Jeep Cherokee – Der Exot.

„Midsize-SUV“, eines der beliebtesten Segmente im Markt das unaufhaltsam in rasantem Tempo wächst. Nicht verwunderlich, dass diverse Hersteller auf diesen Zug aufspringen und ein Stück vom Kuchen für sich einnehmen wollen. Während einige hier mit allradangetriebenen Fahrzeugen neue Wege beschreiten, ist der traditionsreiche Allradhersteller Jeep hier absolut zu hause und mit dem Cherokee auch endlich wieder dabei.

Jeep Cherokee 01Wer darauf gehofft hat beim neuen Jeep Cherokee würde es sich auch optisch um den kleinen Bruder des Grand Cherokee handeln, wird zunächst enttäuscht sein. Denn der kleine Cherokee geht völlig eigene Wege. Einzig der Fensterverlauf wurde vom „Grand“ übernommen.

Und die extravagante Optik teilt zweifelsohne die Betrachter, die durch unterschiedliche Varianten nochmals gespalten werden. So setzt der Longitude / Limited mit Chromakzenten auf Eleganz, während der neue Trailhawk mit unlackierten Kunststoffteilen und anderen Stoßfängern den robusten Weggefährten darstellt. Doch welchen Charakter Du letztlich auswählst, die Front des neuen Cherokee polarisiert wie kaum eine andere.

Die Schöpfer vereinten moderne Züge mit den klassischen Jeep-Genen, wie die sogenannte „Wasserfall“-Motorhaube mit dem traditionellen Kühlergrill und den sieben Lüftungs-Schlitzen aufzeigt. Von einem markanten horizontal verlaufenden Knick gezeichnet, ist es aber gerade die experimentelle Leuchtgrafik in LED und deren Dreiteilung, die für hohen Wiedererkennungswert sorgt.

Während es sich bei den oberen schmalen Leuchten um das Tagfahrlicht und die Blinkleuchten handelt, wird dieses von eckigen Scheinwerfern (auf Wunsch auch von Xenon-Hauptscheinwerfern) begleitet. Darunter sind wiederum die runden Nebelscheinwerfer platziert.

Die spitz zulaufenden Leuchten wie auch die Fahrzeugfront verleihen dem Cherokee natürlich auch eine bestechende Seitenansicht, die aerodynamisch gestaltet mit Räder in der Dimension 17 Zoll (Longitude und Trailhawk) oder 18 Zoll (Limited) versehen ist. Unverkennbares Jeep-Detail sind auch hier die trapezförmigen Kotflügel.

Jeep Cherokee 02Von einer ungewohnten Seite zeigt sich auch die Rückansicht mit kraftvollen Stoßfängern, einem Heckspoiler, der signifikant gestalteten Kofferraumklappe und den großen prägnanten LED Heckleuchten.

Zwischen unterschiedlichen Designrichtungen kannst Du auch im Innenraum wählen. Die drei Ausstattungvarianten, inspiriert von Marokko in schwarz mit Kontrasten in Gold-Tönen, oder dem Grand Canyon in braun mit goldfarbenen Ziernähten, bis hin zu dem im Trailhawk italienischen Vesuvio mit einer Nappaleder-Kombination aus Braun und Indigo Blau, betont von weißen Ziernähten, hat der neue Cherokee Abwechslung zu bieten.

Hinzu kommen silberfarbene Applikationen, die für den gewissen Feinschliff im Cockpit sorgen. Einzig die teils billig wirkenden Materialien trüben den Gesamteindruck. An der guten Übersichtlichkeit und der intuitiven Anordnung der Bedienelemente ändert dies jedoch nichts. Ebenso an der Detailliebe und den zahlreichen Komfortfeatures.

So ist die Umrandung der aufgeräumten Mittelkonsole in Trapezform ausgeführt, inspiriert vom Umriss des Frontgrills eines Willys-Overland „Jeep“ von 1941. Solch ein kleiner „Willy“ erklimmt auch als nettes optisches Gimmick den unteren Rand der Frontscheibe.

Zwar nur optional erhältlich, aber eine durchaus innovative Neuheit, stellt die kabellose Induktions-Ladeschale dar. Die in der mittleren Armlehne angebrachte Ablageschale, lädt QI-kompatible Smartphones induktiv, also ohne ein Anschließen von Kabeln oder gar störendes Herumliegen selbiger auf.

Jeep Cherokee 03Nicht nur die zentrale Anzeige im Instrumentendisplay ist in allen Cherokee als TFT-Farbbildschirm mit 17,8 Zentimeter Diagonale ausgeführt, der in der Mittelkonsole platzierte Touchscreen ist je nach Ausstattung 5 bis sogar 8,4 Zoll groß.

Über dieses Display werden neben der Audiofunktion oder fahrrelevanten Informationen auch die Klimasteuerung sowie Sitzheizung und -lüftung gesteuert.

Das neue Entertainmentsystem uconnect verfügt dabei nicht nur über eine Audioanlage sowie Anschlussmöglichkeiten externer Musikspeicher und Bluetooth-Freisprechanlage, auch eine Satellitennavigation ist im Umfang enthalten. Die einzelnen Funktionen lassen sich neben der Touchscreen-Funktion auch mittels Schalter bis hin zum Multifunktionslenkrad oder per Sprachsteuerung bedienen.

Die Sitze bieten an sich guten Seitenhalt, allerdings ist die Sitzfläche sowie die -lehne recht breit ausgeführt und so rutschen schmal proportionierte Passagiere hin und her, bis Sie von den gut ausgeführten Sitzwangen gestoppt werden.

Ein Blick nach oben entschuldigt diese Tatsache zwar nicht, doch dafür gibt das zweiteilige, transparente CommandView-Schiebedach einen wunderbaren Ausblick gen Himmel frei und reicht von der Frontscheibe bis weit in den hinteren Dachbereich.

Womit ich auch schon im Fond angelangt bin. Hier erwarten mich zwei gut konturierte Sitze, die dank der Längsverstellung flexiblen Raum für Großgewachsene oder in der vordersten Stellung für mehr Gepäck bereitstellen. Den Sitzkomfort perfekt machen die in der Neigung verstellbaren Rückenlehnen. Im Verhältnis 60/40 lassen sich diese auch vollständig umlegen.Jeep Cherokee 04
Der Laderaum wächst nun von 412 auf 1.267 Liter an. Die ebenfalls umklappbare Beifahrersitzlehne ermöglicht außerdem den Transport von sperrigen oder langen Gegenständen. Diese müssen allerdings über eine recht hohe Ladekante gewuchtet werden.

In Zusammenarbeit mit Mopar hat Jeep ein einzigartiges Programm an Originalersatzteilen und Zubehör zusammengestellt und das nicht nur die Optik betreffend. Sehr zu empfehlen ist das innovative Cargo Management System, das Ihren Gepäckraum für jeden Transport perfekt macht. Einen unaufgeräumtes Gepäckabteil, umherfliegendes Ladegut oder Einkaufstaschen gibt es hier nicht mehr.

Das Cargo Management System umfasst beispielsweise eine zusammenfaltbare Thermotasche sowie Gepäckraumdecke zum Schutz vor Verschmutzung oder Kratzern, ein Gelände-Ausrüstungs-Kit mit Schleppseil, Handschuhen, Taschenlampe und einigem mehr, einen dachhohen, seitlich angebrachten Gepäckraum-Regalschrank sowie einen zusammenfaltbaren Container für Kleidung, Sportausrüstung und andere Gegenstände.

Jeep steht für einzigartige 4×4-Fähigkeiten und wenn der Fiat-Konzern den Cherokee auch als Fronttriebler (ausschließlich in Kombination mit dem 103 kW Diesel) im Angebot hat, so liegen die Allradvarianten nicht nur in meinem, sondern auch im Interesse des Kunden, wie die Verkaufszahlen aufzeigen.

Jeep Cherokee 05Dem SUV stehen zwei Systeme zur Wahl, die Ausstattungen Longitude und Limited sind an den einstufigen, vollautomatischen Jeep Active Drive I Vierradantrieb gekoppelt, der den Antrieb stufenlos und vollautomatisch zwischen Vorder- und Hinterachse verteilt. Die vollständige Abkopplung der Kardanwelle im Frontbetrieb, reduziert dabei den Verbrauch und die Emissionen deutlich.

Inklusive der Jeep Selec-Terrain Traktionskontrolle ist bereits dieser Cherokee für den Offroadeinsatz gewappnet. So stehen mir per Drehregler vier Fahrprogramme „Auto, Schnee, Sport und Sand/Schlamm“ zur Wahl.

Der Trailhawk verfügt nicht nur über ein zusätzliches Programm, dem sogenannten Rock-Modus für felsigen Untergrund, sondern ist mit dem zweistufigen, vollautomatischen Jeep Active Drive Lock mit Drehmomentmanagement, Geländeuntersetzung und Sperrdifferenzial in der Hinterachse sowie der Selec-Speed-Control ausgestattet.

Damit wird der Cherokee Trailhawk zum reinrassigen Geländegänger, der mit einer erhöhten Bodenfreiheit und großzügigeren Böschungswinkeln so schnell vor nichts halt macht. Die Selec-Speed-Control nutzt sowohl eine Berg-Anfahr- wie auch Bergabfahr-Hilfe und so bezwingen wir Steigungen bergauf und bergab ohne Betätigung des Gas- oder Bremspedals. Die Geschwindigkeit kann hierbei schrittweise in einem Bereich zwischen 1,6 und 8,5 Stundenkilometern gewählt werden.

Jeep Cherokee 06Im Modus „4 Low“ verbindet das System die vorderen und hinteren Antriebswellen miteinander um mehr Kraft und mehr Zugfähigkeit bei geringen Geschwindigkeiten zu erzielen. Die Hinterachsdifferenzialsperre lässt sich in jedem Modus mit der Geländeuntersetzung „4 Low“ zuschalten und aktiviert sich automatisch in bestimmten Modi des Selec-Terrain.

Nicht unbedingt verständlich, der Trailhawk kann im Gegensatz zu den 2,5 Tonnen der anderen Cherokee-Varianten nur 2,2 Tonnen an den Hänger nehmen.

Und wie steht es um die Fahreigenschaften auf der asphaltierten Piste? Für ein SUV durchaus ausgewogen, erweist sich der neue Jeep Cherokee als angenehmer Reisebegleiter und Cruiser. Mit der nötigen Härte vermittelt er angenehmen Fahrkomfort und federt störende Querfugen oder Schlaglöcher gelungen ab.

Mit einem Offroader sucht man natürlich eher den Weg ins Gelände und strebt weniger den sportlichen Ritt an, dennoch muss man auch diesen nicht scheuen. Ohne ein Aufschaukeln meistert er Kurven auch mit höherem Tempo, die elektronisch geregelte Servolenkung EPS ist hierbei ausreichend exakt und vermittelt eine ordentliche Rückmeldung.

Diese Handlingeigenschaften kommen mir auch im Großstadtdschungel zu gute, mit viel Lenkunterstützung bei niedrigen Geschwindigkeiten und einem Wendekreis zwischen elf und zwölf Meter je nach Modell, lässt sich der Cherokee auch hier präzise und ohne große Mühen manövrieren.

Jeep Cherokee 07Mit dem beim 170 PS starken 2.0 MultiJet II Turbodieselmotor und dem 3,2 V6 Pentastar Benzinmotor verbauten Neungang-Automatikgetriebe ist Jeep wahrlich ein Clou gelungen, denn während man solch ein Getriebe selbst in der Oberliga selten vorfindet, so findet man es im Mittelklasse-SUV-Segment gar nicht.

Mit dieser Neungang-Automatik von ZF setzt Jeep nicht nur Maßstäbe, sondern auch auf hohen Schaltkomfort und reduzierte Verbrauchswerte. Wenn auch keineswegs nötig, so ist dank System Electronic Range Select auch der manuelle Schaltwechsel möglich sowie das Anwählen von verschiedenen Fahrprogrammen. Einzig der kleine 2.0 Turbodiesel mit 140 PS ( 103 kW) muss sich mit einem 6-Gang-Handschalter begnügen.

Die neuen Dieselmotoren mit der zweiten Generation der eigenentwickelten MultiJet Einspritz-Technologie sind somit in zwei Leistungsstufen erhältlich. Das Drehmoment liegt bei beiden Versionen mit 350 Newtonmeter ab 1.500 Umdrehungen gleich auf.

Während der stärkere Turbodiesel von Haus aus mit Vierradantrieb und der Neungang-Automatik ans Werk geht, ist die 30 PS schwächere Variante nicht nur mit einem Schaltgetriebe sondern auch wahlweise mit Front- oder Allradantrieb unterwegs.

Demnach differieren die Mess- und Verbrauchswerte, eine Stopp-/Start-Automatik ist wiederum immer an Bord und so stößt die frontangetriebene Dieselvariante für einen SUV geringe 139 g/km CO2 aus und verbraucht im kombinierten Zyklus 5,3 Liter. Doch selbst der 2.0 MultiJet II mit 170 PS soll allradangetrieben einen Verbrauch von 5,8 Liter auf 100 Kilometer erreichen.

Mit 10,3 Sekunden ist dieser aber beim Standardsprint 1,7 Sekunden schneller als die schwächere Allradvariante. Die Höchstgeschwindigkeit liegt mit 189 bzw. 192 Stundenkilometern aber nur geringfügig auseinander. Und auch in Sachen Laufkultur können beide Motoren überzeugen.

Der neue 3.2 V6 Pentastar Vierzylinder-Benziner gibt sich bewusst kerniger, aber beim Cruisen ebenso laufruhig, beschleunigt den fast zwei Tonnen schweren Cherokee dank 200 kW / 272 PS bei 6.500 Touren und 315 Nm bei 4.300 U/min in 8,1 Sekunden von Null auf Tempo 100. Zudem liegt sein Spitzenwert bei 206 km/h, für ein SUV absolut ausreichend.

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Mit einer fünf Sterne Bewertung im Euro NCAP Crashtest hat der Jeep Cherokee bereits aufgezeigt, dass er sowohl den Erwachsenen, den Kindern, als auch den Fußgängern optimalen Schutz bietet.

Ausgenommen von der Basis, kann der gute Sicherheitsumfang der Versionen Limited und Trailhawk gegen Aufpreis um folgende Assistenzsysteme erweitert werden:
– Kollisionswarnung Forward Collision Warning-Plus mit Aufprallvermeidung
– den automatischen Einpark-Assistent ParkSense® Park Assist zum sowohl parallelen als auch rechtwinkligen Einparken
– die automatische Abstandsregelung Adaptive Cruise Control-Plus mit Stopp&Go;
– den Spurhalteassistent Lane Departure Warning
– den Totwinkelwarner Blind Spot Monitoring
– Fernlicht-Assistent und
– die hintere Querbewegungserkennung Rear Cross Path Detection.

Ab 34.800 Euro ist der kleine frontangetriebene Diesel zu haben. Die stärkere Variante mit Allrad und der Neungang-Automatik verlangt Dir mindestens 40.500,- Euro ab.

Während die Ausstattungsvariante Longitude dann bereits mit einer Zweizonen-Klimaautomatik, einem Tempomat, Parksensoren hinten, dem uConnect-Mediacenter inklusive Fünf-Zoll-Touchscreen, einem Multifunktions-Lederlenkrad und 17-Zoll-Leichtmetallrädern bestückt ist, kann die Linie Limited für weitere fünf tausend Euro Aufpreis außerdem mit 18 Zöllern, Bi-Xenon-Scheinwerfer, einer elektrischen Heckklappe, der Rückfahrkamera, Keyless-Entry, einer ParkSense Einparkhilfe sowie im Inneren mit Ledersitzen inklusive Sitzheizung und Belüftung, dem 8,4-Zoll-Multidisplay und einer Induktionsladeschale für das Handy aufwarten.

In Verbindung mit dem 3.2 l V6 Pentastar verlangt Jeep für den Limited 48.000,- Euro, ebenso für die Trailhawk-Variante, diese wiederum ist ausschließlich in der Benziner-Kombination erhältlich. Versehen mit den aus dem Limited bekannten Komfortfeatures kennzeichnet den Trailhawk außerdem der aktive Allradantrieb inklusive Offroad-Fahrwerk und -Stoßfänger, ein Bergabfahrassistent wie auch optische Details innen und außen.

Stand: November 2014; Test und Fotos: CARWALK

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2 Gedanken zu “Jeep Cherokee – Der Exot.

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