaus, die 48-Volt-Hybridisierung auch für Modelle mit Benzinmotor anzubieten. Weitere Details zur Einführung der neuen Antriebstechnologie wird Kia in den kommenden Monaten bekanntgeben.

Stand: Mai 2018; Fotos: Kia

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