Fiat 500 L Trekking – Ein Hoch auf die Vielfalt.

Der Namenszusatz Trekking lässt Erwartungen aufkommen, und mit der um 13 mm erhöhten Bodenfreiheit und dem mehr an Platz in den Radhäusern bestätigt die dieser 500L schon auf den ersten Blick. Hinzu kommen einige optische Features, die den Offraod-Charakter des Italieners klar unterstreichen.

01_DSC_0075Dabei stand mein Testwagen mit Ausnahme des weißen Daches ganz in Schwarz da, bis hin zu den schicken Alufelgen, zwischen denen die roten Bremssättel zusammen mit den roten Rückleuchten als einziger Farbtupfer hervor leuchteten.

Das Dunkle der schwarzen Bemalung lässt den 500L Trekking zwar richtig martialisch dastehen, auf der anderen Seite fallen damit die aus schwarzem Kunststoff angesetzten Schweller und Radläufe wie auch die bullige Frontschürze und der Unterfahrschutz am Heck längst nicht so auf, wie wenn man sich für einen der „bunten“ Lacke entscheidet.

Das Weiß des Daches beschränkte sich zudem auch nur auf die Dachränder, denn in der Mitte glänzte er mit einem schicken, riesigen Glasdach. Damit ggf. die Sonne nicht zu sehr auf die Köpfe der Insassen brennt, verfügt es innen über eine schöne Jalousie.

Schwarz war auch im Innenraum meines Testwagens die vorherrschende Farbe, da das gesamte Armaturenbrett sich farblich an der Außenhaut orientiert, Du kannst hier aber auch Weiß, Grau oder Cappuccinobeige bekommen. Der schwarze Lack zog auf jeden Fall den Staub magisch an.

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Einige Applikationen in mattem Chrom sorgen für Auflockerung des peppig gemachten Interieurs, im Prinzip ist aber alles ganz 500L.

Auch der Trekking verfügt über das Multimediasystem Uconnect inklusive 5-Zoll-Touchscreen zur Steuerung der Audioanlage, für externe Mediaplayer etc. über Bluetooth, als Freisprecheinrichtung, zum Vorlesen von SMS und einigem mehr.

Der Fiat 500L Trekking hat eine mit 14,5 cm leicht erhöhte Bodenfreiheit z.B. gegenüber dem Living und ist zumindest rein gefühlsmäßig auch etwas straffer abgestimmt. Und auch wenn er so aussieht, ein echter Geländegänger ist er nicht, es bleibt beim Frontantrieb.

Doch der findet durch die elektronische Traktionskontrolle Traction+ eine enorme Aufwertung. Das Traction+ System muss aber aktiviert werden und arbeitet unterhalb von 30 km/h, wird man schneller schaltet es sich automatisch ab. Es arbeitet wie eine Differentialsperre an der Vorderachse und gibt jeweils dem Rad mit dem besten Grip die meiste Kraft. Zusätzlich hat das Fahrzeug ESC – es ist aber kein Schalter zu entdecken, mit dem man das ggf. deaktivieren könnte. Durch Traction+ scheint das auch nicht nötig zu sein. Es beinhaltet auch die ASR (Antriebsschlupfregelung) und einen Hild Holder, der das Fahrzeug beim Anfahren am Berg festhält.

04_DSC_0084Und die Kombination funktioniert prima, man muss schon volle Pulle beschleunigen, um die Antriebskräfte an der Vorderachse auch nur ein wenig spüren zu können, und das auch dann, wenn es um enge Kurven geht. Im Slalomtest schaukelt der hohe Aufbau etwas hin und her, ist aber kein Problem. Das Fahrzeug reagiert ziemlich gutmütig und auch ausreichend direkt auf die Lenkung, es untersteuert und schwenkt ggf. mit dem Heck nach. Wenn man sich dem Grenzbereich nähert, fangen die Reifen an zu quietschen und der Fahrer beginnt vom Sitz zu rutschen, spätestens dann greift das ESP massiv ein.

Mittlerweile bei Fiat Standard hat man auch beim 500L Trekking die Möglichkeit, die elektrische Servolenkung Dualsdrive mit dem Citymode noch leichtgängiger zu machen, um im Großstadtdschungel wirklich mit dem kleinen Finger manövrieren zu können. Ebenfalls dabei der Lenkassistent Dynamic Steering Torque DST. Anders als der 500L Living hat der Trekking zwar Tagfahrlicht, aber dafür kein konventionelles Standlicht mehr.

Wie schon im zuvor getesteten Living war auch der Trekking mit dem neuen 120 PS / 88 kW starken 1,4 Liter 16V Turbo-Benziner ausgestattet. Und auch hier geht er damit gut los, braucht allerdings mit 11 Sekunden ein klein wenig mehr für den Sprint von Null auf Hundert, wird dafür aber mit 189 km/h etwas schneller. Identisch sind natürlich das starke Drehmoment von 215 Nm bei 2.500 U/min. und die Abgasnorm Euro 6.

03_DSC_0080Beim Verbrauch lagen beide Modelle im Tempobereich von etwa 130 auf der Autobahn mit rund 7 Litern gleichauf, der Trekking lag aber spürbar straffer und auch ruhiger auf der Straße. Im Stadt-Land-Mix haben wir mit dem Trekking 6,8 Liter und damit etwas mehr verbraucht. Fiat gibt für beide Karosserievarianten in etwa die gleichen Verbräuche an.

Auch der Trekking mit dem 1.4 T-JET war mit der Sechsgangschaltung kombiniert, die auch hier sehr gut harmonierte. Zu Beginn des Tests arbeitete auch alles ganz prima, erst mit fortschreitender Testdauer setzte das gleiche unharmonische Arbeiten der Kupplung ein, wie ich es schon im Living feststellen mussten, die ein ruckfreies Schalten praktisch unmöglich machte.

Ansonsten auch hier gut passende Anschlüsse, kurze Schaltwege und ein straff und gut geführter Schalthebel. Die Schaltempfehlung nach unten zu schalten kommt recht spät, da wirkt der Motor schon hörbar überfordert.

Nahtlos reiht sich der Trekking in die Sicherheitsausstattung seiner Geschwister ein. Gegen einen Aufpreis von 500,- Euro kann im Paket auch ein Fahrer-Knie-Airbag und der City-Notbremsassistent geordert werden, der mit der automatischen Bremsbereitschaft vorsorglich den Druck im Bremssystem aufbaut und im Notfall auch eine Notbremsung selbsttätig einleitet, zumindest zwischen fünf und 30 km/h.

02_DSC_0054Los geht der Fiat 500L Trekking mit dem 1.4 T-JET mit 120 PS bei 21.450,- Euro und verfügt bereits über eine sehr gute Grundausstattung. Und dann geht es ja auch schon los mit den enormen Individualisierungsmöglichkeiten. Ob das jetzt die zahlreichen Uni-, Sonder-, Metallic- oder Bicolore-Lackierungen sind, die vielen Leichtmetallfelgen, die Rückfahrkamera ParkView, eine Klimaautomatik, das elektrische Panorama-Glasschiebedach, Sitzheizung für Fahrer- und Beifahrer oder, oder, oder. Du kennst an dieser Stelle meine Empfehlung sich im Internet oder bei Deinem Händler mal in Ruhe umzusehen und Probe zu fahren und zu trinken, denn auch eine zusammen mit Lavazza entwickelte Espresso-Maschine gehört dazu.

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Stand: Mai 2015, Test und Fotos: CARWALK

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